Rajajil Säulen
December 30, 2025 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 15 °C
Ein kurze Fahrt führt uns nach Rajajil. Ich biege rechts von der großen Straße ab und folge einigen LKWs. Plötzlich endet die Straße. So etwas kommt vor. Aber bisher ging es immer weiter. Hier nicht. Doch was machen die LKWs? Einige Betonblöcke, um die Straße abzusperren, sind etwas verschoben worden. So geht es im Slalom durch die Blöcke, dann ein Stück offroad, wieder durch Blöcke, dann ein Stück geteert. Meine LKWs biegen auf eine andere Piste ab, aber ich weiß ja nun, wie man das macht. Einfach weiter, obwohl alles gesperrt ist und es überhaupt keine Straße gibt. Ohne meine „Vorfahrer“ wäre ich da nie hineingefahren. Und dann sind wir auch schon da.
Die Rajajil-Säulen, auch bekannt als „Stonehenge Saudi-Arabiens“, sind eine mysteriöse Stätte südlich von Za’abal Castle. Rajajil bedeutet „Ansammlung von Männern“ , da die Säulen aus der Ferne einer Gruppe stehender Männer ähneln. Sie gilt laut Historikern als das älteste Denkmal der Region. Schätzungen zufolge stammen die Säulen aus der Zeit um
4 000 v. Chr. Der Ursprung des Denkmals ist rätselhaft und die Rajajil-Säulen sind mit vielen Mythen verbunden. Auf dem Gelände sieht man mehr als 50 Gruppen mit je vier der 2-3m großen, antiken Säulen mit ihren thamudischen Gravierungen. Die Steinsäulengruppen sind zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang hin ausgerichtet. Sie könnten somit für astronomische Berechnungen verwendet worden sein.
Es wird aber auch für möglich gehalten, dass die Säulen Orientierungspunkte für Handelsrouten waren: Al-Jawf war ein wichtiger Zwischenstopp auf mehreren antiken Handelsrouten. Eine der ältesten Landrouten der Geschichte verlief vom Jemen parallel zur Küste des Roten Meeres durch Medina, Al-Ula und Mada'in Salih. Sie bog nach Nordosten nach Al-Jawf ab und führte dann Richtung Damaskus und Türkei. Die Steine könnten ein Wegweiser für die Kreuzung gewesen sein und den sichersten Weg angezeigt haben, um den rauen Sand des Großen Nafud zu umgehen.
Uns erwartet ein wunderschönes, neues Besucherzentrum. Wir werden mit saudischem Kaffee und Datteln bewirtet. Das ist jetzt Kaffee Nummer drei. Es gibt sowohl frische Datteln, als auch welche, die in einem Pulver, das ein wenig wie Schokolade schmeckt, aber keine ist, gewendet wurden und wie Pralinen aussehen. Sie schmecken herrlich. Wir werden durch das kleine Museum geführt und sehen uns einige sehr gut aufbereitete Videos über die Region über die Ausgrabungsstätte an. Toll gemacht. Eine Dame entschuldigt sich in sehr gutem Englisch, dass sie kein Englisch kann, während unser Guide eine Sprache spricht, die Englisch sein soll, ich aber überhaupt nicht verstehen kann. Doch die Dokumentationen machen alles wett.
Im Anschluss daran geht es zu den Rajajil Säulen. Wir dürfen in das Gelände rein. Ganz nah an die Säulen ran. Keiner hat Angst, dass wir etwas kaputt machen könnten. Wir werden nicht bewacht. In Al-Ula haben wir wirklich Schaden genommen, wegen dieser verrückten Bewacherei. Es gibt sie sonst nirgends im Land.
Die Säulen sind absolut faszinierend. Wenn man nur wüsste, welcher archäologische Interpretation die Richtige ist.
Öffnungszeiten täglich 10-18 Uhr, Freitag 13-18 Uhr, Eintritt freiRead more












SYLWIA B.Datteln als Praline … kann ich mir sehr gut vorstellen
TravelerSehr lecker. Gibt es leider nur ganz im Norden