• Verena Behringer
  • Verena Behringer

Tansania 🇹🇿

A 15-day adventure by Verena Read more
  • Trip start
    May 1, 2026

    Ab nach Frankfurt

    May 1 in Germany ⋅ ☀️ 23 °C

    Hallo liebe Freunde und Fans der gepflegten Reise-Unterhaltung und an alle tapferen Leser, die sich diesen Reisebericht mehr oder wenig freiwillig geben ;)

    Es ist wieder soweit und es geht nach..... TANSANIA 🇹🇿
    Nach der letzten Reise nach New York wird es nun doch eher wieder ruhiger und ländlicher.

    Unsere erste Herausforderung wird die Anreise mit der Deutschen Bahn nach Frankfurt sein. Sage und Schreibe drei ICEs haben wir als Puffer eingeplant. Das wird ja hoffentlich reichen. Tobi und ich hoffen inständig, dass wir auf unserer Treuekarte für annullierte Flüge keine weiteren Punkte sammeln... Nachdem wir unseren Flug über den Nahen Osten freiwillig storniert haben, haben wir uns mangels Alternative für einen Flug über Äthiopien entschieden. Äthiopien stand jetzt zwar nicht auf Platz 1 meiner Wunschliste für Flugverbindungen, aber was solls. Immerhin fliegen wir mit der besten afrikanischen Airline, das muss ja was heißen 😂

    Überpünktlich starten wir mit dem ICE in Augsburg. Nachdem wir nach anfänglichen Schwierigkeiten endlich unsere reservierten Plätze gefunden haben, tritt mein persönliches Horrorszenario auf. Eine ältere Dame sitzt bereits auf unserem Platz. Nachdem der ICE nun doch relativ voll ist und wir Schwaben unsere gut investierten 10€ der Sitzplatzreservierung nicht einfach verschenken wollen, vertreibt Tobi die Dame charmant von unseren Plätzen. Ein kleines schlechtes Gewissen habe ich ja doch.

    Wer hätte es gedacht, aber wir sind sogar 10 Minuten früher in Frankfurt angekommen. Ich wusste nicht einmal, dass so etwas bei der Deutschen Bahn überhaupt möglich ist. Jetzt haben wir tatsächlich zu viel Zeit am Flughafen.
    Also laufen wir erstmal zu einem Rewe. Wir haben nämlich leider vergessen Mitbringsel für tansanische Schulkinder zu besorgen, nachdem wir auch eine Schule besuchen werden. Und nachdem heute Feiertag ist, konnten wir nicht noch schnell in den heimischen Edeka springen. Tobi und ich diskutieren noch kurz, ob es in einem kleinen City-Rewe am Flughafen wohl Malstifte und Co gibt?

    2 Minuten später die Erkenntnis: Eher schwierig..
    Dass ich die Kinder mit Heftklammern und Post- Its begeistern kann, bezweifle ich.
    Am Ende finde ich doch noch Wachsmalstifte und Kreidefarben. So wie das Design der Verpackung aussieht, liegen die wohl schon seit den 90er Jahren hier rum.
    Trotzdem bin ich mir unsicher, nicht dass die gut gemeinten Geschenke doch nicht gut ankommen oder gar beleidigend sind.
    Nicht ganz zufrieden zeige ich meine Ausbeute Tobi. Er kauft gleich noch eine Stifte Packung hinter her. Mal schauen, wie und ob wir die Stifte verschenken können. Wir fragen am besten unseren Guide vor Ort.

    Der Flughafen ist relativ ruhig und leer. Als wir unsere Koffer aufgeben wollen, finden wir uns mitten in einer Helga/Klaus-Ü65-Reisegruppe wieder, die nervös die einzige Schlange im ganzen Terminal bildet. Anscheinend ist genau vor uns ein großer "Reisebus" angekommen, alle brav mit den gleichen Reiseunterlagen und den gleichen Kofferanhängern. Wir senken den Altersdurchschnitt im Flieger damit deutlich. Ich erfahre, dass die Gruppe nach Namibia weiterfliegen wird.

    Ich traue es mich garnicht auszusprechen, aber bisher verläuft alles nach Plan. Fast schon zu gut. Wie gewohnt, wird Tobi aufgrund seiner Kamera im Handgepäck bei der Sicherheitskontrolle rausgezogen. Charmant zieht er sich aber wieder aus der Affäre.
    Am Gate angekommen, treffen wir wieder auf die Reisegruppe und wissen damit sofort, dass wir richtig sind. Einige sind schon fertig angezogen im Safari-Outfit mit Hut. Hier können wir leider nicht mithalten.

    Wir sagen schon mal gute Nacht und hoffen im morgigen Bericht von einem (hoffentlich) erfolgreichen Flug berichten zu können.
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  • Von Äthiopien nach Tansania

    May 2 in Ethiopia ⋅ ☁️ 21 °C

    5 1/2 Stunden später landen wir in Addis Abeba in Äthiopien. Lustigerweise sind wir genau über Meitingen geflogen.
    Ethiopian Airlines war sowohl bei der Wahl der Einsteigemusik, als auch beim Essen mutig. Hektisches und düsteres Klavierspiel, in einer schrecklichen Lautstärke, die man eher Aktenzeichen XY zuordnen müsste. Das servierte Chicken mit Reis war dermaßen scharf, dass sogar Tobi husten musste und auch noch gleich meine Portion aufessen durfte.

    Als wir im Flughafen stehen und auch einen kurzen Blick auf Addis Abeba werfen konnten, bin ich überrascht. Ich hätte einen Flughafen in der Größe des Nordendorfer Feuerwehrhauses mitten in der Einöde erwartet. Aber alles ist wirklich sauber und modern eingerichtet.
    Also sollte jemand mal einen Flug über Äthiopien buchen, kann er das nun guten Gewissens tun 😂
    Nachdem wir nun noch 5 Stunden überbrücken müssen, versuchen wir am Gate noch ein bisschen zu schlafen. Geweckt werde ich durch drei Chinesen die sich lautstark unterhalten.

    Als wir die Treppe zu unserem nächsten Flieger (dem legendären Absturzflieger Boeing 737 Max) hochlaufen, fällt uns auf, dass das Triebwerk gerade noch halb auseinander gebaut ist und ein einfacher Werkzeugkoffer daneben steht. Immerhin sinds ja noch 30 Minuten bis zum Abflug. Als das Video zur Sicherheitseinweisung abgespielt wird, funktioniert der Ton nicht. Die Flugbegleiterinnen laufen nervös hin und her und müssen die Einweisung schließlich wieder old school manuell machen. Schnell wird der Demonstrationsgurt herausgekramt. Das Anlegen der Schwimmweste wird uns allerdings schon ein bisschen holprig erklärt. Zusammenfassend kann man also sagen, unsere Chance den Flug zu überstehen, liegen bei ca 30% 😂

    Überlebt haben wirs, allerdings mit einer einstündigen Verspätung. In Tansania angekommen sind wir der einzige Flieger weit und breit. Nun hat der Flughafen wirklich was vom Nordendorfer Feuerwehrhaus. Nachdem der deutsche Wetterbericht etwas von 22 Grad gesagt hat, schauen wir ziemlich blöd, als wir bei gefühlten 30 Grad auf dem Vorfeld stehen.

