Karo-La Gletscher
6 April, China ⋅ 🌬 0 °C
Der Karo-La Pass ist ein Hochpass in der Lhagoi-Kangri-Kette des nördlichen Himalaya. Der Anstieg verläuft vom Yamdrok Tso entlang des Tals Kalurong zum Berg Noijin Kangsang (7206m). Er ist einer der vier größten, schneebedeckten Berge in Tibet. In seinen Schluchten gibt es über 100 Gletscher. So auch den wunderschönen Gletscher Karo-La auf 5560m Höhe. Er besteht aus einer Eiskappe mit langsamem Gefälle und zwei hängenden Gletscherzungen, die 3 bzw. 4,5km lang sind. Er erstreckt sich vom Himmel mit einer Wolke und Nebelschwaden bis zur Straße und gleicht einem großen gefrorenen Fall, der sich darauf vorbereitet, vom hohen Gipfel herunterzufließen. Der obere Teil des Gletschers erscheint in der Sonne hell, glitzernd und durchscheinend und ähnelt einem großen Thangka, der an der Klippe hängt. Das Karo-La Massiv und ist von mehr als zehn weiteren Gipfeln über 6000 Metern umgeben. Im Kontrast zum blauen Himmel, den weichen Wolken und den farbenfrohen Gebetsfahnen ist die Landschaft des Karo-La Gletschers absolut beeindruckend. Wir warten lange auf die blauen Löcher im Himmel, um dann zu erkennen, dass sich immer im letzten Moment, bevor sie über dem Gletscher stehen, Wolken von unten in das blaue Loch schieben. Ein Phänomen, das leider jeden Mittag zu beobachten ist. Dennoch finden wir einige blaue Löcher und sind begeistert, wie die Sonne in die Gletscherspalten scheint und Eiswasserfälle zum Glitzern bringt. Die Formen der Gletscher sind unglaublich, Glatte erscheinende Flächen, hängende Zungen, ein wildes Durcheinander an Spalten und Löchern. Höhlen, mit gefrorenen Wasserfällen. Davor erhebt sich eine StuPa umgeben von bunten Gebetsfahnen, die im Wind flattern. Für uns ein unglaubliches Naturspektakel. Wir haben noch nie eine Gletscherlandschaft erlebt und sind begeistert. Dabei bemerke ich überhaupt nicht, wie kalt es eigentlich ist. Er ist im Auto wird klar, wie durchgefroren ich bin. Da werde ich die nächsten Tage auf mich aufpassen müssen.
Wir fahren die steil abfallende Passstraße hinunter und folgen den Serpentinen mit ihren scharfen Kehren, während die vielen 6.000-er-Gipfel um uns herum wegen der sich dynamisch verändernden Perspektive scheinbar rasterhaft höher werden und sich nach jeder Kurve mit einer anderen Silhouette präsentieren. Vorbei an Schluchten und rauschenden, kristallklaren Bächen, in denen Yaks trinken, nachdem sie zuvor regungslos mitten auf der Straße gestanden haben und die Autos sich einen Weg um sie herum suchen mussten. Ich liebe diese kargen Weiten, auf denen nichts zu wachsen scheint, in denen ab und an eine Herde Yaks steht und immer mal wieder tibetische Gebetsfahnen im Wind flattern. Eine erhabene Stimmung macht sich in mir breit. Eine tiefe Ruhe. Überraschend sammelt sich das Schmelzwasser aus den Gebirgsbächen zu einem riesigen Fluss. Nein, kein Fluss. Es ist ein Stausee. Leuchtend grün glitzert er in der Sonne zwischen den riesigen Bergen. Ein toller Anblick, obwohl der Mensch hier doch massiv in die Natur eingegriffen hat.
Bis Gyantse fahren wir nun parallel zum Yarlung Tsangpo Fluss, dem größten Fluss Tibets und dem Oberlauf des Brahmaputras. Da wir wieder in eine neue Provinz fahren, durchlaufen wir neue eine Polizeikontrolle, bei der wir unsere Pässe und Aufenthaltsgenehmigung, sowie unsere Reiseziele angeben müssen. Dieses Mal müssen wir sogar durch einen Personenscanner. Doch macht das Sinn, wenn das Gepäck im Auto liegt und nicht kontrolliert wird? Wir sind jedenfalls registriert.
Brahmaputra ist mit über 3.000km der bedeutendste und wasserreichste Strom Asiens. Er entspringt am Mount Kailash und fließt bis zum Zusammenfluss mit dem Ganges durch China, Indien und Bangladesch.
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PengembaraDu hast noch nie eine Gletscherlandschaft gesehen? Das hätte ich jetzt nicht gedacht - aber jetzt, wo Du es sagst, habe ich Deine mir bekannten Reiseziele mal Revue passieren lassen. Wunderschön finde ich, wenn die Gletscher(spalten) in einem herrlichen Blau leuchten. Das sieht alles so erhaben aus, was Du zeigst.
PengembaraNein, noch nie. Am Perito Moreno leuchten sie so wunderschön blau. Und man muss dort nicht einmal schreckliche atmen. Irgendwann…. Es war toll, sie so zu sehen.