Die Reise hat begonnen!
Jun 2–7, 2024 in Malaysia ⋅ ☁️ 30 °C
Kein Geschirr, kein Sofa, keine Sorgen – nur wir, die Welt und ein bisschen Abenteuerlust. Es war ein langer Weg hierher, aber jetzt heißt es: "Hallo Freiheit!" Wir haben keine Ahnung, was die Zukunft bringt, aber wir sind bereit, alles zu nehmen, was sie uns bietet. Auf ins große Abenteuer! 🌏
Von "Möbelhändler" zu "Weltenbummler" – eine unerwartete Reise beginnt! 🎒 Nach fast einem Jahrzehnt im Job haben wir uns entschieden, alles hinter uns zu lassen. Die Möbel, die uns über die Jahre begleitet haben, wurden verkauft, verschenkt oder entsorgt. Vom ersten Gedanken, alles loszuwerden, bis zum letzten Stück, das unser Zuhause verließ, war es eine Achterbahn der Emotionen. Anfangs hielt ich die Idee, mich von all den Dingen zu trennen, die ich über die Jahre hinweg sorgfältig ausgesucht hatte, für verrückt. Doch dann kam die Befreiung. Ein Gefühl, das schwer in Worte zu fassen ist. Materielle Schönheiten sind zwar einerseits toll, andererseits sind sie irgendwie auch ein Stück Ballast, der einen unbewusst bindet.
Nach über drei Jahrzehnten an einem Ort war es Zeit für Veränderung. Deutschland, Kiel und die Ostsee wird immer unser Zuhause sein, aber jetzt ist es an der Zeit, neue Horizonte in Südostasien und dann vorallem die Idylle Nordamerikas zu erkunden und dort tief in das nordamerikanische Arbeisleben einzutauchen. Kanada, wir kommen! Doch bevor wir in den Ahornsirup eintauchen, genießen wir noch die Sonne und die Schönheit Südostasiens.
Erfreuen uns an bunten Korallen, der tropischen Flora & Fauna - die übrigens auch nicht selten weniger erfreuliche Tierchen wie z.B. Spinnen (und zwar sehr große), Kakerlaken oder Schlangen zu bieten hat.
Seit fast 2 Wochen sind wir jetzt unterwegs, und es fühlt sich immer noch wie ein langer Urlaub an. Wir haben wahrscheinlich noch nicht realisiert, dass wir nach unserer Südostasienreise nicht in unseren alten Alltag in Deutschland zurückkehren werden
Doch was uns jetzt erstmal erwartet:
🌴 Durch die Gegend reisen
🍜 Uns das beste Essen gönnen
🌅 1.000 atemberaubende (und bestimmt auch mal nicht so schöne) Fleckchen der Erde entdecken
🧘♀️ entspannen & und uns selbst nochmal ganz neu erfinden
Zum Start in unser großes Abenteuer, haben wir erstmal eine knappe Woche in Kuala Lumpur verbracht, um anzukommen und uns wieder auf die Zeitzone und alles drum herum einzustellen.
Zum zweiten Mal gemeinsam in dieser vibrierenden Metropole, sind wir wie Profis durch den botanischen Garten gepilgert, haben den wunderschönen Thean Hou Tempel besichtigt (natürlich sind wir zu Fuß hin und zurück gelaufen - waren ja jeweils nur so 1:45h bei brütender Hitze), haben stundenlang in den vielen Läden und Shoppingcentern gebummelt und schließlich sehr viel leckeres Essen genossen. Ein ganz besonderes kulinarisches Hightlight war das Probieren von zwei zuvor völlig unbekannten Früchten, die in Südostasien beheimatet sind. Sooo so lecker! Zwischendurch haben wir auch noch unsere weitere Reise geplant - Reisen kann sooo anstrengend sein 😌..
Dann hieß es: Tschüss, Kuala Lumpur, und hallo, Rest der Welt! 🗺️Read more
Johor Bahru
Jun 7–9, 2024 in Malaysia ⋅ ⛅ 32 °C
Nach unserem grandiosen Start in Kuala Lumpur, ging's ein paar Tage später in aller Herrgottsfrühe mit dem Bus nach Johor Bahru. Noch nie gehört? Keine Sorge, das hatten wir bis vor Kurzem auch nicht – und, ehrlich gesagt, man verpasst auch nichts.
Stellt euch eine Stadt vor, die hauptsächlich aus Baustellen, endlosen Verkehrsstaus und Shoppingcentern besteht. Fußwege? Ein seltenes Gut. Johor Bahru ist das, was passiert, wenn eine Stadt neben Singapur bekannt & erfolgreich werden möchte, sie es aber noch so gar nicht ist – überall Baustellen, überall Shoppingcentren oder leerstehende riesige Gebäude (und auch Shoppingcentren), und dazwischen jede Menge Lärm.
Zwei Nächte haben wir dort verbracht – genug Zeit, um festzustellen, dass die Stadt wirklich nicht unser Ding ist. Aber hey, die Lage ist top! Nur 1,5 Kilometer und eine Brücke trennen Johor Bahru von Singapur. Wir haben uns gedacht: "Na gut, Johor Bahru, du bist vielleicht nicht der Hit, aber du bist zumindest Sprungbrett zu einem Tages-Ausflugs-Abenteuer in Singapur."Read more
Singapur-Tagesausflug
June 8, 2024 in Singapore ⋅ ☁️ 30 °C
Nach unserer Ankunft in Johor Bahru – der Stadt der Baustellen und Shoppingcenter – hatten wir direkt am nächsten Tag einen Tagesausflug nach Singapur geplant. Die Zugtickets hatten wir natürlich bereits im Vorfeld gekauft, denn wir wollten auf Nummer sicher gehen. Na ja, das war zumindest der Plan.
Der Tag begann mit einem Abenteuer ganz eigener Art: Wir verpassten den Zug. Richtig gelesen. Der üble Verkehr und die Tatsache, dass kaum ein Grab-Fahrer bereit war, uns von unserer Unterkunft abzuholen, machten uns einen Strich durch die Rechnung. Schon auf dem Hinweg waren unsere Tickets Geschichte. Wir konnten dann aber den Zug eine Stunde später nehmen.
Der Tagesausflug nach Singapur war absolut grandios. Wir starteten in Chinatown und waren vom riesigen Tempel beeindruckt, in dem wir eine ganze Weile blieben. Wir hatten sogar das Glück, eine buddhistische Zeremonie mitzuerleben – oder so etwas in der Art. Der Tempel bot zudem eine willkommene Abkühlung von der drückenden Hitze draußen.
Von dort aus liefen wir zur berühmten Bayfront und dem noch bekannteren riesigen Shoppingcenter, in dem man sogar mit einem Boot durch das Center fahren kann. Ein surrealer Anblick! Unser nächster Stopp waren die Gardens by the Bay mit den ikonischen baumartigen Bauten, die bei Nacht leuchten und aussehen, als wären sie direkt aus einem Science-Fiction-Film entsprungen.
Und zum krönenden Abschluss des Tages gönnten wir uns einen Hershey’s-Schoko-McFlurry mit Oreostückchen. Definitiv erwähnenswert und der perfekte süße Abgang für einen unvergesslichen Tag.
Aber hey, wir wären nicht wir, wenn wir nicht auch den Rückweg verbockt hätten! Nachdem wir einen grandiosen Tag in Singapur verbracht hatten, liefen wir – ahnungslos – mit der Menschenmasse durch den Immigrationsschalter. Unser Pass wurde gescannt und gestempelt! Was wir dann aber zuerst nicht wussten… Wir standen beim Ausgang zu den Bussen und nicht zu den Zügen. Bye-bye, Rückticket! Denn zurück zu den Zügen kamen wir von hier aus nicht mehr.
Das Schicksal meinte es aber gut mit uns: Ein Busticket kostete ohnehin nur umgerechnet einen Euro, und wir waren damit wesentlich schneller wieder in unserer Unterkunft. Ein Hoch auf die Flexibilität!Read more
Tioman Island
Jun 9–15, 2024 in Malaysia ⋅ ☁️ 31 °C
**Raus aus der Stadt und rein ins Inselleben**
Die Reise geht weiter und unser Maß an Städte-Eindrücken ist erstmal zumindest voll. Wie kann man dies ändern? Richtig! Ab auf eine Insel und einfach mal gepflegt die Seele baumeln lassen. Zeit haben wir schließlich genug und es ist auch schön, etwas länger an einem Ort zu sein und die Ruhe zu genießen. Ziel raussuchen, Anreise planen (naja, ganz so kompliziert ist es nicht) und los. Die Infrastruktur in Malaysia ist ziemlich gut ausgebaut, sodass wir morgens zum Bus-Terminal fuhren und dort in einen Bus einstiegen. Einen passenden Grab-Fahrer zu ergattern, war dabei schon das Aufregendste. Hier in Johor Bahru weiß man leider nie, wie lange es dauert und ob der Fahrer dann nicht doch wieder abspringt. Wenn dann auch noch der Verkehr zickt… ciao. Das macht keinen Spaß. Die Zeit spielte uns glücklicherweise in die Karten, sodass der Verkehr quasi nicht vorhanden war und wir alles rechtzeitig schafften.
Bus fahren war uns hier in Malaysia auch nicht fremd. Komfortable Plätze - von so viel Beinfreiheit und von der Möglichkeit den Sitz beinah zum Liegeplatz umzuwandeln, kann man in Deutschland nur träumen - und ein angenehmes Raumklima erwarteten uns, nur die Fahrzeit war noch etwas ungewiss. Wenn im Internet 2-3 Stunden angegeben werden, heißt das noch lange nicht, dass das auch so stimmt. Es kann weniger, aber auch mehr werden. “Das Internet lügt nie”. Dieses Zitat stimmte diesmal, und nach ca. 2 Stunden kamen wir bereits am Jetty in Mersing an, von wo aus unsere Fähre nach Tioman fuhr. Bevor es losging, schlugen wir noch etwas Zeit in einem Café tot und genossen ein tolles Frühstück aus Kuchen, Croissants und anderen Leckereien. Nützt ja nichts!
Tioman! Welche eine ruhige Insel. Tioman ist keine unbekannte Schönheit im Osten Malaysias, und somit darf man dann auch schon Touristen erwarten. Ruhige Einsamkeit an verlassenen, mit weichem und weißen Sand bedeckten Stränden, türkisblaues Wasser, die zusammen paradiesische Anblicke bieten. So stellt man sich die Inseln vor, wenn man sich im tropischen Raum aufhält. Die Realität sieht dann leider häufig anders aus. Viele Menschen, die nach und nach alles kaputt machen, und der Anblick ist nur noch durch viel Photoshop-Technik oder andere Tricks im Netz zu sehen, verfälschen es. Falsch gedacht! Na klar, auch hier gibt es Touristen (wir sind schließlich selber welche) und Müll, aber wow! Diese Insel ist schön! Ein beachtlicher Teil der Insel ist unberührter Dschungel und nur an ein paar wenigen Buchten erstrecken sich kleine Dörfer und Hotels. Es fällt sofort auf, wie ruhig und beruhigend diese Insel ist und auch der typische asiatische Motorrollerlärm hält sich in Grenzen….
Man bereitete uns bereits im Vorwege darauf vor, dass wir ein 4x4 Pick-Up-Taxi vom Jetty aus zu unserer Unterkunft benötigten, da der Fahrer, um auf die andere Seite der Insel zu kommen, einige Steigungen meistern müsse. Ehrlicherweise war uns beiden aber nicht bewusst, was das für Steigungen sein würden. Das Auto noch schnell mit 6-8 Personen beladen (in der Ladefläche ist neben dem ganzen Gepäck schließlich auch noch Platz) und dann ging es auch schon los. Die Straße war wild, im wahrsten Sinne des Wortes.
Affen und Ziegen standen am Straßenrand und schauten uns belustigt zu, als ob sie wüssten, was uns bevorstand. Der Fahrer nahm die 45%-Steigungen und haarsträubenden Kurven mit einer Gelassenheit, die nur jemand haben kann, der diese Strecke seit Jahren fährt und dabei noch nie einen Affen überfahren hat.
Als unerfahrener Tourist sollte man diese eigenständig eher nicht befahren. Ganz zu schweigen davon, dass man den Hup-Kodex nicht kennt und ein geeignetes Gefährt dazu bräuchte. Noch schnell während der Fahrt ein inneres Mantra auswendig gelernt, dass man dem Fahrer traue und er das schließlich bestimmt unzählige Male täglich macht und zwar seit Jahren und nichts passieren kann, und dann kamen wir auch nach ca. 30 Minuten an. Es war inzwischen Abend und die Anreise hatte sich gezogen wie Kaugummi. Aber die Unterkunft – zwar spärlich möbliert – lag direkt am Strand und machte die Strapazen sofort vergessen. Paradies, wir sind da!
In diesem Paradies durften wir nun eine Woche verweilen. Wir machten eine unvergessliche Schnorcheltour, bei der wir bunte Korallen, Schildkröten, Haie und Babyhaie und unzählige knallbunte kleine und große Fische sahen. Wir legten an einem paradiesischen Strand an und genossen den Tag. Aber nicht nur Entspannung, sondern auch abenteuerliche Wanderungen die eben benannte Straße entlang auf die andere Seite der Insel (wow, das war anstrengend) oder durch den Dschungel zu entlegenen Buchten gehörten zu unserer Tagesordnung. In etwa nach der Hälfte der Zeit wechselten wir noch einmal die Inselseite zur belebteren Küste, um auch hier nochmal die andere Seite der Insel zu bestaunen. Die Flora und Fauna hat es uns besonders angetan. Neben tollen Stränden, so vielen Kokos- und Bananenpalmen, Hibiskus und unzählbaren anderen wunderschönen Pflanzen, trafen wir ganz viele Warane, kleine Echsen, große Krabben und Krebse und schließlich auch die unerfreulicheren Gäste wie riesige Spinnen (deutsche Hausspinnen sind ein Witz dagegen) und Kakerlaken. Aber hey, auch das gehört dazu.
