Bolivia
Departamento de La Paz

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319 travelers at this place:

  • Day121

    La Paz - Die hohe Nicht-Hauptstadt

    March 7 in Bolivia ⋅ ⛅ 16 °C

    La Paz, die grösste Stadt Boliviens ist irgendwie so ganz anders als andere Städte und sie gefällt uns. Der Präsident und das Parlament sind hier zu Hause, dennoch gilt Sucre als Hauptstadt.
    Auf 3640 Meter, inmitten von Hügeln gelegen, fragt man sich, wer auf die Idee kam, hier eine Stadt zu bauen. Als öffentliches Transportmittel sind seit 2014, nebst Bussen auch Gondeln im Einsatz. Ein Billet für eine Fahrt kostet 3 Bolivianes, also etwa 40 Rappen. Wechselt man die Gondel-Linie, ist jedoch wieder ein neues Ticket erforderlich. Die Bahnen sind Top modern und vom österreichischen Unternehmen Dallmayr in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen CWA gebaut worden. Da kommt gerade ein bisschen Heimat Gefühl auf, wenn man in einer halbschweizerischen Gondel fährt.
    Aber oweh Dani und ich setzen uns auf die selbe Seite der Gondel (ohne weitere Personen), da weist einem das Personal gleich freundlich daraufhin, dass jemand die Seite wechseln muss um die Balance zu halten. Wir versuchen es etwa 4 mal, doch keine Chance... jedesmal wechseln wir selbstverständlich dann die Seite und können uns ein Lächeln nicht verkneifen.
    In La Paz wohnt ein Kolleg von mir, der gleichzeitig in Montevideo ein Austauschsemester machte. Joaquin ist Paceño und hier aufgewachsen. Spontan schreibe ich ihm und promt hat er Zeit für uns. Er zeigt uns die Stadt, das bolivianische valle de la luna, bringt uns zu seinem Lieblings-Strassenfoodstand, wo wir Kuhherz essen, lädt uns zu seiner Familienzusammenkunft ein, wo die Grossmutter für alle lecker gekocht hat und kommt mit uns ins Gourmet-Vegi Restaurant! Ich bin im Internet auf dieses Restaurant aufmerksam geworden. Für umgerechnet gut 20 Franken ist das Restaurant für bolivianische Verhältnisse sehr teuer. Doch es hat sich gelohnt! Wir entscheiden uns für das 5 Gang Überraschungsmenü. Jeder Gang wird vom Koch persönlich serviert mit den Erklärungen, was es genau ist. Wir fühlen uns wie Könige und geniessen den Abend. Auch Joaquin ist begeistert, dass es in seiner Stadt so exquisites Essen gibt.
    Viele Touristen kommen auch wegen der "Death Road" (Todesstrasse) nach La Paz. Einen 55km langen Trail, der man mit dem Mountainbike bewältigt. Zuerst wollte ich mich nicht in dieses Abenteuer stürzen, da immer wieder Menschen hunderte von Meter in die Tiefe stürzen und ihr Leben verlieren. Doch nach intensiver Internetrecherche habe ich mich doch dazu bewogen. Bis vor 10 Jahren galt diese Strasse ofiziell als gefährlichste der Welt. Sie war der einzige Durchgang um von La Paz nach Coroico zu gelangen und musste dadurch viel Verkehr aushalten. Die Strasse ist teilweise so eng, dass kreuzen (mit Autos) unmöglich ist, zudem haben waghalsige Überholmanöver die Situation keineswegs verbessert. So war es keine Seltenheit, dass Autos und Büsse die steile Klippe herunterfielen und die Strasse pro Jahr 200-300 Menschen in den Tod riss. Vor 10 Jahren wurde dann eine neue, sicherere, geteerte Strasse gebaut und die Alte bleibt vorwiegend den abenteuerfreudigen Touristen, die mit dem Bike ihren Adrenalinkick suchen, vorenthalten. Speziell ist, dass hier linksverkehr herrscht. Grund dafür ist, dass die Fahrer, welche ja auf der linken Seite sitzen, besser sehen können, wie nahe sie an der Klippe sind. Diese Regel gilt nach wie vor, was bedeutet, dass auch wir uns links halten müssen (auf der Seite der Klippe..), falls doch mal Gegenverkehr herrscht.
