Dies und das über das Land
6. januar, Saudi-Arabien ⋅ ☀️ 9 °C
Saudi-Arabien ist definitiv kein günstiges Reiseland. Man muss sich auf Preise wie in Deutschland einstellen, die nach oben keine Grenze kennen. Man kann hier für außergewöhnliche Unterkünfte und sehr gute Restaurants sehr viel Geld ausgeben. Auch das Shoppingabenteuer ist nichts für den kleinen Geldbeutel. Selbst die edlen Datteln haben einen edlen Preis.
Der Mietwagen ist ebenfalls kein Schnäppchen und hat nur eine gewisse Menge an Freikilometern. Überschreitet man diese, wird man zur Kasse gebeten.
Sehr günstig ist hingegen das Tanken. Da kommt Freude auf und außer in Medina und Riyadh mussten wir nie fürs Parken bezahlen. Ebenfalls sehr angenehm ist, dass sämtliche Museen, außer in Al Ula, kostenlos sind. Die Türme in Riyadh hatten aber ihren Eintrittspreis.
In den Restaurants hatte ich erwartet, dass man nach Familie und Männern getrennt gesetzt wird. Das haben wir so nie erlebt. Der Restaurantbesuch ist identisch mit dem in allen anderen Ländern.
Saudi-Arabien ist sicherlich eines der konservativsten Länder der Welt. Außer in Riyadh tragen alle Frauen eine Abaya und das Gesicht ist bei fast allen vollverschleiert. Man sieht also immer nur in Augen. Es gibt wunderschöne Augen und so oft habe ich mich gefragt, wie die Form des Gesichts wohl weitergeht. Ist es hübsch oder eher nicht. Auch das bleibt uns verborgen. Mittlerweile sehe ich die Abaya identisch zu unserem Mantel. Darunter sieht man Schlaghosen, Sneakers und Chucks hervorlugen. Die Frauen sind ebenso berufstätig wie die Männer und genauso mit ihren Freundinnen in Restaurants, Cafés oder zum Shoppen unterwegs wir wir. Auf dem Weg zur Uni sind uns fast nur Frauen begegnet.
Die Männer tragen Kaftan und ebenfalls das traditionelle Tuch auf dem Kopf.
In abgelegenen Regionen werde ich neugierig gemustert. Dunkle Augen ruhen auf mir, lächelnd, freundlich. Immer wieder werden wir angesprochen, kaum jemand kann englisch. Es sind nur Satzfragmente. Man will wissen woher wir kommen, heißt uns willkommen und würde gerne mehr sprechen, wenn es denn ginge. In Riyadh sieht man auch Frauen mit offenem Haar und viele ohne Gesichtsschleier. Die moderne Metropole unterscheidet sich hier ganz deutlich vom Rest des Landes.
Als Tourist sollte man sich dezent kleiden. Aber westliche Kleidung ist absolut akzeptiert. Nur in der heiligen Stadt Medina muss man als Frau eine Kopfbedeckung und Abaya tragen. Ich hätte mich dort sonst sehr unwohl gefühlt. Natürlich sind wir herausgestochen, aber nicht wie bunte Vögel, sondern nur wie Graue.
Gastfreundschaft
Ich war noch nie in einem Land unterwegs, in dem Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft so groß geschrieben werden. Das war eine besondere Erfahrung, die diese Reise zu einer ganz Außergewöhnlichen macht. Ich habe nicht erwartet, einfach so zum Mittagessen eingeladen zu werden und noch weniger, dass man sich die Zeit nimmt, um uns das Land zu zeigen oder uns einfach zu Café, Tee und Datteln einzuladen.
Toiletten
Wenn man in Städten unterwegs ist, hat man ja immer wieder das Problem, eine Toilette zu finden. Nicht so in Saudi-Arabien. In allen Städten, groß und und klein, gibt es überall sehr saubere und schöne Toiletten. Wunderbare Einrichtungen. Das ist sehr angenehm.
Einige Fragen sind uns immer wieder durch den Kopf gegangen. Wo sind die Touristen? Wir sind praktisch keinen begegnet während unserer gesamten Reise. Dennoch sind sie da. In Riyadh treffen wir auf Gruppen, auf einige westliche Individualreisende. Wo waren sie die ganze Zeit? Wir haben uns die Highlights des Landes und einiges darüber hinaus angesehen. Die anderen müssen dort doch auch gewesen sein. Warum sind wir ihnen nie begegnet? Wir hatten all die wunderschönen Orte immer für uns allein, Das gab es so bisher allenfalls in Usbekistan. Aber sonst nirgends auf der Welt. Wir haben das sehr genossen. Am Flughafen sind sie dann alle versammelt, um sich wieder in der Welt zu verteilen. Es sind nicht wenige.
