Buchung und Dokumente einer Tibetreise
10 April, China ⋅ ⛅ 15 °C
Es kamen nun einige Anfragen, so dass ich beschlossen habe, hier genau aufzuschreiben, wie eine Tibetreise abläuft.
Ich buche Flug, Mietwagen, Hotels und los geht’s. Das gibt es in Tibet nicht.
Um nach Tibet reisen zu können, benötigt man eine Einreisegenehmigung, das sogenannte Tibet Travel Permit. Dieses kann nur ein lizenziertes, chinesisches Reisebüro beantragen. Für ausländische Touristen ist es verboten, sich ohne Fahrer und Guide in Tibet zu bewegen. Man kann Tibet nur bereisen, wenn die Reise über ein chinesisches Reisebüro gebucht wird.
Wir haben unsere Einreisegenehmigung bekommen, bevor wir in den Lhasa Zug gestiegen sind. Dafür kam ein Mitarbeiter der Agentur an den Bahnhof und hat uns das Papier gegeben. Man kann das Permit nicht außerhalb Chinas bekommen. Es ist nicht möglich, es als PDF zu verschicken und es auszudrucken.
In Lhasa angekommen, muss das Papier fast überall vorgezeigt werden. Bei der Einreise, im Hotel, bei vielen Klöstern und wenn man sich im Land bewegt. Im Hotel wird man vom Personal registriert und angemeldet. Dafür werden die Pässe und das Permit etwa eine halbe Stunde benötigt/einbehalten.
Innerhalb des Landes gibt es unzählige Kontroll- und Polizeiposten. Fast jedes Mal müssen Ausweise und Permit vorgezeigt werden. Der Guide hat noch weitere Papiere. Manchmal muss man auch aus dem Auto aussteigen und durch eine Sicherheitsschleuse gehen. Diese gleicht den Personenkontrollen am Flughafen. Das Gepäck wird nie gescannt.
Neben dem Permit erhält man eine Liste, auf der alle Sehenswürdigkeiten aufgelistet sind, die besichtigt werden dürfen. Diese Besichtigungen wurden vom Reisebüro beantragt. Im Computer ist hinterlegt, dass man kommt. Alle Zutritte erfolgen über den Reisepass. Der Reisepass ist Eintrittskarte und Besichtigungserlaubnis in einem, wobei die richtige Eintrittskarte zusätzlich noch gekauft werden muss. Es ist nicht möglich, einfach zu einem Kloster zu fahren, Eintritt zu zahlen und es zu besichtigen. Erlaubt sind nur die beantragten Sehenswürdigkeiten. Beim Betreten wird das Gepäck durchleuchtet und die Personen abgetastet und gescannt. Wie am Flughafen.
Bei uns war ein Kloster nicht aufgelistet und daher der Zutritt verwehrt. Es erfolgten einige Telefonate mit der Agentur und dann war der Wachdienst so nett und hat uns trotzdem hineingelassen. Das war eine große Ausnahme. Dieser Fehler darf der Agentur künftig nicht mehr passieren. Regeln kann so etwas natürlich nur der Guide. Englisch spricht hier praktisch niemand.
Wenn man mit dem Auto durch Tibet reist, hat man einen chinesischen Fahrer und einen tibetischen Guide. Im Auto sind mehrere Kameras installiert, die unter anderem überwachen, ob der Fahrer aufgrund der Höhe müde wird. Was passiert, wenn er müde wird, wissen wir zum Glück nicht.
Durch GPS Überwachung wird das Auto außerdem abgeschaltet, wenn der Fahrer länger als 4 Stunden fährt. Er muss eine halbe Stunde Pause machen, bis er weiterfahren darf. Die Route und die Straßen sind aufgrund des Reiseplans vorgegeben. Abweichungen sind nicht erlaubt und werden durch das GPS erkannt.
Auf Strecken, die entsprechend videoüberwacht waren, hat sich unser Fahrer an die Tempovorgaben gehalten. Ansonsten waren Verkehrsregeln eher nebensächlich. Überholen kann man wunderbar vor Kurven, Kuppen oder wenn der Gegenverkehr schon ganz nah ist.
Wir wollten uns am letzten Tag ein Kloster gerne nochmals ansehen. Dies war nicht möglich. Man wollte die Liste und den Guide sehen. Es geht hier nicht ums Geld. Individuelle Besichtigung ist verboten.
Außerhalb Lhasas dürfen sich Touristen überhaupt nicht frei bewegen. Unser Guide hat dies immer elegant versucht zu verbergen. Zufälligerweise war er aber immer im selben Restaurant wie wir. Man kann auch nicht einfach durch ein Dorf spazieren und sich die Lebensweise ansehen. Als ich einmal in die angrenzenden Straßen abgebogen bin, ist unser Guide schnell nachgekommen.
In Lhasa darf man sich in den Straßen frei bewegen. Um aber in den Bereich Bakhor oder Potala Palast zu gelangen, muss man durch Sicherheitsschleusen gehen und den Pass vorzeigen. Befinden sich zu viele Menschen innerhalb, kann der Einlass auch kurzzeitig verwehrt werden. Diese Bereiche werden abends gegen 21:00 geschlossen.
Wenn man Tibet verlässt, muss man das Travel Permit am Flughafen an den Guide zurückgeben. Es muss innerhalb Tibets verbleiben. Im Flughafen wird es nicht mehr benötigt.
Ich hoffe, ich habe an alles gedacht und konnte verständlich genug erklären, wie alles abläuft. Bei Unklarheiten bitte gerne nachfragen.Baca lagi


Andrea on TourDanke 🙏
PengembaraGerne. Soll bei der Reiseplanung helfen. 😁
PengembaraGut erklärt☺️ Wie war es somit für dich in Tibet mit alle den Regel zu reisen?
PengembaraSo ist es. Es war ja keine Überraschung. Andere Länder haben auch Regeln.
PengembaraAber hat dein Guide dich immer im Auge behalten ob du alleine los gehst?
PengembaraViele Möglichkeiten gab es ohnehin nicht. Aber ja, er hatte alles im Blick.
PengembaraAuch wenn du nachts vor die Türe gehst ?
PengembaraDas wohl eher nicht. Da schläft man ohnehin. Die Tage waren lang und ereignisreich, zu kalt, alles zu und wegen der Höhe soll man viel schlafen. Da ist niemand unterwegs.
PengembaraOh das müsste ich mich umstellen. Ich wo mega früh immer Städte anschaut wenn niemand unterwegs ist