    Aber nun von Anfang an. Am Vortag haben wir die Tour mit dem Unternehmen Barracuda gebucht, es gilt als eines der besten Anbieter dieser Tour. Noch 8 weitere Touristen haben sich bereits für morgen angemeldet, also werden wir eine 10er Gruppe sein mit zwei Guides und einem Minibus, der jederzeit hinter uns herfährt und uns bei Bedarf auflädt.
    Pünktlich um 7h30 sind wir beim Treffpunkt, doch es ist weit und breit niemand anderes zu finden. Etwa 15 Minuten später trifft unser Guide Jubert ein. Wir seien eine kleine Gruppe heute - nur Dani und ich. Etwas verdutzt nehmen wir das zur Kenntnis und sind eigentlich ganz froh darüber, eine Privattour zu haben - ein Chauffeur und ein Guide nur für uns.
    Unser Fahrer Don Guillermo bringt uns auf den Gipfel in 4670 Meter Höhe. Es ist kalt aber zum Glück haben wir unsere warmen Kleider dabei. Los geht's! Die ersten 22 km sind Teerstrasse und wir kommen schnell vorwärts. Das Wetter meint es nicht gut mit uns. Der Nebel wird immet dichter und es setzt auch noch leichter Regen ein. Immerhin wird es kontinuierlich wärmer, indem wir ständig an Höhe verlieren. Die ofizielle Todesstrasse beginnt erst nach den 22km Teerstrasse. Nun wird es nämlich steinig und die Klippen sind angsterregend. Durch den Nebel sieht man zuerst wenig bis gar nichts und am liebsten wäre ich mit dem Minibus weitergefahren, aber das liess mein Stolz nicht zu. Doch nach einigen hundert Metern dann die Erleichterung, wir haben den Nebel hinter uns gelassen! Nun macht es deutlich mehr Spass. Auch der Regen lässt langsam nach. Da wir bis auf die Unterwäsche durchnässt sind, stört uns auch die Fahrt durch Wasserfälle und Flüsse überhaupt nicht.
    Jubert informiert uns konstant über die Gegebenheiten des Weges und wo wir etwas vorsichtiger fahren sollen. Er macht wirklich einen hervorragenden Job. Immer wieder gibt es kurze Pausen - eine Wohltat für meine vom ständigen Bremsen müden Hände.
    Nach ca 2/3 der Strecke müssen wir mit einer anderen Gruppe fusionieren. Ein Teilnehmer ist umgefallen und muss mit der Ambulanz ins Spital (ja, es gibt sogar eine Ambulanz auf der Strecke). Da ein Guide mit ihm ins Spital fährt, bleibt nur noch ein Guide übrig für 6 Personen und dies ist nicht optimal. So sind wir nun eine 8er Gruppe mit zwei Guides.
    Nach gut 5 Stunden unterwegs und 3500 Höhenmeter tiefer, haben wir es geschafft, wir haben die Death Road überlebt! Die Strecke und die Landschaften waren wunderschön und ich hatte auch zu keiner Zeit Angst (ausser als Dani einmal plötzlich nicht mehr hinter mir war.... Und ich etwa 30 ewig lange Sekunden warten musste, bis er um die Kurve kam. Der Joggel hat mir einen schönen Schock eingejagt - dabei hat er nur seine Sonnenbrille montiert).
    Trotzdem ist die Strecke nicht zu unterschätzen. Alles ist voll von grösseren und kleineren Steine und verliert man die Kontrolle, ist die Chance nicht ganz klein, dass man ins Tal runterfällt. So waren die Bremsen mein bester Freund heute.
    Dani hat wohl noch nicht genügend Abenteuer erlebt und will noch auf die Zip Line. Als treue Freundin begleite ich ihn halt. Nach 3 Linien durch den Dschungel über 1.5 Km ist auch das geschafft und nun ist der Sprung in den Pool mit einem kalten Bier und das Buffet Nachtessen (alles für uns alleine, da die andere Gruppe ihr Nachtessen anderswo hat) mehr als verdient.
    Um etwa 6 Uhr Abend nehmen wir die Rückfahrt (im Minibus) auf uns. Jubert erzählt uns allerlei aus seinem Leben, unter anderem dass er einer der besten Downhill Fahrer des Landes ist und letztes Jahr ein Bike im Wert von 2000$ gewonnen hat. Da waren wir ja mit einem richtigen Profi unterwegs! Und unser Fahrer Don Guillermo war einmal Ralley Fahrer, unter anderem hat er auch ein Rennen auf der Todesstrasse bestritten. Seine Künste lässt er auf dem Rückweg immer wieder aufblitzen doch er bringt uns heil und müde nach Hause!
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  • Day402

