• Halloween on Coral Way: Von Haus zu Haus

    October 30 in the United States ☀️ 27 °C

    Wir hatten uns vor der Reise eine eigene Karte mit besonders schön dekorierten Halloween-Häusern zusammengestellt. Bei dem Wettbewerb Halloween on Coral Way machen Anwohner aus den Vierteln Shenandoah und Silver Bluff mit und verwandeln ihre Häuser in kleine Halloween-Kunstwerke.

    Und genau diese Häuser wollten wir sehen.

    Das Problem: Die Gegend ist nicht besonders gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Vieles liegt abseits der üblichen Routen, und ein praktisches Fahrradsystem gab es dort für uns auch nicht.

    Also blieb nur der Fußbus.

    Wir liefen von Haus zu Haus, zunächst noch bei Tageslicht. Mit der Zeit wurde es dunkel, und die Dekorationen kamen immer besser zur Geltung.

    Was wir dort gesehen haben, war wirklich unser Ding. Ein Haus war schöner als das nächste. Überall Skelette, Figuren, Lichter, gruselige Szenen und liebevoll gestaltete Details. Manche Bewohner hatten offensichtlich unglaublich viel Zeit und Mühe investiert.

    Und dann gab es da noch eine ganz besondere Dekoration, mit der wahrscheinlich niemand gerechnet hatte: eine echte schwarze Katze, die plötzlich bei einem der Halloween-Häuser auftauchte. 😂

    Ganz ehrlich, was will man mehr? Ein aufwendig dekoriertes Gruselhaus und dann spaziert da einfach eine schwarze Katze herum. Besser kann man die Halloween-Stimmung eigentlich nicht inszenieren. Die Katze hatte ihren Auftritt jedenfalls perfekt getimt. Ob sie wusste, dass sie gerade die beste Deko des Abends war? Wir werden es wohl nie erfahren. 🐈‍⬛

    Wir kamen auch mit Einheimischen ins Gespräch und erfuhren, wie aufwendig die Vorbereitungen sind. Besonders schade war, dass der viele Regen und der Wind bereits einiges beschädigt hatten. Teilweise waren Batterien kaputtgegangen, und manche Bewohner mussten ihre Dekorationen gerade wieder reparieren.

    Trotzdem war die Begeisterung überall zu spüren.

    Und was ich besonders schön fand: Die Gegend wirkte abseits der großen Straßen fast wie eine kleine grüne Oase. Viele Bäume, ruhige Straßen, üppige Vegetation. Die Anwohner erzählten uns, dass sie es gerade deshalb schätzen, dort zu wohnen.

    Ein ganz anderes Miami, als man es sich vielleicht vorstellt.

    Es war wirklich spannend, diese Viertel einmal zu Fuß zu entdecken. Wenn da nur nicht dieses eine Problem gewesen wäre.

    Der Mückenangriff. Ich kann nicht mehr! 🦟

    Während ich mich gerade mit einer Anwohnerin unterhielt, begann das Drama.

    Ich wurde von Mücken attackiert. Und zwar nicht von einer einzelnen, die man kurz verscheucht und dann ist gut. Nein, es fühlte sich an, als hätte sich ein kompletter Mückenschwarm gegen mich verschworen.

    Die Frau erklärte, dass die Moskitos nach den vielen Regenfällen gerade ein richtiges Problem seien.

    Ach, wie schön. Genau das wollte ich hören.

    Natürlich hatte ich mein DEET-Mückenspray nicht dabei. Dafür aber zum Glück noch Citronella. Tobi versorgte mich erst einmal damit, und wir versuchten, die Situation irgendwie in den Griff zu bekommen.

    Aber es war wirklich schlimm. Ich hatte gefühlt 15 Mückenstiche auf einmal, alles brannte und juckte, und ich wusste irgendwann überhaupt nicht mehr, wohin mit mir.

    Mir liefen die Tränen, ich war völlig fertig und hätte am liebsten alles auf die Straße geschmissen.

    Ich konnte mich nicht einmal mehr in Ruhe mit der Frau unterhalten. Dabei war das Gespräch eigentlich interessant. Sie erzählte uns von den Schäden durch den Regen und davon, dass sie ihre Halloween-Dekoration gerade wieder herrichtete, obwohl ihr Haus selbst gar nicht am Wettbewerb teilnahm.

    Aber ich war einfach nur noch mit mir und meinen Mückenstichen beschäftigt.

    Und ganz ehrlich: Warum passiert mir das eigentlich in jedem Urlaub?

    Es ist wirklich unfassbar. Egal, wo ich bin, irgendwann finden mich die Mücken. Während andere Menschen gemütlich irgendwo sitzen, die Natur genießen oder sich mit Einheimischen unterhalten, werde ich gefühlt als persönliches All-you-can-eat-Buffet ausgewählt.

    Ich verstehe es nicht.

    Wir waren ohnehin schon müde. Der Jetlag, die Hitze, die vielen Kilometer und die ganze Lauferei hatten ihren Teil dazu beigetragen. Und dann kommt so etwas noch obendrauf.

    Ich wollte einfach nur noch nach Hause. Ich hatte keine Lust mehr, keinen Nerv mehr und ehrlich gesagt auch keine Kraft mehr.

    Aber was macht man? Krönchen richten, Spray drauf und weiter.

    Wir hatten schließlich eine Karte vorbereitet und wollten die Häuser sehen.

    Immer weiter, obwohl die Füße längst streiken

    Mit der Zeit wurde es dunkel, und die Halloween-Dekorationen waren wirklich spektakulär. Es war ein Haus nach dem anderen, und dazwischen gab es immer wieder kleinere Dekorationen, die gar nicht unbedingt zum offiziellen Wettbewerb gehörten.

    Insgesamt kamen wir auf ungefähr 17 bis 18 Halloween-Häuser beziehungsweise dekorierte Grundstücke.

    Das war schon eine ganze Menge.

    Und irgendwann kam natürlich der Moment, an dem wir uns fragten, ob wir wirklich noch jedes einzelne Haus sehen mussten.

    Ich habe zwischendurch mehrfach gesagt, dass es mir inzwischen völlig egal sei und wir einfach aufhören könnten.

    Aber nein. Wir hatten die Route vorbereitet, also zogen wir sie durch wie die letzten Honks. 😂

    Im Nachhinein hätten wir uns wahrscheinlich ein oder zwei Kilometer sparen können. Aber so sind wir nun mal. Wenn wir uns etwas vornehmen, wird es erst einmal durchgezogen. Ob die Füße noch mitmachen oder nicht.

    Dabei waren wir körperlich ohnehin schon ziemlich angeschlagen. Meine Füße, mein Rücken, alles verspannte sich. Ich wollte eigentlich keinen einzigen Schritt mehr machen.

    Nur noch sitzen. Oder liegen. Am liebsten direkt im Bett.
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