• Beijing

    March 27 in China ⋅ ⛅ 12 °C

    Beijing, also Peking, ist die Hauptstadt und somit politisches Zentrum der Volksrepublik China. Es hat eine über dreitausendjährige Geschichte mit bedeutendem Kulturerbe. Seine Fläche ist fast so groß wie Thüringen. Die Stadt befindet sich in der Nordchinesischen Tiefebene durchschnittlich 63m über dem Meeresspiegel und ist vom Mongolischen Plateau umgeben. Obwohl Peking nur etwa 150 Kilometer von der Küste entfernt liegt, hat es ein gemäßigtes, kontinentales Klima, das heißt warme, feuchte Sommer und kalte, trockene Winter. Im Winter herrschen Temperaturen bis zu −20 °C und ein eisiger, aus den Ebenen der Inneren Mongolei wehender Wind. Zum Glück ist es jetzt nicht mehr so kalt und wir erfreuen uns an frühlingshaften Temperaturen.

    Beijing - eine Stadt mit vielen Gesichtern. Eine riesige Stadt, die von fünf Cityringen umgeben wird. Wir wohnen im ersten, nahe dem Tian’anmen Platz, also dem politischen Zentrum. Der zweite Ring umgibt die Altstadt, deren Häuser alle niedriger sind, als die der Verbotenen Stadt. Danach wachsen die Hochhausriesen aus dem Boden. Moderne Glasgebäude, der Fernsehturm, der City Tower, der höchste Turm Pekings mit 528m, das Finanzviertel. Während wir auf der Stadtautobahn an den Hochhausriesen vorbeifahren, versuche ich einige Fotos aus dem Fenster zu schießen. Dazwischen zeigt die Stadt alle Facetten. Sie ist sehr grün und wir wähnen uns meist in einem Park. Eine sehr stille Stadt, in der nur noch Elektroautos fahren. Ich sehe lediglich eine einzige Tankstelle in der gesamten Stadt, in der zu mindest im Moment, niemand tankt. Wir können die Vögel zwitschern hören. Dennoch ist der Himmel gräulich vor Smog. Zu viele andere Abgase werden in die Luft geblasen. Im ersten Ring der Stadt wird es nachts absolut leise. Es fahren keine Autos und alles ist abgesperrt. Im frühen Morgen ist Auto fahren noch angenehm, aber mit fortgeschrittener Tageszeit steht man nur noch im Stau. Es nervt. Gehupt wird dabei sehr gerne. Alle fahren äußerst diszipliniert.
    Leider können wir in unseren gerade Mal zwei Tagen nur an der Fassade Pekings kratzen. Wir sehen uns die berühmtesten Sehenswürdigkeiten an und sind geschockt von den Menschenmassen. Überall wird geschoben und gedrängelt. Es gibt kaum einen Moment ohne andere Menschen. Es ist anstrengend immer in der Masse zu stecken. Immer schauen zu müssen, niemanden in die Hacken zu treten. Es gibt viele westliche Touristen. diese reisen alle in Gruppen. Die Mehrheit sind Chinesen, die ihr eigenes Land besichtigen. Wir schieben uns durch diese schönen Orte wie auf dem Weihnachtsmarkt. Dichtes Gedränge.

    Hier stößt Tradition auf Moderne. Chinesen lieben es, sich zu verkleiden. Daher gibt es überall Kostümverleih. So fühlen sich hauptsächlich die Damen in eine andere Zeit versetzt und wandeln durch das historische Peking. Für mich sehr schön anzusehen. Da Chinesen Selfies über alles lieben, lassen sie sich liebend gerne ablichten. Perfekt für mich.
    Um dem Stau zu entgehen, greift man gerne zum Fahrrad. Der alte Drahtesel kann überall per moderner App ausgeliehen werden. Sie parken überall und wer falsch parkt, zahlt extra. Manchmal muss dann aber doch der Verleiher eingreifen und seine Fahrräder alle mal wieder einsammeln. Damit das Rad auch immer per App geliehen werden kann und man niemals ohne geladenes Handy dasteht, kann man an allen Ecken Powerbanks leihen. In gelben Kästen, die mich an Hochhäuser erinnern, steckt die Power. Ein Scan per App und schon kann sie entnommen werden. Wenn das Handy geladen ist, gibt man sie irgendwo wieder ab. An allen Ecken stehen die gelben Powerbankstationen.
    Chinesen lieben Blumen, gerade blühen Magnolien und die Kirsche. Nicht nur die Japaner sind verrückt, was die Kirschblüte angeht. Nur ist es bei ihnen bekannt. Hier ist es genauso. Die ganze Stadt blüht und überall stehen die Menschen und fotografieren Blüten. Wir erfahren, dass während dieser Steig die Eintrittspreise in den Parks teuer werden und die Menschen gezielt wegen der Blüten in die Parks gehen. Sie wachsen aber auch überall entlang der Straße. Die Blumenliebe macht mir die Menschen doch gleich sehr sympathisch.
    Während es hier schon deutlich wärmer ist als in Deutschland, ist es offenbar für die Einheimischen noch kalt. Die Mopeds haben alle ein Wintergewand. So schlüpft man in eine Art Mantel, der am Lenker befestigt ist. Die Hände verschwinden in Handschuhen, die mich an Kochhandschuhe erinnern. Der lange Mantelteil bedeckt die Beine. Man ist zugedeckt und eingepackt und vor dem Fahrtwind geschützt. Besonders schön ist die rosa Hello Kitty Variante.
    Beijing - eine leise, laute, moderne, traditionelle Stadt. Sie gefällt mir, abgesehen von den Touristenmassen sehr gut.
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