    Nach der Einreise wartet schon unser Guide für die nächsten zwei Wochen mit einem "Karibu = Willkommen" auf uns. Er stellt sich als Mukasi oder Makusi vor, das muss ich die nächsten Tage unbedingt nochmal abklären. Tobi meint er hieß Markus.
    Er spricht tatsächlich deutsch, das haben wir überhaupt nicht erwartet. Seit 2 Jahren lernt er Deutsch und er erzählt uns gleich, wie sehr die Einheimischen auf die Touristen angewiesen sind. Mit unserem Jeep sind wir sehr schnell draußen aus dem Flughafengelände. Alles strahlt und ist saftig grün, viele Hügel ziehen an uns vorbei. Ich hätte viel mehr eine trockene wüstenartige Landschaft erwartet. Auch beim Landeanflug hätte man Tansania auf den ersten Blick wirklich mit dem Allgäu verwechseln können. Ein erstes Kind, das am Straßenrand Holzäste auf dem Kopf balanciert, winkt mir zu. Sehr viele Ziegen und Schafherden werden immer wieder an der Straße vorbei getrieben.
    Wir biegen von der Teerstraße mit vielen Schlaglöchern ab und fahren nun offroad weiter. Ich wusste nicht, was ein Jeep alles mitmachen kann. Irgendwann biegen wir in ein Anwesen ein, unsere Lodge für die nächsten 4 Tage. Tobi und ich können unseren Augen nicht trauen. Wir hätten definitiv nicht mit so einer schönen Anlage gerechnet. Die Bilder sprechen hier für sich 😍
    Wir genießen den Nachmittag ganz alleine auf der Terrasse und hören den vielen verschiedenen Geräuschen zu. Das Abendessen gibt's pünktlich zum Sonnenuntergang auf der Terrasse. Es ist traumhaft!
    Nachdem uns schon beim Essen halb die Augen zu gefallen sind, wird es jetzt definitiv Zeit fürs Bett.
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  • Entspannung in Arusha

    May 3 in Tanzania ⋅ ☁️ 26 °C

    Um 7:30 Uhr klingelt der Wecker. Wir haben tatsächlich 11 Stunden geschlafen und fühlen uns trotzdem immer noch lätschig.
    Als ich die Vorhänge aufziehe, ist es bewölkt und es nieselt. Schade, ich wollte eigentlich an meiner Bräune arbeiten.
    Ich sehe, dass direkt unterhalb der Terrasse ein paar große Hinterlassenschaften von Tieren herum liegen. Mit meinen Spurenlesefähigkeiten stelle ich fest, das muss ein größeres Tier sein. Chat-Gpt ist schnell gefragt und es handelt sich wohl um Gazellen oder Antilopen. Wäre ja schon toll, wenn die sich auch tagsüber her trauen würden 🥹
    Wir gehen zum Frühstück und sind wieder alleine. Ein anderes Pärchen sehen wir zwar noch vorbei laufen, ansonsten sind wir glaube ich die einzigen in der Lodge.
    Während des Frühstück werden wir leider Zeuge eines brutalen Naturschauspiels.
    Zwei blau/orange Vögel, die ich eigentlich sehr süß fand, machen sich am Sonnenschirm zu schaffen. Wir erkennen, dass sie ein Nest plündern und gerade das zweite Vogelbaby aus dem Nest werfen und zerrupfen. Wie war das mit dem Circle of Life und man solle nicht eingreifen...? 🥹🥹
    Nachdem nun auch das dritte Vogelbaby aus dem Nest geworfen wurde und herzzerreißend schreit, greift Vogelretter Tobi ein. Zusammen mit einem Lodge Mitarbeiter setzt er das Baby wieder ins Nest. Hoffentlich verzeiht uns der Circle of Life.
    Wir bekommen noch ein kurzes Briefing von einer jungen Frau namens Asiya zum allgemeinen Ablauf unserer Reise. Mittlerweile scheint auch wieder die Sonne. Sie ist überrascht, dass ich im Kleid da sitze, sie friert es zu dieser Jahreszeit. Wir können uns auf viele tolle Erlebnisse freuen, versichert sie uns. Dadurch dass wir am Ende der großen Regenzeit in Tansania sind, soll die Landschaft einzigartig sein. Tobi geht gleich in die Vollen und erzählt, dass er mindestens einen Leopard sehen will. Ich wünsche mir eine Giraffe 😂
    Heute ist noch ein freier Tag ohne Aktivitäten und wir haben quasi den ganzen Tag zum Entspannen. Für Urlaubs-ADHSler Tobi ist dies eine große Herausforderung.
    Während wir am Pool liegen, hüpfen unzählige bunte Vögel an uns vorbei, die wir analysieren und damit schon zu Vogelkundlern werden.
    Tobi übt schon mal ein paar Kamera Einstellungen und für ein paar Minuten darf sogar ich die Kamera haben - unter nervösen Blicken.
    Es riecht leicht nach Lagerfeuer, da das Wasser im Boiler mit Holz befeuert wird. Dazu die vielen Geräusche der Vögel und das Zirpen der Grillen, geben ein tolles Ambiente ab.
    Gerade als ich mich frage, ob ich einen leichten Sonnenbrand habe, fängt es an zu tröpfeln. 3 Sekunden später schüttet es was das Zeug hält.
    Und ja ich habe wirklich einen gscheiden Sonnenbrand. Obwohl ich mich komplett eingecremt habe (Ja Mama wirklich 🥹).
    Kurz bevor wir zum Abendessen gehen und ich immer noch rätsel wie ich mir diesen Sonnenbrand eingefangen habe, ruft Tobi ich soll ganz langsam ans Fenster kommen. Eine kleine Zwergantilope (auch Dikdik genannt) frisst vor unserer Terrasse.
    Zum Abendessen gönnen wir uns einen tansanischen Wein zu unserem Linsen Curry. Als Nachspeise gibt es die lokale Spezialität "Mandazi", die uns ein bisschen an Oma's Kiachla erinnern.

