• Weg zur Grenze

    July 31 in Uganda ⋅ ☁️ 23 °C

    Nach unserem ersten Frühstück in Afrika machen wir uns auf den Weg zur Grenze nach Uganda.
    Wir verlassen das saubere, geordnete Kigali. Uns begleiten zunächst noch die unendlich vielen Motorradtaxis. Man fährt zu zweit und trägt Helm. Alle sind gegen 9:00 Uhr unterwegs, da jetzt die Arbeitszeit beginnt. In Rwanda ist dies genau geregelt. Zwischen 8 und 9 Uhr beginnt das Leben und um 22 Uhr ist der Tag zu Ende. Alle paar Kilometer steht ein Blitzer und kontrolliert die Fahrweise der Autos. An vielen Zebrastreifen steht ein Polizist und überwacht, dass angehalten und den Fußgängern der Übergang gewährt wird. 90% der Straßen sind in perfektem Zustand. Hier gibt es nicht ansatzweise ein Schlagloch. Der Müll wird sauber sortiert und in Eimer geworfen. Ich frage mich, ob ich in das falsche Flugzeug gestiegen bin. Das ist nicht Afrika. Das ist die Schweiz.
    Nachdem wir Kigali verlassen haben, verwandeln sich die Motorradtaxis in Fahrradtaxis. Ansonsten bleibt alles unverändert. Auf einer perfekt asphaltierten Straßen fahren wir Richtung ugandische Grenze.
    Die Landschaft - ein Traum. Tiefrote Erde, Bananen und Palmen. Überall wird Landwirtschaft betrieben, Bananenstauden, riesige Milchkannen, Holz und Kohle werden auf dem Fahrrad transportiert. Wir fahren entlang herrlich grün leuchtender Reisfelder, durch die Ibisse und Graukronenkraniche auf der Suche nach Futter staksen. Kinder und Frauen mit gelben Wasserkanistern treffen sich an Flüssen und Quellen, um Wasser zu holen. Entlang der Strecke wachsen Bambus und Eucalyptus. Die Wäsche wird gewaschen und aufgehängt. Überall wird uns hinterher gewunken und wir winken fleißig zurück. Nach und nach verlassen wir die Reisgegend und fahren auf über 2000m Höhe in die Berge. Die Fahrradfahrer müssen kämpfen, um diese Höhen zu überwinden. Viele von ihnen halten sich an LKWs fest und lassen sich nach oben ziehen. Wir sehen sehr viele dieser blinden Passagiere, Kalt ist es hier. Und wer mag es kalt, um prächtig zu gedeihen? Der Tee. Riesige Teefelder erstrecken sich in den Tälern zwischen den hohen Bergen. Im Moment werden die Teepflanzen geschnitten und für das Frühjahrswachstum vorbereitet. Es herrscht geschäftiges Treiben. Alles geordnet. Nach und nach gelangen wir wieder in tiefere Lagen, wo Süßkartoffeln, Kohl und anderes Gemüse angebaut wird. Terrassierte Felder ziehen sich entlang der Berghänge nach oben. Einzelne Häuser überblicken die Täler. Immer wieder fahren wir durch kleine Dörfer. Vor den bunten Häusern sitzen Frauen an Nähmaschinen, es wird an Mopeds geschraubt oder in einem winzigen, kaum erkennbaren „Supermarkt“ eingekauft, in dem es nur Bananen gibt. Leider arbeiten viele Kinder auf den Feldern. Das heißt, sie besuchen keine Schule, da es sich die Eltern nicht einmal leisten können, sie auf die kostenlose, öffentliche Schule zu schicken. Die Arbeitskraft zählt mehr, Und plötzlich stehen wir am Schlagbaum zur Grenze Ugandas in Katuna. Wir kontaktieren unseren Fixer und geben ihm die Papiere für das Auto.
    Wir haben Glück: An der Grenze ist kaum etwas los. Die Prozedur - erstaunlich unkompliziert: Koffer kurz aus dem Auto holen, einmal durch den Scanner schieben, an zwei kleinen Buden vorbei. Bei der einen reisen wir aus Rwanda aus, um 2m weiter rechts in Uganda einzureisen. Fingerabdrücke werden genommen, zwei Stempel in den Pass – und schon stehen wir in Uganda. Wir benötigen eine knappe Stunde und das auch nur, weil leider ein Reisebus vor uns in der Schlange steht.

    Nach der Einreise ist das wichtigste das Geld. Nachdem ich ihn China lernen musste, alles per App zu zahlen, ist hier wieder nur Bares Wahres. Der Uganda Schilling liebt Nullen. 1 EUR entspricht beinahe 4000UGX. Ich werde hier also bereits beim Tausch von 250 Euro zum Millionär und stopfe dicke Geldbündel in meine Hosentaschen. Moritz freut sich und will wie in Argentinien Donald Duck spielen. Darf er gerne, sofern er das viele Papier wieder sortiert und aufräumt. Kreditkartenzahlung ist in Uganda außerhalb der Städte unüblich. Tja, doch leider finde ich hier zunächst schlicht und ergreifend keinen ATM. Für heute passt es ohne Geld. Doch morgen muss ich in die nächste Stadt und definitiv Bares besorgen.
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