    Death Road - ein Überlebender berichtet

    March 14 in Bolivia ⋅ 🌧 23 °C

    „Camino de la Muerte“ wird sie im Volksmund genannt. 1930 erbaut und lange die einzige Verbindung zwischen dem Amazonas-Regenwald und La Paz. Die Strasse steigt von La Paz auf den La Cumbre Pass, 4670 M.ü.M., und fällt danach auf etwas 1200 Meter ab, um in Coroico (dem Tor zum Amazonas) zu enden. Eigentlich heisst die 80 Kilometer lange Piste Yungas-Strasse, doch die zahlreichen Unfälle mit Todesfolgen brachte ihr den gefürchigen Übernamen des Todes. Bis im Jahre 2007 starben jährlich bis zu 300 Reisende auf dieser Strasse. Danach wurde der Schwerverkehr auf die neu gebaute Umfahrungsstrasse umgeleitet. Heute ist sie nur noch für Mountainbiker und leichte Motorfahrzeuge nutzbar.

    Früh morgens machte sich Manu auf den Weg, zusammen mit 3 Mittätern und einem Guide, den Cumbre Pass zu erklimmen. Mit dem Minibuss versteht sich 🤷‍♂️ - das Mountainbike ist auf‘s Dach geschnallt. Auf 4670 Meter hiess es Vollmontur anziehen, inklusive Helm und Gelenkschoner. Letzte Instruktionen und los gings, vorerst mit Regen, Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die ersten 20 Kilometer waren asphaltiert und wir bekamen Zeit, das Bike kennenzulernen und mit den klimatischen Bedingungen klar zu kommen. Eine kleine Stärkung später (Coca-Tee und Spiegeleisandwich) ging es endlich auf die mystische Strasse, 63 Kilometer auf einer Schotterpiste, nicht breiter als ein Lastwagen. Links ging es meistens Senkrecht den Berg hinunter, rechts hinauf. Ab und zu wurde der Weg von einem Wasserfall oder einem Hangrutsch unterbrochen. Ach ja, der Regen hörte natürlich nicht auf, nass bis auf die Unterwäsche waren wir schon nach 10 Minuten. Gegenverkehr hatten wir an diesem Tag keinen, da die Strasse auf Grund von Hangrutschen für die Autos gesperrt wurde. 🤨

    Knapp 3 Stunden dauerte die atemberaubende Abfahrt. Immer wieder legten wir einen Stopp ein, um die Aussicht zu geniessen und ein Erinnerungsbild zu knipsen. Je länger die Fahrt dauerte, desto wärmer wurde es. Am Endpunkt auf knapp 1200 Meter genossen wir angenehme 20 Grad, es war übrigens schon 4 Uhr nachmittags. Ein kurzes Mittagessen und schon ging es wieder zurück in die Kälte nach La Paz auf 3600 Meter.