    Folgendes Swahili Vokabular bekommen wir noch als Hausaufgabe auf:

    Jambo Jambo = Hallo
    Asante Sana = Danke
    Lala Salama = Gute Nacht
    Hakuna Matata = (wir wissen es alle 😉 -> keine Sorge )
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  • Markt- und Schulbesuch

    May 4 in Tanzania ⋅ ⛅ 24 °C

    Als der Wecker klingelt, ist es fast noch dunkel. Heute geht es in die nahe gelegende Stadt Arusha zu einem lokalen Markt. Da man aufgrund der Straßenverhältnisse nur langsam fahren kann, braucht man fast 45 Minuten für die Strecke. Daher treffen wir uns mit unserem Guide schon um 7:30 Uhr.
    Gemäß deutscher Natur sind wir natürlich pünktlich abfahrbereit und warten. Kein Guide weit und breit. Wir zwingen uns beide zu mehr Gelassenheit, in Afrika ticken die Uhren bestimmt ein bisschen langsamer.
    15 Minuten später wundern wir uns doch ein wenig und Tobi schaut auch außerhalb der Lodge nach. Jap, da steht unser Guide. Man hat vergessen uns auszurichten, dass er außerhalb auf uns wartet.
    Mit einem schnellen "Hakuna Matata" ist das Ganze auch schon erledigt und wir fahren los.
    Neben der Straße sind viele Menschen zu Fuß unterwegs. Die meisten laufen mehrere Kilometer zu Fuß zur Arbeit, wird uns gesagt. Das Benzin ist teuer, dadurch bleibt oft keine Alternative. Unser Guide schwärmt schon fast von Deutschland und meint "In Deutschland ist alles so schnell und perfekt. In Tansania gibt es nur wenig Regeln".
    Aber er erzählt uns auch, dass Tansania ein sehr fruchtbares Land ist und die Menschen immer irgendetwas zu essen hätten. Viele sind Bauern und bauen alle Lebensmittel selbst an. Auch eine Kuh wird oftmals pro Familie gehalten.
    Weil es mich natürlich interessiert frage ich nach dem Gesundheitssystem und der Krankenversicherung. Tansanier mit "guten" Arbeitgebern, wie z. B. der Regierung, haben eine Krankenversicherung. Er selbst könnte über seinen Arbeitgeber zumindest eine Krankenhausversicherung abschließen. Er lacht und sagt, dass er sich das Geld lieber spart und auf die Versicherung verzichtet. Was solle schon passieren. Ich lächle tapfer 🥲

    Als wir mitten in Arusha angekommen sind, wird es wuselig. Sehr viele Menschen sind unterwegs. Im Vergleich zu Asien wird auf den Straßen allerdings sehr wenig gehupt.
    Wir werden an einen lokalen Guide übergeben, der sich auf dem großen Markt auskennt. Ich glaube, dass wir ansonsten auch gar nicht rein kämen. Es sind weit und breit keine anderen weißen Menschen zu sehen. Ab und zu hören wir schon wie uns "Muzungu" nachgerufen wird. Das ist die Bezeichnung für weiße Menschen bzw. Europäer. Nachdem auf dem Markt wirklich sehr viel los ist, fühl ich mich teilweise fehl am Platz. Die Menschen schauen uns eher kritisch an, ab und zu werden wir aber trotzdem freundlich angewunken und begrüßt. Ich gebe mir sehr große Mühe den Einheimischen nicht im Weg zu stehen. Bevor wir ein Foto schießen, fragen wir um Erlaubnis. Unser Markt-Guide spricht immer wieder kurz mit den Leuten an den Marktständen. Vermutlich erzählt er ihnen, dass sie die komischen Europäer einfach ignorieren sollen und wir gleich wieder weg sind.
    Von Gemüse, Obst, Nüssen, getrockneten Fischen bis hin zu Küchenutensilien und Schuhe kann man alles kaufen. Wir dürfen an Teeblättern und verschiedenen Knollen und heimischen Gewürzen riechen, deren Namen ich alle schon wieder vergessen habe.
    Auch eine Art Kreidestein wird mir angeboten, den anscheinend - wenn meine Übersetzung richtig war- schwangere Frauen in Tansania täglich zerbröseln und trinken. Es soll Schwangerschaftsbeschwerden lindern.
    Die angebotenen Schuhe machen mich nachdenklich. Es sind alles Schuhe aus Europa, die von uns aussortiert wurden und hier quasi neu verkauft werden. Riesige Berge an Schuhen werden aufgetischt und man kann einfach drin herum wühlen. Jetzt gerade fühle ich mich ziemlich als "weiße reiche Frau" und weiß nicht so recht, wie ich mich verhalten soll.
    Der Markt-Guide fragt mich, ob unser Markt in Deutschland auch so aussieht.

    Nach einer Stunde verlassen wir den Markt wieder und besuchen eine Grundschule. Es nieselt leider. Der Pausenhof ist leer, da gerade Unterrichtszeit ist. Trotzdem winken aus den Klassenzimmern überall begeistert Kinder, sobald sie uns entdecken.
    Wir gehen in das Büro der Rektorin, die einen strengen Eindruck macht. Ca 350 Kinder gehen auf die Schule, von der ersten bis zur 7. Klasse. Sie begleitet uns zu einer ersten Klasse und wir schauen kurz herein. Mindestens 30 Kinder stehen in einem bunten Klassenzimmer und singen auf Swahili "Guten Morgen Frau Rektorin". Obwohl die Schule von außen eher trist wirkt, ist es innen hell und bunt. Es wird ein Lied für uns angestimmt und irgendwann erkenne ich, dass es um A, E, I, O, U geht. Ein Junge darf nicht mitsingen und schreibt stattdessen etwas in ein Heft. Tobi vermutet er musste eine Strafarbeit schreiben. Wir geben unsere Malstifte ab (es hat sich gelohnt!!) und die Kinder drängeln sich drum herum. Die Rektorin übersetzt, dass die Kinder uns "We love you" zurufen. Was für eine schöne Begegnung 🥹

    Wir machen uns wieder auf den Heimweg und kurz bevor wir zu unserer Lodge einbiegen, stehen zwei Zebras auf der Straße 😍
    Ganz entspannt laufen sie zur Seite und lassen sich nicht stören.
    Zum Mittagessen gibt es ein tatsächlich gutes Schnitzel und wir verleihen den Titel "Bestes Schnitzel außerhalb Europas".
    Nachdem ich von den nahen Zebras immer noch begeistert bin, entscheiden wir uns nochmal für einen Spaziergang.
    Wir spazieren den Weg zurück und siehe da, sie grasen immer noch. Wie hübsch sind eigentlich Zebras? 😍 Auch ein Gnu und ein paar Affen springen herum.

    Zurück in der Lodge tauschen wir auf der Terrasse Bilder aus und auf einmal kommen zehn Pferde aus dem Gebüsch, die an der Wasserstelle trinken und baden. Drei Pferde machen auch einen kurzen Abstecher zu unserem Zimmer.
    Wir werden bereits vorgewarnt, dass wir die Lodge gleich nicht mehr für uns alleine haben und eine Reisegruppe mit 11 Personen ankommt. Immer diese Touristen.... 😉
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  • Die erste Safari wartet

    May 5 in Tanzania ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute geht es zu unserer ersten Safari in den Arusha Nationalpark. Es ist ein "kleiner" Nationalpark mit der Besonderheit, dass das meiste Gebiet aus Wald besteht und die Tiere dadurch schwerer zu finden sind. Vorallem sind dort Zebras und Giraffen zu sehen. Es gibt zwar ein paar Elefanten, allerdings sollen wir uns keine Hoffnungen zu machen, diese zu sehen. Sie verstecken sich am liebsten im Dickicht. Der Park eignet sich daher perfekt als Auftakt der Safaris.

