• Kidepo Valley Nationalpark

    August 15 in Uganda ⋅ ☁️ 31 °C

    Der Kidepo Valley Nationalpark gilt als Ugandas spektakulärstes, zugleich aber auch abgelegenstes Naturschutzgebiet. Eingebettet in eine trockene Savannenlandschaft am äußersten Nordrand des Landes kurz vor der Grenze zum Südsudan, bietet der Park eine Kulisse aus dramatischen Bergen, einsamen Flussbetten und endlosen Ebenen – ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Die Landschaft wird von zwei Flusstälern geprägt – dem Kidepo und dem Narus Valley – die in der Regenzeit Wasser führen und in der Trockenzeit als Lebensadern für die Tierwelt dienen.
    Am frühen Morgen brechen wir zur ersten Pirschfahrt auf, wenn die Sonne über den Bergen aufgeht und die Tiere aktiv sind. Wir wollen zu den Hot Springs im äußersten Norden direkt an der Grenze zum Süd Sudan. Um dorthin zu kommen benötigt man eine spezielle Genehmigung und ein Rancher muss die Fahrt begleiten. Die Landschaft ist trocken, der Staub dringt durch jede Ritze und setzt sich in jeder Pire fest. Das beige Gras wird kürzer, die vielen Flussläufe, die wir durchqueren sind ausgetrocknet. Während der Regenzeit ist dieses Gebiet nicht befahrbar. Nach einiger Zeit entdecken wir die ersten Strauße. Sie leben nur hier oben im Norden. Plötzlich hören wir ein lautes freches, kackerndes Lachen. Eine große Gruppe Hyänen streitet sich um ihre Beute. Leider sind sie etwas in Gras versteckt. Dennoch ist es toll, sie zu beobachten. Immer wieder gibt es heftigen Streit. Für kurze Momente sieht man das skelettierte Tier. Wir erreichen ein wunderschönes Flussbett. Hier bauen die Termiten ihre Hügel als hohe Türme in den blauen Himmel. Palmen und Akazien säumen das Ufer. Im Sand entdecken wir die Spuren vieler Tiere. Einige Passagen sind sehr zerfurcht und auch nass. Immer wieder kämpft sich das Auto mühsam schlingernd durch das unwegsame Gelände. Und dann liegt er vor uns - der Süd Sudan. Wir stehen direkt an der Grenze. Einen Übergang gibt es nicht. Selbst wenn wir wollten, könnten wir nicht einreisen. Kurz darauf erreichen wir die Hot Springs. Das Wasser kommt hier mit bis zu 50 Grad aus dem Boden. Wir strecken Füße und Hände hinein und waschen den Staub aus dem Gesicht. Jetzt riechen wir dafür ein wenig nach faulen Eiern. Die Nitrate kristallisieren im Wasser aus. Interessante Algen bilden sich und zaubern tolle Farben ins Nass. Libellen sitzen auf den dünnen Halmen der Gräser. Nachdem wir gewaschen sind, wollen auch noch die Zähne geputzt werden. Hier wächst ein Baum, mit dessen Ästen Zähne geputzt werden. Und ich muss sagen, sie fühlen sich danach extrem glatt und sauber an. Hier zeigt sich uns ein völlig anderes Uganda. Weit entfernt von jeglicher Zivilisation. Auf dem Rückweg sehen wir, dass die Hyänen ihr Mal beendet haben. Die Geier machen sich laut keifend über die Reste her.
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