• Sailboat DANUNA
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MidsummerSail 2026

Die längste und härteste Regatta der Ostsee Læs mere
  • Start på rejsen
    21. juni 2026

    Vorbereitung

    19.–24. jun., Tyskland ⋅ ☀️ 27 °C

    Der Rucksack ist gepackt, morgen geht es zum Treffpunkt. Am Sonntag startet die MidsummerSail 2026. Nicht zu verwechseln mit der Midsummer-Regatta. Die eine ist ein Eintagesrennen, die andere dauert 5 bis 10 Tage. Wer es nicht innerhalb von 14 Tagen ins Ziel schafft, kann gleich umdrehen – im Ziel wird niemand mehr warten.Die Regatta begann 2016 mit gerade einmal 5 Yachten. Mittlerweile nehmen 60 bis 80 Boote teil. Das Limit liegt bei 100 Segelbooten. Noch ein paar nackte Fakten: 900 Meilen, der Start ist immer am 21. Juni in der Wismarer Bucht, Deutschland. Das Ziel liegt am nördlichsten Punkt der Ostsee – in Töre, Schweden. Nonstop. Die Yachten segeln unter den Bedingungen der weißen Nächte. Es ist die längste und härteste Regatta der Ostsee.
    Das Foto ist von heute, BHV
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  • Tag davor

    20. juni, Tyskland ⋅ ☁️ 27 °C

    Am Treffpunkt angekommen – die Yachten sind bereits da. Es liegt dieser schwer zu beschreibende Duft von Ruhe und Gelassenheit in der Luft.
    Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die ältere Generation – also diejenigen jenseits der 60 – hat bereits wichtige Aufgaben an Bord und in den nahegelegenen Pubs gefunden. Uns Jungspunde, also die um die 50, hat man zusammen mit den Kindern zum Einkaufen geschickt.
    Unter den Kindern an Bord gibt es Lulu. Mit ihr kann man sich nur auf Französisch oder Englisch unterhalten. Nun gut, höchste Zeit, die Sprachkenntnisse wieder aufzupolieren. Ihre Eltern haben uns gebeten, möglichst viel Deutsch mit ihr zu sprechen. Ob sie sich darüber freuen werden, wenn das Kind zurückkommt, weiß ich allerdings nicht. Auf See hat Hochdeutsch schließlich nicht immer oberste Priorität.
    Die Hitzewelle hat Europa erreicht. Deshalb decken wir uns mit Wasser und Alkohol in vernünftigen Verhältnissen ein – schließlich wollen wir nach Hause zurückkehren, ohne auch nur die geringste Spur von Skorbut zu entwickeln.
    Auf dem Foto sieht man einen Wald aus Stangen. Morgen werden daraus Segel schlüpfen
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  • Küstengewässer einschließlich Anteil am Festlandso

    22. juni, Tyskland ⋅ ☁️ 18 °C

    Der Start war vielversprechend – zunächst haben wir die Führung übernommen. Bis etwa 18 Uhr liefen wir flott mit 7 bis 7,5 Knoten. Dann war Schluss: Der Wind wurde einfach abgeschaltet.

    Die Nachbarn, die näher unter Land unterwegs sind, kommen weiterhin gut voran. Uns bleibt dagegen nichts anderes übrig, als die spiegelglatte See und die gelegentlichen vorbeifliegenden Fliegen zu genießen.

    Segeln bedeutet eben auch, Geduld zu lernen.
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  • Simrishamns kommun

    22. juni, Sverige ⋅ ☁️ 18 °C

    Der Wind macht heute, was er will: Mal ist er kaum der Rede wert, mal bläst er ordentlich. Die Segelwechsel laufen inzwischen auf Profi-Niveau – hier zählt jede Sekunde.

    Den Code 0 haben wir bereits mehrfach ausgeführt, und heute kam sogar der Spinnaker zum Einsatz.

    Auch nachts werden die Segel gewechselt. Im Dunkeln. Der Vorgang unterscheidet sich eigentlich nicht vom Segelwechsel am Tag. Hinzu kommen lediglich Stirnlampen, deren Hauptzweck darin besteht, den anderen – natürlich völlig unbeabsichtigt – ins Gesicht zu leuchten.

    Außerdem muss man unbedingt die Mastspitze anstrahlen. Man sieht dort zwar nichts, hat aber ständig das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Dann wird über das schlechte Licht geschimpft und über irgendwelche abstrakt krummen Hände. Natürlich sachlich, konstruktiv und ohne persönlich zu werden.

    Am Ende geht das Segel wie immer hoch.