Der Aufenthalt auf der Insel war toll, aber nun heißt es für uns: neue Orte entdecken, mit einem Abstecher über den absoluten Dreh- und Angelpunkt, der uns schon so vertraut ist. Worauf wir uns freuen? Wäsche waschen, normale Supermärkte und richtigen Kaffee (kein Instantkaffee!).Read more
Tschüss Insel - Hello KL Again
Jun 16–19, 2024 in Malaysia ⋅ ☁️ 26 °C
Auch das schönste Inselleben hat irgendwann ein Ende. Also Sachen packen und nochmal ordentlich frühstücken. Das Wort „ordentlich“ ist dabei jedoch sehr subjektiv. Der eine liebt es, sich morgens ein halbes Pfund Toastbrot reinzuschaufeln, nur um nach einer Stunde wieder Hunger zu haben, weil außer vielen Kalorien nichts am so leckeren Weizenbrot dran ist. Der andere bevorzugt ballaststoffreiche und sättigende Nahrung. Aufgrund der mangelnden Auswahl an leckeren und füllenden Frühstücksgerichten entschieden wir uns dennoch dafür.
Ein bisschen Zeit blieb dann noch, um sich die Beine zu vertreten, bevor es auf die Fähre zurück ans Festland ging. Eine ruhige und entspannte Fahrt erwartete uns. Am Festland angekommen, mussten wir noch ein wenig Zeit totschlagen, bevor die Reise mit einem der vielen Fernbusse weiterging. Also nochmal bei KFC mit viel Hühnchen stärken (ey! Es gab hier halt nichts anderes), Snacks kaufen und Abfahrt. Die Busfahrt dauerte ca. 5 Stunden (der Busfahrer musste unverhältnismäßig oft aufs Klo) und schon waren wir wieder zurück in Kuala Lumpur. Yay! Keine andere südostasiatische Großstadt haben wir im vergangenen halben Jahr so häufig wie KL gesehen. Anfänglich noch mäh, jetzt 👍.
Wir buchten das Hotel vom letzten Besuch und bekamen ein kleines Upgrade. Ein ganzes Studio-Apartment für uns, das einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung ähnelte. Geil! Da wir uns hier nun auch schon bestens auskannten, wussten wir natürlich sofort, wo es die besten Lebensmittel für uns gab und wir uns endlich wieder etwas selbst versorgen konnten. Preislich schon ein großer Unterschied und die Zuckeraufnahme wird dadurch auch enorm gedrosselt. Die Asiaten zuckern leider sehr viel. Um es genauer zu sagen: eigentlich alles.
Die Kleidung konnte hier auch wieder in der Unterkunft gewaschen und getrocknet werden. Diese Gelegenheit nutzten wir selbstverständlich. Aber wieso eigentlich wieder KL? Naja, es ist leider so, dass so gut wie alle Weiterreise-Möglichkeiten von hier aus starten, solange man nicht innerhalb des Landes stundenlang im Bus sitzen möchte (was übrigens schlechter klingt, als es ist. Die Busse sind super). Also, wo geht die Reise nun hin? Rate doch mal :)
PS: Wer weiß, wie hier der Hase läuft, weiß genau wo wir sind 😎Read more
Ein kleiner Nachtrag zu KL
Jun 16–19, 2024 in Malaysia ⋅ ☁️ 28 °C
Auf den ersten Blick vielleicht banal, doch für uns ein einerseits freudiges, aber auch trauriges Thema. Ich wette, niemand, der diesen Satz liest, weiß, worauf wir hinausmöchten bzw. was wir nun ansprechen werden. Reisen bedeutet, viele neue Eindrücke durch fremde Kulturen zu sammeln, viel "Zeitverlust" um von A nach B zu kommen, Planungsaufwand, ständiges Umstrukturieren und Improvisieren, und auch immer wieder ein neues "Zuhause" zu finden. Genau das möchten wir ansprechen: ein neues Zuhause!
Wir müssen uns immer wieder eine neue Unterkunft suchen, weil wir natürlich auch immer wieder an neuen Orten sind. Selbst schuld, könnte man sagen, und ja, das würden wir bestätigen. Das alles haben wir uns auch selbst ausgesucht und wussten, was auf uns zukommt. Aber darum geht es nicht. Vielmehr hat es uns gezeigt, wie schön eine vertraute Umgebung sein kann und wie wichtig ein gewissermaßen sicherer Raum mit einem geregelten Leben ist.
Eine Bleibe, in der man weiß, was man hat, und sich einfach an den kleinen Dingen erfreuen kann, wie eine Waschmaschine zu benutzen oder selbst zu kochen. Die kleinen Dinge strukturieren das Leben so enorm, dass wir gar nicht mehr wissen, diese zu schätzen, weil sie so selbstverständlich sind. Genau so eine Unterkunft hatten wir hier in Kuala Lumpur. Wir wussten, was uns erwartet, wo wir etwas finden, und wie wir unseren Tag starten können. Dazu braucht es nur wenige Dinge, wie z.B. das Frühstück selbst zuzubereiten oder zum Sport gehen zu können.
Wir konnten hier schwimmen, ins Fitnessstudio gehen oder einfach in einen Supermarkt, um uns bestens zu versorgen. Wir hatten Platz mit Schränken, eine Küche, einen Fernseher mit Sofa und vieles mehr. So, wie man sich eben ein "Zuhause" vorstellt, wenn man aus der westlichen Welt kommt. Das, was für uns alle selbstverständlich ist, ist unterwegs nicht immer möglich und zeigt einem, wie herrlich und toll das "Selbstverständliche" sein kann und wie wenig bis gar keine Wertschätzung es von uns bekommt.
Genauso zeigt es einem, wie privilegiert und in welchem puren Luxus wir leben. Man sieht hier so viele Häuser, die deutlich weniger haben, spartanisch ausgestattet sind, und Menschen, die viel und hart für kleine Dinge arbeiten müssen. Körperliche Arbeit, die den Körper unter extremen Bedingungen, wie z.B. Hitze, auslaugt. Ein 9-to-5-Job ist für viele langweilig, aber hier etwas, was sich wahrscheinlich sehr viele wünschen würden. Dies wollten wir einfach mal loswerden.
Die Möglichkeit zu haben, monatelang zu reisen und danach immer wieder in ein geregeltes Leben zurückzukommen, ist ein Privileg, das stark unterbewertet ist. Wir würden nicht tauschen wollen. Diese Unterkunft gab uns jedoch das Gefühl, ein kleines Zuhause gehabt zu haben. Zu wissen, man muss sich nicht wieder umschauen, wo etwas ist, wie man hinkommt, etc. Um hier dauerhaft wohnen zu wollen, gehört natürlich deutlich mehr dazu. Dazu muss die Infrastruktur, ärztliche Versorgung und vieles mehr stimmen. Aber was so eine kleine Unterkunft bewirken kann, macht schon viel aus.
Wie sieht es bei euch aus? Schätzt ihr solche kleinen Dinge im Leben oder denkt ihr da gar nicht so viel darüber nach, weil es eben "normal" ist?Read more

TravelerMan denkt da gar nicht drüber nach,weil alles da ist was man braucht.Vielleicht braucht man so eine Situation wie ihr sie gerade habt .
Jakarta - Beginn eines Städtemarathons
Jun 19–22, 2024 in Indonesia ⋅ ⛅ 33 °C
Von einer altbekannten Stadt, in die wir scheinbar immer wieder gerne zurückkehren (Kuala Lumpur), in eine Stadt, die wir wahrscheinlich nicht so schnell wieder freiwillig besuchen werden: Auf nach Jakarta. Aber damit heißt es auch für uns: Hallo 3. Land unserer kleinen Südostasienrundreise - Hallo Indonesien!
Der Weg hierher war ein Abenteuer für sich: stundenlange Mühen für das Online-Visum, der schweißtreibende Versuch, ein (mehr oder weniger legales) Fake-Rückflugticket zu ergattern – denn ohne Rückflugticket kein Einlass in Indonesien – und schließlich die nervige Anmeldung unserer Handys, um überhaupt eine SIM-Karte kaufen zu können. Aber hey, we made it!
Indonesien, also Jakarta, begrüßte uns mit einem Verkehrschaos, Müllbergen am Straßenrand und einer großen Smog-Wolke über dem Horizont. Und hier sollten wir nun 3 Nächte bleiben? In dem Moment dachten wir uns noch „Na geil“, denn wir hatten uns beide die Stadt etwas schöner vorgestellt, nur einen ganz kleinen Tick, denn wir beide wissen bereits, dass das Risiko in Südostasien auf unschöne Städte zu treffen, definitiv immer besteht und zwar nicht zu knapp. Im Nachhinein betrachtet war aber auch das eine wertvolle Erfahrung, denn wir beide wollen nicht nur die geschönten Touri-Highlights sehen, sondern auch gerne mal tiefer als uns lieb ist in das richtige Leben und die Kultur eintauchen.
In Jakarta haben wir uns die kommenden Tage dann größte Mühe gegeben, die schönsten Ecken der Stadt ausfindig zu machen. Ein paar schöne Ecken gab es tatsächlich, weil Jakarta noch viele holländische Wurzeln aus Kolonialzeiten beibehalten hat wie schöne Gebäude oder kulinarische Delikatessen. Ja, wir testeten auch die Poffertjes aus: ganz wilde Kombi, hier isst man sie offenbar gerne mit Käse gefüllt, aber trotzdem mit süßem Topping aus Puderzucker und Fruchtsoße - konnten wir uns zuerst so gar nicht vorstellen, war aber tierisch lecker.
In Jakarta fuhren wir das erste Mal mit einem indonesischen Minibus, was eine ziemlich coole Erfahrung war. Wir stellten auch fest, dass wir für viele Indonesier eine Attraktion der besonderen Art oder so ähnlich sind, denn mit Jakarta fing auch quasi unsere Karriere als Prominenz an, denn man fragte uns unzählige Male nach gemeinsamen Fotos - mal ganz normal, mal bonzen-like vor größeren Autos oder einfach süße Selfies.
Jakarta zeigte uns neben den witzigen und erfreulichen Momenten aber eben halt auch leider die unerfreulichen von Armut, hungernden und bettelnden Menschen, schmutzigen Straßen voller Kakerlaken und viel zu viel Verkehr.
Viele Erlebnisse und Erfahrungen später ging es für uns dann mit dem Zug 8h weiter nach Yogyakarta.
Das schlimmste vorweg: Jelena vergaß einen der heiligsten Gegenstände ihres Gepäcks in der Unterkunft: ihre Ohropax. Und die braucht man als jemand mit leichterem Schlaf definitiv, denn entweder es brüllt um 04:30 Uhr in voller Lautstärke aus den Moscheen oder der Nachbar schaut so dermaßen laut Fernsehen, sodass man das Gefühl hat, man schaue mit - irgendetwas ist halt immer. Dummerweise gibt es in gefühlt ganz Südostasien keine Ohropax zu kaufen, wir haben mittlerweile vermutlich 999 Apotheken, Drugstores und Supermärkte abgeklappert - meistens werden wir nur verwundert angeschaut als würde niemand Ohropax oder dergleichen kennen. Kein Wunder, hier schlafen die Menschen auch ohne Probleme direkt an einer maximal befahrenen Straße.
Die erfreulichere Nachricht: unsere Zugfahrt war ein Traum. Irgendwie hatten wir ausversehen die Luxusklasse gebucht, was bedeutete, dass wir völlig unerwartet in einem Zugabteil mit Ledersitzen, all-you-can-drink Kaffee, Wasser & Tee sowie Frühstück und Mittagessen einstiegen. Bei diesem Komfort könnte sich die deutsche Bahn nochmal eine gewaltige Scheibe abschneiden, alleine von der Beinfreiheit könnte man in Deutschland nur träumen. Witzigerweise wussten wir gar nicht, dass wir derartige Premiumtickets hatten, sodass wir uns zunächst in der Executivklasse (quasi Mittelklasse) niederließen, bis nach kurzer Zeit (zum Glück) ein Herr kam und meinte dies seien seine Plätze. Wir zeigten ihm irritiert unsere Tickets und er lachte nur und klärte uns darüber auf, dass wir in die Premiumklasse gehen müssten. Puh, ein Glück waren die Plätze durch ihn besetzt, andernfalls wären wir dort sitzen geblieben und hätten unsere gebuchten Benefits vermutlich verpasst.Read more
Yogyakarta: Gastfreundschaft & XXL-Bier
Jun 22–26, 2024 in Indonesia ⋅ ⛅ 29 °C
Wohlgesättigt von der Fahrt in unserem Premiumzug kamen wir 8h später in Yogyakarta an.
Eine Stadt, die uns vermutlich noch ziemlich lange in Erinnerung bleiben wird. Nicht nur wegen einer wichtigen Lesson, die wir hier gelernt haben oder der überaus überüberübermäßigen Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die wir hier empfangen haben, sondern auch noch wegen einem ganz besonderen Ereignis, das man so nicht mal in dem besten Reiseführer dieser Welt wiederfinden könnte.
Als wir bei unserer Unterkunft, die diesmal sogar „nur“ ein Hostel war (aber mit eigenem Zimmer und Gemeinschaftsbad), wurden mir mit so viel Liebe & Herzlichkeit empfangen, wie wir es im aller besten Hotel noch nicht erlebt haben.
