• Auf den Berg in aller Herrgottssfrühe

    14 agosto 2024, Slovacchia ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute stand die ominöse Tour auf den 2494m hohen Kriván an. Der Berg der Hohen Tatra ist so etwas wie das Nationalsymbol der Slowakei. Also irgendwie ein Must-Do. Der Wanderführer sagte 'schwere Wanderung aufgrund der steilen An- und Abstiege und der zu gehenden Höhenmeter (1400m). Im Gipfelbereich leichte Passagen mit Blockkletterei, aber nicht ausgesetzt'. Was das bedeuten soll? Keine Ahnung. Aber klang nach einer großartigen Herausforderung. Und das lieben wir ja!
    Auch, wenn es die für mich unchristlichste Zeit der Welt war (und ja ich habe noch keine Ahnung wie ich wieder um 8 Uhr derart den Schalter für Unterricht umgelegt gehabt werde haben...) klappte alles wie am Schnürchen und um viertel nach 6 hatten wir einen der heißbegehrten Parkplätze am Startpunkt ergattert und konnten erstmal dort das schwarze Gold aufblubbern. Noch einmal von den gestrig vorbereiteten Matschbroten abgebissen und dann ging es los.
    Und es ist ja einfach zauberhaft dieses Licht da am Morgen, das muss man ja sagen. Und da es ja heute etliche Höhenmeter hochging, war es auch logisch, dass das stetig läuft und die erste Luft schnell rausgeht. Ich habe direkt gemerkt, dass das nicht mein glorreichster Tag werden würde. Viel zu früh, das Gerenne der letzten Tage in den Bergen in den Beinen, schlechtes Zyklus-Timing und ach ja diese Hüftproblematik hab ich ja auch zu meinem 40. Geburtstag geschenkt bekommen. Egal. Dann erstmal den Rucksack tragen und die Wut auf den Körper in Energie umwälzen. Und das ging natürlich irgendwann, bei der Aussicht musste es ja so kommen. Und ich kenn mich ja und meinen Körper. Das beruhigt sich alles schon wieder und ich hatte ja auch astreinen Support, der meine 'Aussetzer' auch gut kennt. Lief also!
    Es wurde noch einmal kurz brenzlig, als wir dann doch merkten, dass wir wassertechnisch schmalspurmäßig unterwegs waren (normalerweise läuft ja ständig Wasser da aus diesen Bergen, aber, wenn man es braucht!? - Dürre).
    Aber dann kam da doch die Erleichterung zur rechten Zeit. Die Flasche konnte aufgefüllt werden. Und dann einfach weiter!
    Und es wurde immer steiler, immer steiniger, gerölliger, aber auch immer spannender. Vor dem letzten Stück haben wir dann nochmal die Energiespeicher gefüllt und ich bin in ein eingängiges Gespräch mit meiner Hüfte gegangen. Von der lass ich mir ja gar nix sagen.
    Gott sei Dank war der finale Aufstieg dann so anspruchsvoll, dass man die Konzentration so hoch fahren musste, dass das Adrenalin gleich mitgekommen ist. Das hat so unfassbar Spaß gemacht sich da hochzuziehen, hochzustemmen, hochzudrücken bzw. sich da hochzubouldern. Das war wirklich eine Traumkraxelage.
    Oben angekommen lief der Schweiß aber es strahlte auch die Glückseligkeit. Wieder eine grandiose Aussicht und so anders. Absolut rough, rau, steinig und wunderschön! Und natürlich war da auch wieder so ein grüner Klecks Zauber-See reingebastelt. Traumhaft! Das hat sich so gelohnt! Dann erstmal auf den spitzen Steinen rasten, Matschbrot rein (Überraschung!) und das alles aufsaugen.
    Es gibt einfach kein schöneres Gefühl für mich, als einen Berg hochzugehen mit seiner eigenen Kraft, den Körper zu spüren (heute eher weniger) dabei das Panorama genießen zu können (mal mehr mal weniger) und dann im besten Fall mit einer grandiosen Aussicht belohnt zu werden. Dann noch eine Jause rein. Besser geht es nicht. Berge sind einfach magisch!
    Daher musste heute ein Gipfelkreuzbild sein, gibt es ja noch nicht in der Sammlung ;-)
    Dann hieß es aber auch Kraft sammeln, denn 'wir müssen die Chose ja auch wieder runter'.
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