• Von Äthiopien nach Tansania

    May 2 in Ethiopia ⋅ ☁️ 21 °C

    5 1/2 Stunden später landen wir in Addis Abeba in Äthiopien. Lustigerweise sind wir genau über Meitingen geflogen.
    Ethiopian Airlines war sowohl bei der Wahl der Einsteigemusik, als auch beim Essen mutig. Hektisches und düsteres Klavierspiel, in einer schrecklichen Lautstärke, die man eher Aktenzeichen XY zuordnen müsste. Das servierte Chicken mit Reis war dermaßen scharf, dass sogar Tobi husten musste und auch noch gleich meine Portion aufessen durfte.

    Als wir im Flughafen stehen und auch einen kurzen Blick auf Addis Abeba werfen konnten, bin ich überrascht. Ich hätte einen Flughafen in der Größe des Nordendorfer Feuerwehrhauses mitten in der Einöde erwartet. Aber alles ist wirklich sauber und modern eingerichtet.
    Also sollte jemand mal einen Flug über Äthiopien buchen, kann er das nun guten Gewissens tun 😂
    Nachdem wir nun noch 5 Stunden überbrücken müssen, versuchen wir am Gate noch ein bisschen zu schlafen. Geweckt werde ich durch drei Chinesen die sich lautstark unterhalten.

    Als wir die Treppe zu unserem nächsten Flieger (dem legendären Absturzflieger Boeing 737 Max) hochlaufen, fällt uns auf, dass das Triebwerk gerade noch halb auseinander gebaut ist und ein einfacher Werkzeugkoffer daneben steht. Immerhin sinds ja noch 30 Minuten bis zum Abflug. Als das Video zur Sicherheitseinweisung abgespielt wird, funktioniert der Ton nicht. Die Flugbegleiterinnen laufen nervös hin und her und müssen die Einweisung schließlich wieder old school manuell machen. Schnell wird der Demonstrationsgurt herausgekramt. Das Anlegen der Schwimmweste wird uns allerdings schon ein bisschen holprig erklärt. Zusammenfassend kann man also sagen, unsere Chance den Flug zu überstehen, liegen bei ca 30% 😂

    Überlebt haben wirs, allerdings mit einer einstündigen Verspätung. In Tansania angekommen sind wir der einzige Flieger weit und breit. Nun hat der Flughafen wirklich was vom Nordendorfer Feuerwehrhaus. Nachdem der deutsche Wetterbericht etwas von 22 Grad gesagt hat, schauen wir ziemlich blöd, als wir bei gefühlten 30 Grad auf dem Vorfeld stehen.

    Nach der Einreise wartet schon unser Guide für die nächsten zwei Wochen mit einem "Karibu = Willkommen" auf uns. Er stellt sich als Mukasi oder Makusi vor, das muss ich die nächsten Tage unbedingt nochmal abklären. Tobi meint er hieß Markus.
    Er spricht tatsächlich deutsch, das haben wir überhaupt nicht erwartet. Seit 2 Jahren lernt er Deutsch und er erzählt uns gleich, wie sehr die Einheimischen auf die Touristen angewiesen sind. Mit unserem Jeep sind wir sehr schnell draußen aus dem Flughafengelände. Alles strahlt und ist saftig grün, viele Hügel ziehen an uns vorbei. Ich hätte viel mehr eine trockene wüstenartige Landschaft erwartet. Auch beim Landeanflug hätte man Tansania auf den ersten Blick wirklich mit dem Allgäu verwechseln können. Ein erstes Kind, das am Straßenrand Holzäste auf dem Kopf balanciert, winkt mir zu. Sehr viele Ziegen und Schafherden werden immer wieder an der Straße vorbei getrieben.
    Wir biegen von der Teerstraße mit vielen Schlaglöchern ab und fahren nun offroad weiter. Ich wusste nicht, was ein Jeep alles mitmachen kann. Irgendwann biegen wir in ein Anwesen ein, unsere Lodge für die nächsten 4 Tage. Tobi und ich können unseren Augen nicht trauen. Wir hätten definitiv nicht mit so einer schönen Anlage gerechnet. Die Bilder sprechen hier für sich 😍
    Wir genießen den Nachmittag ganz alleine auf der Terrasse und hören den vielen verschiedenen Geräuschen zu. Das Abendessen gibt's pünktlich zum Sonnenuntergang auf der Terrasse. Es ist traumhaft!
    Nachdem uns schon beim Essen halb die Augen zu gefallen sind, wird es jetzt definitiv Zeit fürs Bett.
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