Jakarta - Beginn eines Städtemarathons
Jun 19–22, 2024 in Indonesia ⋅ ⛅ 33 °C
Von einer altbekannten Stadt, in die wir scheinbar immer wieder gerne zurückkehren (Kuala Lumpur), in eine Stadt, die wir wahrscheinlich nicht so schnell wieder freiwillig besuchen werden: Auf nach Jakarta. Aber damit heißt es auch für uns: Hallo 3. Land unserer kleinen Südostasienrundreise - Hallo Indonesien!
Der Weg hierher war ein Abenteuer für sich: stundenlange Mühen für das Online-Visum, der schweißtreibende Versuch, ein (mehr oder weniger legales) Fake-Rückflugticket zu ergattern – denn ohne Rückflugticket kein Einlass in Indonesien – und schließlich die nervige Anmeldung unserer Handys, um überhaupt eine SIM-Karte kaufen zu können. Aber hey, we made it!
Indonesien, also Jakarta, begrüßte uns mit einem Verkehrschaos, Müllbergen am Straßenrand und einer großen Smog-Wolke über dem Horizont. Und hier sollten wir nun 3 Nächte bleiben? In dem Moment dachten wir uns noch „Na geil“, denn wir hatten uns beide die Stadt etwas schöner vorgestellt, nur einen ganz kleinen Tick, denn wir beide wissen bereits, dass das Risiko in Südostasien auf unschöne Städte zu treffen, definitiv immer besteht und zwar nicht zu knapp. Im Nachhinein betrachtet war aber auch das eine wertvolle Erfahrung, denn wir beide wollen nicht nur die geschönten Touri-Highlights sehen, sondern auch gerne mal tiefer als uns lieb ist in das richtige Leben und die Kultur eintauchen.
In Jakarta haben wir uns die kommenden Tage dann größte Mühe gegeben, die schönsten Ecken der Stadt ausfindig zu machen. Ein paar schöne Ecken gab es tatsächlich, weil Jakarta noch viele holländische Wurzeln aus Kolonialzeiten beibehalten hat wie schöne Gebäude oder kulinarische Delikatessen. Ja, wir testeten auch die Poffertjes aus: ganz wilde Kombi, hier isst man sie offenbar gerne mit Käse gefüllt, aber trotzdem mit süßem Topping aus Puderzucker und Fruchtsoße - konnten wir uns zuerst so gar nicht vorstellen, war aber tierisch lecker.
In Jakarta fuhren wir das erste Mal mit einem indonesischen Minibus, was eine ziemlich coole Erfahrung war. Wir stellten auch fest, dass wir für viele Indonesier eine Attraktion der besonderen Art oder so ähnlich sind, denn mit Jakarta fing auch quasi unsere Karriere als Prominenz an, denn man fragte uns unzählige Male nach gemeinsamen Fotos - mal ganz normal, mal bonzen-like vor größeren Autos oder einfach süße Selfies.
Jakarta zeigte uns neben den witzigen und erfreulichen Momenten aber eben halt auch leider die unerfreulichen von Armut, hungernden und bettelnden Menschen, schmutzigen Straßen voller Kakerlaken und viel zu viel Verkehr.
Viele Erlebnisse und Erfahrungen später ging es für uns dann mit dem Zug 8h weiter nach Yogyakarta.
Das schlimmste vorweg: Jelena vergaß einen der heiligsten Gegenstände ihres Gepäcks in der Unterkunft: ihre Ohropax. Und die braucht man als jemand mit leichterem Schlaf definitiv, denn entweder es brüllt um 04:30 Uhr in voller Lautstärke aus den Moscheen oder der Nachbar schaut so dermaßen laut Fernsehen, sodass man das Gefühl hat, man schaue mit - irgendetwas ist halt immer. Dummerweise gibt es in gefühlt ganz Südostasien keine Ohropax zu kaufen, wir haben mittlerweile vermutlich 999 Apotheken, Drugstores und Supermärkte abgeklappert - meistens werden wir nur verwundert angeschaut als würde niemand Ohropax oder dergleichen kennen. Kein Wunder, hier schlafen die Menschen auch ohne Probleme direkt an einer maximal befahrenen Straße.
Die erfreulichere Nachricht: unsere Zugfahrt war ein Traum. Irgendwie hatten wir ausversehen die Luxusklasse gebucht, was bedeutete, dass wir völlig unerwartet in einem Zugabteil mit Ledersitzen, all-you-can-drink Kaffee, Wasser & Tee sowie Frühstück und Mittagessen einstiegen. Bei diesem Komfort könnte sich die deutsche Bahn nochmal eine gewaltige Scheibe abschneiden, alleine von der Beinfreiheit könnte man in Deutschland nur träumen. Witzigerweise wussten wir gar nicht, dass wir derartige Premiumtickets hatten, sodass wir uns zunächst in der Executivklasse (quasi Mittelklasse) niederließen, bis nach kurzer Zeit (zum Glück) ein Herr kam und meinte dies seien seine Plätze. Wir zeigten ihm irritiert unsere Tickets und er lachte nur und klärte uns darüber auf, dass wir in die Premiumklasse gehen müssten. Puh, ein Glück waren die Plätze durch ihn besetzt, andernfalls wären wir dort sitzen geblieben und hätten unsere gebuchten Benefits vermutlich verpasst.Read more













