• Heilige Orte in Medina

    December 22, 2025 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir beginnen unsere Tour durch Medina im Süden der Stadt. Hier liegt der Stadtteil Quba, wo Prophet Mohammed nach seiner Flucht aus Mekka eine Moschee gebaut haben soll. Die Quba Moschee gilt daher als eine der ältesten Moscheen der Welt – in islamischer Zeitrechnung wurde sie im Jahr 0 erbaut.
    Das heutige Gebäude hat mit dem ursprünglichen Bau, dessen Grundstein vom Propheten persönlich gelegt worden sein soll, wenig zu tun. In den 1980er Jahren wurden die meisten religiösen Gebäude Medinas renoviert. Eigentlich sollte die originale Moschee in den Neubau integriert werden, um ihr Andenken zu erhalten. Stattdessen wurde sie aber komplett abgerissen und an der Stelle entstand die heutige im modernen Look.
    Da gerade Umra Pilgerzeit ist, befinden sich hundertausende Pilger in Medinah. Somit ist es auch hier in der Quba Moschee brechend voll. Hunderte Busse reihen sich aneinander und spuken ihr Ladung an Pilgern aus. Die Massen schieben sich. Die einzigen nicht muslimischen Individualreisenden sind wir. Die Umgebung der Moschee wird gerade mit touristischer Infrastruktur versehen. In näherer Zukunft wird man Cafés und Shops antreffen. Allerdings rechnet man sich hier nur mit Pilgertourismus.

    Die Masjid Shuhada Uhud liegt am nördlichen Stadtrand von Medina. Sie ist ein wichtiger Ort in der islamischen Geschichte und wurde an der Stelle errichtet, an der die Schlacht von Uhud stattfand. Die Gefährten vom Propheten Mohammed, die in der Schlacht gefallen sind, wurden auf dem Friedhof neben der Moschee begraben.

    Der Ghars-Brunnen ist einer der vom Propheten Mohammed bevorzugten Brunnen. Er mochte das Wasser wegen seiner Frische. Er trank daraus und ließ sich damit waschen. Nach der Zamzam-Quelle in Mekka ist Ghars Well der zweitwichtigste heilige Brunnen des Islams.

    Die Moschee der zwei Gebetsrichtungen - Qiblatain Moschee - ist heute ebenfalls sehr gut besucht. Die Innenhöfe sind mit kleinen, weißen Sonnenschirmen bestückt, die mich ein klein wenig an die riesigen Schirme der Prophetenmoschee erinnern. Auch hier sind wir uns wieder sehr unsicher, ob wir uns überhaupt im Innenhof bewegen dürfen. Es hält uns aber niemand an und daher sehen wir uns diesen bedeutenden Ort in Ruhe an.
    Im Gegensatz zu gestern ist es heute heiß. Morgens bin ich noch mit Daunenjacke über der Abaya losmarschiert. Mittlerweile habe ich zum Glück Hose und T-Shirt unter der Abaya ausziehen können. Die vermeintlich luftige Abaya hält warm. Und wie. Der Stoff ist so dicht gewebt, dass er Wärme gut aufnimmt und auch hält. Das habe ich nicht erwartet. Heute gab es aber so viele Momente mit dem Gedanken „das habe ich nicht erwartet“, dass dieser eine Moment kein Gwicht hat. Aber wahrscheinlich muss sie so gut wärmen, denn die Menschen tragen sie auch an kalten Tagen und wollen nicht frieren.

    Der Jabal Uhud, der heilige Berg, will ich auch noch teilweise erklommen werden. So einfach gestaltet sich das mit einer langen Abaya aber nicht. Wir entscheiden uns für eine kleine enge Schlucht, in die wir soweit wie möglich hineinwandern. Die roten Felsen leuchten herrlich in der Sonne und die wenigen staubgrünen Bäume ragen ihre Äste in den blauen Himmel. An einem Klettersteig ist für mich Schluss. Dafür braucht man Hosen. Moritz besteigt den Felsen und kommt mit schönen Fotos zurück. Als wir zurückwandern sitzt eine Familie mit Picknickdecke im Wadi. Wir werden eingeladen zu Tee und Muffins und versuche. Uns ein wenig zu unterhalten. Eine schöne Begegnung mit sehr freundlichen, offenen Menschen. Solche Momente machen das Besondere an einer Reise aus.
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