    Zusammengefasst war es ein tolles Erlebnis in einer eindrücklichen Umgebung und wir haben überlebt. 🙏
    Kaum vorstellbar, wie sich auf diesem Weg 2 Lastwagen/Busse kreuzen konnten (oder eben auch nicht). Passende Bilder liefert google. 🥴
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  • Day122

    Valle de la Luna

    March 10 in Bolivia ⋅ ⛅ 18 °C

    Mit dem neuen Hostel eindeutig die richtige Wahl getroffen, mache ich mich ausgeschlafen und von leckeren Frühstück gestärkt auf den Weg zum Valle de la Luna - dem Mondtal. Da dieses außerhalb der Stadt liegt, besuchen die meisten dieses im Rahmen einer geführten Tour. Ich möchte das jedoch lieber auf eigene Faust machen und recherchiere nach öffentlichen Bussen. „Take any bus going South and tell the driver to drop you off there“, heißt es. Okay 😅 ich stelle mich also an den Plaza San Francisco und beobachte erst einmal, wie das hier funktioniert. Hunderte Minibusse mit bunten Aufschriften in den Fenstern zu den unterschiedlichsten Zielen halten kurz, die Passagiere hüpfen (manchmal auch noch während der Fahrt) rein und raus und schon düsen sie weiter. Aus einem Minibus ruft eine Frau „Mallasa - Zoologico?!“ Hey, das hab ich auf der Karte schon mal gesehen, das ist im Süden 😁 ich gehe zu ihr und frage, ob sie auch zum Valle de la Luna fahren: „Si, Si, entra, Senorita!“ sagt sie lächelnd. Ich steige in den kleinen Bus, in dem ca. 15 Personen Platz finden. Natürlich nur Locals 😅 alle plappern fröhlich und laut vor sich hin, der Fahrer heizt durch die Straßen, in jeder Kurve komme ich meiner Sitznachbarin näher 🙈 jeder Neuzustieg wird freundlich von allen begrüßt. Wer aussteigen möchte, sagt einfach kurz Bescheid und schon fährt der Fahrer rechts ran. Die Frau hatte sich mein Ziel gemerkt und übernimmt das Bescheid sagen für mich 😬 Wir halten an und sie erklärt mir noch lieb, dass ich nur links um die Ecke gehen muss und dann bin ich auch schon da. Das war einfacher als gedacht 😊

    Angekommen im Mondtal wartet eine beeindruckende Landschaft auf mich. Tausende Säulen aus Sandstein ragen wie Türme oder Kegel in den blauen Himmel. Wind, Erosion und starke Regenfälle haben im Laufe der Jahrmillionen also diese spektakuläre Lanschaft modelliert. Da es noch früh am Morgen ist, bin ich hier noch ganz alleine 😊 Im Gegensatz zur hektischen Stadt La Paz ist es hier mucksmäuschenstill. Ich spaziere durch das weite Tal und mache ab und zu eine Pause auf den Aussichtspunkten und genieße die Ruhe. ☺️

    Nach ein paar Stunden möchte ich wieder zurück - doch wie komme ich jetzt wieder zurück? 🤔 ich hatte gelesen, dass nur eine „richtige“ Buslinie wieder zum Plaza San Francisco fährt, allerdings nur jede Stunde - feste Zeiten Fehlanzeige. Ich stelle mich also an die Bushaltestelle und schaue, welche Minibusse so vorbei kommen. Von La Paz, Zentrum oder Plaza San Francisco nichts zu sehen. Auf einigen entdecke ich „Teleférico“, die Seilbahn. Ich halte den nächsten Minibus an, der Teleférico im Fenster stehen hat und lasse mich zur äußersten Seilbahnstation der Stadt fahren. Das Seilbahnnetz ist leicht zu verstehen und so mache ich wieder eine kleine Stadtrundfahrt ins Zentrum 😊 Die Seilbahnen finde ich super, das macht richtig Spaß 😁 sowas einfaches sollten viel mehr Städte haben!