Uns wurden detailliert die Räumlichkeiten, die Stadt und viel viel mehr vorgestellt, es gab ein Begrüßungsgetränk und die Mitarbeiter waren allesamt derart freundlich und hilfsbereit, dass es richtig Spaß gemacht hat sich mit denen zu unterhalten. Dass Einheimische ein so gutes Englisch sprechen, sodass man richtige Konversationen führen kann, ist schließlich auch keine Selbstverständlichkeit hier.
Das Hostel war außerdem unglaublich gemütlich mit vielen liebevoll gestalteten Gemeinschaftsräumen, die vorallem auch dazu noch wahnsinnig sauber waren und einer richtig schön grünen Gartenanlage. Und man konnte sogar XXL-Bier getarnt als „Apple Juice“ bestellen - für alle die es nicht wissen, Indonesien ist ein stark muslimisch geprägtes Land, in dem Alkoholkonsum nicht gerne gesehen ist.
Yogyakarta schenkte uns sofort ein so viel besseres Gefühl als Jakarta, eine so viel schönere und sauberere Stadt. Aber eines ist gleich geblieben oder sogar noch viel mehr geworden: unser Promistatus, an jeder Ecke wollte man Fotos mit uns machen. Ja, auch die Paparazzi, die meinten uns „unauffällig“ fotografieren zu müssen (wir haben es trotzdem gemerkt) gab es.
In Yogyakarta besichtigen wir u.a. diverse Ecken der Stadt, den Sultanspalast und das Wasserschloss als typische Tourihighlights sowie das krasse Gegenteil eines Tourihotspots: einen einheimischen Tiermarkt. Letzteres schockte uns so sehr, dass wir hier nur wenige Minuten bleiben konnten. In kleinen Gitterkäfigen sahen wir alles an Tieren, die überall hingehören nur nicht in solche Käfige: von Affen über Katzenbabys über diverse Vögel, Eulen (!), Luwak-Katzen, unzählige Echsen in allen Farben, bunt angemalte Küken und noch viiiiiiiiel mehr. Und allesamt in einem grausigen Zustand. In Deutschland würde solch ein Markt keine 2 Minuten existieren. Und das ist auch gut so.
Von den unerfreulicheren Sachen wieder zu den erfreulicheren. Wobei,… naja, einen unerfreulichen Aspekt gab es noch bzw. besser gesagt die anfangs angekündigte Lesson. Yogyakarta ist eine historisch geprägte und geschichtsträchtige Stadt. Um die Stadt herum gibt es unzählige Tempelanlagen. Unter anderem auch die berühmtesten hinduistischen und buddhistischen Tempel: Pranbanan und Borobodur. Der letztere ist so stark besucht, dass die Besucher über Tickets limitiert werden. Und ja… die Schattenseite an unserem stets spontanen Gemütern: wir bekamen keine Tickets mehr. Aber an jeder schlechten Sache eine Lehre die man daraus ziehen kann: künftig planen wir nun doch ein weeeenig besser im Voraus. Aber nur ein wenig.
Dafür besuchten wir den Pranbanantempel, der wirklich sehr sehr eindrucksvoll war. Für manch einen Asiaten waren wir jedoch eine größere Attraktion als die Tempelanlage, denn an jeder Ecke wollte man wieder einmal Fotos mit uns machen, sodass wir kaum vorwärts kamen. Nach dem Tempel fuhren wir in ein Restaurant, wenn nicht sogar in das bisher aller schönste Restaurant, in dem wir je diniert haben. Das Restaurant ist auf einem Berg gelegen mit Blick auf den Tempel und bei guter Sicht auch auf den Vulkan Merapi. Spoiler vorweg: die Sicht war nicht gut genug. Dennoch hatten wir einen so grandiosen Ausblick. Leider haben wir von dem Abend kaum Fotos, da wir komplett den Abend und die Momente (und das einheimische All-you-can-eat-Buffet) genossen haben. Ein wirklich sehr gelungener Abend. Das Essen war auch ziemlich grandios, vorallem schön auch mal sämtliche einheimische Speisen probieren zu können. Beinah hätte Sören sich getraut die gebratene Kuhhaut zu probieren, aber am Ende ist es leider erstmal nur bei der Soße geblieben - man muss sich schließlich immer noch etwas offenhalten.
Unser Aufenthalt in Yogyakarta wurde dann noch von einem Erlebnis der Extraklasse gekrönt. An unserem letzten vollen Tag schlenderten wir völlig ohne Erwartungen durch die Altstadt. Als wir am sogenannten traditionellen Haus vorbeikamen, waren einige Einheimische gerade dabei eine Zeremonie abzuhalten und zu beten. Als wir vorbeigingen hielten sie kurz inne, man lächelte und freundlich an und wedelte wild mit den Armen, dass wir uns doch zu ihnen gesellen sollten. Wie zögerten ein wenig, schließlich ist uns deren Religion völlig unbekannt und wir wollten ihre Rituale nicht stören. Sie hörten aber nicht aus uns herzurufen bis wir uns zu ihnen auf die Teppiche im Traditionellen Haus setzten. Das Traditionelle Haus war eine Art offenes Gebäude neben einem Haus voller traditioneller alter Musikinstrumente. Man erklärte uns, dass sie gerade eine Zeremonie abhielten und uns gerne einladen würden dabei zu sein, wir sollten uns vorstellen und alle waren sehr sehr interessiert. Auf sehr gebrochenem Englisch erklärte man uns einiges über die Zeremonie, wir glauben, dass eine Renovierung dieses traditionellen Hauses gefeiert wurde, sind uns aber bis heute nicht sicher, ob wir das richtig verstanden haben. Sie sprachen Gebete und anschließend aßen wir gemeinsam. Der Witz an der Sache: wir hatten gerade total Hunger und wollten uns ohnehin auf die Suche nach Essen machen. Das aber nur am Rande bemerkt, denn wir waren völlig sprachlos mit welch einer Herzlichkeit und Gastfreundschaft wir an dieser Stelle schon wieder beschenkt wurden. Und als wär das schon nicht genug gewesen, gaben sie uns jedem noch ein Doggybag mit einer Mahlzeit, Snacks und einem Getränk mit. Natürlich durften wir wieder als Fotomodels herhalten und sogar gemeinsam mit einigen auf den besagten traditionellen Instrumenten spielen.
Mit diesen unglaublichen Erlebnissen verabschiedeten wir uns von Yogyakarta und stiegen am nächsten Tag in den Zug. Eine 7-stündige Fahrt wartete auf uns - diesmal aber „nur“ die Mittelklasse, die im Vergleich zur deutschen Bahn immer noch Dekadent ist was Komfort angeht.Read more
Komm Ma‘ Lang - ab nach Malang
Jun 26–29, 2024 in Indonesia ⋅ ☁️ 29 °C
Stadt Nr. 3 unseres Städtemarathons - doch hier sollte noch ein Naturhighlight auf uns warten.
Malang begrüßte uns mit einem weiteren Hostel mit einem noch kleineren Zimmer, in Quadratmetern nicht auszudrücken, aber man könnte sagen: zu zweit konnten wir in dem Zimmer kaum stehen und das lag nicht nur an unserem übermäßigen Gepäck. Naja egal, hier sind wir eh nur zum Schlafen.
Die Stadt war nicht schlecht, aber umgehauen hat sie uns nicht, was möglicherweise auch mit reinspielt: die schönen Viertel musste man tagsüber als Tourist mit einer kleinen Gebühr von umgerechnet 20/30 Cent bezahlen - aber rein aus Prinzip haben wir das nicht eingesehen, so wichtig war es uns auch nicht, denn diese Stadt war eher nur Mittel zum Zweck.
Zum einen gingen wir hier endlich mal wieder in ein vernünftiges Fitnessstudio und powerten uns so richtig aus. Das Studio hatte einiges zu bieten und wir konnten richtig gut trainieren. Ein paar alltägliche Dinge zwischendurch zu machen, ist schon sehr geil.
Zum anderen nutzten wir die Stadt als Ausgangspunkt für etwas so völlig unalltägliches: für einen Ausflug zum noch aktiven Vulkan Bromo. Der Ausflug ging um 0:30 Uhr los, mehr oder weniger eng eingepfercht fuhren wir 3h hinten im Jeep Richtung Bromo, zum Teil durch die Caldera die morgens um diese Zeit sehr neblig ist und der Fahrer nur wenige Meter schauen kann bis wir schließlich beim King Kong Hill ankamen. Hier stiegen wir schnell die letzten Meter auf den Hügel bis wir bei der Sonnenaufgangs-Aussichtsplattform ankamen. Zuerst waren dort noch nicht so viele Menschen, sodass wir einen guten Platz bekamen, wir mussten schließlich noch in etwa 1h warten bis die Sonne aufging. Es war ziemlich kalt, besonders, wenn man es eigentlich nur noch gewöhnt ist tagtäglich um die 30 Grad zu haben, dann fühlt sich alles was darunter liegt, eiskalt an. Kurz bevor die Sonne aufging, war die Aussichtsplattform mittlerweile so gerappelt voll, dass man nicht mal mehr ein Selfie vernünftig aufnehmen konnte, weil die Menschen eng an eng standen, sodass du beinah dem Atem deines Hintermannes im Nacken gespürt hast.
Nach einem atemberaubenden Sonnenaufgang - denn den haben wir uns auch trotz Menschenmassen nicht vermiesen lassen - liefen wir wieder Richtung Jeep. Vorher noch einen leckeren Cappuccino mit Vulkan-Blick und dann ging es auch schon wieder los. Diesmal war es schon gar nicht mehr so schlimm zu viert hinten im Jeep zu sitzen, denn wir kamen schnell mit dem spanischen Pärchen in Kontakt mit denen wir uns ziemlich gut unterhielten - herrlich, wenn man auch mal mit englisch weiterkommt. Denn unser Guide der Tour - der eigentlich als „englischsprachig“ ausgewiesen wurde, konnte so gut englisch, dass er sogar die Uhrzeiten und Wegbeschreibungen in Google Translate tippte um uns mitzuteilen wann wir wieder beim Jeep sein sollten, denn mitkommen würde er natürlich nicht. Ansonsten redete er den restlichen Tag kein Wort.
Von der Aussichtsplattform ging es dann weiter den Berg runter und durch die Caldera zum Vulkankrater. Der Weg zog sich aber wie Kaugummi, weil da noch 589 andere Jeeps den gleichen Weg nehmen wollten und wir ziemlich lange im Stau standen. Aber hey, der Ausflug war mit 12h angegeben und irgendwie mussten die Stunden ja zusammenkommen.
Angekommen beim Vulkan, mussten wir noch die letzten Kilometer durch die staubige Caldera und dann den Vulkan hinaufsteigen. Alle paar Minuten kamen Pferde an uns vorbei und man versuchte uns auszuquatschen den Weg mit dem Pferd zurückzulegen. Geruchstechnisch werden wir uns beim Thema „Bromo“ definitiv auch noch stark an Pferdegeruch erinnern anstatt den eines explodierten China Böllers (Schwefel).
Als wir endlich bei mittlerweile brütender Hitze (ein Hoch auf unseren Schichten-Look) am Kraterrand ankamen, waren wir sprachlos. So etwas haben wir wirklich noch nie gesehen. Unglaublich faszinierend wie der Vulkan brodelt und raucht, fühlte sich völlig surreal an.
Glücklicherweise war dies sicherlich noch lange nicht unser letzter Vulkan, schon sehr bald werden wir uns den nächsten anschauen dürfen. Vorher wartet leider noch eine sehr sehr lange Busfahrt auf uns.
Mit einem weinenden Auge verlassen wir Yogyakarta, denn kulinarisch gab es hier ein paar Highlights. Schön lecker bei MC Donalds haben wir den Mac & Cheese Burger getestet und für ziiiiemlich geil befunden und schließlich fanden wir hier die aller aller besten Mie Goreng Jawa (Nudeln).
Direkt bei unserem Hostel um die Ecke gab es eine Garküche, vor der wir erst ewig standen, unentschlossen, ob wir dort nun essen sollten und dann aber doch bei Google Maps etwas anderes rausgesucht. Dort liefen wir dann gute 20 Minuten hin um festzustellen, dass der Laden nicht geöffnet ist. Also wieder zurück und dann doch bei der ersten Garküche gegessen - das muss ein absoluter Wink des Schicksals gewesen sein, denn wie bereits erwähnt, gab es hier die aller besten Mie Goreng Jawa Nudeln (eine Portion umgerechnet 74 Cent).
Die beiden Inhaber (Mann & Frau) sprachen kein Wort englisch, waren aber zuckersüß. Mit Händen, Füßen und Google Translate schafften wir uns zu verständigen und wie sollte es anders sein? Natürlich wollten sie gerne Fotos mit uns machen. Leider haben wir versäumt ebenfalls unser Handy zu zücken, was wir nun ziemlich bereuen, weil wir das Foto gerne als Erinnerung gehabt hätten.Read more
Runter vom Vulkan, rauf auf den Vulkan.
Jun 29–Jul 2, 2024 in Indonesia ⋅ ⛅ 24 °C
Adios Malang! Zugegeben, wir hatten uns den Weg von Malang nach Banyuwangi leichter und angenehmer vorgestellt. Banyuwangi ist die kleine Küstenstadt vor Bali. Von hier aus kann man bequem mit der Fähre hinüberschippern und sich auf die wohl touristischste Insel in ganz Indonesien gefasst machen, vielleicht sogar der Welt. Eins ist sicher, unbekannt ist Bali definitiv nicht mehr, und manche vermuten wahrscheinlich sogar, dass die Insel ein eigener Staat ist, aber der Reihe nach! Banyuwangi ist ebenfalls ein sehr guter Ausgangsort für eine Tour zum Kawah Ijen.