    Unser Guide Musaki (ich habe nochmal nach dem Namen gefragt) erzählt uns auf der Fahrt, dass viele junge Tansanier an Krankheiten sterben, wie z. B. Diabetes. Er fragt mich, ob in Deutschland auch viele Menschen an Diabetes sterben. Ich erzähle von unseren Möglichkeiten in Deutschland und unseren Medikamenten. Musaki erzählt, dass sein Vater Diabetes habe und sie lediglich jeden Tag ein Gebet zur Besserung sprechen.

    Wir fahren an einigen Kaffeplantagen vorbei und sind recht schnell auch schon am Nationalpark angekommen. Es regnet mal wieder. Wir kommen an eine freie Fläche außerhalb des Waldes, wo sich Zebras und Büffel sammeln. Der Platz wird "kleine Serengeti" genannt. Die Tiere sind von weitem zu erkennen. Dank Tobi s Kamera sind aber trotzdem ein paar schöne Foto s entstanden. Mit meinen Handy Bildern könnte ich heute niemanden umhauen 😂
    Es geht steil bergauf mitten im Wald und mich erinnert das Ganze eher an eine Dschungeltour. Ich bin genervt vom Regenwetter und stelle mich auf einen langen und zähen Tag ein, wenn sich die Tiere alle verstecken. Durch die offenen Jeep Fenster riecht es nach Erde, feuchtem Holz, Wald, nassem und frischem Gras.
    Oben angekommen wollte uns Musaki eigentlich den Ausblick auf einen Krater zeigen, nachdem der Nationalpark aus mehreren Kratern besteht. Wir sehen aber nichts außer Nebel.
    Ich denke an unsere Kanutour, die in 2 Stunden vermutlich im Regen startet und bin sehr demotiviert.
    Wir fahren den Berg wieder herunter und werden im Jeep durchgeschüttelt. Und tatsächlich wird es langsam heller und die Wolken weniger.
    Von da an nimmt unsere Glückssträhne ihren Lauf.
    Wir kommen zuerst an ein paar Pavianen vorbei, die am Wegesrand sitzen und sich gegenseitig die Flöhe aus dem Fell sammeln. Durch uns lassen sie sich überhaupt nicht stören.
    Als der Wald weniger dicht wird und wir eine schöne Aussicht bekommen, schreie ich "Elefanten". Musaki hat mir zuerst nicht geglaubt. Aber tatsächlich ist eine kleine Herde unterwegs, gleich daneben grasen ein paar Giraffen und Zebras. Es ist ein unglaublicher Anblick und ich kann es immer noch nicht glauben.
    Wir fahren weiter zu einem See und steigen in ein Kanu ein. Die Sonne scheint mittlerweile und ich freue mich auf die Tour.
    Tobi und unser Kanu-Guide Allan paddeln und ich darf einfach mitfahren. Vom Wasser aus können wir ebenfalls ein paar Tiere beobachten, z. B. viele Vögel, 3 Büffel und Impala's die am Ufer stehen.
    Allan bringt mir ein paar Wörter aus König der Löwen bei.
    Simba=Löwe
    Pumba=Unsinn
    Rafiki=Freund
    Als wir auf der anderen Seite des Sees angekommen sind, sehen wir in der Ferne wieder ein paar Giraffen zwischen den Bäumen. Allan erzählt, dass das Muster jeder Giraffe einzigartig und damit wie ein Fingerabdruck sei. Es sieht sehr lustig aus, wie die Köpfe teilweise aus dem Gebüsch rausspitzeln.
    Als wir unseren Kanu-Ausflug beendet haben, fahren wir mit Musaki zu unserem Plätzchen für die Mittagspause. Wir haben ein Lunchpaket von der Lodge mitbekommen.
    An einem einsamen Plätzchen mit einer tollen Aussicht, freuen wir uns aufs Mittagessen. In unserer Lunchbox kommt u.a. Spaghetti Bolognese zum Vorschein, die tatsächlich auch super schmeckt 😂 Dass die Lunchboxen den ganzen Vormittag ungekühlt auf dem Beifahrersitz standen, ignorieren wir jetzt mal.
    Mukasi erzählt, dass europäisches Essen so lecker sei und dies auch in Tansania immer mehr übernommen wird.
    Ich frage ihn, wie oft er seine Familie sieht. In der Hochsaison schläft er pro Monat maximal 3 Nächte zuhause. Er beteuert, wie froh er aber über diese gute Arbeit sei.
    Auf unserer Rückfahrt laufen uns noch 3 Pumbas über den Weg. Nachdem die Einheimischen zu den Warzenschweinen auch nur Pumbas sagen, mache ich das jetzt auch.
    Mama, Papa und Baby Pumba fressen vor sich hin. Tobi versucht weiterhin die Tiere wie eine Katze anzulocken, natürlich erfolglos.
    Nach einer erfolgreichen ersten kleinen Safari -mit kleinen Wetter-Startschwierigkeiten- sind wir gespannt, wie es die Tage weiter geht.
    Zum Abendessen gibt es ein super leckeres Rinderfilet, wir vermissen den Koch jetzt schon.
    Morgen reisen wir ab.
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  • Zwischen Massai und Giraffen

    May 6 in Tanzania ⋅ ☁️ 29 °C

    Jambo Jambo und auf in den neuen Tag.
    Nachdem ich mir zum Sonnenbrand auch noch eine Sonnenallergie geholt habe und es mich seit 3 Tagen juckt und kratzt, eröffnet mir nun Tobi nebenbei er hätte ja eine Salbe dabei.
    Es wäre fast zu einer Beziehungstat gekommen und das noch vor dem Frühstück.
    Wir verlassen unsere wunderschöne erste Lodge. Tobi wird vorallem den Manager Francis vermissen, da er ihn fast stündlich mit der Frage "Alles gut Tobi?" verfolgt hatte. Zuletzt wollte Tobi das Zimmer nur noch durch die Hintertür verlassen 😂
    Wir fahren an vielen Schulkindern vorbei, die auf den Schulbus warten. Wir haben gestern schon gesehen, dass die Schulbusse rappelvoll sind und die Kinder quasi schon gestapelt werden. Mindestens 5 oder 6 Kinder hocken in einer Sitzreihe. Sie winken uns durchs Fenster.
    Auch eine Bus-Fahrschule fährt zeitweise mal vor uns. Unterschied zu Deutschland: Es werden trotz Fahrschule ganz normal Personen mitgenommen,die sich alle in den Bus hinein quetschen. Der arme Fahrschüler.

    Als würden wir über eine unsichtbare Linie fahren, ruft Musaki auf einmal "Ab hier leben die Massai". Und er hatte Recht. Die Landschaft wird auf einmal sehr weitläufig und überall tauchen Massai hinter den Büschen oder am Wegesrand auf, die meisten mit kleinen Kuh- oder Ziegenherden. Unverkennbar durch ihr bunt-karriertes Gewand und einen Holzstock in der Hand. Ein junger Massai Mann putzt gerade hinter einem Busch Zähne und winkt mir überraschend zu. Da die Kinder der Massai nicht zur Schule gehen, sehen wir viele von ihnen ebenfalls als Hirten. Immer wieder spitzeln die runden Lehmhütten der Massai hervor.

