• Ein kleiner Nachtrag zu KL

    16–19 cze 2024, Malezja ⋅ ☁️ 28 °C

    Auf den ersten Blick vielleicht banal, doch für uns ein einerseits freudiges, aber auch trauriges Thema. Ich wette, niemand, der diesen Satz liest, weiß, worauf wir hinausmöchten bzw. was wir nun ansprechen werden. Reisen bedeutet, viele neue Eindrücke durch fremde Kulturen zu sammeln, viel "Zeitverlust" um von A nach B zu kommen, Planungsaufwand, ständiges Umstrukturieren und Improvisieren, und auch immer wieder ein neues "Zuhause" zu finden. Genau das möchten wir ansprechen: ein neues Zuhause!

    Wir müssen uns immer wieder eine neue Unterkunft suchen, weil wir natürlich auch immer wieder an neuen Orten sind. Selbst schuld, könnte man sagen, und ja, das würden wir bestätigen. Das alles haben wir uns auch selbst ausgesucht und wussten, was auf uns zukommt. Aber darum geht es nicht. Vielmehr hat es uns gezeigt, wie schön eine vertraute Umgebung sein kann und wie wichtig ein gewissermaßen sicherer Raum mit einem geregelten Leben ist.

    Eine Bleibe, in der man weiß, was man hat, und sich einfach an den kleinen Dingen erfreuen kann, wie eine Waschmaschine zu benutzen oder selbst zu kochen. Die kleinen Dinge strukturieren das Leben so enorm, dass wir gar nicht mehr wissen, diese zu schätzen, weil sie so selbstverständlich sind. Genau so eine Unterkunft hatten wir hier in Kuala Lumpur. Wir wussten, was uns erwartet, wo wir etwas finden, und wie wir unseren Tag starten können. Dazu braucht es nur wenige Dinge, wie z.B. das Frühstück selbst zuzubereiten oder zum Sport gehen zu können.

    Wir konnten hier schwimmen, ins Fitnessstudio gehen oder einfach in einen Supermarkt, um uns bestens zu versorgen. Wir hatten Platz mit Schränken, eine Küche, einen Fernseher mit Sofa und vieles mehr. So, wie man sich eben ein "Zuhause" vorstellt, wenn man aus der westlichen Welt kommt. Das, was für uns alle selbstverständlich ist, ist unterwegs nicht immer möglich und zeigt einem, wie herrlich und toll das "Selbstverständliche" sein kann und wie wenig bis gar keine Wertschätzung es von uns bekommt.

    Genauso zeigt es einem, wie privilegiert und in welchem puren Luxus wir leben. Man sieht hier so viele Häuser, die deutlich weniger haben, spartanisch ausgestattet sind, und Menschen, die viel und hart für kleine Dinge arbeiten müssen. Körperliche Arbeit, die den Körper unter extremen Bedingungen, wie z.B. Hitze, auslaugt. Ein 9-to-5-Job ist für viele langweilig, aber hier etwas, was sich wahrscheinlich sehr viele wünschen würden. Dies wollten wir einfach mal loswerden.

    Die Möglichkeit zu haben, monatelang zu reisen und danach immer wieder in ein geregeltes Leben zurückzukommen, ist ein Privileg, das stark unterbewertet ist. Wir würden nicht tauschen wollen. Diese Unterkunft gab uns jedoch das Gefühl, ein kleines Zuhause gehabt zu haben. Zu wissen, man muss sich nicht wieder umschauen, wo etwas ist, wie man hinkommt, etc. Um hier dauerhaft wohnen zu wollen, gehört natürlich deutlich mehr dazu. Dazu muss die Infrastruktur, ärztliche Versorgung und vieles mehr stimmen. Aber was so eine kleine Unterkunft bewirken kann, macht schon viel aus.

    Wie sieht es bei euch aus? Schätzt ihr solche kleinen Dinge im Leben oder denkt ihr da gar nicht so viel darüber nach, weil es eben "normal" ist?
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