Rongbuk Kloster 5000m
April 8 in China ⋅ ⛅ -12 °C
Meine Nacht endet leider schon um kurz nach eins. Ich wache schwer atmend mit Herzrasen auf. Kopfweh habe ich auch ein wenig. Ich suche eine andere Schlafposition. Doch es bringt nichts. Also brauche ich Ablenkung. Und so schreibe ich heute Nacht tatsächlich meine Pinguine. Einschlafen ist danach aber auch nicht besser. Da ich noch den Sauerstoffschlauch aus Lhasa habe, bringe ich den nun an den Start. Warum soll ich mich nachts quälen, wenn die Chinesen schon am Tag nur an der Sauerstoffflasche hängen? So hoch gelegen haben wir noch nie geschlafen. Nach kurzer Zeit merke ich wieder, dass es besser wird. Das Herz wird ruhig. Wunderbar und gute Nacht!
Als der Wecker schließlich um 7 Uhr klingelt, war die Nacht für mich doch ziemlich kurz. Aber es hilft nichts. Der Everest ruft. Im Zimmer ist es eiskalt und so schlüpfe ich nur ungern in eisige Kleider und Schuhe. Bei -9 Grad laufen wir kurz nach halb acht los. Es atmet sich schwer. Aber da es keinen Wind gibt, erscheinen uns die Minusgrade überhaupt nicht kalt. Wir erreichen das letzte Stück des begehbaren Areals, als die Sonne aufgeht und den Everest leuchtend rot anstrahlt. Auch heute ist fast keine Wolke am Himmel. Allerdings scheint der Everest noch ein wenig müde, denn er hat seine Schlafmütze auf, die immer Richtung Osten weht. Es sieht wunderschön aus, wie sie rot erstrahlt. Die Sonne steigt langsam höher und strahlt die Ostflanke immer großflächiger an. Auch die umliegenden Bergspitzen werden nach und nach angestrahlt. Leider können einige Mitmenschen selbst bei diesem Anblick nicht verstummen. Es hätte ein magischer Moment werden können. Dennoch - was für ein Morgen. Das habe ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt, erleben zu dürfen. Auch viele der Guides machen Fotos, weiß man ihn selten so schön sieht. Die Kälte kriecht schon wieder in uns hinein. Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne und vorbei ist der rote Morgentraum. Einfach nur traumhaft. Nach einem heißen Tee sind wir wieder etwas aufgewärmt. Direkt gegenüber unserer Unterkunft liegt das Rongbuk Kloster.
Es ist als das höchstgelegene Kloster der Welt bekannt, mit einer Höhe von 4.980 Metern über dem Meeresspiegel, in der Nähe der Nordseite des Qomolangma, am Ende des Dzakar-Chu-Tals. Es war ein Meditationsgebiet, und ein Lama gründete dieses Kloster im Jahr 1902. Das Rongbuk-Kloster wurde in den 1960er Jahren zerstört und 1983 renoviert.
Dieses Kloster ist ein sehr bedeutender Ort für Pilger. Darüber hinaus wird es regelmäßig von Expeditionsteams von Bergsteigern besucht, die versuchen, den Gipfel des Qomolangma zu besteigen.
Es ist außerdem ein einzigartiges Kloster, da es sowohl Nonnen als auch Mönche unter seinem Dach beherbergt. Ein weiterer Grund, diesem Ort einen Besuch abzustatten, ist der herrliche Blick auf den Qomolangma, den wir nochmals ausgiebig genießen. Bevor wir diesen magischen Ort verlassen, binden wir unsere tibetischen Schals an den Fahnenmast des Klosters. So bleiben wir doch noch etwas länger dort.
Viel zu schnell verlassen wir diesen wundervollen Ort. Immer wieder blicken wir zurück, bis wir den Qomolangma leider wirklich nicht mehr sehen können. Auf unserer Rückfahrt nehmen wir eine andere Strecke und erblicken bei blauem Himmel und Sonne immer wieder neue weiße Riesen und herrliche Landschaften. Und plötzlich ist er wieder da. Von der anderen Seite blicken wir erneut auf den Everest. Er ist immer noch wolkenfrei. Nur ein breites Wolkenband legt sich wie ein Schal um seine Mitte. Was für ein Anblick. Da wir hier nur noch auf 4500m sind, atmet es sich leicht und frei. Wie schön, dass unser Fahrer gerade jetzt eine Fahrpause machen muss und wir viel Zeit haben, diesen Anblick zu genießen und natürlich tausend Fotos zu machen, obwohl es eigentlich nur eines braucht. Was für ein Berg. Er zeigt sich uns in seiner ganzen Schönheit und Größe. Ist das der Ausgleich dafür, dass wir während unserer Nepalreise überhaupt keine Berge sehen konnten, weil sie alle im Smog verschwunden sind? Damals waren wir so enttäuscht und jetzt sind wir absolut begeistert. Schöner geht es nicht.Read more






















TravelerEinfach nur wow. 🤩
TravelerJa, das war ein Erlebnis. Und dieses Traumwetter. Das ist sehr selten.
Andrea on TourEs ist wirklich majestätisch. Dankeschön
TravelerEigentlich gibt es kaum Worte dafür. Er ist selten so klar und schön zu sehen. Traumhaft.