Vulkantour Sibyak
3 de maio de 2025, Indonésia ⋅ ☁️ 15 °C
Als um 03:50 Uhr der Wecker klingelt, würde ich die Tour am liebsten absagen. Halb in Trance packen wir unsere restlichen Sachen. Um 4:15 Uhr werden wir vor dem Hostel abgeholt, zusammen mit zwei Pärchen aus Holland und einem Mädchen aus Singapur. Es warten 2 verbeulte Mini-Vans auf uns, aber wir denken uns nichts weiter dabei. Als wir nach 10 Minuten aus Berastagi heraus gefahren sind, kommt uns so langsam ein Verdacht, warum die Autos so verbeult sind. Der Weg gleicht einer Schotterpiste. Und das auch noch bergauf. Das Auto vor uns ist bereits aufgesessen, hat sich die Stoßstange noch mehr verbogen und versucht verzweifelt über die Steine zu kratzen. Bei den Geräuschen bekommen wir Gänsehaut. Nachdem 3 Leute angeschoben haben, fährt das Auto wieder. Unser Fahrer ruft uns zu: Festhalten! Wir bleiben zwar ein paar Mal mit den Unterboden an den Steinen hängen, bleiben aber zumindest nicht stecken. Der Corny-Riegel, den ich kurz zuvor noch gegessen habe, kommt mir trotzdem fast wieder hoch.
Auf dem Parkplatz angekommen, verteilt der Guide noch kurz Taschenlampen an alle und schon geht es los. Ich bin froh, dass es heute eine leichtere Tour wird - mir tut alles weh.
Doch es geht gleich mal steil bergauf und der Guide hat ein stolzes Tempo drauf. Ich seh andere Gruppen, die schon eine kurze Trinkpause machen. Wir "rennen" weiter.
Ist das hier heute wirklich eine leichte Tour? Hab ich das falsche gebucht?
So langsam wird mir der Guide unsympathisch. Wenn wir in dem Tempo weitermachen, kann ich bald wieder umdrehen. Doch der Guide dreht sich nicht mal um. Als das Mädchen aus Singapur hinfällt, bemerkt er es nicht einmal. Als wir doch mal eine kurze Pause machen, erklärt der Guide, dass wir heute die steilste Tour gehen werden.
Auf das war ich nicht vorbereitet.
Tobi sieht mir an, dass ich am liebsten keinen Schritt mehr weitergehen möchte.
Ich schimpfe vor mich hin und prophezeihe, dass dieser Guide bestimmt kein Trinkgeld von uns bekommt. Immerhin ist es noch dunkel und relativ kühl. Das macht den Aufstieg ein bisschen erträglicher. Während ich vor mich hin maule und schmolle, merke ich nicht, wie wir schon eine Stunde gelaufen sind. Wut ist anscheinend ein guter Antrieb.
Plötzlich teilt sich der Weg auf. Alle anderen Gruppen gehen rechts, wir gehen links.
Wir besteigen einen anderen Gipfel des Vulkans, damit der "Haupt-Gipfel" nicht so überrannt wird. Trotzdem bleibt es ein Glücksspiel, ob es neblig sein wird oder nicht.
Wir erkennen im Dunkeln zwar nicht viel, aber es wird felsiger. Irgendwo höre ich einen lauten Fluss vorbei fließen. Und ein unangenehmer Geruch kommt dazu. Zum ersten Mal in meinem Leben weiß ich nun, wie verfaulte Eier riechen.
Wir erkennen so langsam den Gipfel. Die letzte halbe Stunde wird nochmal steil. Der Guide ist schon gefühlt einen halben Kilometer voraus und Tobi hilft dem Mädchen aus Singapur. Mit Händen und Füßen klettern wir den Vulkan hoch.
Aber als wir oben ankommen.... Nebel. Überall Nebel. Na das hat sich ja gelohnt.
Der Guide kocht uns Kaffee und Tee und wir hoffen, dass sich der Nebel und die Wolken vielleicht doch noch verziehen.
Und ja wir haben Glück. Nach 15 Minuten öffnet sich langsam die Wolkendecke und wir bekommen einen fantastischen Ausblick über den Kratersee und den anderen, aktiven Vulkan in der Ferne.
Nachdem uns allen so langsam kalt wurde, machen wir uns auf den Weg nach unten. Wieder ist es anstrengend, sich auf den Weg zu konzentrieren. Es ist alles sehr rutschig und matschig. Aber es ist nun hell und wir sehen endlich die Umgebung. Ich realisiere, dass es keinen Fluss gibt. Das laute Zischen sind Schwefel-Geysire, die aus dem Gestein herausschießen und den schlimmen Gestank verursachen. Die Steine sind teilweise gelb vom Schwefel. Also ich weiß ja nicht, aber so unaktiv sieht der Vulkan jetzt nicht aus.
So langsam wird mir schlecht und ich schwöre mir, dass ich nie wieder ein Ei essen werde.
Als wir endlich aus der Schwefel Wolke heraus sind, wird es grün um uns herum. Wunderschöne grüne Pflanzen umgeben uns und es macht Spaß zu laufen. Kaum zu glauben, dass wir im Dunkeln diese schönen Wege nach oben gepilgert sind.
Als es wieder wärmer wird, wird auch der Weg wieder matschiger. Noch eine matschige Hose kann ich mir leider nicht leisten und ich versuche nicht auszurutschen. Als wir wieder auf dem Parkplatz sind, bin ich stolz, dass ich diesen steilen Weg geschafft habe. Wir machen noch einen kurzen Abstecher zu heißen Quellen. Das Wasser kommt mit ca 60 Grad aus der Quelle und wird dann aufbereitet. Wir entspannen im 35 Grad warmen Wasser unsere Muskeln und fahren gegen 10:30 Uhr zurück zum Hostel.
Nach einem Powernap wollen wir nochmal die Stadt unsicher machen. Und zwar mit dem öffentlichen Nahverkehr, auch bekannt als Mini-Van. Unser Hostel-Vater Kaesa erklärt uns, wie es funktioniert. Natürlich gibt es keinen Fahrplan und auch keine Haltestellen. Man hält die Fahrzeuge einfach an und zahlt für egal welche Strecke pauschal umgerechnet 0,27€.
Und keine 10 Minuten später sitzen wir tatsächlich im "Bus". Es war einfacher als gedacht.
Wir schauen uns einen goldenen Tempel an bzw. versuchen es. Wir kommen nicht weit, denn einige Kinder und Teenager kommen auf uns zugerannt und wollen Bilder mit uns machen.
Es hört garnicht mehr auf und so langsam fühle ich mich wie ein Promi.
Nicht mal in Bayern wird man so oft gegrüßt, wie hier.
Nach dem Tempel machen wir nochmal einen Abstecher auf dem Obstmarkt und versorgen uns mit der besten Mango, die ich je gegessen habe.
Zum Abendessen gehen wir nochmal ins magenschonende Restaurant von gestern und ich bestelle mir Nudeln. Und was ist in den Nudeln? Ein Ei 🥲Leia mais

















Viajante
Was ist das für eine Bergausrüstung.Da schimpft die Bergwacht Ramsau.🤕☠️☝️
Viajante
Hast du eigentlich nur diese eine Kaschperle Hose dabei 🤔😄🤡
ViajanteSeit wann weißt du, wie man Kommentare schreibt 😂