• Uganda - die Perle Afrikas

    July 31 in Uganda ⋅ ☁️ 23 °C

    Uganda, ein Binnenstaat in Ostafrika, grenzt im Westen an die Demokratische Republik Kongo und somit an das von tropischen Regenwäldern bedeckte Kongobecken. Uganda liegt auf Höhe des Äquators, der durch den Südteil des Landes verläuft, was ein tropisch-äquatoriales Klima entstehen lässt. Hier kommt aber ein weiterer, entscheidender Faktor ins Spiel: Uganda liegt insgesamt relativ hoch, der höchste Punkt ist der Margherita Peak (Mount Stanley) mit 5.110m, der tiefste Punkt ist der Albertsee auf immerhin noch 621m. Ein Großteil des Landes liegt auf dem Ostafrikanischen Plateau auf einer durchschnittlichen Höhe von 1.100m über dem Meeresspiegel. In der Tat bewirkt die Lage Ugandas ein sehr gemäßigtes äquatoriales Klima mit zwei Trockenzeiten, das beinahe „europäisch“ anmuten kann und seit jeher ein Grund für Reisen nach Uganda gewesen ist. Uganda hat von allem das beste: der Äquator sorgt für ausgeglichene Temperaturen, fast ohne Jahreszeitliche Schwankungen. In den Höhenlagen werden Tagestemperaturen von 25 bis 30°C selten überschritten. Die Nächte sind mit durchschnittlich 17°C angenehm warm, aber selten schwül. Je höher man kommt, desto niedriger sind natürlich die durchschnittlichen Temperaturen.
    Im Süden des Landes erheben sich Berge, deren höchste sich im Südwesten an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo befinden. Das schneebedeckte Ruwenzori-Gebirge mit bis zu 5.110m Höhe ist das dritthöchste Gebirge Afrikas, das als eines von nur drei Gebirgen des Kontinents das Phänomen der Vergletscherung aufweist. Der Name des Gebirges, der mit „Regenmacher“ oder „Wolkenkönig“ übersetzt werden kann, sagt bereits alles: während es am Fuße der Berge auf etwa 1.000m Höhe mit etwa 1.500mm Niederschlag/Jahr bereits leicht überdurchschnittlich regnet, steigt die Regenmenge mit steigender Höhe immer weiter an. Das Klima im Gebirge zeichnet sich durch eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit und 300 Regentage/Jahr aus. Aufgrund der hohen Verdunstungsrate sind die Berge meist von dichten Wolken bedeckt. Das Klima reicht von heiß und feucht in den niedrigeren Regionen bis zu eisig-feucht in den Gipfelregionen.
    Während auch in der Gegend des Victoria Sees hohe Niederschläge fallen, ist es im Norden Ugandas extrem trocken und wüstenähnlich. Im Landesinneren hingegen herrscht tropisches Klima in Reinform.

    Unsere Route führt uns im äußersten Südwesten Ugandas durch malerisches Vulkanland bis an den faszinierenden Lake Bunyonyi, dessen Name „Ort der kleinen Vögel“ bedeutet. Zunächst ändert sich nichts am Straßenbild im Vergleich zu Rwanda. Doch dann treffe ich auf etwas, das ich überhaupt nicht mag. Bodenwellen. Da waren mir die Radarkontrollen doch deutlich lieber, um die Geschwindigkeit zu drosseln. Außerdem sind die Fahrräder verschwunden. Hier fährt man wieder Motorrad. Aber warum nur zu zweit, wenn auch 4 Personen Platz haben. Ohne die Helme, deren schützende Funktion ohnehin völlig überbewertet ist, passen sogar 5 Personen drauf. Um riesige Lasten zu transportieren bedarf es auch keinen LKW. Der kleine Kombi schafft das auch. Bodenfreiheit hat er dafür keine mehr und auch der Abstand zum Himmel hat deutlich abgenommen.
    Beim Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass wir, wie schon in Äthiopien, eine Stunde verloren haben. Also muss ich die Uhr schon wieder umstellen. Das hätte ich mir gestern sparen können. Außerdem fährt man hier links und nicht rechts wie in Rwanda oder Deutschland. Sehr schön. Da kommt Freude auf.
    Nachdem wir die äußerst wuselige Stadt Kabale durchquert haben, ist Schluss mit Luxus. Der Asphalt verwandelt sich in leuchtend rote Erde, die mächtig staubt und uns rötlich einfärbt. Bei Regen will ich hier nicht fahren müssen. Tiefe Auswaschungen gibt es und die Strecke würde zu Schmierseife werden. Langsam kämpfen wir uns nach oben und blicken in das grüne Tal. Entlang der Strecke werden Steine abgebaut. Die Männer brechen das Gestein aus der Felswand, während Frauen und Kinder kleine Steine daraus machen. Kinder - auch kleine Kinder. Sind sie zu klein, sitzen sie neben der arbeitenden Mutter in Staub und Dreck. Ein erschütternder Anblick. Während wir vorbeifahren blicken viele auf, lachen und winken uns hinterher. Dieses Bild bekomme ich in meinem Kopf nicht zusammen. Aber offenbar gehen Schwerstarbeit und Freude miteinander.

    Wir erreichen den höchsten Abschnitt des Bergpasses und es eröffnet sich der Blick auf das Tal mit Lake Bunyonyi.
    Lake Bunyonyi gilt als einer der schönsten Seen Ostafrikas und ist mit über 900m Tiefe der zweittiefste See nach dem Tanganjikasee. Ob er wirklich so tief ist? Erwiesen sind die 900m nicht. Umgeben von terrassierten Hügeln und dichtem Grün wirkt die Landschaft märchenhaft.
    Nach kurzer Afrikamassage ins Tal erreichen wir unser Domizil direkt am See.
    Read more