Vorbereitungen und E-Einreise
March 27 in China ⋅ 🌙 15 °C
Das übliche Vorgeplänkel einer jeden Reise ist erledigt. Da wir leider nicht sehr lange durch China reisen, benötigen wir kein E-Visum. So hat eben alles seine Vor- und Nachteile. Die elektronische Einreiseerklärung muss aber, wie für so viele andere Länder auch, vor der Reise ausgefüllt und ein QR Code generiert werden. Außerdem benötigen wir eine spezielle Einreisegenehmigung für das Autonome Gebiet Tibet. Das TTB - Tibet Travel Permit. Woher kommt das B? Müsste es nicht TTP heißen? Das Permit wird im Tibet Travel Bureau erstellt und heißt deswegen TTB. Egal, wir haben es und das ist das einzige, was zählt.
Für China benötigen wir unbedingt mobiles Internet. Nachdem wir in Saudi-Arabien nur über zwei E‘s verfügt haben, haben wir dieses Mal schon vier. Das E-Flugticket, die E-Einreiseerklärung, die Einreisegenehmigung für Tibet und die E-SIM. Die E-SIM von Trip.com kann alles, was wir die nächsten Wochen benötigen. Eingecheckt sind wir noch nicht. Man wird vom Lufthansa online check-in auf die Air China Seite weitergeleitet. Dort soll ein Account erstellt werden. Das wäre ja alles möglich, wenn es nicht nur auf chinesisch dastehen würde. Hiermit scheitern wir das erste Mal an Schrift und Sprache. Leider finde ich keine Möglichkeit, die Sprache zu wechseln. Somit müssen wir ganz old school am Flughafen einchecken.
China ist ein absolut digitalisiertes Land. Nach kurzer online Recherche wissen wir, welche Apps wir benötigen und haben eine blasse Ahnung, wie das digitalisierte China vielleicht funktionieren könnte. Nachdem ich in Deutschland alles mit Bargeld bezahle und im Urlaub die Kreditkarte auch nur für Mietwagen, Hotelzahlungen und Tanken benütze, kann ich nun in China beide Zahlungsweisen vergessen. Die internationale Kreditkarte wird nicht akzeptiert und Bargeld kennt kaum noch jemand. Was ist bitte schön Wechselgeld? So muss ich Bargeldliebhaber nun den ganz großen Schritt tun und per App über das Handy bezahlen. Dabei habe ich ja noch nicht einmal ein Handy. Wie sagt man so schön: alles zu seiner Zeit. Es ist jetzt offensichtlich Zeit. Es muss ein Handy her und eingerichtet werden. Die Installationen sind einfach und in kürzester Zeit erledigt. Das gute Stück ist nun mit den gängigen Zahlungsapps WeChat und Alipay ausgestattet. Bei beiden hinterlegt man einfach die Kreditkarte. Von der Bank habe ich direkt die Mitteilung erhalten, dass die Verbindung steht. Beide Apps sind keine reinen Zahlungsapps. In ihnen sind ein chinesisches WhatsApp, ein chinesisches Uber namens Didi, eine Übersetzer App, eine Plattform für Hotel, Ticket und Zug/Flugbuchungen und vieles mehr direkt integriert. Da Google.Maps erstens nicht funktioniert und ansonsten auch total veraltet wäre, benützen wir Maps.me und AMap zur Navigation. Wir sind somit komplett versorgt. Die Verbindung nach China steht. Ich habe alle Zug- und Flugtickets. Es dürfte also nichts mehr schief gehen.
So dachte ich… Eine knappe Woche vor Abflug stelle ich fest, dass meine handgepäcktaugliche Powerbank doch nicht so tauglich ist. Sie erfüllt zwar die Norm < 100Wh und hat auch eine schöne CE Zertifizierung. Doch das hilft mir in China nicht. Hier benötige ich die chinesische CCC Zertifizierung. Habe ich nicht. Ist hier auch schwer zu bekommen. Solche Geräte gibt es kaum. Hier hilft der Ami dem Chinesen oder eben doch mir. Amazon macht’s möglich. Im letzten Moment erstehe ich eine CCC zertifizierte Powerbank, eine der wenigen Modelle, die es innerhalb Europas überhaupt gibt.