Der ursprüngliche Plan war, den Bus aus Malang in Richtung Banyuwangi um 15 Uhr zu nehmen. Gerne wären wir auch früher gefahren, nur war die Auswahl doch sehr beschränkt. Dazu war der Buchungsprozess auch etwas verwirrend. Der Bus startete in einem Dorf hier auf Java, dessen Namen wir nicht kennen. Wir sollten dann einen Zusteigeort wählen. Hier war die Auswahl schon größer als die Auswahl an unterschiedlichen Busunternehmen und Fahrzeiten. Cool! Das hieß also recherchieren, von wo wir aus am sinnvollsten zusteigen. Um ca. 13:40 Uhr vergewisserten wir uns noch einmal zusätzlich bei der Busgesellschaft, ob der Bus denn auch wie geplant um 15 Uhr ankommt. Hier fing der Spaß dann auch an. Selbstverständlich kam der Bus nicht pünktlich an. Voraussichtlich würde er erst um 18 Uhr eintreffen. Na gut, dachten wir uns, dann nutzen wir die Zeit eben sinnvoll und arbeiten noch etwas. Also Kaffee geholt, Notebook raus und losgelegt (Als ob wir hier hart arbeiten würden…Pfff. Ein bisschen haben wir aber echt was getan). Wir machten uns rechtzeitig auf den Weg zum Zustiegsort. Als Dank dafür dann direkt die nächste Klatsche: Noch mehr Verspätung. Juhu! Spätestens jetzt wurde uns klar, das wird eine kurze und nervige Nacht. Letztendlich sind wir um 19:20 Uhr gestartet. Immerhin gab es Snacks und eine Flasche Wasser gratis im Bus, was uns doch etwas glücklich machte. Um ca. 23:30 Uhr dann die nächste Überraschung: Wir halten, um Essen zu fassen. Kein Scherz, der Bus hielt echt an einem Warung (kleines Restaurant), an dem wir gratis essen durften. Ach nein, wir wollen eigentlich nur weiter. So richtig appetitlich sah es auch nicht aus. Ende vom Lied, um 4 Uhr erreichten wir unser Hostel in Banyuwangi. Leicht bedient, müde und genervt ging es dann nur noch ins Bett. Ausschlafen war nur noch bedingt möglich, da wir morgens noch etwas Wäsche zu waschen hatten und diese nicht zu spät in die Wäscherei bringen konnten.
Der Weg hierher war also schon abenteuerlich, doch das wird noch besser (Spoiler-Alert). Jedoch abenteuerlich im guten Sinne. Wir erkundeten tagsüber etwas die Stadt, die im Vergleich zu Malang doch schon deutlich ruhiger ist und einem schnell klar wird, dass dies nur ein Ort für eine Tour ist und man dann auch wieder weiterzieht.
Um 00:30 Uhr war es endlich wieder soweit: Wir starten zum nächsten Vulkan! Der Kawah Ijen hat es auch in sich. Habt ihr euch schon einmal Gedanken gemacht, wo eigentlich Schwefel abgebaut wird? Im Krater eines aktiven Vulkans zum Beispiel. Der giftigste Arbeitsplatz der Welt und genau da fahren wir hin. Natürlich wollen wir hier niemanden bei der Arbeit stören. Nein, wir kommen, um uns das blaue Feuer oder auch die blaue Lava anzuschauen. Weltweit gibt es nur zwei Orte, an denen man die blaue Lava sehen kann. Entsprechend voll und touristisch ist die Tour.
Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, wow! Diese Tour ist krass! Vom Parkplatz aus geht man eine Stunde den Vulkan hinauf. Ein gut befestigter und passierbarer Weg, erleuchtet durch dutzende Stirn- und Taschenlampen (Es ist schließlich nachts und dunkel). Oben angekommen, erwartet dich bereits der erste Vorgeschmack des lieblichen Geruchs von Schwefel. China-Böller sind ein Witz dagegen, nachdem der Geruch durch die Explosion freigesetzt wurde. Glücklicherweise hat jeder zum Start eine Atemschutzmaske bekommen. Ohne diese wäre das Brennen in der Lunge nach kurzer Zeit stark spürbar und kann bei übermäßigem „Konsum“ zu Schäden in der Lunge führen. Zum Glück haben wir aber erst nach der Tour bemerkt, wie super hygienisch die Masken ausgegeben werden. Die werden nämlich einfach wieder zurück in Tüten gesteckt und quasi als neu ausgegeben. Lecker :) Naja, vom Kraterrand ging es aber auch wieder ein ganzes Stück runter zum Krater, wo man die blaue Lava sehen kann und sich das größte Säurefass der Welt befindet. Der See im Kawah Ijen hat einen extrem niedrigen pH-Wert von etwa 0,5 und ist damit saurer als Batteriesäure. Da werd' ich sauer, höhö. Der Abstieg war nochmal ein Abenteuer für sich. Es gab keinen richtigen Weg, es war teilweise rutschig und man kraxelt mit tausenden anderen Leuten die Steine runter. Ein falscher Schritt kann schwerwiegende Folgen haben. Dazu kommen einem hin und wieder noch die Minenarbeiter mit 60-70 kg schweren Körben voll mit Schwefel entgegen. Jene Arbeiter, deren Lebenserwartung bei 45 Jahren liegt und die hier tagtäglich rauf und runter laufen, ihr Leben riskieren, nur damit ihre Familie ein gutes Leben hat. Schaut euch hierzu gerne Videos auf Youtube an. Man mag sich im Nachhinein auch etwas schlecht fühlen, hier als Tourist fröhlich umherzulaufen. Der gleiche Weg führte einen natürlich auch wieder zurück, sodass wir bei Sonnenaufgang wieder am Kraterrand waren und diesen schönen Anblick genießen konnten. Das frühe Aufstehen hat sich absolut gelohnt.
Völlig gerädert und kaputt in der Unterkunft angekommen, kam die Frage auf, ob wir uns ausruhen oder lieber doch etwas anderes machen. Die Entscheidung fiel auf duschen und ab zum Sport. Das ist irgendwie ziemlich verrückt. Wenig Schlaf, Berg rauf und runter laufen und dann noch Sport? Normal ist es irgendwie nicht, aber es tat uns gut und so fühlten wir uns auch danach. Ein sehr erfolgreicher, aufregender und aktiver Tag.Read more
Tschüss Vulkane - Hallo Inselleben!
Jul 2–8, 2024 in Indonesia ⋅ ☁️ 26 °C
Nun hieß es „Tschüss Java – wir werden dich noch sehr lange in guter Erinnerung behalten“ und „Hallo Bali, du kleine Touristenhochburg“!
Mit einer großen und gemütlichen Fähre ging es für uns von Banyuwangi aus nach Bali. Ehrlicherweise stellten wir uns die Anreise etwas kürzer und einfacher vor als sie am Ende war, aber hey… we made it!
Zunächst dauerte die Fährfahrt länger als gedacht, irgendwann kamen wir im nördlichen Teil der Insel an, weshalb wir uns strategisch klug unsere erste Bleibe im Norden (genauer gesagt am Lovina Beach) suchten.
Was wir zuvor nicht wussten: Bali wird von einer sogenannten Taximafia regiert, was so viel bedeutet, dass Apps wie Grab, Indrive etc. von dieser besagten Taxi Mafia nicht wirklich geduldet werden. Stattdessen wünschen sich die besagten Taxifahrer die Touristen für überteuerte Preise durch die Gegend zu kutschieren und am Ende möglichst noch abzuziehen.
Einen kleinen Vorgeschmack darauf bekamen wir direkt am Hafen bei Ankunft. Man sprach uns gefühlte 1.000 Mal an, dass man uns für sämtliche vorstellbare Preise zu unserer Unterkunft fahren könne, auch auf unser „nein“ reagierte man nicht, sondern lief uns nerviger Weise hinterher und bedrängte uns schon beinah mit den Fahrern mitzufahren.
Da wir aber bereits wussten, dass man sich auf deren Preisaussagen nicht verlassen könne, hatten wir wirklich keine große Lust die Dienste dieser nervigen Fahrer in Anspruch zu nehmen.
Also versuchten wir unser Glück trotzdem über Grab. Es nahm auch ein Fahrer an und wir waren schon völlig erleichtert bis sich herausstellte, dass der Fahrer uns nicht ohne weiteres abholen könne. Um eingesammelt zu werden, mussten wir einige Kilometer mit unserem absolut überdimensionierten Gepäck bei brütender Mittagshitze zurücklegen bis wir schließlich außerhalb des Hafengebietes und inmitten einer Wohnsiedlung angekommen waren und der Fahrer uns mehr oder weniger heimlich und schnell in sein Auto einladen konnte. Denn werden die Grab-Fahrer von der Taximafia erwischt, kam es in der Vergangenheit nicht selten vor, dass sie eine Tracht Prügel erwartete. Als unser Fahrer uns das erklärte, war dieser Umweg für uns nachvollziehbar und wir waren einfach nur froh, dass wir nun zur Unterkunft fahren konnten.
Irgendwann kamen wir dann an unserer Unterkunft in Lovina Beach an. Wir blieben dort 3 Nächte, die auch voll und ganz ausreichten, denn soooo schön war es dort im Ort ehrlicherweise nicht. Die Strände waren überfrachtet mit Ausflugsbooten für Delfintouren und luden nicht wirklich zum Baden ein.
Was aber umso schöner war: wir liehen uns einen Roller und fuhren auf abenteuerlicher Strecke quer durch die Berge auf schmalen und kurvigen Straßen bis zu einer Kaffeeplantage. Eine richtig untouristische familiengeführte Plantage. Die Tochter des Besitzers führte uns durch deren Plantage, die nicht nur voller Kaffeepflanzen, sondern auch Bananen, Passionsfrüchte, Mangobäume, Avocadobäume, Vanilleschoten, Zimtbäumen und viel mehr war, was wir sonst nur als „fertige“ Früchte oder Gewürze aus dem Supermarkt kannten. Das war schon ein ziemlich cooles Erlebnis.
Getoppt wurde es dann dadurch, dass wir deren Luwak-Katzen kennenlernen und mit Bananen füttern durften. Luwakkatzen sind sozusagen die Produzenten des weltweit teuersten Kaffees der Welt. Sie essen die Kaffeekirschen und veredeln sie quasi durch ihren Verdauungstrakt.
Im Anschluss bekamen wir noch ein Kaffeetasting. Man präsentierte uns sämtliche Kaffeesorten, die sich durch die verschiedenen Produktionsmethoden unterschieden. Auch den Luwak-Kaffee hielt man uns nicht vor. Somit war dieser Plantagenbesuch für uns am Ende eine richtig schöne und wertvolle Erfahrung und unsere Koffeein“bedarf“ für diesen Tag war mehr als gedeckt.
Den Tag rundeten wir dann noch mit einem Besuch von 3 Wasserfällen ab. Die wilde Fahrt durch die Berge hatte sich also gelohnt.
Ein weiteres Erlebnis, weshalb wir Lovina in guter Erinnerung behalten werden, war das unglaublich grandiose Frühstück. Eigentlich war in unserer Hotelbuchung Frühstück inkludiert. Nachdem wir aber am ersten Morgen dieses probierten, entschieden wir uns direkt die kommenden Tage anderweitig zu Frühstücken. Neben Pancake, der so dünn war wie Crêpes, aber so süß als wenn der Zuckerstreuer ausgekippt ist, gab es noch geschmackloses und kaltes Rührei mit zu schwarz getoastetem Toastbrot, wo man einfach ein wenig das Schwarze abkratze – Nee, danke, einmal reicht diese kulinarische Erfahrung. Also ging es für uns am nächsten Morgen in ein Café, welches von einem belgischen Auswanderer betrieben wurde und das Frühstück tröstete sehr über die Strapazen des Vortages hinweg. Man konnte sich verschiedene Backwaren aussuchen, die mit Aufschnitt und einer Eierspeise serviert wurden. So richtig europäisch. Das war für uns Mal wieder das 1. Europäische Frühstück auf unserer Reise – wir haben es sehr genossen.
Nach unserem Aufenthalt in Lovina reisten wir nach Ubud für weitere 3 Nächte. Die Stadt Ubud liegt im Hochland von Bali in Indonesien und ist als Zentrum für traditionelles Handwerk und Tanz bekannt. Der Ubud umgebende Regenwald und die Reisterrassen sowie die Hindu-Tempel und -Schreine gehören zu Balis wichtigsten Symbolen. Und genau das gibt dem Ort irgendwie eine völlig magische und spirituelle Atmosphäre. Ubud selbst ist wunderschön, besonders die vielen Tempel und Schreine sowie die saftig grünen Reisterrassen und die vielen vielen Palmen. Überall sind kleine Gassen und Boutiquen, die Lust darauf machen den Ort zu erkunden. Mitten in Ubud liegt auch der Monkey Forest, in dem wie der Name schon sagt, sehr sehr viele Affen zu erwarten sind. Eine Schattenseite hat der Ort trotz absoluter Schönheit dennoch: es gibt leider auch sehr sehr viele Touristen, für die Größe des Ortes für unseren Geschmack leider etwas zu viele Touristen und auch zu viel Verkehr. Trotzdem genossen wir unseren Aufenthalt, entdeckten Reisterrassen und tranken an dessen Rande die vermutlich größte Kokosnuss, ließen uns ein wenig treiben und fanden schließlich eines unserer absoluten Lieblingsrestaurants, in das wir schließlich jeden Abend gingen und auch jeden Abend das gleiche bestellten – und das soll etwas heißen.