    Ich suche mir ein kleines Café und „gönne“ mir ein Drei-Gang-Menü für 5 Euro 😅 mit das schönste an Bolivien sind doch die niedrigen Preise 😉😎
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  • Day180

    La Paz

    January 30 in Bolivia ⋅ 🌧 11 °C

    Ja ich bi im Momänt sehr schnell unterwägs 😅. Ich sött ja schliesslich ih 5 Täg z Santiago sii! In La Paz verbring ich drom nor ei Tag und d hälfti vo dem Tag rägneds jetzt leider :/

    Ich bi am Morge chli dord Stadt gloffe. Ha de Plaza san Francisco und de Plaza Murillo ahgluegt. Denn hani am lokale Märt öbbis gässe und bi no ah Häxemärt. Uf ehm zrugwäg is Hostel bin ich ah eh Umzug häre gloffe. Ich ha kei Ahnig för was de Umzug gsii esch aber de Lüüt ih ihrne traditionelle Chleider bim Tanze zuezluege esch natürlich immer schön!

    Am Nomittag wär ich eigentlich no gärn zu ehmene Ussichtspunkt gloffe, aber da das bi Räge ja werklich nüt bringt bin ich chli im Hostel blube und ha mini wiiteri Reis organisiert. Wo de Räge denn chli nochegloh hed bin ich no mit de Seilbahn überd Stadt go fahre und ha au so ehn sehr schöni Ussicht chönne gnüsse. 😊
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  • Day30

    Huyana Potosi - 6.088m

    November 30, 2018 in Bolivia ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute habe ich meinen ersten (und wahrscheinlich auf sehr lange Zeit einzigen) 6.000er bestiegen. Wie läuft so eine „Expedition“ ab: Vorgestern haben wir auf einem Gletscher Steigeisen und Eispickeltechnik geübt. Gestern sind wir dann vom Base Camp zum High Camp aufgestiegen und haben dort versucht ein paar Stunden zu schlafen. Um Mitternacht war Wecken, Ankleiden ( jeweils 4 Schichten unten und oben, Stiefel, Gamaschen, Steigeisen, Gurt, Baklava, Helm, Stirnlampe) und ab 1 Uhr „schnauften“ wir dann bei fast keinem Sauerstoff in der Luft 4,5 - bis kurz vor dem Gipfel in der eiskalten Dunkelheit bergauf... und danach folgten dann noch 4 h Abstieg ins Base Camp...so KO wie nach dem Tag war ich selten.Read more