Eine weitere Frage, die wir nicht ansatzweise beantworten können, ist: Wo arbeiten die Saudis? In den Geschäften sitzen sie. Die Guides in allen Besucherzentren sind immer Frauen. Die Aufpasser in Al Ula waren Männer. Diese Arbeitsplätze kann man jedoch zählen. In den Restaurants, Hotels, Tankstellen, Baustellen…. Überall arbeiten Pakistani, Inder, Gastarbeiter. Das ist bei uns auch zum Teil so. Doch wann gehen die Saudis zur Arbeit und wohin? Wenn an der Rezeption im Hotel mal ein Saudi saß, konnte er kein Englisch und hat den Kofferträger gerufen, der sich wunderbar mit uns unterhalten konnte. In anderen Ländern wird englisch gelernt. Da besteht hier großer Nachholbedarf. Die Männer flanieren auf den Straßen mit ihren Familien, sehen sich ebenfalls Sehenswürdigkeiten an, gehen Essen und Shoppen. Wir sehen sie nie in einem Büro verschwinden.
Was auch auffällt: die Saudis werden erst abends/nachts so richtig wach. Und ihr liebstes Hobby ist neben Essen und Shoppen das Autofahren. Auf den Straßen ist auch um Mitternacht immer noch die Hölle los. Bei Tagestemperaturen von 40 Grad und mehr ist das alles sicherlich verständlich. Aber im Moment ist es eher frühlingshaft. Nachts oft richtig kalt und nach dem gestrigen Temperatursturz ist es auch am Tag in Riyadh nicht mehr warm.Læs mere


SYLWIA B.Danke für all die Informationen. Was ich dennoch vermisse, sind die Angaben zu den Unterkünften. Wie wart Ihr zufrieden? Sind die Preise mit den der westlichen Welt vergleichbar? Würdest Du, wenn Du nochmals planst vor Ort buchen?
RejsendeOh ja. Die Preise sind absolut mit den unsrigen zu vergleichen. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Gerade in Al Ula kann man schnell 4-stellig werden. Wir waren im Großen und Ganzen zufrieden. Es waren aber keine Highlights. Einfach Standardunterkünfte. Oftmals waren sie groß. Das war angenehm. Nichts Schönes, wie so oft in Südamerika/Afrika/Asien wo man ins Schwärmen kommt. Das hätte man in Al Ula finden können, zu entsprechendem Preis. Oft gibt es nur ein Handtuch für 2 Personen. Man bekommt aber eines, wenn man nachfragt. Klopapier hatten wir immer. Es soll aber auch ohne geben. Es wird ja nicht benützt. Ich bin kein vor Ort Bucher. Aber die Hotels waren nie ausgebucht. Es müsste also problemlos Unterkünfte geben. Ich würde aber schon bei booking.com schauen, wohin ich will.
SYLWIA B.Ein Handtuch für Zwei? Und ich rege mich auf, weil ich zwei Badehandtücher und nur ein Händehandtuch bekomme. Ich brauche eins fürs Gesicht. Es gibt auch keine Waschlappen. Die muss ich täglich nachfordern. Dann rücken sie die raus.
Rejsende🤣🤣🤣🤣 Waschlappen? Was ist das? In Jeddah und Medinah waren alle Handtücher vorhanden. Das heißt, zwei Duschtücher und eines für die Hände. Ansonsten gab es ein Duschtuch und manchmal eines für die Hände. Das zweite Duschtuch habe ich immer angefragt. Ich denke, wenn man aber in westliche Ketten geht (Ibis, Le Meridien, Mövenpick…) ist das vielleicht schon anders. Auch Zimmerservice hatten wir bei mehreren Übernachtungen nicht. Aber als es zu kalt wurde, haben wir eine Heizung bekommen. Ich hatte für alle Fälle Klopapier dabei (haben wir auch gebraucht) und ein Handtuch. In unserer furchtbaren Unterkunft war ich sehr froh darüber. Wir haben nur Hände gewaschen. Alles andere ist ausgefallen. Das war zu schlimm. Der Standard ist ein ganz anderer.
SYLWIA B.Ich bin nicht der tägliche Duscher. Ich brauche einen heißen Waschlappen morgens auf mein Gesicht. Und wir wohnen in einem internationalen Kettenhotel. Übrigens: mindestens ein Hotel auf unserer Reise wird diesen Low-Level Standard auch haben. Dafür bin ich schon vorbereitet 😉
RejsendeWenn ich nicht gerade auf Borneo bin, dusche ich auch nicht unbedingt jeden Tag im Urlaub. Aber die Handhandtücher jetzt waren oft sehr klein. Da habe ich gern ein Duschtuch. Ob ich nun dusche oder nicht. Die Low-Level Unterkunft kam nur in der Not zustande, da das bei booking.com gebucht Hotel plötzlich wegen Bauarbeiten geschlossen war. Man kann es aber immer noch buchen. Zum doppelten Preis. Interessant. Das wundert booking auch. Ich vermute, die hatten keine Lust auf uns. Dann müssen sie eben ihre Preise richtig angeben. Es war die einzige Option vor Ort, die über booking.com buchbar war. Es gab nichts anderes. Auf der Karte war das Hotel auch falsch eingezeichnet. Wir konnten es also nicht einmal suchen. Da ich darauf nicht vorbereitet war, hatten wir leider keine Inlayschlafsäcke dabei.