    Wir machen Halt an einem noch kleineren Wildlife-Park als gestern. Es ist kein offizieller Nationalpark. Die Landschaft ist schon ein bisschen trockener als gestern und der Geruch erinnert mich an den Garten vom Ferienhaus am Gardasee. Es riecht nach Kräutern, Blumen und Bäumen und vieles blüht. Wir sehen viele Giraffen, die immer wieder in kleineren Grüppchen zusammenstehen. Den ganzen Tag über sehen wir nur einen einzigen anderen Safari Jeep, da der Park noch sehr unbekannt ist. Zwei kleine Giraffen schauen uns dermaßen verdutzt an, dass es vermutlich nicht nur für uns eine Safari ist. Wir sehen noch Zebras, die sehr frech aus dem Gebüsch schauen, ein paar Kudus, Impalas, Perlhühner, den Hornvogel Zazu von König der Löwen und meterhohe Termitenhöhlen.
    Zum Mittagessen gibt es wie gestern ungekühlten Reis und die Rinderfiletstreifen von gestern. Dazu einen tollen Ausblick über das Reservat.

    Wir fahren noch 2 Stunden weiter zu unserem Camp. Wir bleiben eine Nacht, da wir nur auf der Durchreise zum nächsten großen Nationalpark sind. An uns ziehen riesige Sonnenblumen- und Maisfelder vorbei. Im Hintergrund verläuft eine Stromtrasse und kurz könnte man meinen, wir wären in Deutschland. Wir erwarten eine einfache Unterkunft und staunen daher nicht schlecht, als wir in unser eigenes Zelt-Bungalow auf Stelzen geführt werden. Wir haben einen super Ausblick auf den Lake Manyara. Beim Abendessen wird am Nachbartisch nach der Übertragung des FC Bayerns Spiel gefragt. Der Kerl wird mit großen und fragenden Augen angeschaut. Damit sagen wir Lala Salama.
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  • Tarangire Nationalpark

    May 7 in Tanzania ⋅ ☁️ 28 °C

    Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker. Während wir frühstücken, geht langsam neben uns die Sonne auf. Da der heutige Nationalpark "Tarangire "groß ist (nämlich so groß wie komplett Luxemburg), starten wir früh um so viel wie möglich zu sehen. Besonders Elefanten fühlen sich hier sehr wohl. Auch ein paar Löwen gibt es rein theoretisch, die aber nicht so häufig zu sehen sind wie in der Serengeti.
    Als wir um 06:45 Uhr vor der Schranke am Eingang des Parks stehen, ist da aber niemand. Wir warten gut 15 Minuten, bis sich doch noch jemand findet der uns die Schranke öffnet und die Genehmigung zur Einfahrt erteilt. Nachdem noch Nebensaison ist, dachte niemand dass tatsächlich schon so früh Touristen kommen.
    Pale Pale ist angesagt (=langsam).

    Es dauert nicht lange und wir finden uns ins einer Elefantenherde wieder. Zuerst sind es nur ein paar Elefanten. Dann entdecken wir immer mehr, die zwischen Büschen versteckt Gräser abrupfen. Ein erster Elefant überquert den Weg vor uns und so langsam macht es der Rest ihm nach. Ein Elefant nach dem anderen läuft vor und hinter uns vorbei. Ein paar Sekunden bleiben sie neben uns stehen und beobachten uns. Dann laufen sie weiter. Fast eine halbe Stunde beobachten wir das Ganze.

    An den vielen riesigen Affenbrotbäumen geht es vorbei durch das Gelände. Viele Blumen blühen zwischen den Gräsern. Die Wege bekommen immer wieder eine rote lehmige Farbe. Musaki zeigt uns ein paar Pfotenabdrücke von einer Löwin mit Jungen. Und tatsächlich finden wir 10 Minuten später eine Löwin mit 2 Jungen, sie schlafen und dösen in einem Baum.
    Ein Junges beobachtet uns immer wieder und scheint sehr neugierig zu sein. Nach einer halben Stunde lässt die Löwin ihre Babys alleine und springt vom Baum. Sofort ist sie nicht mehr zu erkennen in den hohen Gräsern.

    Wir sehen Pumbas, Giraffen, Hornvögel und auch Vogelsträuße. An die Sträuße habe ich überhaupt nicht gedacht, dass die hier leben. An unserem Mittagsplätzchen haben wir wieder eine tolle Aussicht auf die grüne Landschaft. In 1-2 Monaten wird alles ausgetrocknet sein und ich versuche mir das vorzustellen. Musaki erzählt wie er deutsch gelernt hat. Er war mit 40 Klassenkameraden nebenzu in einer Sprachschule. Die Sprachschule beendet haben allerdings nur 6. Er erzählt, dass die Einheimischen uns Europäer sehr interessant finden und uns gerne beobachten, vorallem unsere Kleidung und die neuen Schuhe. Einheimische, die keine weiteren Berührungspunkte mit den Europäern haben, denken dass wir unser Geld zuhause haufenweise herumliegen haben. Musaki weiß, dass das nicht so ist. Er beneidet uns, dass wir verreisen können und freut sich aber darüber, dass er schon einmal Kenia besuchen konnte. Tobi erzählt ihm, wie es in anderen afrikanischen Ländern aussieht (z. B. in Uganda). Das ist irgendwie verrückt.

    Als wir weiter fahren, kommen wir sehr schnell an ein größeres Matschloch, in dem ein kleiner LKW feststeckt. Es lagen eigentlich Äste und Blätter vor dem Loch, das Zeichen das Loch zu umfahren. Es wurde anscheinend nicht gesehen. Musaki hilft beim Abschleppen und kurz haben wir Angst, dass nun auch wir gleich im Schlamm feststecken.
    Kurze Zeit später steht ein einzelner Elefant am Wegesrand und als er nur noch 2 Meter weit weg war, ist es mir sogar ein kleines bisschen mulmig geworden. Kurz darauf ruft Tobi nochmal "Löwe" und direkt über uns liegt wieder eine Löwin im Baum. Zum Schluss sehen wir nochmal eine Elefantenherde mit einem kleinen Baby. Es ist noch so klein, dass es gerade so aus den Gräsern hervorspitzelt.
    Wir hatten sehr großes Glück, dass die Tiere so nah zu sehen waren und wir auch tatsächlich Löwen gefunden haben😍

    Nun versuchen wir den positiven Schock der neuen Unterkunft zu verdauen, denn der Ausblick ist der Wahnsinn!
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  • Mit dem Fahrrad durch Mto war Mbu

