• Auf nach ALASKA

    29.–31. aug. 2024, Forenede Stater ⋅ ☁️ 9 °C

    Eine etwas verrückte Idee, entstanden durch ein Gespräch mit einem Österreicher, der in der Nähe von uns wildcampte und gerade die Panamericana mit seinem Landrover fährt: macht doch einen kleinen Umweg und schnuppert ein bisschen Nordluft...das hieß für uns: ab nach Alaska.
    Und wir sagen: diese 450km Umweg haben sich gelohnt!
    Nach einer Fahrt ins Hinterland (immer die Tankanzeige im Auge behalten), erneut an schönen Gletschern vorbei und in einem Tal zwischen den Bergen ging es erst nach Stewart, das kanadische Tor nach Alaska und ein ehemaliger Minenort. Nach einem quasi nicht existierenden Grenzübergang hatten wir nur noch ein Ziel: den Salmon Creek. Hier wandern Millionen von Lachse bei Geschlechtsreife aus dem Pazifik wieder den Fluss hinauf, um hier zu Laichen und auch zu Sterben. Bei manchen kommt der Tod etwas verfrüht, denn das seichte Wasser ist eine wunderbare Gelegenheit für Bären, an leichte Beute zu kommen.

    Daher wurde in einem kleinen Sicherheitsabstand auch eine etwas erhöhte Holzplattform gebaut, um das Spektakel aus nächster Nähe beobachten zu können. Bei unserem ersten Besuch hatten wir noch kein Glück, wir sind halt nicht im Zoo und wenn gerade kein Bär hungrig ist, kann man nur die lebenden und toten Lachse im Bach treiben sehen und sich an Greifvögeln wie dem Weißkopfseeadler oder Falken trösten.
    Als wir am Abend zurückkamen fand sich jedoch ein Grizzly nach einem Mittagsschläfchen am Fluss ein und machte sich auf die Suche nach einem leckeren Abendessen.
    Es war zum einen atemberaubend, ein solches Raubtier in seinem natürlichen Lebensraum aus nächster Nähe betrachten zu können, zum anderen war es aber auch etwas schrecklich, die Jagd und das Verspeisen der Lachse so in seiner Gänze mitzubekommen.
    Die Grizzlys mögen nämlich am Liebsten die Eier, die sich im Bauch der weiblichen Lachse befinden, im Notfall geben sie sich aber auch mit dem Gehirn der männlichen Lachse ab.
    So war es nicht selten, dass der Grizzly einen Lachs zu fassen bekam, dann nach kurzem aber wieder losließ (roch wohl nicht lecker genug) oder dann, wenn er einen Leckerbissen an Land zog, nur den Bauch des Fisches aufschlitzte und die Eier ausleckte. Dann ließ er den Fisch, der noch „munter“ zappelte, links liegen und es machten sich die Möwen über ihn her, während sich das Wasser um ihn langsam rot färbte. Grausame, aber echte Natur, unglaublich, dass wir so etwas mit anschauen durften.
    Wir kehrten am nächsten Tag wieder und hatten sogar Glück, noch einen größeren Grizzly bei derselben „Jagd“ beobachten zu können.

    Aber unser Ausflug bestand nicht nur aus Bär-Gucken. Wir fuhren weiter 25km über eine Schotterpiste ins Gebirge und staunten nicht schlecht, den eindrucksvollen Salmon Glacier in ganzer Größe bestaunen zu können. Hier kommt wohl das Süßwasser für den Salmon Creek her. Extrem eindrucksvoll war der Gletscher, das Gebirge und auch wieder die Einsamkeit, in der man sich schnell befand.
    Lustigerweise sah man bei den wenigen Autos, die wir trafen, sehr viele ausländische Kennzeichen und hierbei schon wieder viele deutsche…anscheinend ist der Abstecher nach Alaska v.a. für Deutsche ein Muss. Dabei trafen wir sogar auf andere VW T3 Syncro Verrückte, mit denen wir auch eine Stunde quatschten und Expertise austauschten.

    Nach einer eingängigen Befragung am Grenzübergang nach Kanada durften wir wieder einreisen und machten uns auf die letzte Etappe unserer Tour Richtung Westen, nach Prince Rupert.
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