Den Weg nach Frankfurt findet unser Auto mittlerweile ja schon von ganz allein. Fast ein wenig langweilig. Vielleicht sollten wir auch mal mit der Deutschen Bahn zum Flughafen fahren. Reisende erleben vor und während dieser Anreise manchmal beinahe mehr, als während der gesamten eigentlichen Reise. Was für Abenteuer.
Das Wetter gestaltet alles ein klein wenig abenteuerlich. Extra für uns? Wer weiß. Obwohl noch nicht einmal April ist, muss er seine Wetterkapriolen demonstrieren. Die sturmartigen Böen reißen den Himmel auf und wir fahren im strahlenden Sonnenschein und wenige Momente später treibt er die Wolken wieder zusammen. Es graupelt, regnet und Schnellflocken wirbeln um uns herum. Wilde Wetterwechsel während der gesamten Fahrt.
Mit Air China sind wir noch nie geflogen. Aber das Gepäck ist auch hier schnell aufgegeben. Obwohl mit Lufthansa gebucht, müssen wir bei Air China einchecken. Tatsächlich kommt man hier nur mit Papier Bordingpass an Bord. Alles doch nicht so digital? Oder liegt es an unserer Digitalisierung? Daher müssen wir auch nichts lesen können, wenn wir versuchen online einzuchecken. Es soll nicht gehen. Nun folgt der „Warteteil“, den jeder liebt, bevor wir in die Lüfte steigen.
Nachdem wir uns 7 Stunden in die Zukunft katapultiert haben oder anders gesagt, 7 Stunden unserer Lebenszeit verschenkt haben, landen wir nach einem ruhigen Flug mit ausnahmsweise mal wirklich gutem Essen, von dem man auch satt wurde, in Peking. Die Einreise ist schnell erledigt, Stempel im Pass und Geld getauscht, ein bisschen Bares will ich Bargeldfan schon haben.
Dieses Mal sind wir doch sehr froh, dass unser Gepäck gleich mitgeflogen ist und nicht noch irgendwo vergessen und verlassen in Frankfurt stehen geblieben ist und vor allen Dingen auch, dass es in einem Stück und nicht wie bei den letzten beiden Reisen als Bruch angekommen ist.
Der PEK ist ein schöner, sehr großer Flughafen. Es gibt aber schönere. Wir machen uns bei frühlingshaften Temperaturen auf den Weg ins Hotel. Die Mandelbäume und Forsythien blühen, die Weiden tragen hellgrün. Die Natur ist schon etwas weiter als in Deutschland. Lautlos rollen wir entlang riesiger Straßen und haben das Gefühl durch einen Park zu fahren. Alles grün, alles bepflanzt. Die Stadt ist so riesig, dass sich die Dimensionen verschieben und ich zwischendurch überlege, ob nicht doch alles klein ist. Vielleicht entsteht dieses Gefühl auch, weil ich die gesamte Strecke zwischen blühenden Bäumen fahre und absolut kein Großstadtfeeling aufkommen will. Ein Hochhaus reiht sich an das andere, die Straßen sind breit, die Distanzen enorm. Es staut sich überall und geht nicht vorwärts. Gefahren wird sehr gesittet, aber man liebt das Hupen. Die Straßen sind für diese Unmenge an Verkehr nicht gemacht. Es staut überall. Geduld ist gefragt. So erreichen wir schließlich unser Hotel fußläufig zum Tiananmen Platz. Wir sind angekommen.Read more









TravelerGute Reise! Wir sind gespannt, wie Euch China gefallen wird.
TravelerDanke! Ja wir sind gespannt.
SYLWIA B.Super dass Ihr da seid. Sieben Stunden Flug nur? Das geht ja schnell. Übrigens funktionieren alle gewohnten Apps mit der eSIM von Trip.com. Auch GoogleMaps. Nur ist AMap noch komfortabler. Ich suche mir dort die normale Route für den Fußweg aus. Man kann auch mit AMap ein Taxi bestellen. Das haben wir jetzt ein paar mal genutzt. War jedes Mal 👍🏻
Traveler9 Stunden Flug. Ich hoffe, dass künftig alles funktioniert. Heute war Chaos. Jetzt scheint es behoben. Dann werden wir das AMap Taxi auch mal testen.