    May 8 in Tanzania ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir sind immer noch hin und weg von unserem Hotel am Hang. Den riesigen "Graben" den wir sehen können, ist 6000 km lang und verläuft durch mehrere andere afrikanische Länder. Eigentlich wäre heute ein freier Tag, aber nachdem uns auch ein freier Nachmittag reicht, haben wir uns für eine Fahrradtour am Vormittag entschieden.
    Mit dem Fahrrad geht es durch das Dorf Mto wa Mbu, welches unterhalb des Berges liegt.
    Anton ist unser Guide. Als ich ihm sage, dass sein Name auch in Bayern verwendet wird, schaut er ganz begeistert. Sogar den FC Bayern kennt er.
    Wir bekommen unsere Fahrräder und für Tobi ist es mehr ein Kinder Fahrrad. Nach einem kurzen Bremsen Test (sie funktionieren nicht) geht's auch schon los.
    Wir fahren ein paar Meter im Dorf und die Einheimischen schauen uns hinterher. Wir kommen zu großen Reisfeldern. Während wir dort entlang fahren, riecht es bereits nach gekochtem Reis. Anton erklärt uns ein bisschen was über die Ernte, alle 6 Monate kann der Reis geerntet werden. Die Arbeit wird fast nur von Frauen erledigt. Ein paar Männer helfen nur, falls es zu schwere Säcke zum Tragen gibt.
    Wir halten beim lokalen Markt auf dem es deutlich entspannter zugeht als in Arusha. Ich stelle mein Verhandlungsgeschick unter Beweis und konnte ein Armkettchen um 1 Dollar herunterhandeln (ich glaube der Verkäufer lacht immer noch). Wir kommen am Schlacht-Häuschen vorbei und Anton erklärt stolz, wie frisch das Fleisch ist. Von den großen Fleischstücken tropft nämlich noch das Blut. In der Schwüle und bei diesem Anblick, merke ich gleich meinen Kreislauf. Schnell gehe ich wieder zu den Gemüseständen.

    Als nächstes zeigt uns Anton eine Bananenplantage und wir stehen mitten in den grünen Stauden. Sogar rote Bananen gibt es hier. Er erzählt, dass in Afrika jeden einzelnen Tag Bananen gegessen werden. Mich überrascht, dass die Pflanze nur ein einziges Mal Früchte trägt und dann nicht mehr verwendet werden kann. Macht aber nichts, denn es gibt immer Nachschub von kleinen Pflanzen. Fast schon zu viel.
    Zum Schluss stehen wir noch in einer kleinen Outdoor Kunstgallerie im Grünen. Hier können Kinder am Wochenende zum Malen herkommen und ihnen werden verschiedene Techniken beigebracht.

    Wir fahren begleitet von ein paar Hunden zurück ins Dorf und halten bei einer kleinen Hütte. Wir bekommen noch ein lokales Bananen Bier zum Probieren. Als uns die ernst aussehende Mama dieses bröselige Getränk hinstellt (das Bier zu nennen wäre für einen Bayer doch zu viel), weiß ich schon, dass ich es nicht trinken werde. Die Einheimischen brauen aus Bananen und Hirsemehl ihr eigenes Bier, das man auch nirgends kaufen kann. Wundert mich jetzt auch nicht wirklich. Es wird immer aus nur einem Becher getrunken, da man es mit seinen Freunden teilt. Gibt es unter den Einheimischen Streit, wird zusammen mit dem Dorfältesten das Bananenbier getrunken und der Streit ist vergessen. Bei Hochzeiten muss der Brautvater viele viele Liter brauen und zur Verfügung stellen. Man braucht übrigens mindestens 5 große Becher pro Person um leicht betrunken zu werden.
    Tobi ist tapfer und nimmt 2 Schlücke. Vor dem Trinken muss man pusten um den gröbsten Schaum weg zu bekommen. Ich rieche mal dran und das reicht mir vollkommen.
    Wir dürfen noch ein Blick in die Küche werfen und spätestens jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob Tobi das überleben wird. Sehen wir dann spätestens morgen.
    Zurück am Swimmingpool mit 2 kühlen (richtigen) Bier stellen wir fest, dass der Tag heute gegensätzlicher nicht hätte sein können
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  • Mit Mama Gepard auf Jagd

    May 9 in Tanzania ⋅ ⛅ 29 °C

    Heute steht uns ein langer Tag im Jeep bevor. 3 Tage Serengeti liegen vor uns. Um diese zu erreichen müssen wir noch durch das Ngorongoro Schutzgebiet, welches unser letzter Stopp auf unserer Rückreise sein wird. Wir genehmigen uns trotzdem einen kurzen Halt am Aussichtspunkt für einen Blick auf den Krater. Wir fahren weiter durch endlose Berglandschaften, die unglaublich schön sind. Immer wieder kommen Massai Dörfer zum Vorschein. Kritisch schaut uns so mancher Massai hinter her, andere wollen dass wir anhalten. Von weitem sehen wir auch eine Elefantenherde in den gelb/grünen Wiesen.
    Nach 4 Stunden Fahrt kommen wir zur Grenze der Serengeti (übrigens so groß wie Thüringen) . Wir fahren kurz offroad hinein und vor uns liegen endlose grüne Steppen. Die kleinen schwarzen Punkte die in allen Himmelsrichtungen zu sehen sind, sind tausende von Zebras und Gnu`s. Viele Zebras stehen in Grüppchen herum, die Köpfe gegenseitig auf den Rücken abgelegt. Auch viele Zebrababys sehen wir 😍
    Als wir nochmal zur "Hauptstraße" zurückkehren, staunen wir nicht schlecht. Zwei männliche Löwen liegen neben dem Straßenrand!! Das hätte ich jetzt wirklich beim besten Willen nicht geglaubt, fahren doch einige Autos auf dieser Straße. Leider verstecken sie sich relativ schnell hinter dem nächsten Busch zum Mittagsschlaf.
    Nach unserem Mittags Picnic geht es richtig rein in die Serengeti. Bis zu unserem Camp in 5 Stunden sehen wir keine Zivilisation mehr. Wie Musaki die Orientierung nicht verliert, ist mir ein Rätsel. Wir kommen an Felsformationen vorbei, die mich schon wieder an König der Löwen erinnern. Mindestens 5 Löwinen oder Junge sonnen sich auf den Felsen.
    Und auf einmal sehen wir einen Gepard sitzend im Gras. Die Kulisse sieht dermaßen unecht aus, dass wir nochmal drauf hinweisen möchten, dass wir wirklich in keinem Zoo sind 🥹 Als wir uns nähern legt er sich hin und döst. Nach ein paar Minuten steht er wieder auf und zieht langsam an uns vorbei. WOW 😍
    Auch Hyänen und Geier sehen wir, die um einen Kadaver kreisen. Wir können damit die Ugly Five abschließen, leider noch nicht die Big Five.

