Fazit
12 April, China ⋅ ☁️ 17 °C
Diese Reise war viel zu kurz.
Dennoch fühlt sie sich lang an und jetzt am Ende wird klar, dass es schon Lichtjahre her zusein scheint, als wir auf der Chinesischen Mauer gestanden sind. Unser Hauptreiseziel war Tibet und dieses haben wir intensiv bereist. Die Tibeter sind ruhige, bescheidene Menschen, die aufgrund der geographischen Lage ihres Landes ein herausforderndes Leben führen. Extreme Höhe, Kälte und Trockenheit machen vieles nicht leicht. Sie sind tief in ihrem Glauben verwurzelt und sehr freundlich und hilfsbereit. Auf ein Lächeln folgt hier immer ein Lächeln. Um wie viele Fotos wurden wir gebeten, zum Gespräch und zum Tee eingeladen. Wunderbare Erfahrungen, die wir in allen Ländern, die man von oben herab leicht als noch nicht so weit entwickelt bezeichnet, machen durften. Genau diese ursprünglichen Orte liebe ich. Doch Halt: ein Land mit reicherem Kulturschatz, wundervolleren Klöstern und Tempeln habe ich nie gesehen. Hier hat Tibet so viel zu bieten, wie kaum sonst ein Land dieser Welt. Und dann ist da auch noch der Qomolangma. Wer kann schon den höchsten Berg, das Dach der Welt, sein Eigen nennen? Den teilt sich Tibet mit Nepal, einem Land, in dem vieles so ähnlich ist wie hier. Einem meiner absoluten Lieblingsländer. Und so kommen wir hier aus dem Staunen über kulturelle und landschaftliche Schönheit, Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Bescheidenheit nicht heraus.
Unsere Reise führt aber auch ins Festland Chinas. Wir erleben mit der Chinesischen Mauer ein weiteres Weltwunder. Sind fasziniert von der Größe und Schönheit der Terrakotta Armee und beobachten erstmals Pandas, die es außerhalb Chinas praktisch nicht gibt. Nicht zu vergessen ist auch die Verbotene Stadt, in der wir erstmals eine Architektur sehen, die wir vorher überhaupt nicht kannten.
Unterkünfte gibt es wie in jedem anderen Land auch schönere und weniger schöne. Unsere waren alle absolut in Ordnung und daher nicht erwähnenswert. Große, saubere Standardzimmer.
In Tibet waren wir mit dem Essen ziemlich glücklich. Hausmannskost, wie Yakfleisch mit Reis und Nudeln, Suppe, Dal Bat, Momos und Hot Pot standen auf den Speisekarten. Zum Glück nicht scharf und auf hohen Höhen gut verträglich.
Während unserer Tage im Festland China haben wir uns deutlich schwerer getan. Das Fleisch bestand nur aus Knochen und oft war das Essen höllisch scharf. Es ist überhaupt nicht meines, harte Stückchen im Mund zu haben. Die Chinesen popeln das wenige Fleisch ab und spucken die Knochen aus. So kann ich nicht essen. Jedes feste Stückchen bei Fisch reicht mir schon. Wenn wir uns durch die Streetfoodstände gefuttert haben, sind wir meist besser gefahren, als im Restaurant. Wer auf westliches Frühstück hofft, wird nicht viel finden. Wer aber zum Frühstück schon Mittagessen mag, wird glücklich sein. Und ganz klar: Man isst mit Stäbchen.
Vieles hat mich überrascht und habe ich mir völlig anders vorgestellt. China ist ein sehr sauberes Land. Naja, vielleicht sind mittlerweile fast alle Länder sauber im Vergleich zu Deutschland. Man kann zu den vielen Videokameras stehen wie man will, aber man fühlt sich durch sie sehr sicher. Selbst in den kleinen, dunklen Gassen bei Nacht.