Bali, du warst wunderschön, aber leider auch etwas zu überlaufen für unseren Geschmack.Read more
Nusa Lembongan
Jul 8–16, 2024 in Indonesia ⋅ ⛅ 26 °C
Nusa Lembongan, ein Inselparadies vor Balis Küste, lockt mit türkisfarbenem Wasser, weißen Sandstränden und einer faszinierenden Unterwasserwelt. Korallenriffe laden zum Schnorcheln und Tauchen ein, während Mangrovenwälder und Palmen eine exotische Kulisse bieten. Surfer reiten die Wellen, Abenteurer erkunden die Küste und die Mangrovenwälder per Kajak, und Wanderer genießen atemberaubende Ausblicke von den Klippen. Wir sind natürlich die fußtauglichen Wanderer, die die Insel zu Fuß und auch ein bisschen mit dem Roller erkunden. Jelena ist sogar so verrückt und läuft um die benachbarte Insel Nusa Ceningan, welche über eine kleine Brücke verbunden ist.
Sagen wir mal so, auch kleine Inseln können ordentliche Steigungen mit sich bringen.
Eine kurze Fahrt mit dem Speedboot von Bali brachte uns direkt an einen der vielen kleinen, schönen Strände auf Nusa Lembongan. Auf dem Boot fix die Schlappen in die Tasche gesteckt und direkt ins Wasser gesprungen. Ja, hier wird man am Strand rausgelassen, und es gibt keinen Steg. Also rein ins türkisblaue Nass. Das Gepäck wird vom Personal an den Strand getragen, ansonsten würde der ein oder andere hier sicherlich rückwärts ins Wasser fallen und sich damit gehörig den Urlaub versauen. Nach längerer Wartezeit auf unseren Fahrer, der uns zum Hotel bringt, kamen wir letztendlich auch dort an. Wir verstehen bis heute nicht, wie schwer man sich dabei tun kann, zwei freundliche Personen, wie wir es sind, gezielt abzuholen und zum Wunschort zu fahren. Ein einfaches Schild mit unseren Namen hätte gereicht. Stattdessen versuchte man es umständlich über WhatsApp und den übersetzten Worten "Ich stehe hier" zu regeln. Stellt euch das so vor, ihr ruft jemanden an, fragt, wo diese Person gerade ist, und als Antwort kommt nur "hier". Wer die Person dann nicht sofort findet, ist geografisch ganz, ganz schwach. Merkt man selbst.
Unsere Unterkunft ließ dies aber schnell vergessen. Schöne kleine Holz-Chalets mit Außenbadezimmer, Thron in der prallen Sonne (fühlt sich bei optimalem Sonnenstand am Himmel wie eine Sitzung auf dem Dixie an. Jeder, der das schon einmal erlebt hat, weiß, wie warm und nett das ist.), Moskitonetz über dem Bett und zu unserer Freude mit eigenem Kühlschrank. Den haben wir uns erfragt und gehörte nicht mehr zur Standardausrüstung. Die ruhige Lage und ein kleiner, netter Pool rundeten die Sache ab.
Obwohl die Insel doch recht klein ist, gab es einiges zu erkunden und zu tun. Neben der klassischen Erkundung der Insel zu Fuß und mit dem Roller besuchten wir auch einen indonesischen Kochkurs. Ein privater Kochkurs, nur für uns beide, in dem uns gezeigt wurde, wie wir Spring Rolls (Lumpia), gedämpftes Huhn mit Basilikum im Bananenblatt (Pepes Ayam Dengan Kemangi) und gerollte grüne Pfannkuchen mit Kokosnussfüllung (Dadar Gulung) zubereiten, was dann auch gleichzeitig unser Abendessen war. Ein super cooler Kurs, welcher von einer sehr liebevollen Person geführt wurde. Hier blieben keine Fragen offen, und wir hatten super viel Spaß. Hungrig ging man hier definitiv nicht raus. Wären wir nicht mit dem Roller angereist, hätten wir auch einfach so zurückrollen können. Der Unterschied wäre nicht groß gewesen.
Am Folgetag, was zwei Tage vor Abreise war, haben wir uns eine Schnorcheltour gebucht. Eine Tour, auf der man Mantas sehen kann und auch eine große Wahrscheinlichkeit der Sichtung von Meeresschildkröten besteht. Letzteres haben wir nun bereits schon häufiger gesehen und ist auch immer wieder eine große Freude. In ihrer natürlichen Umgebung diese Lebewesen zu sehen, ist schon sehr beeindruckend und faszinierend. Wir machten uns frühmorgens auf zum Treffpunkt und ahnten nichts Schlimmes. Alle bisherigen Schnorcheltouren waren entspannt, nicht zu sehr überlaufen, und die See ruhig. Mal ehrlich, irgendwie auch schon langweilig, wenn alles immer klappt, oder?
Die Tour ging los, und bereits der erste Schnorchelpunkt war anders. Rein ins Wasser, und die Strömung trieb uns sehr schnell vom Boot weg. Keine Chance, wieder zurückzuschwimmen. Dazu war die See schon etwas rauer. Für alle, die keine geübten Schwimmer sind oder eine Pferdelunge haben, kann dies schnell anstrengend werden. Für uns war es soweit noch okay. Die Fahrt zum nächsten Punkt, der Punkt mit den Mantas, hat einem dann jegliche Freude genommen. Die Wellen wurden höher und höher, das mit 24 Leuten vollgepackte Boot wurde ruhiger und ruhiger, sodass das Motorengeräusch und die klatschenden Wellen die primäre Geräuschkulisse bildeten. Kreidebleich und ein tolles, unwohles Gefühl waren dann der Ausgangspunkt für den nächsten Wassergang. Scheiß drauf! Wir haben den Bums gebucht, dann wollen wir auch Mantas sehen. Ein Glück war die Strömung nicht mehr so stark. Dafür waren die Wellen saftiger. Kurz einen Manta gesehen und dann bloß zurück zum Boot. Niemand hätte gerne seine Maske auswaschen wollen. Auf dem Boot hieß es dann, klarzukommen. Spaß hatten wir schon lange nicht mehr. Ein weiterer Punkt erwartete uns jedoch noch, und die See änderte sich nicht so einfach von jetzt auf gleich. Dennoch war der Rückweg etwas angenehmer. Wir schafften es bis zum Ende der Tour ohne weitere große Probleme und Unannehmlichkeiten.
Am Land stärkten wir uns zusammen mit einem Paar, welches wir in unserem Hotel kennengelernt hatten, mit einer leckeren Smoothie Bowl.
Als wäre die Tortur auf dem Wasser nicht schon genug gewesen, meinte Jelena noch eine Schippe draufzulegen. Anfänglich noch gedacht, die Seekrankheit begleitet sie auch an Land noch etwas, wurde es zum Abend immer schlimmer. Symptome: Fieber, Übelkeit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen - das volle Programm. Dengue-Fieber hat sie erwischt, und das nicht zu knapp. Die Abreise stand an, was unter diesen Umständen unmöglich war. Somit neue Herausforderungen. Was machen wir mit dem bereits gebuchten Hotel? Was passiert mit unserem Fährenticket? Können wir hier verlängern?
Kurzform: Wir haben alles gemeistert. Das aktuelle Hotel konnte zu einem guten Preis verlängert werden, und man bot uns kostenlos einen Arzt an, sollte es nicht besser werden. Das Fährenticket konnte ohne Probleme verlegt werden, und unser bereits gebuchtes Hotel wurde angepasst. Glück im Unglück. So waren die letzten Tage dann doch etwas uncool und anders als erwartet, aber auch das gehört zu solchen Reisen dazu. Wir sind zum Glück flexibel in der Gestaltung. Wäre das im Urlaub passiert, wäre es schon sehr, sehr ärgerlich.
PS: Jelena ist selbstverständlich wieder fit und hat alles gut überstanden. 3 Tage ordentliche Bettruhe waren sehr hilfreich.Read more

TravelerEs mal wieder ein super Reisebericht.Die kleinen Herausforderungen machen euer hartes Leben im Paradies wenigstens nicht langweilig.Ihr erlebt ja so einiges.die Bilder sprechen für sich.Jelena,wenn es irgendwelche Krankheiten zu vergeben gibt,stelle dich ganz hinten an.Die erste Reihe hat nicht nur Vorteile.
Lombok
Jul 16–31, 2024 in Indonesia ⋅ ⛅ 23 °C
Für uns geht es nach Lombok, und zwar mit dem Schnellboot. Na, das kann ja was werden. Wer unseren Beitrag von Nusa Lembongan gelesen hat, wird sich schon denken können, wieso das nicht unbedingt die beste Idee ist. Vor allem dann nicht, wenn die angegebene Fahrzeit ca. 2,5 Stunden beträgt und die letzten Überbleibsel des Dengue-Fiebers mitfahren.
Fliegen wäre zwar möglich gewesen, sprengt aber das Budget, und wir waren ohnehin schon glücklich, dass aufgrund der vorhandenen Dengue-Fieber-Problematik die Fahrt um ein paar Tage nach hinten verschoben werden konnte, und zwar ohne Aufpreis. Ein gebuchter Flug verzeiht einem so etwas nicht. Die Notfalllösung musste also her – Reisetabletten. Damit war das alles kein Problem mehr, und die paar Wellen waren uns so ziemlich schnuppe. Offensichtlich aber auch kein unbekanntes Problem an Bord, da kurz nach der Abfahrt das Personal mit einer Schale Reisetabletten durch die Gänge lief und jedem eine anbot. Am Ende war es sogar eine echt angenehme Fahrt dadurch, denn ein positiver Nebeneffekt: Die Tabletten machen so müde, dass man auch ganz gut nochmal ein Auge zumachen kann.
Kurz vor dem Ziel ging es dann auch schon los. Man fragte uns, wo wir denn auf Lombok unterkämen und ob wir denn auch schon einen Fahrer hätten, der uns dorthin bringt. Die Preise waren selbstverständlich viel zu hoch angesetzt, und als wir dann direkt sagten, dass ein Pärchen, welches wir auf Lembongan kennengelernt haben, nur 300k für den Transfer vom Hafen aus gezahlt habe, kam vorerst nur ein „Okay, good Luck“. Es dauerte dann nicht lange, und schon kam die besagte Person wieder und bot 350k für den Transfer an. Wir lehnten dankend ab und bereiteten uns auf eine nervige Ansammlung von Taxifahrern vor, die natürlich alle einen „good price“ haben. Am Hafen wurde uns dann direkt klar, wie gut vernetzt die Fahrer untereinander sind. Kaum vom Boot runter, war der Preis bereits genau auf unser angesagtes Preisniveau angesetzt, anstatt der üblichen 500-600k. Der gute Mann vom Boot hat sehr offensichtlich seine Gruppe über WhatsApp informiert, denn anders konnten wir uns das nicht mehr erklären – auch merkwürdig, dass sie alle schon direkt wussten, wo wir hinwollen.
Ein paar hundert Meter aus dem Hafen raus bestellten wir uns dann einen Fahrer über InDrive, welcher kurz vorher auf unsere Handys starrte und dann selbst sein Handy rausnahm, um sich als Fahrer anzubieten. Eine wilde Fahrt mit waghalsigen Überholmanövern und stetigem Drängeln führte uns nach Kuta, in die kleine Küstenstadt im Süden der Insel. Kaum waren wir angekommen und gaben dem Fahrer den vereinbarten Preis, forderte er kurzerhand 10k on top. Auf die Frage, wieso dieser Aufpreis zustande käme, stammelte er nur irgendwas von „parking“ – man merkte aber schnell, dass er eigentlich keine Argumente hatte, denn es war für jedermann und -frau ersichtlich, dass dieser Parkplatz (eigentlich hielt er nur am Straßenrand an) definitiv kein kostenpflichtiger war. Auf Sörens selbstsichere Aussage, dass wir nur den vereinbarten Preis zahlen, da es keinen Grund für einen Aufpreis gibt, wusste der gute Mann dann auch nichts mehr zu sagen und winkte dann kleinlaut ab.
Kuta ist ein Ort, der touristisch bereits sehr erschlossen ist, mit vielen kleinen Cafés, Restaurants und Supermärkten. Hier sollten wir nun also für die nächsten 15 Tage bleiben. Scooter gemietet, und dann ging die Entdeckungstour auch los. Wir genossen die Fahrt auf leeren Straßen, vorbei an malerischen Kulissen, sodass wir richtig Spaß hatten, immer wieder neue Teile der Insel zu sehen.
Von wunderschönen Buchten über wellenreiche Strände, kleine einheimische Ortschaften und Bergpanoramen am Horizont.
Auch wenn die Fahrten, die auf der weitläufigen Insel auch gerne mal 1-1,5 Stunden dauerten, dermaßen für den Arsch waren. Im wahrsten Sinne des Wortes – denn bequem & komfortabel ist ein Roller so nach den ersten 20 Minuten absolut nicht, aber es lohnt sich. Denn wie schon erwähnt, hat Lombok einiges zu bieten: traumhafte Strände mit weichem Sand, türkisblaues Wasser, Spots zum Surfen, kleine Berge mit wunderschönen Ausblicken über das Meer und die Insel, einen riesigen Vulkan mit 3700 Metern Höhe, Wasserfälle und und und. Hier ist eigentlich für jeden was dabei. So verbrachten wir unsere Tage mit Surfstunden, Sonnenbaden, einem entspannten Spaziergang durch den Monkey Forest, besuchten die Stadt Mataram, arbeiteten etwas, machten Sport und gingen einige Male in das gleiche Frühstückslokal – das beste, was wir bisher in zwei Monaten kennengelernt hatten. Hier stellte man sich seine eigene Frühstücksplatte aus einer großen Auswahl selbst zusammen. Da gab es außerdem leckeren Kaffee und Sauerteigbrot! Sehr, sehr geilen Apple Crumble Pie (wirklich unendlich lecker – den bestellten wir auch jedes Mal) und Früchte. Jedes Mal rollten wir förmlich raus, was aber auch ganz gut war, denn das Frühstück hielt so immer sehr lange vor.
