Kloster Mindröl-Ling
6 April, China ⋅ 🌙 5 °C
Es ist noch dunkel, aber ich erkenne, dass der Himmel absolut klar ist. Wir starten zeitig, da wir heute viele Kilometer hinter uns bringen müssen. Wir fahren entlang des Brahmaputra Flusses. Der Fluss fließt türkisfarben in einem endlos breiten Flussbett. Viel Sand ist angespült worden. Teilweise türmt er sich zu einer riesigen Dünenlandschft und wir meinen in der Wüste zu sein. Entlang des Flussbetts werden überall Bäume angepflanzt. Das Baumprojekt ist eines der größten Projekte in China. Im gesamten Land wird gepflanzt, um die Emissionswerte zu senken. So auch hier. Da es aber kaum regnet, muss ständig bewässert werden. Millionen Bäume. Die Erosion muss auch dringend gestoppt werden. So werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Überall blühen die Kirschbäume und die Felder werden bestellt. Teilweise mit der Hacke, mit dem Pferd und mit kleinen, motorisierten Handpflügen. Für Traktoren sind die Felder zu klein. Die typisch tibetischen Häuser sind zweistöckig. An jeder Ecke auf den flachen Dächern befindet sich ein kleiner Turm, auf dem die Gebetsfahnen flattern. Yakdung mit Stroh vermischt wird zu Fladen geformt und an die Hauswände und Mauern zum Trocken geklebt. Im Winter wird damit gekocht und geheizt.
Schließlich erreichen wir das Kloster Mindröl-Ling. Doch zunächst dürfen wir es nicht betreten, weil es nicht auf der Liste der Orte steht, die wir besichtigen dürfen. Die Agentur hat einen Fehler gemacht und das Kloster nicht aufgeführt. Nach einigen Telefonaten mit der Agentur ist der Wachdienst aber so nett und lässt uns dennoch hinein. Schließlich sind wir ja schon da. Nächstes Mal wird das nicht mehr klappen. Aber das interessiert uns nicht.
Mindröl-Ling ist das größte Nyingma-Kloster in Zentraltibet, das Gründungskloster der Mindröl-Ling-Tradition und wurde 1676 gegründet. Während der Mongoleneinfälle in Tibet im 18. Jahrhundert wurde es zerstört und später wieder aufgebaut. Aus dem Mindröl-Ling Kloster gingen über 100 Nebenklöster hervor, die die Tradition verbreiteten. 1959 floh der 11. Minling vor der chinesischen Besatzung aus Tibet. Im Jahr 1976 wurde er zum Thronhalter des neu erbauten Klosters Mindröl-Ling und zum „Oberhaupt der Nyingma“ in der tibetischen Exilregierung gewählt. Es zählt zu den sogenannten „Sechs großen Sitzen“ der Nyingma.
Wir sind ganz alleine in der Anlage. Einige Mönche laufen umher und erledigen ihre Arbeiten. Ein stiller, wunderschöner Ort, der uns begeistert.
Wir folgen weiter dem Lauf des Brahmaputra, bis wir den Pass in die Berge erreichen.Baca lagi
























SYLWIA B.Hast Du wieder die gesamte Nacht geschrieben😉 Toll, dass Ihr reindurftet. Der Brahmaputra ist sensationell mit den vielen Sandbänken anzuschauen. Ich hab da auch ständig fotografieren müssen. Und die Farbe…😍
PengembaraJa der Fluss war toll.
PengembaraIch wundere mich auch immer wieder, wie Du bei dem Programm noch so viele Worte zu "Papier" bringen kannst. 😊
PengembaraDas ist auch meine Urlaubsrecherche. Die historischen Hintergründe habe ich schon geschrieben gehabt. Sonst geht das nicht.