Sakya Kloster 4400m
8. april, Kina ⋅ ☁️ 7 °C
Das Sakya Kloster ist das Hauptkloster der Sakya-Sekte innerhalb des tibetischen Buddhismus. „Sakya” bedeutet im Tibetischen “hellgraue Erde”, weil es sich in einer Gegend mit verwittertem, hellgrauen Gestein befindet.
Das Kloster besteht aus einem Südkloster und einem Nordkloster. Dazwischen fließt der Fluss Zhongqu. Das Südkloster liegt im Tal südlich des Flusses, das Nordkloster auf dem Berghang und wurde im Jahr 1073 erstmals gebaut. Der Begründer des Klosters war zugleich auch der Begründer der Sakya-Sekte. Das einzige Bauwerk, das in der Yuan-Dynastie errichtet wurde und sich bis heute erhalten hat, ist die zweistöckige Haupthalle. Das Südkloster wurde vom fünften Abt der Sakya-Sekte, Pagpa, gegründet. Dieser führte Gespräche mit dem Enkel Dschingis Khans über die Eingliederung Tibets in das mongolische Reich. Nachdem Kublai Khan 1260 den Thron bestiegen hatte, wurde Pagpa zum “Lehrmeister des Staates” ernannt. Ihm wurde ein Jadesiegel verliehen. 1269 verordnete Kublai Khan die Einführung des von Pagpa geschaffenen Buchstabensystems der mongolischen Sprache, erklärte ihn zum “kaiserlichen Lehrmeister”, verlieh ihm den Titel Dharma-König und beauftragte ihn, die lokalen Angelegenheiten Tibets zu verwalten. Das Sakya Kloster war dadurch eine Zeit lang das politische und kulturelle Zentrum Tibets. Das Südkloster ist bis heute gut erhalten. Wenn man heute vom Sakya Kloster spricht, dann ist das Südkloster gemeint.
Das Südkloster hat eine Gesamtfläche von etwa 45 000 Quadratmetern. Manche der am Berghang liegenden Bauten haben die Form von Festungen. Die zweifachen Schutzmauern haben an den vier Mauerecken Wachtürme und auf jeder Seite gibt es in der Mitte der Mauer eine Art Festung. Der ganze Baukomplex wirkt wuchtig und schwer, wie ein Sinnbild seiner Rolle in der Geschichte. Die Mauern der Klosterhallen sind rot, weiß und schwarz bemalt, was später Kennzeichen des Klosters wurde. Deshalb wurde die Sakya-Sekte im Volk auch “Bunte Streifen-Sekte” genannt. Die Farbe Rot gilt als Symbol der Weisheit, Weiß für das Mitgefühl und Schwarz steht für die Geheimnisse.
Die gibt es wahrlich in Sakya. Das Kloster ist eine verborgene Schatzkammer buddhistischer Schriften. Hier werden über 40.000 alte Bücher zu verschiedensten Themen aufbewahrt. Bis heute konnte noch keine Inventarliste erstellt werden. Im hinteren Teil der Sutrahalle stehen riesige, bis zur Decke reichende Bücherregale, in denen Bücher aller nur denkbaren Gebiete stehen. Viele davon sind handgeschrieben. Manche sind mit Gold-, Silber- oder Zinnobertinte geschrieben. Die Bücher sind in verschiedener Weise gebunden; manche sind gerollt. Es besitzt die größte Schriftrolle der Welt mit dem Namen „Burde Gyaimalung“. Diese riesige heilige Schriftrolle ist etwa 180cm lang, 60cm dick und 120cm breit. Es gibt auch Faltbücher und in Holzplatten geheftete Schriften. Ein in Holzplatten geheftetes Sutra wiegt stolze 500 kg. Das ist sicher die schwerste heilige buddhistische Schrift der Welt.
Im Sakya Kloster werden mehr auf Pattrablättern eingeritzte bzw. geschriebene Sutras aufbewahrt als in jedem anderen Kloster der Welt. Die Schriftzeichen wurden mit einer eisernen Feder auf ein etwa 5 cm breites und 20 bis 60 cm langes Pattrablatt eingeritzt. Da das Kloster sehr hoch liegt und es dort kalt und trocken ist, haben sich die auf diese Art geschriebenen Sutras gut erhalten. Außerdem befinden sich im Kloster noch viele weitere Kunstgegenstände, Wandmalereien und wertvolle, 600 Jahre alte Tangkas.Læs mere



















