• Kaffee

    August 19 in Uganda ⋅ ⛅ 27 °C

    Wir verlassen den ausgedörrten Nordosten und fahren in südliche Richtung. Uns begleiten Viehhirten und schöne Berglandschaften. Mit der Zeit meine ich, dass ich grünes Gras sehe. Es scheint wieder etwas feuchter zu werden. Und dann trifft es uns wie eine Farbexplosion. Wir erreichen wieder die Berge. Es wachsen Bananen, Kaffee und Reis. Alles leuchtet wieder in intensivem Grün. Der Farbunterschied zu den zarten, fahlen Farben des trockenen Nordens ist extrem. Hier wurde die Farbsättigung auf die höchste Stufe gedreht. Auf unserer fahrt in den Norden sind die Farben langsam verschwunden. Jetzt auf dem Rückweg sind sie auf einen Schlag wieder da. Daran müssen sich die Augen erst wieder gewöhnen. Aich die Kinder verändern sich. Hier werden wir wieder nach money gefragt. laut, manchmal fast fordernd. Im Norden murmelte eine leise Stimme. I´m hungry. Do you have something to eat?
    Die fruchtbaren Hänge des Mount Elgon sind berühmt für ihren hochwertigen Arabica-Kaffee, der in kleinen Kooperativen biologisch angebaut wird. Bei einer interaktiven Kaffee-Tour erleben wir den gesamten Prozess, vom Pflücken der Kirschen über das Schälen, Rösten und Mahlen bis hin zum Aufbrühen einer duftenden Tasse frischen ugandischen Kaffees. Der Kaffee wird mit anderen Pflanzen gemeinsam angebaut. So spenden große Bäume Schatten und das fallende Laub dient als Dünger. Bananen werden früher geerntet und geben auch Schatten. Die Bohnen gehen ebenfalls eine Symbiose mit dem Kaffee ein. Sie wachsen niedrig und können zwischendurch geerntet werden.
    Die roten Kaffeekirschen werden von Hand gepflückt und die Bohnen von der Schale getrennt. Beide trocknen in der Sonne. Aus den Schalen stellt man Kaffeetee her. Die Bohnen werden später geröstet und dann gemahlen und aufgebrüht. Alles wird verwendet. Während wir den Kaffee rösten, entdecken wir ein kleines Chamäleon in den Ästen eines Baumes. Wir sind begeistert, denn diese Tierart haben wir bisher erst einmal gesehen. Der Kaffee ist geröstet. Er muss nun gemahlen werden. Im Stampfer stampfen wir so lange, bis wir schönes Kaffeepulver erhalten. Und dann... er schmeckt richtig gut, obwohl wir keine Kaffeetrinker sind. Unser Nachmittag ist kurzweilig und es hat großen Spaß gemacht, Kaffee selbst herzustellen. Auf schmalen Pfaden spazieren wir zwischen Bananenstauden und Kaffeepflanzen zurück zur Straße. Immer wieder treffen wir auf Kühe, die Bananenschalen und Blätter fressen. Auch ein Schwein grunzt um unsere Beine.
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