Ich schlafe oben an Backbord. Um das kleine Fenster zu öffnen, muss ich nur den Arm ausstrecken. Sehr praktisch.
Wenn das Boot auf Steuerbordbug segelt und sich entsprechend nach rechts neigt, fühlt sich das Einsteigen in die Koje an, als würde man eine Leiter mit negativem Neigungswinkel hinaufklettern. Eher unpraktisch.
Während der Morgenwache hatten wir fast drei Stunden lang überhaupt keinen Wind. In Sichtweite trieben noch zwei weitere Yachten. Alle drei schaukelten wir auf der leichten Dünung und suchten nach dem kleinsten Lufthauch – mit dem Gesicht, den Ohren, einem Blick auf die Wettervorhersage und immer wieder zur Windfahne im Mast.
Die klassische Methode mit dem angeleckten, in die Luft gehaltenen Finger hat allerdings niemand benutzt. Ich habe mich ehrlich gesagt auch nicht getraut.
Stattdessen bin ich mit einem Eimer an einer Leine zum Bug gegangen und habe mir drei Eimer Ostseewasser über den Kopf gekippt. Ich habe die Prozedur einfach „Duschen“ genannt.
Das Wasser hier ist nur leicht salzig. Man sagt, je weiter man nach Norden kommt, desto süßer wird es. Das werden wir überprüfen.
Auf den Fotos: mein Schlafplatz und der Horizont um ein Uhr nachts.Read more