• "We were made for times like this"

    January 20 in Malta ⋅ 🌧 14 °C

    Deutsche Übersetzung siehe unten 👇🏼

    The following text is a letter from Clarissa Pinkola Estès to young activists.

    My friends, do not lose heart. We were made for these times. I have heard from so many recently who are deeply and properly bewildered. They are concerned about the state of affairs in our world now. Ours is a time of almost daily astonishment and often righteous rage over the latest degradations of what matters most to civilized, visionary people.

    You are right in your assessments. The lustre and hubris some have aspired to while endorsing acts so heinous against children, elders, everyday people, the poor, the unguarded, the helpless, is breathtaking. Yet, I urge you, ask you, gentle you, to please not spend your spirit dry by bewailing these difficult times. Especially do not lose hope. Most particularly because, the fact is that we were made for these times. Yes. For years, we have been learning, practicing, been in training for and just waiting to meet on this exact plain of engagement.

    I grew up on the Great Lakes and recognize a seaworthy vessel when I see one. Regarding awakened souls, there have never been more able vessels in the waters than there are right now across the world. And they are fully provisioned and able to signal one another as never before in the history of humankind.

    Look out over the prow; there are millions of boats of righteous souls on the waters with you. Even though your veneers may shiver from every wave in this stormy roil, I assure you that the long timbers composing your prow and rudder come from a greater forest. That long-grained lumber is known to withstand storms, to hold together, to hold its own, and to advance, regardless.

    In any dark time, there is a tendency to veer toward fainting over how much is wrong or unmended in the world. Do not focus on that. There is a tendency, too, to fall into being weakened by dwelling on what is outside your reach, by what cannot yet be. Do not focus there. That is spending the wind without raising the sails.

    We are needed, that is all we can know. And though we meet resistance, we more so will meet great souls who will hail us, love us and guide us, and we will know them when they appear. Didn't you say you were a believer? Didn't you say you pledged to listen to a voice greater? Didn't you ask for grace? Don't you remember that to be in grace means to submit to the voice greater?

    Ours is not the task of fixing the entire world all at once, but of stretching out to mend the part of the world that is within our reach. Any small, calm thing that one soul can do to help another soul, to assist some portion of this poor suffering world, will help immensely. It is not given to us to know which acts or by whom, will cause the critical mass to tip toward an enduring good.

    What is needed for dramatic change is an accumulation of acts, adding, adding to, adding more, continuing. We know that it does not take everyone on Earth to bring justice and peace, but only a small, determined group who will not give up during the first, second, or hundredth gale.

    One of the most calming and powerful actions you can do to intervene in a stormy world is to stand up and show your soul. Soul on deck shines like gold in dark times. The light of the soul throws sparks, can send up flares, builds signal fires, causes proper matters to catch fire. To display the lantern of soul in shadowy times like these - to be fierce and to show mercy toward others; both are acts of immense bravery and greatest necessity.

    Struggling souls catch light from other souls who are fully lit and willing to show it. If you would help to calm the tumult, this is one of the strongest things you can do.

    There will always be times when you feel discouraged. I too have felt despair many times in my life, but I do not keep a chair for it. I will not entertain it. It is not allowed to eat from my plate.

    The reason is this: In my uttermost bones I know something, as do you. It is that there can be no despair when you remember why you came to Earth, who you serve, and who sent you here. The good words we say and the good deeds we do are not ours. They are the words and deeds of the One who brought us here. In that spirit, I hope you will write this on your wall: When a great ship is in harbor and moored, it is safe, there can be no doubt. But that is not what great ships are built for.

    https://www.dailygood.org/story/1538/do-not-los… (long version)