  • Day124

    Copacabana & Isla del Sol - Titicacasee

    March 10 in Bolivia ⋅ ⛅ 15 °C

    Nein wir sind nicht am berühmtesten Strand Brasiliens angekommen sondern in der gleichnamigen Stadt in Bolivien. Dieses Copacabana war anscheinend zuerst und der Strand in Brasilien hat den Namen hier abgeschaut.
    Ein eigentlich ganz gemütliches kleines Dörfchen am Ufer des Titicacasee. Sehr touristisch, was evtl auch für die Unfreundlichkeit und das Desinteresse der Einwohner verantwortlich ist. Hier treffen wir Mathias und Selina wieder, unsere schweizer Reisegefährten vom argentinischen Norden. Gemeinsam wandern wir in ca. 40 Minuten den Berg hoch und berichten gegenseitig von dem Erlebten in den letzten Wochen. Allzuviel Atem bleibt jedoch nicht übrig, der steile Anstieg über Stock und Stein auf 3800 Meter ist dafür verantwortlich. Oben angekommen geniessen wir die Aussicht über Copacabana und den etwas bewölkten Sonnenuntergang. Nach dem Nachtessen verabschieden wir uns wieder und wer weiss, vielleicht sieht man sich in Peru wieder.
    Für uns geht es am nächsten Tag mit dem Schiff auf die Isla del Sol - die Sonneninsel auf dem Titicacasee. Der Titicacasee ist mit 8288 km2 übrigens der höchste kommerziel schiffbare See auf der Welt und der höchste Süsswassersee Südamerikas. Ist lustig, wie die Südamerikaner fast immer irgendetwas finden, was das beste, grösste, älteste.. der Welt ist.
    Auf jedenfall ist der See wirklich riesig und man könnte meinen es sei das Meer. Bevor wir die Isla del Sol ansteuern, machen wir einen Stop auf der Isla de la Luna (Mondinsel). Mit weiteren 100 Touristen bezahlen wir die 10 Bolivianos (CHF 1.50) um irgendwelche Ruinen zu bestaunen. Eine Stunde später fahren wir nun zu unserer Destination. Die Sonneninsel ist etwa 10 km lang und es gibt weder Strassen noch Verkehrsmittel. Drei Völker leben in den drei Gemeinden auf der Insel. Durch einen Konflikt der seit 2017 besteht, ist der nördliche Teil der Insel nicht für Touristen zugänglich und wir besuchen deshalb nur das Dorf Yumani im Süden. Zusammen mit unseren Bootsgenossen und dem Guide spazieren wir etwas auf der Insel herum, bevor wir uns verabschieden und eine Unterkunft suchen. Wir werden schnell fündig - 80 Bolivianos (ca CHF 12) für eim Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad. Toilettenpapier ist jedoch nicht inklusive und ein WC Ring nicht vorhanden.
    Ich geniesse den sonnigen Nachmittag auf der Terasse mit Blick auf den See währenddem der verschnupfte Daniel eine Siesta bevorzugt.
    Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 6h15. Ich möchte mir den Sonnenaufgang ansehen. Dani pfuust weiter und ich spaziere ein paar Meter weiter hoch ins Dorf, um eine gute Sicht zu finden. Sogar die verschneiten Anden sind in der Ferne zu sehen. Nachdem die Sonne die Insel erhellt, bin ich voller Tatendrang. Ich spaziere durchs Dorf, begegne Hunden, Eseln, Katzen, Schweinen und ein paar weiteren Frühaufsteher. Kurzerhand besteige ich noch schnell einen 4000er in 30 Minuten und geniesse den herrlichen Ausblick rund um die Insel.
    Um 10h30 geht's mit dem Boot zurück nach Copacabana, wo wir uns nun auf den Weg machen nach Peru.
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  • Day90

    Canyon de la Palca

    January 8 in Bolivia ⋅ ⛅ 14 °C

    Nur knapp eine Stunde mit dem Bus von La Paz entfernt, erreichen wir den beeindruckenden Canyon de la Placa. Hier zu wandern ist einfach traumhaft. Das Leben ist hier oben sehr einfach. Alt und Jung sind auf den Feldern und bestellen ihre Kartoffeläcker in mühevoller Handarbeit.

  • Day401

    Die Stadt der Seilbahnen

    March 13 in Bolivia ⋅ 🌧 12 °C

    La Paz ist der Regierungssitz Boliviens und mit 3'640 M.ü.M. sogar der höchstgelegenste der Welt. Hier haben wir die letzten 5 Tage verbracht. Zu entdecken gibt es einiges in dieser quirrligen Stadt. Wir starten mit einer Stadtführung in La Paz. Für einmal sind wir nur zu dritt und haben so fast eine private Führung. Es geht vom Parlamentsgebäude, wo wir interessante Informationen über die Vergangenheit Boliviens erfahren, an verschiedenen Kirchen vorbei zum Markt. Dort haben wir die Möglichkeit uns zu stärken. Wir entscheiden uns für ein riesiges Glas frischgepressten Saft (das hier nur CHF 1.50 kostet). Weiter gehts zum modernen Hexenmarkt bevor unsere Stadttour vor dem weltberühmten Gefängnis San Pedro endet. Das Gefängnis, welches mitten in der Stadt steht, wurde für 600 Häftlinge ausgelegt. Heute leben dort rund 3'000 Häftlinge. Das spezielle jedoch ist, dass es im Innern keine Wärter gibt. Die Polizei bewacht das Gefängnis nur von aussen, innen verwalten die Häftlinge alles selber. Gefängniszellen werden gemietet oder sogar gekauft und auch die Familie lebt teilweise mit den Häftlingen zusammen. Es gibt sogar zwei Kindergarten. Lange wussten die Einheimischen nicht, was im Innern des Gefängnisses abging, die Touristen jedoch schon, da jahrelang Touren durchs Gefängnis angeboten wurden. Wer mehr über diese kuriose Anstalt erfahren möchte, dem empfehlen wir bei Youtube das Video "Galileo Gefängnisstadt San Pedro" anzuschauen.

