• Dumat Al-Jandal - Marid Castle

    December 30, 2025 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 13 °C

    Unser heutige Strecke Richtung Sakaka führt uns durch die Wüste. Nur Wüste. Nur roter Sand. Kaum ein Hügel, kaum ein Fels. Endlose rote Weite. Man könnte dies jetzt als trostlos empfinden. Aber nein - das Gegenteil ist der Fall. Durch dieses. Ochos, wir einen, die Größe bewusst. Man entschleunigt, obwohl wir zügig fahren, weil um uns herum die Welt stehen zu bleiben scheint. Wir fahren und fahren, fast 5 Stunden, und alles bleibt schlicht rot. Ein unglaubliches Erlebnis. Hier wird diese Unendlichkeit der Landschaft besonders deutlich,

    Die Arabische Halbinsel wird von den trockensten Wüsten und unwegsamen Gebirgen durchzogen. Daher spielen in der Siedlungsgeschichte dieser Region Oasen eine große Rolle. Zwischen diesen wasserspendenden Ortschaften spannte sich das Netz der lukrativen Karawanenrouten. Handelsreisende konnten sowohl ihre Vorräte auffüllen, als auch Schutz vor Überfällen erhalten. Die Oasenstädte erhoben für diesen Service Zölle und konnten entlang der wichtigen Routen großen Reichtum aufbauen.

    Dumat al-Jandal ist eine dieser Oasen und gehörte einst zu den Reichen der Nabatäer und Römer. Sie liegt weit im Norden Saudi Arabiens in der Wüste Nefud an der Kreuzung zweier historischer Handelsrouten der Nabatäer. Unter ihnen florierte der Handel in der Region und die Stadt gewann an Bedeutung. Um diesen strategisch wichtigen Posten zu schützen, mussten auch Verteidigungsanlagen errichtet werden. Die Festung Marid, die auf einem natürlichen Hügel am Rande der ehemaligen Siedlung steht, entstand.

    Mit der Verlegung der Handelsrouten entlang der Küstenstraßen verlor Dumat al-Jandal an Bedeutung. Heute kann man die verworrenen Straßen der Stadt erkunden, auf das Minarett der Omar Moschee klettern und natürlich die Festung nach belieben erkunden. Man fühlt sich in längst vergangene Zeiten zurückversetzt.

    Der untere Teil des Bauwerkes wurde aus Steinen errichtet. Die oberen Mauern sind aus Lehm. In der Befestigungsanlage befinden sich mehrere Innenhöfe und Türme. Manche Wehrtürme sind sogar 12m hoch. Bei einem Spaziergang durch die Burgkorridore und beim Betreten der ehemaligen Räumlichkeiten fühlt man sich wie auf einer Zeitreise. Die rundlichen Lehmtürme erheben sich gegen den blauen Himmel. Wunderschön. Es finden sich viele schöne Aussichtspunkte mit Blick über die grüne Oase. Auch in Usbekistan haben wir schon alte Lehmfestungen gesehen. Doch diese waren kaum noch halten. Das Marid Castel hingegen ist ein Traum.

    Die Omar ibn al-Khattab Moschee ist bekannt für ihre Architektur, die der frühen Prophetenmoschee in Medina ähnelt. Das 12m hohe Minarett sieht man von mehreren Stellen aus der Burg. Dahinter erstreckt sich, schon fast unterirdisch, eine der ältesten Moscheen der Welt. In den steinernen Säulengängen der Moschee sind Teppiche ausgebreitet. In den kleinen Wandnischen liegen Exemplare des heiligen Korans. Solch eine Art Minarett habe ich noch nie gesehen. Ich bin begeistert. Diese Bauwerke sind ein Grund, weshalb ich nach Saudi-Arabien reisen wollte.

    Neben der Moschee beginnt das alte Lehmdorf. Viel ist davon nicht mehr übrig, aber einige Steinhäuser wurden teilweise wieder aufgebaut. Auf der anderen Seite des imposanten Marid Castel liegt das moderne Museum. Ein grandioses, elegantes Bauwerk, dass sich in die Landschaft einfügt. Glückwunsch an den Architekten. Wir werden freundlich empfangen, trinken Café und Tee und führen sehr interessante Gespräche. Als wir schließlich das Museum besichtigen wollen werden wir enttäuscht. Es öffnet in einem halben Jahr und wird gerade mit Artefakten bestückt. Wir sind zu früh. Aber es hat sich schon gelohnt, dieses Gebäude zu sehen. Die Ausstellung wird bestimmt grandios.

    Öffnungszeiten täglich 10 - 18 Uhr, Freitag 13-18 Uhr Eintritt frei
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