    Der folgende Text ist ein Brief von Clarissa Pinkola Estès an junge Aktivisten.
    Wir wurden für diese Zeiten gemacht
    Meine Freunde, verliert nicht den Mut. Wir wurden für diese Zeiten gemacht. Ich habe in letzter Zeit von so vielen gehört, die zutiefst und völlig zurecht fassungslos sind. Sie sind besorgt über den Zustand unserer Welt. Wir leben in einer Zeit fast täglichen Staunens und oft gerechten Zorns über die neuesten Herabwürdigungen dessen, was zivilisierten, weitsichtigen Menschen am wichtigsten ist.
    Ihr habt recht mit eurer Einschätzung. Der Glanz und die Hybris, nach denen manche streben, während sie Taten gutheißen, die so abscheulich gegenüber Kindern, Älteren, ganz normalen Menschen, den Armen, den Schutzlosen und Hilflosen sind, ist atemberaubend. Dennoch dränge ich euch, bitte ich euch, beschwöre ich euch sanft: Verbraucht euren Geist nicht damit, diese schwierigen Zeiten zu beklagen. Verliert vor allem nicht die Hoffnung. Besonders deshalb, weil wir tatsächlich für diese Zeiten gemacht wurden. Ja. Jahrelang haben wir gelernt, geübt, trainiert und nur darauf gewartet, uns genau auf dieser Ebene der Auseinandersetzung zu begegnen.
    Ich bin an den Großen Seen aufgewachsen und erkenne ein seetüchtiges Schiff, wenn ich eines sehe. Was erwachte Seelen betrifft, so gab es noch nie fähigere Schiffe in den Gewässern der Welt als jetzt. Und sie sind voll ausgestattet und in der Lage, einander Signale zu geben, wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit.
    Schaut über den Bug hinaus; es sind Millionen Boote rechtschaffener Seelen mit euch auf dem Wasser. Auch wenn eure Fassade bei jeder Welle in diesem stürmischen Aufruhr zittern mag, versichere ich euch, dass das langfaserige Holz, aus dem euer Bug und euer Ruder bestehen, aus einem größeren Wald stammt. Dieses Holz ist dafür bekannt, Stürmen standzuhalten, zusammenzuhalten, sich zu behaupten und trotzdem voranzukommen.
    In jeder dunklen Zeit gibt es die Tendenz, in Ohnmacht zu fallen angesichts dessen, wie viel in der Welt falsch oder ungelöst ist. Konzentriert euch nicht darauf. Es gibt auch die Tendenz, sich schwächen zu lassen, indem man bei dem verweilt, was außerhalb der eigenen Reichweite liegt, was noch nicht sein kann. Konzentriert euch nicht dorthin. Das hieße, den Wind zu verschwenden, ohne die Segel zu setzen.
    Wir werden gebraucht, das ist alles, was wir wissen können. Und obwohl wir auf Widerstand stoßen werden, werden wir umso mehr großen Seelen begegnen, die uns grüßen, uns lieben und uns führen werden – und wir werden sie erkennen, wenn sie erscheinen. Hast du nicht gesagt, du seist ein Gläubiger? Hast du nicht gesagt, du hättest gelobt, auf eine größere Stimme zu hören? Hast du nicht um Gnade gebeten? Erinnerst du dich nicht, dass in der Gnade zu sein bedeutet, sich der größeren Stimme zu fügen?
    Es ist nicht unsere Aufgabe, die ganze Welt auf einmal zu heilen, sondern den Teil der Welt zu flicken, der in unserer Reichweite liegt. Jede kleine, friedliche Tat, die eine Seele tun kann, um einer anderen Seele zu helfen, um einem Teil dieser armen, leidenden Welt beizustehen, wird unermesslich helfen. Es ist uns nicht gegeben zu wissen, welche Taten von wem dazu führen werden, dass die kritische Masse zugunsten eines dauerhaften Guten kippt.
    Was es für einen dramatischen Wandel braucht, ist eine Ansammlung von Taten – hinzufügen, ergänzen, weitergeben, weitermachen. Wir wissen, dass es nicht jeden Menschen auf der Erde braucht, um Gerechtigkeit und Frieden zu bringen, sondern nur eine kleine, entschlossene Gruppe, die beim ersten, zweiten oder hundertsten Sturm nicht aufgibt.
    Eine der beruhigendsten und kraftvollsten Handlungen, die du tun kannst, um in einer stürmischen Welt einzugreifen, ist aufzustehen und deine Seele zu zeigen. Die Seele an Deck glänzt in dunklen Zeiten wie Gold. Das Licht der Seele schlägt Funken, kann Leuchtraketen aufsteigen lassen, Signalfeuer entfachen und bewirken, dass die richtigen Dinge Feuer fangen. Die Laterne der Seele in schattenhaften Zeiten wie diesen zu zeigen – entschlossen zu sein und anderen gegenüber Barmherzigkeit zu zeigen; beides sind Taten von unermesslicher Tapferkeit und größter Notwendigkeit.
    Ringende Seelen fangen Licht von anderen Seelen auf, die hell leuchten und bereit sind, es zu zeigen. Wenn du helfen willst, den Tumult zu beruhigen, ist dies eines der stärksten Dinge, die du tun kannst.
    Es wird immer Zeiten geben, in denen du dich entmutigt fühlst. Auch ich habe in meinem Leben oft Verzweiflung gespürt, aber ich halte keinen Stuhl für sie bereit. Ich bewirte sie nicht. Es ist ihr nicht erlaubt, von meinem Teller zu essen.
    Der Grund ist dieser: In meinem tiefsten Inneren weiß ich etwas, genau wie du. Es kann keine Verzweiflung geben, wenn du dich daran erinnerst, warum du auf die Erde gekommen bist, wem du dienst und wer dich hierher gesandt hat. Die guten Worte, die wir sagen, und die guten Taten, die wir tun, gehören nicht uns. Es sind die Worte und Taten Desjenigen, der uns hierher gebracht hat. In diesem Geist hoffe ich, dass du dies an deine Wand schreibst: Wenn ein großes Schiff im Hafen festgemacht ist, ist es sicher, daran besteht kein Zweifel. Aber dafür sind große Schiffe nicht gebaut.
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