Was ich vergessen habe und nicht vergessen will
August 24 in Uganda ⋅ ☁️ 18 °C
Man erlebt so viel. Und dann ist da noch der Pinguin, der gefüttert werden will. Aber oft fehlt hierfür die Zeit, zumindest bei mir. So sind mir doch einige Dinge durchgerutscht, die ich für mich aber aufschreiben und nicht vergessen möchte.
In der Gegend des Mount Moroto, in der gerade Hungersnot herrscht, treffen wir auf einem unserer Spaziergänge auf einen Mann mit Steinschleuder. Er zielt, lässt den Stein fliegen und trifft. Sein Opfer - eine Ratte. Er nimmt das Blatt eines Baumes und wischt sorgsam das Blut ab. Sie wird sein Mittagessen werden.
Alle Autos in Uganda haben als ersten Buchstaben des KFZ Kennzeichens ein U. Für Kenia steht das K, Congo mit C, Rwanda mit R und Tansania hat ein T. So kann man sehr leicht erkennen, wer woher kommt. Allerdings gilt diese Regelung nicht für Trucks.
Im gesamten Land gab es jede Menge Polizeikontrollen. Die Straße ist abgesperrt und ein Nagelbrett versperrt definitiv jede Durchfahrt. Doch keine einzige hat uns angehalten. Sobald wir uns genähert haben, wurde die Straßenblockade entfernt und wir wurden durchgewunken. Es war sehr angenehm, dass man sich hier überhaupt keine Gedanken wegen der Kontrollen machen musste.
Das Wetter hat sich eigentlich fast jeden Tag ähnlich präsentiert. Am Morgen war es klar und schön. Über Mittag sind Wolken aufgezogen. Nun gab es zwei Möglichkeiten. Entweder hat es angefangen zu regnen oder zu gewittern oder es wurde zum Abend oder Nacht wieder klar. Klar wurde es auch nach dem Regen wieder. Es gab auch die Tage, die mehr oder weniger ganz grau waren mit mehrfach Regen oder aber auch ganz blau mit viel Sonne. Im Süden war die Vulkan- und Berglandschaft für uns leider unsichtbar, da sie immer im feuchten Nebel lag und die Luft nicht mehr klar wurde. Hier beginnt im August schon die große Vorbereitung der Wolken auf die Regenzeit oder es war schlicht Pech. Insgesamt gab es viel Regen und wenn es hier regnet, öffnet der Himmel wirklich jede Schleuse und es schüttet was geht. Aber es ist dann auch recht schnell wieder vorbei. Meistens kam der Regen zu einer Zeit, als wir schon in der Lodge waren. Immer wieder hat er uns natürlich auch erwischt.
Das Boda Boda ist das Motorradtaxi, das in den Städten und teilweise auch auf dem Land die Menschen zügig von A nach B bringt. Motorräder finden auch im schlimmsten Stau noch Wege und man ist deutlich schneller unterwegs. Doch woher kommt der Name Boda Boda? Hier gibt es verschiedene Geschichten. Die Fahrer an der Grenze zu den Nachbarländern wollten Kunden anlocken, in dem sie riefen Border Border. Schnell gesprochen wurde daraus Boda Boda. Eine andere Geschichte lautet, dass die Inder während der Verfolgung durch Idi Amin schnell das Land verlassen wollten und ein Motorradtaxi zur Grenze suchten. Sie riefen Border Border - Boda Boda.
Wie in jedem anderen Land gibt es auch in Uganda Gefängnisse. Wie diese von Innen aussehen, vermag ich mir nicht vorzustellen. Aber von Außen. Die Gefangenen tragen alle knallgelbe Kleidung. Sie gehen einem ganz normalen Alltag nach, wie alle anderen Menschen auch. Gefängnisse haben viel Land, auf dem Landwirtschaft betrieben wird. Die Gefangenen leisten diese Arbeit. Sie sitzen also nicht in einer Zelle und versauern, sondern haben zu tun. Es gibt auch Werkstätten und Betriebe, in denen gearbeitet wird. Kohle wird hergestellt. Für ihre Arbeit erhalten die Gefangenen ein Gehalt, das ihnen am Ende der Gefängniszeit ausgezahlt wird. Es steht keiner mit leeren Händen da, wenn er entlassen wird und wird sofort wieder straffällig. Manche Gefangenen, mit sehr langer Gefängnisstrafe verlassen dieses sogar vermögend. Es gibt aber auch viele Menschen, die sich ein Leben außerhalb nicht mehr vorstellen können. Sie dürfen bleiben und machen beispielsweise eine Ausbildung zum Wächter. Das finde ich alles doch sehr vernünftig und gut durchdacht.
Air-France Flugzeugentführung 1976: Die Entebbe-Entführung war die Kaperung einer Air-France-Maschine durch deutsche und palästinensische Terroristen am 27. Juni 1976, die in einer spektakulären israelischen Befreiungsaktion endete. Flug 139 war auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris und wurde kurz nach einem Zwischenstopp in Athen gekapert. Die Terroristen zwangen die Maschine über Libyen zum Flughafen Entebbe in Uganda, wo sie vom ugandischen Diktator Idi Amin unterstützt wurden. Vor Ort trennten die deutschen Geiselnehmer (darunter Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann) jüdische/israelische Passagiere von den anderen Geiseln. In der Nacht zum 4. Juli 1976 flogen israelische Elitesoldaten heimlich nach Entebbe und befreiten die Geiseln in einer rund 90-minütigen Operation. Drei Geiseln starben bei dem Einsatz. Der israelische Einsatzleiter Oberstleutnant Jonatan Netanjahu (Bruder des späteren Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu) kam ebenfalls ums Leben. Alle sieben Geiselnehmer sowie rund 20 ugandische Soldaten wurden getötet. Die Aktion gilt als Meilenstein der Antiterror-Einsätze.Read more

TravelerHochinteressant ist Deine Sammlung verschiedener Geschichten und Eindrücke, besonders nah gegangen ist mir die Geschichte mit dem Mann, der die Ratte erlegt hat. Zur Flugzeugentführung ein weiterer Filmtipp: 7 Tage in Entebbe mit Rosamund Pike und Daniel Brühl.
TravelerKennst du eigentlich alle Filme? Das ist ja unglaublich. Ist ebenfalls notiert. Der Rattenmann geht mir auch noch nicht aus dem Kopf.
TravelerNein, leider nicht, aber ich habe schon immer gerne Filme geschaut - gerade die letzte Zeit komme ich kaum noch dazu zu schauen. Aber solche Filme interessieren mich immer und ich lese dann auch viel über die Hintergründe. Da kann man auch eine ganze Menge lernen. Es gibt auch einen mit Charles Bronson aus den 1970zigern zu dieser Flugzeugentführung „Die keine Gnade kennen“ - den kenne ich aber nicht (zumindest nicht wissentlich). Wenn ich damit nerven sollte, bitte Info, dann lasse ich es mit den Filmtipps.
TravelerNein. Überhaupt gar nicht. Wir schauen immer viele Dokus und wenn es gibt auch Filme. Man muss nur wissen, dass es sie gibt. Oder noch besser suchen.
TravelerDem kann ich mich nur anschließen . Super interessant 👍
TravelerDanke.