Tag 12: Die Königsetappe (163km/1015km)
9 Jun, Jerman ⋅ ☀️ 13 °C
Was für ein irrer Tag!
Nachdem ich das Zelt im Regen abbauen musste, bin ich um 06:15 Uhr, ohne Frühstück, gestartet. Die Etappe sollte geplant 58km, bis zum nächsten Campingplatz, lang sein.
Der Vorteil, wenn man so früh unterwegs ist, es gibt kaum Autoverkehr.
Der Regen der Nacht hatte auch schnell aufgehört und so lief es sehr gut.
Irgendwann kam mein Frühstücksspot in Form einer großen Tankstelle.
Alles wichtige wurde in Ruhe erledigt: frühstücken, Handy laden und ein erleichternder Toilettengang 😉.
Die Grundlage für die Weiterfahrt war also schon mal gegeben.
Wieder ging es auf teilweise sehr schönen Radwegen, meist durch die Natur, manchmal auch kurze Strecken Straße.
Den ersten Campingplatz erreichte ich schon mittags. Viel zu früh, also ging es weiter, während der Wind auffrischte!
Dann kam der nächste Campingplatz-auch noch viel zu früh. Das passierte dann noch dreimal.
Immer wieder in die Pedalen getreten, bis ich irgendwann die ersten Anstiege auf dem Garmin sah. Die zogen sich über viele Kilometer🫣. 6-8% waren es wohl so im Schnitt. Dann kam ER: zuerst 8% bergab und dann 12% Steigung 😱.
Zuerst habe ich noch versucht im kleinsten Gang zu fahren, aber dann half nur noch schieben, was fast genauso anstrengend ist.
Die Anstiege wurden weniger und das Wetter schlechter.
Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, in wie viele Gewitter und Platzregen, ich geraten bin. Auf der ganzen Tour habe ich keine Regensachen gebraucht. Heute aber so gut wie den ganzen Tag. War ich doch ständig damit beschäftigt, mich an-und auszuziehen.
Teilweise war es wie ein Katz und Mausspiel: Bin ich schneller oder das Gewitter? Das zog sich übrigens bis zum Ende gegen 21:30 Uhr.
Ich hätte vor der Tour nicht im geringsten daran geglaubt, dass ich eine über 160km lange Tagesetappe mit über 800 Höhenmetern schaffen könnte (mit einem 40kg Reiserad). Insgesamt war ich gestern über 15 Stunden unterwegs. Die reine Fahrzeit betrug knapp 10 Stunden, was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 16,4 km/h ergibt. Ich wäre am Ende, so gar noch in der Lage gewesen, weiter zu fahren.
Diesen Tag werde ich bestimmt so schnell nicht vergessen.
Zugegeben, ein bisschen stolz bin ich schon über diese Leistung💪.
Auch diese Radreise war wieder geprägt, von sehr interessanten und lustigen Begegnungen und von wunderschönen Landschaften.
Prag war das Highlight der Reise. Dort hätte ich gern mehr Zeit verbracht.
Aber auch die ersten beiden (harten) Fahrtage, die fast nur aus Gravelstrecken bestanden, haben mich zwar sehr gefordert, aber auch irre Spaß gemacht.
Jetzt muss ich erst einmal die viele Eindrücke verarbeiten. Glücklicherweise habe ich ja noch ein paar Tage Urlaub.
Nach der Reise ist natürlich auch vor der Reise. Da ich mir wieder unterwegs viele Notizen gemacht habe, was Änderungen am Gepäck usw. betrifft, muss ich die auch zeitnah aufarbeiten.
Dann würde ich sagen, bis zum nächsten Abenteuer...Baca lagi
























PengembaraWow, es hat mir Spaß gemacht, Dich zu begleiten. Danke, dass Du uns mitgenommen, und jeden Tag in so inhaltvolle, bildhafte Worte verpackt hast. Ja, Du kannst stolz auf Deine Leistung sein, mein Freund! Bin gespannt, was Du berichtest, welche Feinheiten Du nun immernoch an Deinem Gepäck etc optimieren willst! Bis bald 🙋🏼♂️
PengembaraVielen Dank für die schöne Rückmeldung! Ich werde dann mal persönlich berichten😉
PengembaraDu Held. Eine tolle Leistung - dieser Tag und auch die gesamte Reise. Ich bin gerne mitgeradelt - danke, dass du deine Erlebnisse und Bilder geteilt hast! Genieß nun die Endorphine und schönen Erinnerungen.
PengembaraVielen Dank Lisa, für dein schönes Feedback! Kann ich aber auch uneingeschränkt zurückgeben😁
PengembaraRespekt 👍🏼