    Als wir uns auf den Weg zur Lodge machen wollen, werden wir Zeuge eines Naturschauspiels. 5 kleine Gepardenbabys sitzen im Gras, ein paar Meter weiter weg lauert Mama Gepard. Sie hat ein kleineres Gnu im Visier, das keine Ahnung hat, was ihm droht.
    Wir beobachten die Jagd. Die Gepardin schleicht sich immer weiter an das Gnu heran. Die Kleinen warten geduldig im Gras. Relativ schnell geht sie zum Angriff über. Kurz schreit das Gnu und dann ist auch schon nichts mehr zu hören. (Wer das Jagd Video anschaut, sorry für das Kamera Klicken von Tobi. Die Bilder sind leider auch noch unscharf geworden 😂)
    Nach ein paar Minuten hören wir eine Art Miauen und schon stürmen die Gepardenbabys zu ihrer Mama los wie Hundewelpen. Nun liegen alle um das Gnu herum und fressen immer wieder abwechselnd.
    Wahnsinn wie viel Glück wir haben, um so etwas zu sehen 🥹

    Wir fahren zwei weitere Stunden bis wir in unserem Camp ankommen. Wir haben unser eigenes Glamping Zelt mitten in der Serengeti. Von unserem Bett aus sehen wir grasende Zebras und können den Sonnenuntergang beobachten. In der Dunkelheit dürfen wir das Zelt nur mit Security Mann verlassen, weil wir halt doch mitten in der Natur sind. Mal schauen welche Tiere bei uns vielleicht noch Vorgarten stehen werden. Als wir vom Abendessen wieder zurückgebracht werden, hören wir schon das Kichern der Hyänen. Gruselig!
    Jetzt gerade schreibe ich den Reisebericht und auf einmal hören wir das laute Knurren von einem Löwen, als würde er unter meinem Bett liegen. Und jetzt hab ich ja mal sowas von Angst Leute 🆘
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  • Löwen Löwen und nochmals Löwen 😍

    May 10 in Tanzania ⋅ ⛅ 26 °C

    Nach einer Nacht voller Hyänen, Elefanten und Löwen Geräusche steht für uns der zweite Tag in der Serengeti an. Nachdem außer Tiere beobachten ansonsten nicht viel passiert ist, hier eine Auflistung was wir alles gesehen haben:

    - im Matsch liegende Hyänen (als Sonnenschutz), die man auch sehr schnell auf dem Weg übersieht
    - viele Löwinen die sich auf den Felsen sonnen
    - ein männlicher Löwe der ein Gnu erlegt hat
    - eine Gepardin mit Jungen die an einem Gnu frisst
    - ein Leopard im Baum, wodurch uns jetzt nur noch das Nashorn für die BigFive fehlt (ich habe wieder mal keine Ahnung wie Musaki den Leopard entdeckt hat)
    - einen trinkenden Gepard
    - Zebra und Gnuherden, bereits als Beginn der großen Tierwanderung. 1,5 Millionen Gnus und eine halbe Million Zebras ziehen ab Mai von Tansania nach Kenia.
    - ein Löwengeschwisterpaar, die miteinander spielen und sich mal wieder zeigt: Katze ist einfach Katze
    - eine Elefantenwanderung
    - einen so kaputten Bus, dass wir uns wundern wie der überhaupt noch fahren kann

    Wir kommen fix und fertig um 17 Uhr wieder zurück zur Lodge. Ja wir hätten auch nicht gedacht, dass man von der Safari tatsächlich so k.o. sein kann. Vor uns grasen ein paar Gazellen im Sonnenuntergang.
    Beim Abendessen sitzen am Nebentisch zwei Asiatinnen, die so unhöflich sind, dass ich mich am liebsten bei den Bediensteten entschuldigt hätte. Zum Glück war mein Margarita so dermaßen stark, dass ich mich nicht weiter aufrege.
    Mit vielen neuen Tierbildern geht's ab ins Bett 😊
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  • Serengeti 3/3

    May 11 in Tanzania ⋅ ⛅ 27 °C

    Unser letzter Tag in der Serengeti steht an. Als wir losfahren verwirrt Tobi erstmal den armen Musaki in dem er kurz das Hochdeutsch vergisst und ihm ein "Kömma gschwind o halda" raus rutscht.
    Musaki meint wir schauen heute nach Mto Mto (Moto Moto). Mit meinen hervorragenden Swahili Sprachkenntnissen übersetze ich das als Flusspferde.
    Wir fahren durch endlose Landschaften in eine andere Richtung als gestern. Es sind weniger Tiere unterwegs. Als nach 2 Stunden immer noch nichts wirklich spannendes passiert ist, werde ich schon langsam demotiviert und überlege, ob der Eiskaffee im Camp wohl trinkbar ist.
    Ich freue mich als wir an einer großen Elefantenherde vorbei kommen. Das nutzen wir gleich mal um ein Geburtstagsvideo für Oma zu drehen. Musaki ist ganz begeistert und meinte, ich könnte Reporterin werden. Ich behalte mir das mal im Hinterkopf für schlechte Zeiten 😂

    Nachdem wir nichts als Wiesen und noch mehr Wiesen sehen, zweifle ich so langsam an meiner Flusspferd Übersetzung.
    Auch die nervigen Tse Tse Fliegen werden wieder mehr, die leider gefährliche Krankheiten übertragen und man sich nicht wirklich davor schützen kann. Mit Fliegenklatschen aus Kuhhaaren vertreiben wir sie. Besonders Tobi hat sich ein fliegenfreies Auto zur Aufgabe gemacht und batscht was das Zeug hält.
    Zur Abwechslung sehen wir mal zwei Büffel die uns anstarren und sich keinen Zentimeter bewegen.

    Unser Mittagspicknick machen wir an einem schönen Plätzchen am See mutterseelenallein. Ich denke mir, wenn hier etwas passiert, ist das nächste Krankenhaus vermutlich 5 Stunden entfernt.
    Musaki frägt uns nach Omas Geburtstag und erzählt uns ein bisschen was über seine Familie. In Tansania sterben die Männer sehr früh und er meint das ist Karma, da viele Männer ihre Frauen nicht gut behandeln bzw. einfach mehrere Frauen haben.

    Und dann kommen wir tatsächlich an eine grüne Oase, die sich schon aus der Entfernung mit Palmen ankündigt. Es stinkt fürchterlich und wir wissen auch gleich warum. Einige Flusspferde (ich hab schon nicht mehr dran geglaubt) plantschen im Wasser und schauen nur mit den Augen aus dem Wasser. Wir hätten sie gerne länger beobachtet, aber den Gestank könnt ihr euch echt nicht vorstellen.