Das war so unser kleines kulinarisches Highlight am frühen Morgen. Brot ist und bleibt einfach eine Liebe. Besonders zum Frühstück.
Zwischenzeitig wechselten wir übrigens noch die Unterkunft – vom Hotel in eine Airbnb-Wohnung. Besonderheit war dabei, dass wir das Gepäck selbst hin und her transportieren mussten. Der Roller wurde kurzerhand unser Gepäckesel und fuhr in drei Touren alles von A nach B. In der neuen Unterkunft hatten wir eine Küche, kein warmes Wasser, und das Wasser, das wir hatten, roch ziemlich modrig. Ein weiteres Ausstattungsmerkmal: eine laute Partybar direkt nebenan, die bis spät in die Nacht völlig bassüberladene und viel zu laute Hits abspielte. Perfekt also! Ganz so schlimm war es dann aber tatsächlich nicht. Klar, warmes Wasser ist zwar besser, geht hier aber auch ganz gut ohne und war auch nicht das erste Mal. Trinken sollte man es hier ohnehin nicht. Bei dem Geruch sind wir uns noch uneinig, wie gut das ist. Zumindest rochen wir nach dem Duschen glücklicherweise nicht nach verfaulten Eiern… glauben wir zumindest – vielleicht ist es aber auch ein bisschen wie mit Knoblauch, sodass man es bei sich selbst einfach nicht bemerkt.
Jelena war auch der Meinung, man müsse die Bude nochmal auf Vordermann bringen und griff kurzerhand selbst zum Mopp. Danach hatten wir das sauberste Zimmer von allen, und alles blitzte.
Die „Big Party“, so stand es auf dem Schild von der Bar, begleitete uns aber trotzdem täglich. Es gab keine Nacht, in der wir nicht die Musik von nebenan hörten. Erst war es eine Liveband, später umschwenkte es auf Disco-Party-Mukke. Mit aus Deutschland eingeflogenen Ohropax (1.000 Dank nochmal) und einem „scheiß egal, ich will schlafen“-Mindset ging aber auch das klar.
Ebenso schön war die Tatsache, dass es hier gratis Trinkwasser gab. Nicht selbstverständlich und bei diesen Temperaturen definitiv ein lobenswerter Punkt. Der Besitzer war auch immer sehr zügig, wenn die große Flasche leer war, eine neue bereitzustellen. Im Großen und Ganzen also für indonesische Verhältnisse eine gute Unterkunft, in der wir die Woche sehr gut aushalten konnten.
Die zwei Wochen vergingen wie im Fluge. Es tat richtig gut, mal wieder länger an einem Ort zu bleiben und so jeden Tag entspannt und ohne jeglichen Zeitdruck genießen zu können. Wir haben die Insel sehr geliebt und es dort genossen, aber auch der schönste Aufenthalt geht leider irgendwann zu Ende, und es heißt für uns: Wir ziehen weiter. Ein kleiner Spoiler vorweg: Die Bootsfahrt hat uns offensichtlich nicht abgeschreckt, sodass wir auch weiterhin auf Boote steigen. Ob das so gut ist, weiß man nicht.Read more
Eine Seefahrt, die ist lustig - Tag 1
Aug 1–2, 2024 in Indonesia ⋅ ☀️ 28 °C
Eine Seefahrt, die ist schön - dachten wir uns. Denn so hörte man es schließlich schon in frühen Kinderliedern.
Ein großes Ziel in Indonesien war es für uns den Komodo Nationalpark zu besuchen, denn dort ist weltweit so ziemlich der einzige Ort an dem man noch eine große Population dieser riesigen lebendigen drachenartigen Wesen (Komodowarane) sehen kann.
Die beste Möglichkeit dorthin zu kommen ist mit dem Schiff. Es gibt Touren, direkt von Lombok aus mit diversen Zwischenstopps und am Ende kommt man auf Flores an - einer weiteren riesigen indonesischen Insel - an.
Nach langer Suche fanden wir dann auch eine Tour, die unsere „luxuriösen“ Anforderungen eine eigene Kabine mit eigenem Badezimmer zu haben, erfüllen konnte.
Nach unserem entspannten und ausgedehnten Aufenthalt in Lombok ging es dann also für uns los Richtung Flores. Wir wurden von unserer Unterkunft abgeholt und fuhren gute 2h zum Hafen, wo unser Boot schon bereit war – so dachten wir zumindest. Wir freuten uns, denn alles schien so dermaßen glatt zu laufen. Später sollten wir dann aber eines Besseren belehrt werden. Man sagte unserer Gruppe, dass wir uns umschauen könnten und schließlich auf dem Sonnendeck warten, dessen Name Programm war, denn es gab nur einen einzigen Schattenplatz, der natürlich schon besetzt war. Wir sollten eigentlich nur so lange warten bis die restlichen Mitfahrer ankommen sollten, also dachten wir uns, dass es ja nicht so lange dauern könne. Das Ende der Geschichte war, dass wir gute 4h auf die anderen warten mussten, nach 5h Wartezeit wurde das „Mittagessen“ serviert und wir segelten los. Nach dem vielen Warten, waren wir froh am Abend wenigstens noch einmal kurz anzulegen, um die schöne kleine Insel Kenawa Island zum Sonnenuntergang zu besuchen. Dort wandert wir kurz zu einem kleinen Aussichtsberg (der aber leider viel zu überfüllt war) und aufgrund von akutem Bewegungsmangel wegen der ganzen Warterei entschieden wir beide uns direkt wieder abzusteigen um noch einmal die kleine süße Insel zu umrunden.
Einige Zeit später wurde dann noch Abendessen serviert, leider mussten wir schon nach kurzer Zeit feststellen, dass es prinzipiell weitestgehend immer das gleiche gab: Reis, mit Glück auch Nudeln, zerkochtes Gemüse (Karotten & Kohl) sowie Hähnchen und Fischiges – all die genannten Köstlichkeiten erfüllten leider eher den Zweck satt zu werden als so richtig genüsslich zu speisen. Aber egal, davon, dass wir keine Sterneküche zu erwarten hätten, sind wir eigentlich schon bei der Buchung ausgegangen.
Kaum waren wir im Bett angekommen, gerade noch so Zähne geputzt und hingelegt, bewahrheitete sich leider aber auch unsere schlimmste Befürchtung: übler Wellengang. Im Vorwege sprachen wir bereits darüber, fühlten uns aber soweit auf der sicheren Seite, da wir beide noch Reisetabletten dabei hatten und wir uns auch beide völlig sicher waren, dass diese Tabletten bei unseren übrigen Medikamten sein würden – wo denn auch sonst?!
So lagen wir also beide gemütlich im Bett (und ja, unsere Kabine war glücklicherweise tatsächlich ziemlich gemütlich) und wir versuchten die Wellen zu ignorieren. Jelena - bereits voll ausgestattet mit Ohropax und Schlafbrille bereit tief in das Land der Träume abzutauchen – riss sich plötzlich wie von der Tarantel gestochen die Ohropax aus den Ohren und die Schlafbrille von den Augen mit den Worten „Ich brauche JETZT eine Reisetablette“. Damit hatte sie eigentlich nur ausgesprochen was auch Sören bereits fühlte. Beide versuchten iiiirgendwie in Teamwork an eine Reisetablette zu kommen, das Schaukeln hinderte uns jedoch daran länger als 5-10 Sekunden aufrecht zu sitzen oder zu stehen, denn dann kickte die Übelkeit so richtig und man wurde gezwungen direkt wieder in die Waagerechte zu gehen. Problem war: die Reisetabletten befanden sich nicht bei den anderen Medikamenten wie zuvor fälschlicherweise angenommen. Wie durch ein Wunder fanden wir aber noch 2 einzelne Reisetabletten von unserer Überfahrt von Bali nach Lombok, die wir auf der Fähre geschenkt bekamen und nicht brauchten, weil wir vorher schon unsere eigenen eingenommen hatten. In dem Moment dachten wir uns „die stecken wir ein, denn die können wir sicherlich nochmal brauchen“. Und dass dieser Augenblick, in dem wir die Tabletten so dringend wie nichts anderes brauchten, so schnell käme, hätten wir nicht gedacht. Kurz darauf schliefen wir dank Tabletten wie Babys und die erste Nacht war damit schnell vorbei.Read more
Eine Seefahrt, die ist lustig - Tag 2
Aug 2–3, 2024 in Indonesia ⋅ ☀️ 28 °C
Die erste Nacht neigte sich dank Reisetabletten dem Ende zu, ohne große Vorkommnisse. Ehrlich gesagt haben wir sogar ganz gut geschlafen, trotz des Schiffsgeschaukels. Um ca. 6:30 Uhr klopfte es auch schon an den Kabinentüren, man möge doch bitte aufstehen. Laut Aussage des Guides am Vortag sollte schließlich auch das Frühstück um 7 Uhr beginnen. Ja geil, dachten wir uns. Eine Runde frühstücken und dann völlig gestärkt dem ersten Event des Tages entgegen. Nö! Genauso war es nicht. Aufstehen, an Deck gehen, mehrere Boote um einen herum wahrnehmen, viele Menschen, die im Wasser schwimmen, und ein dezenter Fischgeruch in der Nase. Jetzt werden die Walhaie "gejagt". Also natürlich nur mit der Kamera! Frühstück gibt es erst danach. Am ersten Spot beobachteten wir die Menschen im Wasser noch vom Schiff aus, denn unsere Laune, direkt nach dem Aufstehen ins Meer zu hüpfen, war nicht sonderlich groß. Fischer schienen die Walhaie etwas anzufüttern und schmissen Fischabfälle oder sonstige nach Fisch riechende Dinge ins Wasser. Da war die Lust, ins Wasser zu gehen, nochmals mehr gehemmt, denn das wurde auch alles in Richtung der Menschengruppen geworfen. Glücklicherweise gab es am ersten Spot nichts zu sehen, sodass wir auch nichts verpassten. Am zweiten Spot angekommen, entschieden wir uns dann glücklicherweise doch dazu, ins Wasser zu hüpfen. Der Geruch blieb fischig und eine Menge Plankton war ebenfalls deutlich erkennbar und auch spürbar im Wasser. Plankton fühlt sich ein wenig wie Quallen an und sieht auch so durchsichtig, glibrig aus. Nicht schlimm, aber auch nicht geil. Jedoch genau dieses Zeug lieben Walhaie. Es sollte nicht lange dauern, bis der erste und auch letzte Walhai im Wasser unter uns auftauchte. Wow! So eine unfassbare und schöne Begegnung mit diesem riesigen Fisch. Er drehte sich auch direkt zu uns und kam uns entgegen. Das war fast schon unheimlich, weil man dachte, der will uns auch gleich verspeisen. Allerdings war da noch genug Platz und Abstand zwischen uns und dem Walhai. So richtig schmecken würden wir ihm auch nicht. Generell sind Walhaie sehr, sehr friedlich und ernähren sich lieber von Plankton. Eine Begegnung, die wir so schnell nicht vergessen werden und definitiv eine ist, die nicht an vielen Orten auf der Erde so zu erleben ist. Wer kann schon von sich behaupten, einen Walhai in der freien Natur beim Schnorcheln gesehen zu haben? Vermutlich die wenigsten. Schildkröten und Delfine sind da schon häufiger anzutreffen. Für uns das Highlight des Tages, welches auch das verschobene Frühstück schnell vergessen ließ.
Nachdem wir dann unser Frühstück zu uns nehmen konnten, ging es weiter an den Savanna Beach. Wir hatten die Option, vom Schiff zum Strand zu schwimmen oder mit dem kleinen Beiboot hinüber zu schippern. Option 1 erschien uns als die beste, denn so hatte man doch etwas Bewegung und allzu weit war der Strand auch nicht entfernt. Bis auf ein paar wenige wählten auch die anderen Passagiere diese Option. Also Arschbombe von 5 m Höhe ins Wasser und los. Im Wasser pieksten uns winzig kleine Quallen, die sich wie kleine Nadelstiche anfühlten, in die Arme und Beine. Na geil, hoffentlich ist das jetzt nicht den gesamten Weg bis zum Strand so. Ergebnis - es waren nur ein paar Meter so. Am Strand angekommen und keine Lust auf eine weitere Schnorchelei, gingen wir einfach auf und ab und vertraten uns die Beine, je eher wir dann wieder zurück schwimmen wollten. Danach war der Tag auch nur noch für die Tonne. Wir schipperten bis zum nächsten Tag durch, ohne weitere Stopps, und kurz nach dem Mittagessen dachte sich das Meer, uns die Reise nochmal so richtig angenehm zu machen. Ohne Reisetabletten ging bei uns gar nichts mehr. So verbrachten wir den restlichen Tag im Bett in der Kabine und schauten uns für die nächsten 13 Stunden die Augen von innen an. Bisschen schade, denn draußen gab es schon ein wenig hübsche Natur zu sehen, aber was will man machen. Schön war das für uns nicht. Highlight des Tages blieb der Walhai.Read more
Eine Seefahrt, die ist lustig - Tag 3
Aug 3–4, 2024 in Indonesia ⋅ ☀️ 28 °C
Nach guten 13h Schlaf – den Reisetabletten sei Dank – starten wir dann sehr erholt in den neuen Tag. Glücklicherweise hatte der Wellengang auch nachgelassen und wir waren wieder in der Lage mehr zu tun als nur im Bett zu vegetieren.
