Ein Tag in der Savanne
August 15 in Uganda ⋅ ⛅ 29 °C
Die Natur hat ihr Drehbuch geschrieben und den Drehort ausgewählt. Die Protagonisten stehen bereit. Jeder scheint genau zu wissen, wann sein Einsatz kommt. Die Savanne liegt im Sonnenlicht. Es ist heiß und das goldgelbe, hohe Gras wiegt sich leise raschelnd im Wind. Der eine oder andere Vogelruf erklingt. Umgeben ist dieses weite Tal von hohen Bergen. Der Blick geht in die Ferne ungetrübt, klar, kilometerweit. Es scheint kein Ende zu geben. Akazien erheben sich zwischen hohem Gras, ein Wasserloch unterbricht den Graswuchs. Der Regisseur scheint wie ein Dirigent den Taktstock zu heben. Das Naturschauspiel beginnt.
Um uns herum grasen hunderte Büffel, dazwischen finden sich Herden von Zebras, deren weiße Steifen das Sonnenlicht reflektieren und Fressfeinde irritieren. Sie drücken sich aneinander, ruhen den Kopf auf dem Hinterteil anderer Tiere aus und sind teilweise extrem schreckhaft. Dazwischen grasen Antilopen und Waterbaks. Das Wildbeast steht auf einem Termitenhügel, um einen besseren Überblick über das weite Grasmeer zu haben. Die Elanantilopen sind noch vorsichtiger. Sie trauen sich nicht wirklich auf die Bühne des Geschehens und verstecken sich gerne im Hintergrund. Doch auch sie wollen gesehen werden im großen Schauspiel der Natur. Es gibt auch die kleinen Protagonisten, Das Dikdik ist die kleinste Antilopenart und wiegt gerade einmal knapp 5kg. Ein herzliches, zartes Wesen. Schnell ist sie und verschwindet in Gebüsch. Die Herden ziehen einzeln, schön geordnet an uns vorüber. Einzig die Pumbas können sich nicht an den Ablauf halten. Immer wieder rennen sie durch die Szenerie, obwohl sie doch gerade überhaupt nicht ihren Auftritt haben. Hoch erhoben der Schwanz, gleich einer Antenne in den Himmel gereckt, jagen sie aufgeregt durchs Bild. Sie sind zu dumm, um Abläufe zu verstehen. Nun folgt der Auftritt der Giraffen. Würdevoll, anmutig, sich wiegend wie das hohe Gras im Wind, schreiten sie durch die Savanne. Ein vorwurfsvoller, leicht arroganter Blick von oben auf die aufgescheuchten Pumbas. Sie neigen den langen Hals und knabbern die frischen Blätter der Akazien. Immer wieder blicken sie auf, sehen einander an und schreiten weiter durch das weite Land. Währenddessen suhlen sich die Büffel am Wasserloch und wälzen sich um Schlamm. Aus schwarzen Tieren, werden graue. Schöner werden sie dadurch nicht. Ihre Gesichter aber noch markanter. Ihre Vogelbegleiter sind stets an ihrer Seite und picken Ungeziefer aus dem Fell. Eine Win Win Situation für beide. Einer wird ungezieferfrei und der andere satt. Plötzlich ertönt der laute Ruf eines Elefanten durch die vogelzwitschernde Stille der Savanne. Die Waterbaks und Büffel verlassen wie auf Kommando das Wasserloch und wenig später betritt der erste graue Riese die Bühne. Ihm folgen viele weitere nach. Größere und kleinere, Mütter und Babies. Alle zieht es zum Wasserloch und als erstes wird kräftig der Durst gelöscht. Trotz der Regenschauer in der Umgebung, des pechschwarzen Himmels über der Sonne leuchtenden Savanne, ist es noch heiß. Die Elefanten nehmen ein Bad, planschen schwimmen, duschen, drehen sich im Wasser. Was für ein Spektakel. Man meint ihr Lachen unter dem Rüssel sehen zu können. Nach dieser Abkühlung erfolgt die Staubdusche. Sonnenschutz ist auch bei Elefanten sehr wichtig. So leise und schnell wie sie gekommen sind, erschwindeln sie im Grün des Dickichts. So langsam hatte hier jeder seinen Auftritt, sei es in einer Haupt- und Nebenrolle. Die Pumbas merken jedoch gar nicht, dass sich der Auftritt dem Ende zu neigt. Immer wieder rennen sie durch das Landschaftsbild. Einige Zebras finden sich noch ein, bevor die Sonne langsam zum Ende des Tages aufruft. Die abgekühlte Gewitterluft legt sich über das Tal, die Sonne leuchtet über das Land und lässt alles in goldgelbem Licht erstrahlen. Der graue Gewitterhimmel hebt sich in starkem Kontrast vom Grün ab. Was für ein Schauspiel. Schöner geht es kaum. Die Sonne versinkt hinter den Bergen, die Tiere schweigen, die Silhouetten der Akazien verschwimmen in der Ferne und der leuchtende Sternenhimmel legt sich über die Savanne.Read more










































TravelerWie immer sehr gelungene Fotos, aber dein Text heute übertrifft sie fast. So poetisch und stimmungsvoll hast du diesen Tag beschrieben. 👍🏻🥰
TravelerEs war für mich auch ein ganz besonderer Tag. Wunderschön.
Traveler
Fantastische Stimmung!