• Jinli Street

    11 April, China ⋅ ⛅ 25 °C

    Die Jinli Straße ist eine berühmte, über 1800 Jahre alte Einkaufs- und Flaniermeile aus dem Königreich Shu (Jahre 221 – 263) und wurde während der Qing-Dynastie (1644 – 1912) wieder aufgebaut. Im Jahr 2004 wurden die Gebäude restauriert. Uns begeistert die Architektur. Geschwungene Dächer, Torbögen, schöne Pflastersteine, die den alten Charme bewahren. Da wir Mainland China kaum bereist haben, ist die Straße für uns toll. Tibet war völlig anders. Die Straße ist ca. 350 Meter lang mit einigen Neben und Querstraßen und es gibt unzählige Läden, Restaurants, Streetfood, Teestuben und Bars. Den Silberschmiden kann man häufig über die Schulter schauen. Wir wissen jetzt auch, wie ein Fächer hergestellt wird. Besonders schön sind die roten und gelben Laternen, die an den dunklen Holzfassaden hängen. Wir probieren uns durch die unterschiedlichsten Snacks und manchmal haben wir Glück und erwischen sehr leckere und manchmal schmeckt es eben überhaupt nicht oder ist höllescharf. Da wir das Essen mit Stäbchen zumindest teilweise beibehalten wollen, begeben wir uns auf die Suche nach eben diesen. Erstaunlicherweise ist es gar nicht so einfach welche zu finden. In Xi‘an haben wir sie überall gesehen. Doch am Ende werden wir fündig und sind sehr zufrieden. Allerdings werden sie uns verkauft, obwohl sie physisch überhaupt nicht existieren. Das hat man uns aber erst nach der Bezahlung gesagt. Im Klartext: per Express müssen sie erst angeliefert werden. Ich bin sauer, zumal wir zum Flughafen müssen. Es ist zwar noch ausreichend Zeit, doch wer weiß. Am Ende ist der Expressservice wirklich schnell und nach einer halben Stunde, in denen Moritz acht Tassen Tee trinkt, sind die Stäbchen da. Würde so etwas bei uns funktionieren? Da müsste. Die armen Käufer Tage, wenn nicht ,länger warten.

    Chinesen sind Verpackungsweltmeister. Die Dinge, die man kauft, sind ja bereits alle verpackt. Entscheidet man sich wirklich und kauft, wird nochmals verpackt. Und um die doppelte Verpackung zu transportieren, wird in Tüten verpackt. Das ist schon unglaublich. Die Verpackungen sind sehr edel. Meist riesige, massive, goldbedruckte und mit Ornamenten verzierte Geschenkboxen. Solch eine Box erhält man nicht etwa, weil man ein Teeservice gekauft hat. Nein, alles wird verpackt. In den Teestuben stehen überall riesige Geschenkboxen, um mal konkret zu werden 40x15x15, das kleine Format, um den Tee zu verpacken. Es geht natürlich noch viel größer. Ziemlich unklug, denn der Koffer ist nach zwei Einkäufen mit diesen Verpackungen voll. Andererseits gut für uns. Das schont den Geldbeutel. Doch nein, es geht auch etwas kleiner, allerdings bei den Chinesen nicht gern gesehen. Die Teedose gibt es auch einzeln, in kleiner Menge und normal verpackt und nicht gefühlt im Großpack für den Einzelhandel. Natürlich ist der Preis auch kleiner. Am Ende kann ich den Koffer mit vielen kleinen Dingen füllen und bin dennoch Besitzer jeder Menge wundervoller Tüten und kleiner Boxen. Denn etwas Verpackung muss sein.
    Nach unserer Einkaufsodyssee bummeln wir ein letztes Mal durch die Gassen. Besonders schön ist es am Abend, wenn die Laternen leuchten. Ein kurzer Regenschauer sorgt dafür, dass viele die Flucht ergreifen und so wird es sogar ein wenig leerer und auch leiser. Eine sehr stimmungsvolle Straße.
    Das Jinli Viertel ist zwar nicht so laut und überfüllt wie die Kuanzai Allee, aber groß ist der Unterschied leider nicht. Die Menschenmassen strengen mich an. Vielleicht kann man auch sagen, sie stressen mich. Der einzige, wirklich ruhige, man kann sogar sagen, absolut stille Ort st im Taxi, wenn die Ampel rot ist, alle Autos stehen und noch niemand hupt. Ein Ort der absoluten Ruhe. Noch nie war ich so froh, über sehr lange Ampelphasen. Denn die E-Autos hört man einfach nicht. Absolut geräuschlos.
    Mit dem Didi geht es zum Hotel. Ein kurzes Umpacken und nun geht es in einstündiger Fahrt zum Flughafen.
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