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  • Day57

    Gondeli fahren in der Andenstadt LA PAZ

    March 4 in Bolivia ⋅ ☀️ 13 °C

    Mit einer Höhe von 3200 bis 4100 müm ist La Paz der weltweit höchstgelegene Regierungssitz. Der Regierungssitz Boliviens nämlich! Wir verweilen in dieser eindrücklichen Höhe rund 6 Nächte und lieben es die Stadt aus einer anderen Perspektive zu erkunden als gewöhnlich. Aus der Sicht von oben etwa. Aufgrund der fast 1000 Höhenmetern zwischen der Stadt La Paz und der auf der Hochebene westlich von La Paz entstandenen Stadt El Alto kann man sich schwierig ein funtkionierendes ÖV-System mit Tram, U-Bahn oder Busse vorstellen. Es hat zwar viele Busse in kleinerer und grösserer Ausführung, aber die kommen nicht wirklich gut voran in mitten der vielen Autos. Deshalb hat die bovilianische Regierung 2012 ein paar Gondeli aus der Schweiz und Österreich bestellt, um ein Seilbahn-Netz namens "Mi Teleférico" zu erbauen. Heute ist es nicht nur für die Einwohner ein praktisches Verkehrsmittel, sondern für die Touristen wie Ramona und Thomas ein super, mit Heimatgefühlen verbundenes Erlebnis.

    So führen uns die Gondeli die ganze Woche im Stile eines Schweizer Produkts völlig sicher, pünktlich (obwohl Zeit hätten wir hier genug) und absolut zuverlässig von Ort zu Ort. Am ersten Tag einmal rund um die Stadt. Man stelle sich vor; Ein Tal, in der Grösse unseres heimischen Engelbergertals, voll aus roten Backstein bebauten Häusern und Hütten und im Zentrum ein paar Wolkenkratzer, die hier in dieser Höhe wortwörtlich die Wolken kratzen. Ach ja, und da war noch der Markt, welcher vor lauter Panorama fast unterging. Obwohl das unmöglich ist bei dieser Grösse und Vielfalt. Der flächenmässig grösste Markt Südamerikas ist eine art Fundgrube wo man wirklich ALLES zu sehen bekommt und kaufen könnte! Von Rattengift, Unterhosen, Zahnbürsten, Mäusefallen, frittierte Poulet-Brüstli auf Plastiktellern zum "Geniessen" bis hin zu Fruchtsäften die in kleinen Plastiksäcken abgefüllt sind. Quasi ein Open-Air-Bau+Hobby mit Karosserieteilen oder Schraubensortimente und ins Alter gekommene Sportausrüstungen wie Ski und Skischuhe... Mittendrin wird auch noch Blutdruck gemessen und Orangensaft gepresst. Vor lauter Eindrücken sind wir zwei herrlich überfordert.

    In den Tagen zwei und drei geniessen wir die Innenstadt von La Paz mit dem "Plaza Murillo" welcher neben dem Regierungsgebäude liegt und den vielen Ständen wo man die wunderschönen, typisch bunten Souvenirs kaufen kann. Der Hexenmarkt ist eine Touristenattraktion und befindet sich ebenfalls im Zentrum der Stadt. Da kriegt man, nebst den normalen bunten Souvenirs, viele kurlige Sachen zu Gesicht; zum Beispiel kann man Talismane, Heilkräuter und Lamaföten kaufen, welche als Opfergabe an die Pachamama (Mutter Erde), Glück und Segen bringen sollen. Ein solcher Lamafötus reist nun in Ramonas Tagesrucksack mit und soll uns Glück und Segen bringen. ;) ...niicht!

    Am Tag vier besuchen wir ausserhalb der Stadt "El Valle de las Ánimas". Ein abgelegenes, ruhiges Tal mit schönen Gesteinsformationen, welche aufgrund von jahrelanger Erosionen so aussehen, wie sie aussehen. Fast das Beste daran: es gibt weit und breit keine Touristen. Es ist nämlich ein Geheimtipp unseres Gastgebers.

    Am nächsten Tag beobachten wir aus den Gondeln, wie die Einheimischen in 4000 müm ohne Atemnot Fussball spielen und ein weiteres mal das Panorama der Stadt. Nur diesmal bei Dunkelheit.

    Apropos Dunkelheit: Am letzten Tag in La Paz, geht es für uns kurz vor 6 Uhr los in Richtung Norden von La Paz. Wir Verrückten wagen uns auf die Death Road. In Begleitung von Tourguide Gustavo, einer professionellen Veloausrüstung am Körper und einem vollgefedertem Bike unter dem Füdli, fahren wir ca. 60 Kilometer den Berg hinunter. (ca. 3000 Höhenmeter). Die Schotterstrasse ist bei trockenen Verhältnissen für uns Velofahrer sehr gut befahrbar. Trotzdem darf man sich bei vielen Stellen keinen Fehler erlauben, da man sonst mehrere hundert Meter ins Leere hinunterstürzen würde. Bei nassen Verhältnissen und beim Kreuzen zweier Autos oder gar LKW's ist sich dieses Manöver kaum vorzustellen. Zum Glück gibt es seit einigen Jahren eine sicherere Umfahrungsstrasse, sodass die Todesfälle auf dieser Strasse von 200-300 auf knapp 10-20 Jährlich gesunken sind.
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