Tashilhunpo-Kloster 3900m
9 April, China ⋅ ☁️ 9 °C
Ich schlafe wie ein Murmeltier auf einer Höhe von 3900m. Vor zwei Tagen bin ich hier nachts noch mit Herzrasen aufgewacht. So schnell gewöhnt sich der Körper an die Höhe. Atmen fällt hier so leicht. Immerhin haben wir hier schon wieder um die 68% Sauerstoffgehalt. In Lhasa könnte ich wahrscheinlich schon Joggen gehen. Wenn man sich dann daran gewöhnt hat, reist man wieder ab. So ein Jammer.
Das Tashilhunpo-Kloster ist eine historische und kulturelle Stätte in Shigatse. Im Jahr 1447 leitete Gendain Zhuba, der ein Schüler des Begründers der Gelugpa-Sekte war und später als erster DL anerkannt wurde, den Bau des Klosters. Tashilhunpo bedeutet auf Tibetisch "Glückliches Sumera", wurde am Berghang gebaut und erstreckt sich über eine Fläche von 300.000 Quadratmetern. Durch vielfachen Um- und Ausbau entstanden schließlich in der Klosteranlage insgesamt über 3000 Räume und 51 Klostergebäude, die einst mehr als 5000 Mönche beherbergten. So bekam das Tashilhunpo Kloster nach und nach seinen heutigen Umfang. Die Gebäude sind dicht nebeneinander angelegt. Es zeichnet sich jedoch eine klar gegliederte architektonische Ordnung ab. Aus der Ferne sieht die Klosteranlage wie eine Bergstadt aus. Es ist das größte Kloster der Gelugpa-Sekte in Westtibet und der Hauptort der religiösen und politischen Angelegenheiten der Panchen Lamas aller Generationen. Das Tashilhunpo Kloster und die drei Klöster Lhasas (Drepung, Sera und Ganden) sind die vier berühmtesten Klöster Tibets.
Qamba ist ein anderer Name für den Buddha Maitreja, deshalb wird die Qamba-Buddha-Halle auch Maitreja-Buddha-Halle genannt. Diese Halle ist 30 m hoch; in ihr befindet sich eine 27m hohe vergoldete Statue des Buddha Maitreja in sitzender Stellung. Es ist die größte kupferne Buddhastatue der Welt in sitzender Stellung. Beim Bau wurden über 115t Rotkupfer und 6700 Tael Gold, 32 Diamanten, über 300 Perlen und 1400 Edelsteine verwendet. Zwischen den Augenbrauen wurde ein Diamant von der Größe einer Walnuss eingesetzt. Um einen Kasaya für diese Statue zu schneidern, benötigt man jedes Mal 3100m Seide und 13kg Fäden. Bisher wurde das dreimal getan. In der 30m hohen Halle wurden rund um die große Statue fünf Etagen errichtet: eine für die Krone, das Gesicht, die Brust, die Taille und den Sockel. Diese einzigartige Konstruktion dient nicht nur der Erhaltung und Pflege der Statue, sondern auch zur besseren Betrachtung.
Das Tashilhunpo Klöster könnte man vielleicht als das schönste Kloster bezeichnen, das wir in Tibet gesehen haben. Vier riesige Tempel posen vor einer Bergwand. Einer schöner als der andere. Wir finden tatsächlich einen Ort, von dem aus wir alle vier Tempel sehen können. Unglaublich, was da an Schönheit gebaut worden ist. Während wir durch die Gassen von Tempel zu Tempel spazieren, begegnen uns unzählige Pilger. Viele opfern ein Mandala. Dabei gibt es verschiedene Formen. Man kann die Finger beider Hände so eineinander verschränken, dass zwei Finger das Zentrum bilden und die anderen ein Quadrat außenherum. Ähnlich der fünf auf einem Würfel. Darum ist die Gebetskette gelegt. Diese Handform schenkt man sozusagen Buddha. Eine weitere Möglichkeit ist das Schütten von Getreide auf eine Kupferschale. Zwischendurch reibt man die Hand über die Schale und schenkt Buddha damit Energie. Viele Menschen bauen ein Mandala aus Kupferringen. Auf die unterste Schale wird ein Ring gesetzt und mit Getreide gefüllt. Wenn er voll ist, wird ein neuer Ring darauf gestellt und wieder gefüllt. Wenn vier Etagen befüllt sind, setzt man die Spitze obenauf und beginnt Gebete zu murmeln. Danach wird alles abgebaut und von Vorne begonnen. Leider kann ich dies alles nicht in Bildern zeigen, weil fotografieren überall verboten ist. Wir beobachten auch drei Mönche, die ein Etagenmandala bauen und Gebete dazu sprechen. Es ist toll, dies zu beobachten. Eine besondere Stimmung umgibt die Mönche. Überall opfern und beten Menschen. Bier und Wein werden geopfert, Getreide, Tsampa, Butterfett, Geld…. Es geht hier um die Geste des Gebens. Viele Kinder begleiten ihre Eltern in die Tempel. Der Glaube wird intensiv gelebt. Außerhalb der Tempel gehen die Mönche ihren täglichen Arbeiten nach. Jede erledigte Aufgabe führt dazu, dass sie nach ihrem Tod ein besseres Leben erhalten. Die Glöckchen an den Tempeldächern klingeln leise im Wind. Es herrscht eine meditative Stimmung. Das Innere aller Klöster ist so wunderschön gestaltet, dass man es nicht beschreiben kann. Ein unglaublicher Reichtum. Man muss es einfach gesehen haben. Es herrscht überall strenges Fotografierverbot. Die Gläubigen umrunden die Tempel entlang der Khora. Dabei werden ebenfalls Gebete gemurmelt. Die Menschen sind sehr neugierig. Immer werden wir angelächelt und manchmal angesprochen. Wir sind hier die Außerirdischen. Wehmütig verlasse ich diesen bezaubernden Ort und damit das letzte Kloster für uns in Tibet. Vielleicht erscheint es so, dass doch alle Klöster gleich waren. Irgendwie stimmt das. Aber historisch gesehen sind sie alle unterschiedlich und gehören verschiedenen Schulen an. Jedes einzelne habe ich genossen, weil jedes eben doch anders und einzigartig war. Außerdem gibt es diesen besonderen Baustil nur hier und in Kombination mit der herrlichen Umgebung ist jedes für sich ein Juwel.Baca lagi






















SYLWIA B.Ich hab gestern alles gelesen. Sorry. Voll vergessen ein Like zu setzen.
Pengembara🤣🤣 Danke!
SYLWIA B.In Tashilumpo gab es seinerzeit diese Teppichfabrik. Warst Du dort auch?
PengembaraNein. Nur im Kloster. Danach ging es sofort zurück nach Lhasa. Ich wäre ja gerne noch den Rundweg um/oberhalb des Klosters gelaufen….
SYLWIA B.Bei uns war es der Wartetag auf einen neuen Guide. Na ja. Ihr habt so viel erlebt …
PengembaraAhh. Dann hattet ihr Zeit. Ja wir haben sehr viel erlebt. Das muss erst mal verdaut werden. Diese Zeit finde ich auch immer sehr schön. Bis Ende Juli sollte ich aber fertig sein.
SYLWIA B.Na ja. Meist frisst doch der Alltag dieses schöne Gefühl der Nachwehen
PengembaraEs geht. Ich kann durch die Fotos immer noch lange von einer Reise zehren.