    Nach einem kurzen bolivianischen Mittagessen ging es weiter mit unserer Entdeckungstour. Mit dem Minibus ging es zur roten Seilbahnstation. 10 Minuten später sind wir in El Alto, 4'095 M.ü.M. Hier findet heute der riesige Black Market statt. Es ist der zweitgrösste Markt Südamerikas und es würde Tage brauchen, bis man sich alles angeschaut hat. Wir laufen einmal quer durch und den Rest schauen wir uns von der blauen Seilbahn aus an. Wir schweben über die Dächer und haben einen genialen Ausblick über die Stadt. Beim Hexenmarkt ist unser nächster Halt. Die meisten Bolivianer sind zwar heute Christen, aber doch glauben sie noch an Hexenrituale und so muss auch heute noch manches Babylama als Opfer herhalten. Zum Abschluss dieses spannenden Tages haben wir uns noch fürs Cholita Wrestling angemeldet. Cholitas sind die traditionellen Bolivianerinnen in ihren Trachten. Und da sie als sehr stark gelten, beweisen sie sich nun auch im Wrestling. Die Show kann uns jedoch nicht wirklich überzeugen...😏

    Die darauffolgenden zwei Tage widmen wir uns den Seilbahnen. Die erste Linie wurde 2014 eröffnet und mittlerweile gibt es ein ganzes Netz mit 10 Linien. Da hat die österreichische Firma Doppelmayer einen guten Auftrag an Land gezogen. Aber auch die Schweizer gingen nicht leer aus: die Firma CWA durfte die Kabinen herstellen. Die Seilbahn hilft nicht nur den Verkehr zu entlasten, wir sind uns sicher, dass sie in ein paar Jahren zur Touristenattraktion wird. Wo sonst kann man eine Seilbahntour mitten über eine Millionenmetropole machen? Und dann noch der unschlagbare Preis von 45 Rappen pro Fahrt (ca. 10 Min Fahrzeit).

    Während sich Manu mit Carl zusammen, mit dem wir bereits die Citytouren gemacht haben, auf die gefährlichste Strasse der Welt wagt, geniesst Leandra einen ruhigen Tag in La Paz. Manuels Bericht über die Death Road folgt in Kürze...
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  • Day404

    Hop on nach Copacabana

    March 16 in Bolivia ⋅ 🌧 10 °C

    Wir sind jetzt Hopster. Bolivien und Peru machen gemeinsame Sache, zumindest was den Transport angeht. Wir haben uns bei Bolivia/Peru Hop ein Busticket gekauft, welches uns von La Paz (Bolivien) über mehrere Stationen nach Lima (Peru) bringt. Toll ist, dass wir für die Strecke ein Jahr Zeit haben, wir können an den jeweiligen Orten also solange verweilen, wie wir möchten. Jeweils einen Tag im Voraus müssen wir online den nächsten Bus reservieren und schon werden wir von A nach B chauffiert.

    Von La Paz ging es nach Copacabana. Nein, nicht zurück nach Rio de Janeiro, auch in Bolivien gibt es ein Copacabana. Es liegt am Ufer des Titicacasees und gilt als wichtigste Pilgerstätte der Bolivianer. Der Titicacasee ist übrigens der höchste schiffbare See der Welt, er liegt auf 3812 Meter über Meer. Wir verbrachten 3 Tage im kleinen Ort und erkundeten die Umgebung. Hauptsächlich Leandra (sie absolvierte ein kleines Höhentraining auf den Hausberg), Manu gönnte sich eine kleine Auszeit und genoss das warme Hotelzimmer (ja, es gab eine Heizung und endlich mussten wir nicht mehr frieren wie in La Paz).
    Ein kleines Boot brachte uns auf die nahegelegene Isla del Sol, wo wir eine Nacht verbrachten. Die Sonneninsel spielt in der Mythologie der Inkas eine grosse Rolle, so soll der Sonnengott Inti seine Kinder (die ersten Inkas) hier zur Erde gelassen haben. Sozusagen der Geburtsort der Inkas. Ein spezieller Ort, mitten im Titicacasee - wir genossen hauptsächlich das einheimische, bunte Treiben und die Aussicht vom höchsten Punkt der Insel.
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  • Day84