    Die Regatta ist in vollem Gange.
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  • Stockholm

    24. juni, Sverige ⋅ ☁️ 16 °C

    Die Wache begann um zwei Uhr nachts. Draußen ist es fast wie in der Dämmerung – man kann unglaublich weit und erstaunlich klar sehen. Gegen drei Uhr ist es bereits taghell. Wir nähern uns langsam den Breiten des Polartages.

    In unserer Gruppe liegen wir auf dem zweiten Platz und nach Yardstick-Berechnung sogar auf dem ersten. Mal laufen wir im Galopp über die Wellen, mal pusten wir mit allem, was wir haben, in die Segel, nur um überhaupt in Bewegung zu bleiben.

    Nach berechneter Zeit sind wir wieder auf Platz eins. Gar nicht schlecht für eine hölzerne, 23 Tonnen schwere Dame mit über 40 Jahren auf dem Buckel.

    Wir passieren einen maritimen Verkehrsknotenpunkt: Nach links geht es Richtung Stockholm, nach rechts nach Tallinn und St. Petersburg. Für uns heißt es: geradeaus nach Norden, ohne abzubiegen.

    Auf dem Foto ist bereits das fünfte Segel dieser Regatta zu sehen. Den Vorräten nach zu urteilen, warten unten noch einige weitere auf ihren Einsatz.
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  • Korsholm

    26. juni, Finland ⋅ 🌬 13 °C

    Ich schlafe oben an Backbord. Um das kleine Fenster zu öffnen, muss ich nur den Arm ausstrecken. Sehr praktisch.

    Wenn das Boot auf Steuerbordbug segelt und sich entsprechend nach rechts neigt, fühlt sich das Einsteigen in die Koje an, als würde man eine Leiter mit negativem Neigungswinkel hinaufklettern. Eher unpraktisch.

    Während der Morgenwache hatten wir fast drei Stunden lang überhaupt keinen Wind. In Sichtweite trieben noch zwei weitere Yachten. Alle drei schaukelten wir auf der leichten Dünung und suchten nach dem kleinsten Lufthauch – mit dem Gesicht, den Ohren, einem Blick auf die Wettervorhersage und immer wieder zur Windfahne im Mast.

    Die klassische Methode mit dem angeleckten, in die Luft gehaltenen Finger hat allerdings niemand benutzt. Ich habe mich ehrlich gesagt auch nicht getraut.

    Stattdessen bin ich mit einem Eimer an einer Leine zum Bug gegangen und habe mir drei Eimer Ostseewasser über den Kopf gekippt. Ich habe die Prozedur einfach „Duschen“ genannt.

    Das Wasser hier ist nur leicht salzig. Man sagt, je weiter man nach Norden kommt, desto süßer wird es. Das werden wir überprüfen.

    Auf den Fotos: mein Schlafplatz und der Horizont um ein Uhr nachts.
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  • Ende der Reise

    27. juni, Sverige ⋅ ⛅ 20 °C

    Wir sind im Ziel. 900 Seemeilen in weniger als sechs Tagen.

    Am Ziel wurden wir bereits von drei Katamaranen und einer Yacht erwartet. Welchen Platz wir in unserer Gruppe belegt haben, wissen wir noch nicht.

    Der Zieleinlauf erwies sich als einer der anspruchsvollsten Abschnitte der gesamten Strecke. Zwei Stunden gegen einen starken Gegenwind von bis zu 26 Knoten – zwischen Inseln, über flache Gewässer und fast ohne Betonnung. In einigen Bereichen gab es überhaupt keine Tiefenangaben. Die Zielgerade war zwar betonnt, aber gerade einmal etwa 30 Meter breit. Mit einer 17 Meter langen Yacht hat man in so einer Passage auf Kreuzschlägen kaum Platz zum Manövrieren.

    Während eines Manövers riss das Großsegel im achteren Bereich am Schothorn, also dort, wo es am Baum angeschlagen ist. In diesem Moment erinnerte sich einer aus der Crew an den bekannten deutschen Spruch: „Mutti, sicher ist hier gar nichts!“

    Übrigens haben auch der Spinnaker und der Gennaker kleinere Schäden davongetragen. Und ein Block hat sich verbogen.

    Alles in allem kann man sagen: Die Regatta ist ohne größere Verluste über die Bühne gegangen.

    Auf den Fotos: die nördlichste Tonne der Ostsee, die Medaille um den Hals und die Zieleinläufe der anderen Boote. Später gab es sogar noch ein Zertifikat. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, ob das bei der Jobsuche in der IT-Branche irgendwie weiterhilft.
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