Der Tag begann dann auch direkt mit einem kleinen Highlight, mit dem kleinen Beiboot ging es raus auf die kleine paradiesische Insel „Pantai Taka Makasar“ – bzw. eigentlich ließ man uns auf dem Meer absteigen und den Rest bis zur Insel schnorcheln. Schöne intakte Korallen und überall schöne kleine bunte Fische. Auf der Insel angekommen ringsherum türkisblaues Meer, weißer feiner Sand und einfach genau das Bild, was man ansonsten nur aus Zeitschriften oder von Postkarten kennt. Genau da waren wir plötzlich. Einfach nur unendlich schön. Wir genossen dort eine Weile und waren sehr froh, dass man dort von uns tolle Erinnerungsfotos machte, die mal nicht die typischen „Selfies“ sind, die wir ansonsten meist nur machen, weil’s einfach am schnellsten geht.
Dieser Tag war ganz im Gegensatz zu den vorherigen beiden Tagen voller Aktivitäten. Bald darauf sollte auch das vermeintliche Highlight der Tour stattfinden, der Besuch von „Komodo Island“ und damit das aller erste Mal im Leben diese riesigen drachenartigen Wesen live sehen.
Für diejenigen, die es nicht wissen, noch ein paar wissenswerte Fakten: Der Komodowaran ist der König der Echsen: Er wird bis zu 3 Meter lang, wiegt so viel wie ein Kühlschrank (70-90kg) und jagt mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h. Diese Killer-Echsen sind nicht nur stark, sondern auch giftig. Sie haben keine Hemmungen, sich ein Wasserbüffel-Steak zu gönnen. Familienidylle ist nicht ihr Ding – sie sind dafür bekannt, auch mal ihre eigenen Kinder zu fressen. Ein echtes Allround-Talent in Sachen Survival, aber definitiv keine Vorzeigemutter!
Mit diesem Vorwissen freuten wir uns ehrlichgesagt ziemlich auf das Erlebnis. Das wurde allerdings recht schnell von den unglaublichen Menschenmassen, die sich dort rumtrieben überschattet. Wir hatten noch die Hoffnung, dass wir lediglich mit den Rangern und unserer Gruppe vom Boot durch den Nationalpark laufen würden, was wir grundsätzlich zwar auch taten, aber sobald ein Komodowaran gesichtet wurde, stand man im Prinzip recht schnell mit 50 Personen um ein einzelnes Tier herum, was ehrlicherweise auch mal schnell gefährlich werden kann, wenn sich dieses Exemplar dann bedroht fühlt. Es gab tatsächlich auch schon Unfälle dort. Hinzu kam dann auch noch, dass die „Wanderung“ durch den Nationalpark auch gerade mal 30 bis maximal 40 Minuten andauerte. Echt schade, wenn man bedenkt, dass diese Tour Namensgeber und Highlight der kompletten Bootstour sein sollte.
Unsere Trauer wurde dann aber schnell vom nächsten Tagesausflug beseitigt. Wir legten am Pink Beach an. Dieser Strand wurde tatsächlich aufgrund seiner wunderschönen leicht pinken Sandfarbe so benannt. Diese außergewöhnlichen rosa Sandfarbe entsteht durch eine Mischung aus weißem Sand und winzigen, zermahlenen roten Korallenstückchen. Die roten Korallenfragmente stammen von Foraminiferen, winzigen Meerestieren, deren Schalen eine rötliche Farbe haben. Überall am Strand findet man auch noch größere Teilchen dieser besagten Korallen. Wir genossen die Zeit dort und spazierten den Strand entlang und entdeckten sogar noch einen Waran – wir sind uns bis heute unsicher, ob es nicht vielleicht sogar ein Baby-Komodowaran war.
Zum Sonnenuntergang legten wir an der wunderschönen Insel Padar Island an. Eigentlich besteht diese Insel hauptsächlich aus einem Viewpoint, der über sehr sehr viele Treppen erreicht werden kann. Besonders zum Sonnenuntergang ist dieser Aussichtspunkt unglaublich schön. Die Lichtverhältnisse und der Ausblick über die Insel mit den vielen vielen Hügeln – wir waren ein bisschen sprachlos.
Am Ende des Tages konnten wir schon sagen, dass dieser Tag wahnsinnig toll war und dass diese Mini-Reise, die wir in unsere Reise eingebettet haben, uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. All die schönen Momentaufnahmen und traumhaft schönen Destinationen, die wir ohne dieses Boot wahrscheinlich niemals erreicht hätten. Da kann man auch mal ein bisschen Übelkeit in Kauf nehmen.Read more
Eine Seefahrt, die ist lustig - Tag 4
Aug 4–5, 2024 in Indonesia ⋅ ☀️ 30 °C
Tag 4 und somit auch der letzte Tag unserer Komodo-Tour. Kleiner Spoiler vorweg - reichte dann auch. Der erste Stopp des Tages war ein kleiner Schnorchelspot, ein paar hundert Meter vom Schiff entfernt. Kein besonderer Spot, mit geringer Chance auf Schildkröten-Sichtung. Na gut, wenn es denn sein muss. Kann bei der prallen Sonne und Wärme auch ganz erfrischend sein, ein wenig im "kühlen" Nass zu planschen. Bis auf ein paar bunte Fischis haben wir hier jedoch nichts Weltbewegendes gesehen. Da war die Fahrt mit dem kleinen Beiboot vom Spot zum Schiff schon aufregender. Wir saßen mit 24 Leuten in diesem kleinen Boot und waren damit doch minimal überladen. Nass waren wir alle zum Glück schon.
Der zweite Spot des Tages war dann Kelor Island. Eine kleine Insel mit vielen, vielen Babyhaien direkt am Strand und einem Hügel, von dem man eine nette Aussicht über die kleine Insel selbst, aber auch auf die Küste von Flores hat. Leider war diese Insel so dermaßen überlaufen, dass Ruhe zu finden unmöglich war. Vielmehr war es dann nach dem Aufstieg auf den Hügel, der übrigens ziemlich rutschig in Schlappen war, nur noch ein Zeittotschlagen, bis es dann aufs Festland ging. Wer wollte, konnte auch hier noch etwas schnorcheln oder Souvenirs shoppen. Für uns gab es zur Überbrückung der Zeit eine frische Kokosnuss, die bei diesen Temperaturen und Klimaverhältnissen immer wieder eine willkommene Hydrationsquelle ist.
Auf dem Schiff angekommen, packten wir unsere Sachen, speisten noch ein letztes Mal und fuhren dann mit all unseren schweren Sachen mit dem kleinen Boot (nicht das Schiff, auf dem wir nächtigten) in den Hafen. Da hatten wir kurzzeitig Angst, denn wir mussten mit den jeweils zwei schweren Rucksäcken pro Nase die wackelige Treppe zum Boot runter. Ein falscher Schritt oder einmal das Gleichgewicht verlieren und schon ist alles im Wasser. Das wäre die reinste Katastrophe. Zum Glück gab es Unterstützung, aber toll war es dennoch nicht. Am Hafen hieß es dann wieder einmal warten. Wie so oft auf dieser Tour. Warten darauf, dass unser Transfer zum Hotel abgewickelt wird, welcher inklusive war. Der ein oder anderen Person war das zu viel und es kippte die Laune.
Am Hotel angekommen... na nicht so ganz. Denn der Weg zum Hotel war eine enge Straße, die mit dem Auto nicht wirklich passierbar war, sodass wir bergauf mit all unseren Sachen noch ein paar hundert Meter zu Fuß machen mussten. Dann waren wir aber wirklich angekommen. Eine spartanische, aber durchaus akzeptable Unterkunft für eine Nacht. Nicht toll, aber auch nicht schlecht. Den Rest des Tages erkundeten wir dann Labuan Bajo. Ein nettes kleines Hafenstädtchen und ein Ort, der von den Komodo-Touren lebt und somit viele Tagestouristen beherbergt. Auch hier ist eine Entwicklung zu erkennen und so befinden sich noch diverse weitere Hotels im Aufbau. Der Tourismus boomt hier. Mehr als einen Tag muss man hier allerdings auch nicht verbringen.
Auch wir verbrachten hier nur eine Nacht und bekamen ein wirklich weltklasse, super grandioses Frühstück am nächsten Morgen serviert. Ganze sieben Stücke Obst auf einem Teller lachten uns zu, neben einem in Fett getränkten Bananen-Pancake. Sieben lässt sich auch super durch zwei teilen. Also nochmal fix los und Frühstück schnabulieren, bevor wir unser Gepäck hinüber zum Flughafen schleppen. Dieser war nicht einmal 1 km entfernt und somit gut fußläufig erreichbar. Nächster Halt - Bali.Read more
Bali 2.0 – Weil 1x doch nicht genug war!
Aug 5–12, 2024 in Indonesia ⋅ 🌙 25 °C
Wir landeten diesmal im Süden Balis, genauer gesagt in Denpasar und vor dort aus mit dem Auto dann nach Kuta. Dass wir nochmal so schnell nach Bali fliegen würden, hätten wir eigentlich nicht gedacht. Aber ehrlicherweise bot es sich aufgrund des Flugpreises an und weil Bali einfach alles bietet. Man kann dort alles finden, was man sucht und diese Vorzüge mussten wir nochmal nutzen.
Auf Bali angekommen, genossen wir weiterhin den Luxus endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Das nutzen wir eigentlich auch jeden Tag und gingen sehr sehr viel Spazieren. Um es kurz zu machen: wir hatten eine tolle Unterkunft mit gutem Internet, sauber, warmer Dusche, bequemen Bett und kleiner Küchenzeile (das alles sind keine Selbstverständlichkeiten). Neben Fitnessstudiobesuchen, die Erkundung von Shoppingzentren und Besorgungen machen sowie kulinarischen Highlights (Burger & Bowl) oder Flops (Fluffy Pancakes), genossen wir die Zeit mit unendlich langen Spaziergängen am unendlich langen Sandstrand.
Außerdem planten wir unsere Reise nach Sri Lanka, denn dort wird unsere Reise weitergehen nachdem wir Indonesien verlassen haben.Read more
Sri Lanka - Von Colombo bis zum Hochland
Aug 12–20, 2024 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 27 °C
Von Glühwürmchen bis Elefanten, wilden Tuktuk-Safaris über noch wilderen Stadtverkehr…
Unsere Sri-Lanka-Reise startete in Colombo, wo wir nicht nur direkt bei unserer Late-Night-Ankunft funkelnden Glühwürmchen gesehen, sondern am Folgetag auch die turbulente Stadt erkundet haben.
In einem Stadtpark mitten in Colombo, dessen unaussprechlicher Name „Viharamahadevi Park“ ist, stellte uns ein freundlicher Gärtner ungefragt diverse Pflanzen und Tiere vor, sodass wir direkt etwas dazu gelernt hatten.. Über den schönen Galle Face Green am Meer entlang gingen wir weiter Richtung Altstadt.
Die Altstadt war zwar mit ihrer roten Moschee und dem ganzen Trubel sehr sehenswert, aber auch ziiiiemlich wuselig.
Negombo:
Am nächsten Tag ging es auch schon nach Negombo, wo der offizielle „Müsli-Tuktuk-Führerschein“ erworben wurde. Nach einer Wartezeit, die sich wie eine Ewigkeit anfühlte (kein Scherz, Jelena hätte in der Zeit ein komplettes Buch lesen können), gab es als Belohnung wenigstens einen richtig geilen fudgy Brownie. Backwaren sind in Sri Lanka offensichtlich ziemlich günstig, was uns als Naschkatzen nicht unbedingt aus gesundheitlicher Sicht zugute kommt.
Negombo selbst? Na ja, sagen wir mal so: Ein zweites Mal wollen wir dort wirklich nicht hin, aber wegen des Rückflugs wird uns das wohl nicht erspart bleiben.
Kurunegala:
Unsere erste lange Tuktuk-Fahrt nach Kurunegala war schweißtreibend – im wahrsten Sinne des Wortes. Nichtzuletzt wegen des warmen Wetters, sondern auch aufgrund des wilden und uns noch unbekannten Gefährt, das erstmal richtig kennengelernt werden musste. Und der Verkehr aus Negombo war teilweise mehr als nur ein wenig verrückt. Aber die Belohnung wartete in Form einer tiptop Unterkunft mit allem, was das Backpacker-Herz begehrt: Küche, Waschmaschine und nette Gastgeber.
Die Erkundung des Ortes bedeutete natürlich auch, lokale Delikatessen zu probieren. Die Vade, eine Art deftiger Donut, bestrichen mit Chilipaste, waren so lecker, dass wir die nicht zum letzten Mal verspeisten. Ein Spaziergang um den See brachte dann die nächste Überraschung: Baby-Bindenwarane, die für „Jungtiere“ schon riesig waren – einer schnabulierte sogar einen abgestandenen Fisch. Nachdem wir den See umrundeten, ging es zum Buddha-Tempel auf den angrenzenden kleinen Berg, wir genossen die schöne Atmosphäre und begegneten auf dem Rückweg einer riesigen Affenfamilie mit lustigen Frisuren - ein bisschen so als hätte man ihnen einen Pisspott-Haarschnitt verpasst.
Sigiriya:
Die Fahrt nach Sigiriya war nicht weniger ereignisreich. Kurz vor unserem Ziel hörten wir ein Krachen und dachten nur: „Das klang verdächtig nach zersprungenem Glas.“
Wir dachten uns beide noch, dass das sicherlich nicht von uns kam, weil wir kein Glas oder Porzellan transportieren, nur unsere riesigen Rucksäcke, die den Platz hinter und der Rückbank und z.T. auf der Rückbank einnahmen. Bei der Unterkunft angekommen, stellten wir dann fest „kam doch von uns - wir hatten bei der Fahrt unsere Rückscheibe verloren“.
Zum Glück konnten wir das schnell über die Tuktuk-Vermietung und eine Partnerwerkstatt regeln. Der Tag wurde mit einer eigenen kleinen Tuktuk-Safari und der Sichtung von sieben Elefanten belohnt!
