• Hilfe aus Norwegen 🇳🇴

    August 22 in Germany ⋅ ☁️ 20 °C

    Es geht los!

    Wir laden die restlichen Dinge in den Camper, alles, was man über Nacht ungern im Auto lässt, holen uns dann noch ein paar Leckereien vom Wochenmarkt und dann geht’s los Richtung Schottland.

    Wir sind knapp 1,5 Stunden unterwegs, als wir einen Fahrerwechsel machen wollen, damit ich vor dem Linksverkehr im UK auch ein Gefühl für den dicken Camper bekomme. Also machen wir Halt an einer Raststätte.

    Und dann stellen wir fest, dass unsere Tür zum Wohnbereich nicht abschließt.

    Kleine Erinnerung: Am Tag davor lassen wir uns wie die Grundschüler bei der Vermietung einweisen und arbeiten auch unsere Checkliste ab.

    Darauf steht neben „Gas, Wasser, Heizung prüfen“ auch „Zentralverriegelung“.

    Und die haben wir auch geprüft.

    Heute stellen wir dann fest: Die Mitteltür ist scheinbar erst mal zu, zumindest beim ersten Mal, wenn man das prüft. Versucht man die Tür noch mal aufzumachen, heißen wir alle Unbefugten herzlich willkommen im Camper!

    Einfacher war Einbrechen und Camperklauen noch nie.

    Als wir nach fast 30 Minuten Tür öffnen, schließen, rütteln, zuhauen und wieder rütteln feststellen müssen, dass alles nichts hilft, geben wir uns geschlagen und rufen Notfallnummern und sämtliche Werkstätten im Umkreis an.

    Dass uns Samstag um 14 Uhr keiner mehr helfen kann, wird dann schnell klar und die Enttäuschung immer größer.

    Irgendwas stimmt doch hier nicht. Was will uns das Leben sagen? Was passiert da parallel, warum hält es uns fest? Erst der falsche Camper, dann die kaputte Tür und warum hat das eigentlich noch niemand vor uns gemerkt?

    Antworten bekommen wir keine, aber knapp 1,5 Stunden entfernt wohnen drei wunderbare Menschen, von denen einer praktisch alles kann: vom Dachdecken über Bronzefiguren fertigen und Camper-Anhänger bauen bis hin zu Jagen, Angeln, Gartenbau und Ideen für fast alles haben.

    Wir rufen an und 1,5 Stunden später hängt Sascha schon in unserer Campertür.

    Auch wenn er, Zitat, „keine Ahnung von dem Türschloss“ hat („Mach mal Fotos, dass wir wissen, wie das wieder zusammengebaut werden muss“), ist bald alles rausgeschraubt. Wenn jetzt was kaputtgeht, greift nicht nur die Versicherung nicht mehr, sondern wir müssen die Tür sogar mit Spanngurten sichern, da inzwischen nach noch mehr Geruckel gar nichts mehr schließt und greift.

    Wir schwitzen Blut und Wasser, was Sascha ziemlich amüsant findet 😅

    Ich kürze jetzt mal ab: Irgendwann hat alles wieder funktioniert, auch wenn niemand von uns so wirklich weiß, warum. 😅

    Wir haben uns jedenfalls noch nie so über eine geschlossene Tür gefreut! 🎊

    Und dann machen wir uns erst mal noch einen richtig schönen Abend. Wir gehen griechisch essen und danken dem Typen, der unseren Camper genommen hat, denn ohne die kaputte Tür hätte sich unser Wiedersehen immer weiter geschoben.

    Und nun wissen wir, was das Leben mit uns vorhatte: die tolle Zeit, die wir mit Sascha, Julia und der kleinen Maria in Norwegen – mindestens genauso spontan und unerwartet – verbracht haben, wiederholen!

    Es heißt ja: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich die nächste!

    Bei uns war es genau andersrum. In diesem Sinne vielen Dank für eure Unterstützung, Gastfreundschaft und die tolle Zeit! 💕
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