• Kampala

    August 23 in Uganda ⋅ ☀️ 19 °C

    Zeitig beginnen wir unsere Tour durch Kampala, um dem schlimmsten Verkehrsgewühle zu entgehen. Zuerst stoppen wir am Unabhängigkeitsdenkmal. Uganda wurde am 9. Oktober 1962 von Großbritannien unabhängig. Der König wurde zum ersten Präsidenten ernannt. Es folgten mehrere neue Präsidenten und Unruhen im Land, bis der heutige Präsident sein Amt antrat. Er regiert das Land mittlerweile seit 40 Jahren.
    Weiter geht es zur großen Moschee, die von Muamar Gaddafi finanziert und 2008 fertiggestellt wurde. Sie fasst 25.000 Gläubige und ist die größte Moschee in der Subsahara. Der Teppich, Fenster und Kronleuchter stammen aus Ländern wie Marokko, Türkei, Italien und Saudi-Arabien. Wir erklimmen das Minarett und haben einen grandiosen Rundblick über ganz Kampala. Seinen Namen hat die Stadt von der Antilope Impala. Das Stadtgebiet Kampalas war ursprünglich Waldgebiet und der König ging gerne auf Impalajagd. Der Name Kampala entstand. Die Stadt wurde auf 7 Hügeln erbaut. Auf jedem befindet sich ein besonderes Gebäude. Die Moschee, Katholische Kirche, anglikanische Kirche, die Universität, der Präsidentenpalast, das Parlament und der Finanzdistrikt. Alle Straßen laufen Sternförmig auf den Hügel mit der Moschee zu.
    Um das wirkliche Kampala zu entdecken, zieht es uns zum Mini-Van Bahnhof. Hier stehen an die 1000 Mini-Van Taxis, die die Menschen in die verschiedenen Orte Ugandas fahren. Ein unglaubliches Meer an Autos. Alle schön geordnet an ihren Abfahrtsschildern. Wir schlängeln uns weiter durch die Stadt zum Königspalast. Wir müssen einen Moment warten, weil der König den Palast verlässt. Der Autokonvoi kommt. Im Palastgelände befindet sich ein Kreisel. Für den König wird er in der Mitte geöffnet und er fährt gerade hindurch. Die umliegenden Gebäude werden heute von Palastangestellten bewohnt. Der König besaß einst einen großen Fuhrpark. Ein verrostetes Exemplar steht noch symbolisch im Park.

    Idi Aman Dada regierte Uganda von 1971 bis 1979 als brutaler Militärdiktator. Am 25. Januar 1971 stürzte General Amin den Präsidenten Milton Obote durch einen Militärputsch. Er errichtete einen brutalen Polizeistaat, der gezielt politische Gegner, Intellektuelle, religiöse Führer und unliebsame Volksgruppen verfolgte und ermordete. Im Jahr 1972 befahl er die Vertreibung der gesamten asiatischen Minderheit, was die Wirtschaft des Landes schwer schädigte. Während seiner Schreckensherrschaft fielen schätzungsweise bis zu 500.000 Menschen dem Terror zum Opfer. Wegen seiner Gewalttaten wurde er international als der „Schlächter von Uganda“ bezeichnet. Weltweit bekannt wurde er durch extreme Menschenrechtsverletzungen. Im April 1979 wurde er durch ugandische Rebellen und tansanische Streitkräfte gestürzt. Er floh ins Exil und starb am 16. August 2003 in Dschidda, Saudi-Arabien.
    Die unterirdischen Folterkammern von Idi Amin befinden sich im Lubiri-Palast (auch Mengo Palace) in Kampala. Während der Schreckensherrschaft des Diktators in den 1970er-Jahren wurden dort Tausende politische Gefangene, Intellektuelle und Kritiker des Regimes ohne Prozess festgehalten, gefoltert und ermordet. Heute sind diese Keller als Gedenkstätte und Ziel des sogenannten „Dark Tourismus“ zugänglich.
    Die unterirdischen Bunkeranlagen wurden ursprünglich unter der Regentschaft des Königs (Kabaka) von Buganda gebaut, aber während Idi Amins Herrschaft (1971–1979) als Gefängnis und Folterkammer genutzt. An den Wänden findet man noch Spuren und Kratzer der Inhaftierten, aber auch Inschriften der Nachkommen von Verstorbenen. Die Gefangenen wurden in winzige Räume zusammengepfercht. Immer wieder wurden die Tore geöffnet. Dabei fielen einige Personen heraus. Sie stürzten ins Wasser unterhalb der Räume, das mit elektrischem Strom verbunden war. Die Stromschläge töteten alle.
    Nachdem Amin geflogen ist, wurden alle Gefangenen aus den unterirdischen Folterkammern befreit und nun im Gegenzug Amins Unterstützer dort umgebracht. In dieser Folterkammer starben mehr als 25.000 Menschen.
    Read more