Wir sind nie beschissen oder betrogen worden. Alles erschien uns sehr ehrlich und die Menschen waren unglaublich hilfsbereit. Als anfangs unser Alipay nicht funktionierte, gab es so viel Hilfe. Natürlich kam diese von den Verkäufern in den Geschäften. Sie wollen ja schließlich, dass wir kaufen können. Dennoch war diese Hilfe anders. Viel intensiver. Mit viel mehr Überlegungen, was man noch versuchen könnte. Ehrliche Hilfe.
Einkaufen kann man in China hervorragend. Wir sind mit leichtem Gepäck hingereist und mit deutlich schwererem zurück. Dank Alipay kein Problem. Das Schöne war dieses Mal, dass wir uns bei unseren Einkäufen keine Gedanken machen mussten, ob sie vielleicht doch Made in China sein könnten.
Und dann das für mich unfassbare: Alipay funktioniert auch im kleinsten Geschäft auf über 5000m Höhe. Wenn wir nicht damit zahlen konnten, lag es an der Netzverbindung oder es wurde WeChat angeboten, das bei uns nicht funktionierte. Und was machen hier die Bettler? Pech gehabt im bargeldlosen Land? Nein, sie halten einem ihren Alipay Code unter die Nase. Auch sie haben ein Konto. In den Klöstern ist noch sehr viel Bargeld als Opfergeld im Umlauf. Dabei handelt es sich um die ganz kleinen Scheine, die im Handel überhaupt nicht zu finden sind. Man kann aber auch Yakbutterkerzen und andere Opfergaben kaufen. Hierfür liegen auch in allen Klöstern überall Alipay Codes aus.
Unsere beiden Reiseziele könnten unterschiedlicher kaum sein. Hochentwickelt und digitalisiert im Gegensatz zu Ursprünglichkeit. Laut, bunt und grell im Gegensatz zu Bescheidenheit, Ruhe und Freundlichkeit.
Fakt ist, dass es eine sehr anstrengende Reise war. Zum einen wegen Klima, Höhe und Kälte und zum anderen wegen der vielen gelaufenen Kilometer, die unsere Beine an ihre absolute Schmerzgrenze gebracht haben. Über 10km sind wir die Chinesische Mauer über kleine und große, schiefe und krumme Stufen teilweise dachsteil hinauf und hinunter geklettert. Das fordert die Muskulatur. Von den vielen weiteren Kilometern allein durch die Verbotene Stadt einmal ganz zu Schweigen. Alle Distanzen in diesem Land sind schlicht riesig. Zum Glück durften sich unsere Beine auf der langen, traumhaften Zugfahrt ins tibetische Hochland erholen, wo uns sofort die nächste Herausforderung erwartet hat. Extreme Höhe.
Eine weitere Herausforderung war der Lärm der Menschen und die enorme Masse, in der sie aufgetreten sind. Ständig wurde man durch Musik, Lautsprecheransagen, Verkäufer, die Waren anbieten und den Lärmpegel der Menschen beschallt. Zumindest mich stresst so etwas. Alle Herausforderungen wurden gemeistert und wir haben eine unglaubliche Reise erleben dürfen. Eines ist klar: Es wird (mindestens) eine weitere Chinareise geben, denn gesehen haben wir von diesem riesigen Land praktisch nichts.
Vielen Dank an meine Mitleser. Ich habe mich immer über eure Kommentare und Anregungen sehr gefreut. Bis zu nächsten Reise im Sommer!Baca lagi





















PengembaraDanke für die tollen Eindrücke und kommt gut nach Hause
PengembaraDanke! Der Alltag hat uns leider schon wieder.
PengembaraDanke für‘s Mitnehmen auf diese wunderschöne Reise. 🫶Bin ja schon sehr gespannt auf die nächste Reise.😁
PengembaraGerne. Für uns war es wunderschön. Die nächste wird hoffentlich genauso schön.
PengembaraVerrätst du schon wohin ?