Wadi Disah
December 27, 2025 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 18 °C
Wadi Disah ist ganz klar die Hauptgrund für einen Ausflug in die Region Tabuk. Wadis sind ausgetrocknete Flusstäler. Im Wadi Disah gibt es fast das ganze Jahr durchweg kleine Rinnsale aus dem Gebirge und der Quelle. Diese bilden zwar keinen Fluss, halten aber den sandigen Boden feucht und können auch zu tiefen Wasserpassagen führen. Daher ist das Tal wie eine kleine Oase immergrün und ein sehr seltener Anblick im trockenen, von Wüsten überzogenen Norden Saudi-Arabiens.
Doch nicht nur die Oase macht das Wadi Disah zu einem der ganz großen Highlights auf einer Reise durch dieses geheimnisvolle Land. Die grüne Oase schlängelt sich durch wilde Felsformationen. Hohe und kahle Klippen aus ausgewaschenem Sandstein bilden hier eine der spektakulärsten Landschaften, die ich je gesehen habe.
Mitunter sind die Wege auch für Fußgänger etwas schwierig, da sich immer wieder größere Pfützen bilden und es teilweise nur schwer möglich ist, diese trockenen Fußes zu umgehen. Daher habe ich vorgesorgt und wir sind gut gerüstet, um trockenen Fußes durch das Bilharziose-Verseuchte Wasser zu gelangen. So war der Plan. 7km ins Wadi hineinwandern und natürlich auch wieder hinaus. Doch als wir ankommen, werden wir sofort auf das hohe Wasser hingewiesen. Unser Plan platzt. Wir machen stattdessen eine Jeep-Tour. Fast trocken. Nur das Spritzwasser im Gesicht sorgt für Feuchte. Gleich zu Beginn steht das Wasser weit über einen halben Meter hoch. Trotz der guten Ausrüstung und wasserfesten Schuhen, Tüten und Leechsocken ist klar, dass wir nicht wandern können. Im Wadi selbst gibt es auch immer wieder Passagen mit tiefem Wasser. Es ist wohl gerade sehr wasserreich. Außerdem ist es im Wadi richtig kalt. Das Wasser ist ebenfalls eisig. Schon an den eiskalten Füßen wäre unsere Wanderung nach kürzester Zeit gescheitert. Es wandert auch sonst niemand. Wir wären also die einzigen Fußgänger auf den wassergefluteten Pisten, die von den Jeeps durchpflügt werden. Und somit die ganze Zeit im Weg. So genießen wir die Fahrt. Die Wege sind so zugewachsen, dass uns das Schilf ständig um die Ohren schlägt. Mal sind es nur Rinnsale, Pfützen, tiefe Fuhrten, dann aber auch halbe Seen, die wir durchfahren. Das Wasser spritzt meterhoch. Und die Landschaft? Es wurde nicht zu viel versprochen. Die Landschaft hier gehört zu den Highlights dieser Welt. Hohe Kamine, Felsen, Nadeln ragen in den tiefblauen Himmel. Durchwachsen von Palmen und Schilf. Es ist so eng, dass ein Teil im Schatten liegt und der andere von der Sonne bestrahlt wird. Im Schattenteil ist es eiskalt. So bewegen wir uns hin und her zwischen Licht und Schatten, Wärme und Kälte, Trocken und Nass. Und wir sind nicht allein. Ziegen und Esel leben hier und fressen das Grün. Es ist ein beliebter Platz und die Saudis verbringen hier ihr Wochenende in dieser herrlichen Natur. Im hinteren Teil des Wadis entspringt die Quelle, die hier für ständige Feuchtigkeit sorgt. Nachdem wir diese passiert habe, ist es absolut trocken. Nur noch tiefer, weicher Sand. Das Wadi weist Spuren sehr früher Besiedlung auf, klar erkennbare Treppen wurden vor Urzeiten in den Sandstein gehämmert. Wir sehen auch Becken, in den sich das Wasser sammelt und wie in Kaskaden von einem ins nächste fließt. Folgt man dem Wadi bis ans Ende, erreicht man eine Tiefsandgegend und nach dieser trifft man auf die Teerstraße nach Tabuk. Kilometermäßig eine kleine Runde. Doch da wir das Wadi erst einmal weiträumig umfahren müssen, um es überhaupt zu erreichen, sammeln wir heute wieder viele Kilometer auf dem Tacho und erhalten im Gegenzug Blick auf wunderschöne Landschaften. Nachdem wir gestern nicht sehr glücklich und zufrieden mit unserem Tag waren, ist der heutige wieder ein absolutes Highlight. Die Landschaften sind schlicht atemberaubend. Am Abend blicken wir wieder auf das Rote Meer. Es ist herrlich warm und wir genießen die 25 Grad nach den letzten kalten Tagen.Read more


























SYLWIA B.Bilharziose? Ist es speziell in diesem Wadi oder generell in SaudiArabien?
TravelerDa bin ich auch überrascht. Bei Bilharziose denke ich z. B. an Botswana und Co., aber Saudi-Arabien wäre mir nicht in den Sinn gekommen.
TravelerAnscheinend gibt es das hier. Also nicht nur in diesem Wadi, sondern generell. Aber auch auf Korsika kann man sich Bilharziose einfangen.