Lhasa
April 2 in China ⋅ ☁️ 15 °C
Lhasa - welch melodischer, weicher Klang, mystisch, sehnsuchtsvoll, geheimnisvoll. Der Name klingt so weich wie das Licht der Landschaft. Ein fremdartiger Name, der für den Ursprungsort des Lamaismus, des tibetischen Buddhismus, steht. Lhasa - eine verbotene Stadt, die jahrhundertelang, bis Mitte des 20. Jahrhunderts, für Ausländer, Händler und Entdecker verschlossen war. Abgeschottet von dieser Welt, um die tibetische Kultur zu bewahren. Tibet wird als „Land der Götter“ bezeichnet, weil es die Heimat des Dl war, der als lebender Gott der Tibeter gilt. Selbst oder gerade heute benötigt man eine spezielle Einreisegenehmigung, um Lhasa und das Autonome Gebiet Tibet zu bereisen.
Die tibetische Hauptstadt liegt in einem geschützten Tal des Kyi Chu oder Lhasa-Flusses auf einer Höhe von 3.650m. Die Gipfel des umliegenden Berglandes erreichen Höhen bis zu 5.300m. Lhasa kann im Schnitt mehr als 300 Sonnentage pro Jahr aufweisen, was mich als Sonne und blaue Himmel Liebhaberin sehr freut.
Die Gründung der Stadt geht auf das 7. Jahrhundert und den 33. tibetischen König Songtsen Gampo zurück. Sein Palast stand an der Westseite der Stadt auf dem Marpori, dem roten Berg, auf dem sich heute der Potala-Palast, das Wahrzeichen der Stadt, befindet. In Lhasa entstanden damals zwei Tempel, die heute zu den wichtigsten buddhistischen Heiligtümern des Landes zählen: der Jokhang und der Ramoche Tempel. Der Jokhang Tempel ist das religiöse Zentrum des tibetischen Buddhismus und gehört zum UNESCO Welterbe.
Lhasa - ein Ort voller Geschichte. Von hier tauchen wir ein in die spirituelle Welt Tibets. Es wird eine Reise entlang der wichtigsten Klöster, in eine geheimnisvolle, fremde Welt und durch spektakuläre Landschaft des Himalaya.
Doch bevor es losgeht, müssen wir erst einmal ankommen. Der erste Höhenschock erfasst uns direkt beim Aussteigen aus dem Zug. Ich atme tief ein und aus. Die Luft ist klar und die Sonne wärmt. Blitzartig spüre ich den Unterschied zwischen der mit Sauerstoff angereicherten Luft in unserem Zugabteil und der Höhenluft von Lhasa. Der Atem stockt. Die Brust wird eng. Wie schon bei unserem kurzen Zugausstieg auf 4800m entzieht der fehlende Sauerstoff auch hier dem Körper alle Energie. Die Muskeln versagen und Schwindel tritt auf. Zum Glück kompensiert der Körper recht schnell. Aber das Gefühl, keine Kontrolle mehr zu haben ist eine eher unangenehme Erfahrung. Wir werden am Bahnhof abgeholt und (so kennen wir das bereits aus Nepal) mit weißen, seidenen Schals, den Khatag, in Tibet begrüßt. Der Khatag symbolisiert das reine Herz des Überreichenden. Auf dem Weg zum Auto durchzuckt ein Gefühl der Schwäche meinen Körper. So starke Auswirkungen habe ich nicht erwartet, aber der Sauerstoffmangel zermürbt spürbar Gehirn und Muskulatur. Ich komme mir vor, als ob ich nach einem mehrtägigen Segeltörn zum ersten Mal wieder Land betrete. Alles schwankt. Unser Fahrer bringt uns ins Zentrum Lhasas zu unserem Hotel. Vorbei geht es an Hochhäusern und riesigen Betonklötzen. Der äußere Gürtel um die Stadt unterscheidet sich nicht von den Randzonen anderer chinesischer Städte, in denen wir zuvor waren. Bunt, grell, laut, riesige Werbetafeln und schmucklose Gebäude. Durch die Vororte Lhasas ziehen sich vierspurige Schnellstraßen in Topzustand, alle mit hübschen Laternen und bepflanzten Mittelstreifen bestückt. Auch sie sind alles noch vom Neujahrsfest geschmückt. So habe ich mir das nicht vorgestellt. Aber nach einigen Kilometern Fahrt kreuz und quer durch Lhasa biegen wir von den breiten Stadtautobahnen ab. Das Stadtbild verändert sich. Die Straßen werden enger, die Neonreklame verschwindet nach und nach. Die Menschen haben dunklere Haut und sind vielfach traditionell gekleidet. Die rot-braun gegerbten Gesichter der Tibeter heben sich deutlich von der Blässe unserer Gesichter ab. Unser Guide Dorschdi erklärt uns, dass die Einheimischen hier schon im Kindesalter auf das Leben in der Höhe und der permanenten Aussetzung der aggressiven UV-Strahlung vorbereitet werden. Die Gesichtshaut wird mit Yak-Kot eingerieben und von der Sonne getrocknet. Über Monate und Jahre stellt sich dadurch die überlebenswichtige UV-Resistenz ein. Jetzt sind wir also in Lhasa. Wirklich in Lhasa. Zwei Städte in einer Stadt, so kommt es mir vor. Die Gegensätze sind riesig.
Unser Hotel liegt in der Fußgängerzone der Altstadt nur wenige Gehminuten vom berühmten Jokhang Tempel entfernt. Einchecken geht schnell und dann schleichen wir im Schneckentempo auf unser Zimmer.
Ich bin ermattet, als ich endlich unser Hotelzimmer erreiche. Ich merke die Höhe....Ich japse nach Luft wie eine Ertrinkende..... und ja wegen der Höhe soll man viel trinken... Ich greife nach der großen Wasserflasche. Aber trinken und atmen funktioniert nicht gleichzeitig. Was für ein Problem.
Somit verschlucke ich mich als erstes. Und statt zu atmen und zu trinken, huste ich nun und bekomme noch weniger Luft. Bisher sind wir immer etwas langsamer in solch hohe Höhen aufgestiegen. Prinzipiell kennen wir die Probleme. Doch heute ist es dann doch ganz anders.
Ich spüre leichte Kopfschmerzen. Aber ich habe ohnehin sehr häufig Kopfschmerzen und die Zugfahrt war lang und auch anstrengend. Rede ich mir das schön, oder sind es die typischen Symptome der Höhenkrankheit? Aber so schnell? Doch anstatt weiter in mich und meinen Kopf hineinzuhören, richten wir den Rucksack, um einen kleinen ersten Spaziergang durch Lhasa zu machen.Read more











SYLWIA B.🤣 Sorry für das LachSmiley. Es erinnert mich 1:1 an unsere Zeit in Lhasa.. wir haben im 1.OG gewohnt. Oben angekommen-fix und foxy. „Sie müssen viel trinken“ hieß es. Aber wie. Entweder atmen oder trinken und ersticken 😉
Traveler🤣🤣🤣🤣 Und da ging es mir ja noch gut.
TravelerUi, hoffentlich habt ihr euch schnell an die Höhe gewöhnt!?
TravelerJa. Es geht schon. Morgen geht es weiter rauf. Dann werden wir sehen.