• At-Turaif

    January 5 in Saudi Arabia ⋅ ☁️ 15 °C

    Diriyah mit seinen Städten At-Turaif und Al-Bujairi blickt auf eine über dreihundertjährige Geschichte zurück und gehört seit 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es war in den früheren Jahrhunderten ein Handels- und Pilgerzentrum. Heute ist die Altstadt eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Riyadh. Sie liegt am nordwestlichen Stadtrand und war der erste Wohnsitz der saudischen Königsfamilie. Sie wurde im 15. Jahrhundert in der Oase Wadi Hanifa gegründet. Damals war die Stadt von Händlern und einfachen Bauern bewohnt. Im 18. Jahrhundert wurde Diriyah zur Hauptstadt der Region ernannt. Dies bedeutete den Beginn eines vereinten Saudi-Arabiens. 100 Jahre später wurde Diriyah im osmanisch-saudischer Krieg zerstört und die Residenz der Königfamilie nach Riyadh verlegt. Wir spazieren zwischen den Zeugnissen der Geburt des ersten saudischen Staates, sehen den Stil der alten Najd- und islamischen Architektur und erkunden seine Burgen und Gebäude, die aus Lehm und Palmenstämmen gebaut wurden, was ihnen eine Haltbarkeit gibt, die es ihnen ermöglichte, über die Jahre zu überleben.

    Über eine geschwungene Brücke gelangen wir zum Besucherzentrum. Wie bei allen anderen Sehenswürdigkeiten auch: es ist genial. Wir erfahren auf einem bald 40m langen Bildschirm von der Geschichte At-Turaifs. Im Hintergrund ragen bereits die Ruinen der Lehmhäuser in den Himmel. Toll gemacht. Nach dieser schönen Einstimmung betreten wir die alte Stadt. Wir sind sehr früh. Es ist noch fast niemand in den schönen Gassen unterwegs. Auch stehen nur wenige Wachleute an den Ecken. Die gibt es nämlich wieder zu Hauf und erklären einem genau, wohin man darf und wohin nicht. Heute ärgert mich das gar nicht mehr. Wir spazieren durch schmale Gassen und erreichen die Moschee und verschiedene Galerien. Die Galerie über die Familienbiografie der Familie Saud ist in die alten Lehmgebäude integriert worden. Durch Glasscheiben blickt man auf die Wände und auf Säulen im Boden, Sonnensegel spenden Schatten. Alte und moderne Architektur sind genial verbunden worden. Die Wege sind mit unterschiedlichen Steinen ausgelegt, so dass es glatte und raue Bereiche gibt. Umgeben ist alles von Kieseln und dezent versteckter Beleuchtung für den Abend. Auch die Beleuchtung an den Palmen ist genial versteckt, Die Kabel laufen in dicken Hanfseilen, die in die Windungen der Palmbäume gelegt wurden, wie eine Schlange. Es wirkt vollkommen natürlich.
    Leider gibt es noch sehr viele Bereiche, in die wir nicht hineindürfen. Warum? Das weiß niemand. Das ist wieder etwas enttäuschend. Es scheint so, dass hier erst etwas eröffnet wird, wenn auch die Umgebung komplett fertig gestellt und perfekt ist. Auch die beiden Hauptpaläste sind abgesperrt. Wie schade. Wir bummeln zweimal durch sämtliche Gassen und sehen auch, wie Cafés eingerichtet werden und dass man jeden Fleck auf dem Boden von Hand mit einer Bürste entfernt. Überall stehen sehr saubere Toiletten zu Verfügung und Trinkwasser wird bereitgestellt.
    At-Turaif ist ein wunderschöner Ort, der in einigen Jahren, wenn er fertig restauriert ist, sehr viel zu bieten hat. Leider waren für uns noch alle Cafés geschlossen. Wir blicken in die Oase, in der wir auch die alten Brunnen wieder entdecken. Aber auch hier dürfen wir nicht spazieren gehen. Ganz glücklich sind wir mit unserem Besuch nicht. Der Suq und die alte Moschee sind so aufgebaut, wie wir sie schon in anderen Lehmstädten erleben durften. Das freut uns, sehen wir doch die Gemeinsamkeiten der alten Orte im ganzen Land.

    Um At-Turaif zu besichtigen benötigt man ebenfalls einen QR Code, der kostenlos erhältlich ist. Die Anlage öffnet von 9-17 Uhr und von 17-23 Uhr. Das späte Ticket kostet soweit ich weiß.
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