    Wir kommen zurück ins Camp und werden gleich von den Angestellten mit einem Saft erwartet. Mehrere Monate am Stück arbeiten die Mitarbeiter hier mit keinerlei Abwechslung und trotzdem sind alle super freundlich und gut drauf. Wir wagen uns an den Eiskaffee heran, der tatsächlich gut schmeckt. Ich nutze den freien späten Nachmittag um in die Heimat zu telefonieren. Bei unserer Ankunft in Deutschland wartet anscheinend eher schlechtes Wetter auf uns. Das sind ja tolle Aussichten.
    Tobi macht derweil ein paar Erdmännchen hinter unserem Zelt ausfindig.
    Wir merken, dass wir irgendwie "seekrank" von den vielen ruckeligen Autofahrten sind, denn alles schaukelt und dreht sich. Das tolle Abendessen lassen wir uns natürlich trotzdem nicht entgehen. Später bringt uns der Security Mann mit einem Speer bewaffnet wieder zu unserem Zelt und wir sagen Lala Salama.
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  • Auf Nashorn Mission

    May 12 in Tanzania ⋅ ☁️ 22 °C

    Als wir heute Früh unser einsames Camp verlassen, bekommen wir sogar ein Abschiedslied von den Mitarbeiterinnen gesungen. Ein Abschiedsbild wird auch geknipst. Nur toll, dass ich mein Oberteil auf links herum an habe 😂

    Wir fahren 3 Stunden bis zur westlichen Grenze der Serengeti. Kurz vor Ende liegen nochmal einige Löwen in den Straßengräben herum und schlafen. Musaki weiß auch warum: Weil sich in den Straßengräben das Wasser am längsten ansammelt. Und tausende Gnu's von der Tierwanderung außen herum, schaden natürlich auch nicht.
    Wir sehen hier am Straßenrand fast mehr Löwen als in 3 Tagen Serengeti 😂
    Als wir die Grenze passieren und kurz Stopp machen, wimmelt es auf einmal von chinesischen Touristen. Einer vermummter als der andere, nur kleine Schlitze für die Augen haben sie noch freigelassen. Man könnte fast meinen sie wären Vampire, die Angst vor der Sonne haben.

    Nach nochmal einer Stunde Fahrt wird die Landschaft wieder hügeliger. Nach 3 Tagen endlose Weiten ist das wieder definitiv schön zu sehen. Wir sind zurück im Ngorongoro Nationalpark, durch den wir auf der Hinreise zur Serengeti schon durchgefahren sind. Wir bleiben oben am Kraterrand nochmal kurz stehen und genießen die Aussicht. Gleich geht es mit dem Jeep in den Krater hineinen. Auf steilen Wegen fahren wir langsam nach unten und als wir nun vom Krater Inneren hoch schauen, ist das nicht weniger beeindruckend als anders herum. Alles blüht und ist grün-gelb und es riecht nach einer Allgäuer Bergwiese. Tansania im Mai war definitiv eine super Entscheidung.
    Hier haben wir die letzte Möglichkeit ein Nashorn zu erspähen um damit die BigFive abzuschließen. Keine einfach Aufgabe für Musaki, da die Tiere sehr scheu sind. Aber er findet schließlich doch eins. Allerdings so weit weg, dass sogar Tobi s Kamera an ihre Grenzen kommt. Aber das ist uns egal😍

    Auch einige Löwen laufen uns über den Weg bzw verfolgen uns schon fast. Sie möchten in den Schatten von unserem Jeep 🥹 Bäume gibt es hier unten nämlich so gut wie keine.
    Auch ein älterer männlicher Löwe mit hübscher Mähne, der am Wegesrand liegt, kommt zu uns ans Auto und ich würde ihn am liebsten zum Spielen mitnehmen. Damit haben wir heute bestimmt über 10 Löwen gesehen. Als wir langsam weiterfahren, läuft er ein Stück mit uns mit.
    Wir entdecken sogar noch ein neues Tier und zwar einen Schakal. Sieht aus wie eine Mischung aus Fuchs und Hund.

    Am späten Nachmittag kommen wir wieder durch das erste Dorf. Bei dem wuseligen Treiben fällt uns erst auf, wie ruhig es die letzten 3 Tage war.
    Wir dürfen nochmal eine Nacht in der schönen Lodge mit Pool verbringen. Morgen geht es dann schon ins Flughafen Hotel und wir müssen uns von Musaki verabschieden.
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  • Tschüss Musaki 👋

    May 13 in Tanzania ⋅ ⛅ 28 °C

    Heute geht es zurück nach Arusha in eine Lodge in der Nähe des Flughafens. Bevor wir los fahren, machen wir noch schnell ein Abschiedsbild mit Musaki. Leider schauen wir ein bisschen müde auf dem Bild aus, vlt hätten wir doch lieber bis nachmittags warten sollen 😂

    Wir halten noch schnell im Dorf, um noch die letzten Souvenirs und Snacks zu besorgen. Unser Verhandlungsgeschick wird immer besser und wir haben einen guten Deal gemacht. Glaube ich.
    Da heute Mittwoch ist, ist in vielen Dörfern und auch in Arusha Markt. Es ist viel los auf den Straßen und wir kommen mit dem Jeep fast nicht durch die vielen Menschen.
    In der Lodge angekommen sind wir wieder die einzigen Gäste und wir verabschieden uns von Musaki. Tobi schenkt ihm sogar seine Fleece Jacke, die er nach dem Urlaub aussortiert hätte. Musaki freut sich, da ihm die Jacke aber ein bisschen zu groß ist, wird er sie seinem Bruder schenken.
    Auch eine Stiftepackung, die ich beim Schulbesuch vergessen habe, schenke ich ihm für seine kleine Tochter.

    Wir verbringen den Nachmittag am Pool, den wir aber zuerst nicht benutzen dürfen weil verschiedene Mittel zur Reinigung reingekippt wurden. Nur weiß leider keiner wann und wer das war. Ich bin leicht genervt, denn bei 30 Grad wäre ich da jetzt schon zu gerne reingehüpft. 2 Stunden später verkündet der Poolboy man könne jetzt vermutlich schon rein gehen. Gesagt getan und ich hoffe einfach, dass ich später keinen Ganzkörperausschlag habe. Während ich Kopfhörer aufhabe, redet Tobi mit einem Angestellten. Später erzählt er mir, wir wurden angefragt für ein Fotoshooting für die Website der Lodge. Tobi hat abgelehnt.... Schade, ich wäre gern für immer und ewig auf der Internetseite zu sehen gewesen 😂

    Nachdem bis zur unseren Heimflug morgen Abend vermutlich nichts allzu spannendes mehr passieren wird, schließe ich den Reisebericht hiermit. Grüße gehen raus an meine treuen Leser, wir sehen uns dann persönlich wieder ❤️

    Zum Schluss noch meine persönlichen Tansania Erkenntnisse:

    - Man erkennt einen Flieger nach Afrika genauso an den Personen wie einen Malle Flug

    -Hakuna Matata wird tatsächlich den ganzen Tag über gesagt und ist nicht bloß ein Filmzitat

    -Flusspferde stinken greislig

    - auf Safari braucht man kein Fernglas, da die Tiere so dermaßen nah sind

    - Löwen liegen gerne am Straßenrand herum

    - von der Safari kann man irgendwie seekrank werden

    - auch hier stehen Blitzer am Straßenrand

    - Klo Türen werden überbewertet

    - Tansania im Mai war eine super Idee 😍

    Lala Salama und bis bald 🙋‍♀️
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    Trip end
    May 15, 2026