    The Death Road

    January 2 in Bolivia ⋅ ☁️ 20 °C

    Wenn man in der Nähe von La Paz ist, gibt es einen ganz wichtigen Punkt auf der ToDo-Liste, und zwar mit dem Mountainbike die gefährlichste Straße der Welt herunterzufahren.
    Also geht's erstmal zum besten Touranbieter um uns über die Death Road zu informieren. Immerhin klingt der Name recht gefährlich und wir haben nach Bolivien ja noch ein paar Länder auf dem Programm.
    Laut den Guides kommt jedoch jeder, der schon mal Fahrrad gefahren ist, auch diesen Berg runter (anscheinend wollte dieses Jahr auch schonmal ein Mädel auf der Death Road Fahrradfahren lernen, was nicht so gut ausgegangen ist).
    Na da bin ich mal gespannt...

    Nachdem die Evi entschieden hat, dass ihr die Abfahrt nicht ganz geheuer ist, fahre ich alleine mit einer Gruppe Adrenalinjunkies zur Death Road.

    Wir starten auf über 5000m. Es ist neblig und vor uns liegen über 60km Schotterpiste und 3500m Höhenunterschied.
    Die erste Stunde geht's aber erstmal über Asphalt um uns an die Fahrräder zu gewöhnen. Das ist zwar noch nicht die Death Road, aber das Überholen von LKWs bei bis zu 60km/h find ich dann doch nicht so ohne.
    Dann geht's endlich richtig los. Alle 20 Minuten bekommen wir von unseren Guides Anweisungen auf was wir beim nächsten Streckenabschnitt achten müssen und von Stopp zu Stopp wird die Straße anspruchsvoller. Es geht über Stock und Stein, durch enge Kurven, Wasserfälle und Bäche. So unanspruchsvoll wie es verkauft wird, finde ich es dann doch nicht und bin froh wie ich nach 4 Stunden ankomme (und Evi hat’s bis heute nicht bereut, dieses Abendteuer ausgelassen zu haben 😉).

    Damit der Tag nicht "zu langweilig" ist, gibt es im Anschluss zur Tour noch ein paar Ziplines. Bei 75km/h kann die Aussicht auf die tolle Schlucht genossen werden.
    Zum Ausklang des Tages gehen wir dann noch zum La Senda Verde Animal Refugium in dem wir zu Abend essen. Das lustige ist, dass der Essensaal in einem Käfig ist und die Affen drum rum einen beobachten. Es ist wie im Zoo, nur umgedreht...

    Noch ein paar interessante Fakten zu der Death Road:
    Bevor die Alternativstraße 2007 eröffnet wurde, galt die Straße als gefährlichste Straße der Welt mit -laut Guide- 360 Unfällen pro Jahr. Obwohl die Straße an den engsten Stellen nur 3 Meter breit ist und der Abhang meistens hunderte Meter in die Tiefe geht, gibt es Verkehr in beide Richtungen. Um besser sehen zu können, wo sich die eigenen Reifen beim Herunterfahren befinden, herrscht Linksverkehr. Außerdem haben die herunterfahrenden Fahrzeuge Vorfahrt. Im Gegensatz zu der allgemeinen Meinung ist die Straße immer noch für den normalen Verkehr offen, sodass man beim Mountainbiken sehr vorsichtig sein muss um nicht nach einer Kurve einem Auto zu begegnen. Auch Jeremy Clarkson war mit Top Gear vor Ort, hier ein kleiner Eindruck:
    https://vimeo.com/86398626
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Departamento de La Paz, La Paz

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