Unsere Unterkunft war auch hier wieder ein kleines Highlight: Das Zimmer war gemütlich und die liebevolle Familie servierte uns unser erstes echtes sri-lankisches Frühstück – super lecker, aber seeehr deftig. Curry, String Hoppers (Nudeln), Coconut Sambol und Obst.
Kandy:
Nächster Stopp: Kandy!
Unsere Ankunft in Kandy fiel mit einem der größten buddhistischen Feste des Jahres zusammen – dem Esala Perahera. Die gesamte Stadt war im Ausnahmezustand. Schon die Fahrt in die Stadt war eine Herausforderung für sich: Die Straßen waren so vollgestopft mit Autos, Tuktuks und Menschen, dass wir dachten, wir würden nie ankommen. Auf den Bürgersteigen hatten sich schon ab dem Morgen Hunderte Menschen eingefunden, um sich die besten Plätze für den abendlichen Umzug zu sichern.
Unsere Unterkunft erreichten wir über eine abenteuerliche Bergstraße, die so steil und eng war, dass Jelena sicherheitshalber ausgestiegen ist – das war nichts für schwache Nerven! Söri hingegen hat das Tuktuk wie ein echter Profi bis zum Parkplatz unserer Unterkunft manövriert und wir wurden in einer tollen Unterkunft empfangen. Ein älteres, sehr herzliches Ehepaar nahm uns auf und sorgte dafür, dass wir uns sofort wohlfühlten. Unser Zimmer war geräumig und die Tage dort wurden wir mit weiteren deftigen sri-lankischen Frühstücken überrascht.
Trotz der Menschenmassen machten wir uns daran, die Stadt zu erkunden. Überall in Kandy gab es etwas zu sehen und zu entdecken. Elefanten marschierten durch die Straßen, und Jelena hatte das Glück, einen dieser majestätischen Tiere sogar zu streicheln – ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde. Okay, hinterher wollte der Mahout dann Geld für das Foto und zwar einen riesigen Betrag, aber mit einem Lächeln und ihm ein paar wenige Rupien in die Hand drücken, verschwanden wir schnell.
Auf unseren Spaziergängen durch die Stadt stießen wir auch auf kleine Stände mit kulinarischen Köstlichkeiten. Ein Highlight war ein köstlicher Löffelkuchen und dazu ein erfrischender Oreoshake (sehr gesund).
Am Abend wollten wir natürlich den großen Umzug des Perahera-Festivals nicht verpassen. Die Straßen waren mittlerweile noch voller und es schien, als ob die gesamte Stadt auf den Beinen war. Wir fanden einen Platz, von dem aus wir hofften, einen guten Blick auf die Parade zu haben. Neben uns saß eine unglaublich liebe Familie, die uns nicht nur mit Snacks versorgte, sondern uns auch half, ein bisschen mehr über das Festival zu erfahren. Wir erfuhren, dass wir noch ganze 4 bis 5 Stunden warten müssten, bis der Festumzug an unserem Aussichtspunkt vorbeiziehen würde. Zumindest sahen wir aber aus nächster Nähe hinter dem Zahntempel wie Buddhas Zahn Zeremoniell auf den Rücken des Elefanten in ein bunt geschmücktes Gefäß verladen wurde.
Da wir schon seit 4 Uhr morgens auf den Beinen waren und die Vorstellung, so lange auf der Straße zu stehen, nicht wirklich verlockend klang, entschieden wir uns irgendwann, die festliche Stimmung lieber auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft zu genießen. Die Stadt leuchtete in allen Farben, Elefanten in prächtigen Gewändern und Tänzer, die die Straßen mit ihren Trommeln und Tänzen zum Beben brachten – es war ein unvergessliches Spektakel. Die bunten Lichter und die Klänge der Trommeln begleiteten uns bis zu unserer Unterkunft. Der Abend in Kandy war ein einzigartiges Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Am nächsten Tag stand ein kleiner Ausflug auf dem Programm: der Besuch des Botanischen Gartens in Peradeniya. Dort konnten wir endlich ein wenig dem Trubel der Stadt entfliehen und zwischen exotischen Pflanzen, riesigen Bäumen und bunten Blumen spazieren. Zu unserer Überraschung entdeckten wir in den Bäumen unzählige Flughunde, die kopfüber hingen und ein faszinierendes Bild abgaben – noch viel mehr als wir auf Tioman Island gesehen hatten!
Der Garten bot eine willkommene Ruhepause und eine ganz andere Seite von Kandy – ein friedlicher Rückzugsort, der perfekt war, um die Erlebnisse des vorherigen Tages Revue passieren zu lassen. So konnten wir unsere Zeit in Kandy in vollen Zügen genießen, mit all ihren Farben, Gerüchen und Eindrücken.
Und von Kandy aus ging es für uns dann höher hinaus!Read more
Sri Lankas grünes Herz 💚
Aug 20–26, 2024 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 24 °C
Von Kandy aus setzten wir unseren Weg nach Nuwara Eliya fort. Es erwartete uns eine malerische Fahrt ins Hochland - das grüne Herz Sri Lankas, vorbei an Teeplantagen, Bergen, Seen und Wasserfällen.
Je höher wir kamen, desto frischer wurde die Luft – eine willkommene Abwechslung zu den tropischen Temperaturen, die uns bisher begleitet hatten. Bei unserer Ankunft in Nuwara Eliya empfingen uns angenehme 22 Grad und strahlender Sonnenschein. Das war die perfekte Gelegenheit, die Turnschuhe anzuziehen und eine Regenjacke einzupacken, um die Umgebung zu erkunden.
Unsere Wanderung begann vielversprechend: Wir liefen durch saftig grüne Teefelder, die in der Sonne grün leuchteten und einen wunderschönen Kontrast zum blauen Himmel bildeten. Wir freuten uns durch die zauberhafte Natur zu wandern und die frische, klare Luft zu genießen. Doch plötzlich, wie aus dem Nichts, zog der Himmel zu und es begann in Strömen zu regnen. Genau in einem Moment, in dem wir uns nirgends unterstellen konnten. Innerhalb weniger Minuten waren wir bis auf den Schlüpper durchnässt – sogar unsere einzigen festen Schuhe wurden nicht verschont.
Klatschnass kamen wir in unsere Unterkunft zurück, da half nur eine warme Dusche und lecker indisch essen gehen.
Der Besitzer der Unterkunft war unglaublich hilfsbereit und am Abend zündete er für uns den Kamin in unserem Zimmer an.
Bei klammen 15 Grad war uns das sehr willkommen und nahmen dafür den leichten Rauchgeruch gerne in Kauf.
Am nächsten Tag jedoch war das Wetter so trüb und regnerisch wie der Vortag endete, sodass wir beschlossen, die meiste Zeit drinnen zu verbringen. Es war zwar schade, dass wir nicht weiter wandern konnten, aber auf der anderen Seite war es auch mal entspannend, einfach nichts zu tun und das ruhige Ambiente zu genießen. Aber hey, kein Wunder, dass Nuwara Eliya auch als "Little England" bekannt ist! Da muss man auch mit so einem Wetter rechnen, damit der Ort nicht nur aufgrund der kolonialen Bauweise seinem Namen gerecht wird.
Mit trockenen Schuhen und neuen Erinnerungen im Gepäck machten wir uns am Folgetag auf den Weg zum nächsten Abenteuer.
Doch vorher noch ein kurzer Fast-Nervenzusammenbruch: zunächst musste ein seeeeeehr steiler Berg mit dem Tuktuk bewältigt werden, aufgrund der kühleren Außentemperatur war dies jedoch nicht so leicht wie gedacht und so ging der Motor auf der Hälfte des Berges aus. Jelena stieg lieber wieder aus während Söri das Tuktuk rückwärts nach unten manövrierte. Beim 2. Versuch mit Anlauf und Geduld klappt es dann und so ging es weiter nach Ella.
Ella:
Das nächste Abenteuer ließ nicht lange auf sich warten, denn die gesamte Fahrt an sich war eigentlich ein Abenteuer. Über kurvige und nervenaufreibende Straßen erreichten wir diesen süßen Ort im Hochland, ideal für kleine Wanderungen - diesmal zum Glück war das einzig Nasse unsere durchgeschwitzte Kleidung. Wir bestiegen den Little Adam’s Peak und den Ella Rock und genossen sagenhafte Aussichten.
Das einzige was uns nicht gegönnt sein sollte war leider der Besuch einer Teefabrik - zweimal haben wir es während der Öffnungszeiten probiert und zweimal wurden wir lächelnd auf den nächsten Tag vertröstet. Nachdem wir uns völlig verarscht vorkamen, beschlossen wir es dabei zu belassen. Hopfenblütentee (Bier) schmeckte ja auch und so ließen wir es uns ansonsten noch einfach gut gehen – mit Bier und gutem Essen, natürlich.
Unsere Etappe von Colombo bis ins Hochland Sri Lankas endete mit Ella - es war ein wilder Mix aus Tuktuk-Abenteuern, malerischen Wanderungen, kulinarischen Highlights und einer Prise Chaos - genau das was wir lieben. Sri Lanka, du hast uns schon bereits jetzt begeistert, herausgefordert und manchmal auch zum Lachen gebracht.Read more
In den wilden Süden & nassen Westen
Aug 25–Sep 1, 2024 in Sri Lanka ⋅ ⛅ 30 °C
Ein Abenteuer zwischen Safari, Strandspaziergängen und Schokoladenmilchshake.
Unsere Reise führte uns weiter vom Hochland an die Südküste nach Kirinda, wo wir bei einem wirklich herzlichen Ehepaar unterkamen – einer ausgewanderten Deutschen und ihrem sri-lankischen Mann, der zu unserer Überraschung perfekt Deutsch sprach. Ihr Zuhause war eine wahre Oase im Grünen, und wir waren begeistert von der Ruhe und Natur um uns herum. Der große See und deren Oase im Garten zog allerdings nicht nur uns, diverse Pfauen und Vögel an, sondern auch Krokodile. Auf meine Frage, ob sie keine Angst vor den Tieren hätten, meinte der Gastgeber ganz entspannt: „Nein, die tun nichts. Ich füttere sie sogar aus der Hand.“ Ähm, ja… das würden wir wahrscheinlich nicht ganz so entspannt sehen!
Kirinda selbst ist ein kleines, verschlafenes Örtchen ohne Supermarkt oder ATM, aber dafür mit einem traumhaften Strand, an dem wir lange spazieren gingen.
Unsere Gastgeber organisierten uns für den nächsten Morgen eine Safari im Yala Nationalpark.
Früh um 05:30 Uhr ging es los, und wir hatten Glück, denn wir waren ganz allein im Jeep, was uns maximale Flexibilität beim Tiere beobachten gab. Und Tiere gab es wirklich viele! Elefanten - sogar mit Baby, viiiiiele Pfauen und noch mehr Wasserbüffel, mehrere Herden von Wildschweinen, Rehe, Papageien und andere kunterbunte Vögel, ein Adler, der gerade eine zappelnde Schlange verschlang, Krokodile in allen Größen, Affen, Pillendreher, die gemütlich Tierkot rollten, sowie Echsen und Warane.
Die Safari war einfach unglaublich! Nur einen Leoparden bekamen wir leider nicht zu Gesicht – bei einer 30%igen Chance aber auch nicht verwunderlich. Der Yala-Nationalpark ist riesig, und die Leoparden haben hier dementsprechend viele Verstecke.
Nach diesem aufregenden Morgen verbrachten wir den Rest des Tages entspannt bei gutem Kaffee, planten unsere Weiterreise und spazierten im Nachbarort, wo es endlich mal Supermärkte und andere Annehmlichkeiten gab.
Tangalle:
Nach zwei Nächten ging es weiter nach Tangalle, ein Ort an der Südküste, der für seine wunderschönen Strände und die vielen Meeresschildkröten bekannt ist. Doch aufgrund der Regenzeit und Nebensaison wirkte der Ort wie ausgestorben. Viele Hotels und Resorts standen leer wie in einem Horrorfilm, und die meisten Restaurants hatten gar nicht erst geöffnet.
Wir beschlossen, einfach am Strand entlang zu spazieren. Irgendwann bekamen wir richtig Hunger und Durst. Die Suche nach einem Restaurant gestaltete sich dann aufgrund der vielen geschlossenen Restaurants gar nicht so einfach… Nach mehreren Versuchen fanden wir endlich ein geöffnetes Restaurant. Allerdings konnte man dort nur mit Bargeld bezahlen und da wir nur sehr wenig dabei hatten, konnten wir uns lediglich zwei Flaschen Wasser leisten. Die Besitzerin war so lieb und bot uns sogar an, dort zu essen und das Geld später vorbeizubringen. Aber da wir keine Lust hatten, später noch einmal 1,5 Stunden zurückzulaufen, lehnten wir dankend ab. Als wir bezahlen wollten, verschwand sie plötzlich in der Küche. Wir waren verwirrt und ein wenig genervt, da wir schließlich nur bezahlen und weiterlaufen wollten. Die Aufregung war sofort verschwunden als sie mit zwei Schokoladenmilchshakes und Keksen wieder auftauchte – einfach so, als Geschenk! ….Wahrscheinlich hatte sie Mitleid mit uns. Wir waren unendlich dankbar und konnten unseren Spaziergang gestärkt fortsetzen. Das wird wohl unsere schönste Erinnerung an Tangalle bleiben.
Mirissa & Umgebung
Regen, Regen, Regen – so könnte man unseren Aufenthalt in Mirissa und Umgebung kurz zusammenfassen. Zum Glück hatten wir eine wirklich gute Unterkunft, die einem Tiny House ähnelte: mit kleiner Küche, Sitzecke, Sofa, Bad und einer Treppe nach oben, wo unser Bett (eine Matratze auf dem Boden mit Insektennetz) lag. Leider waren die Kopfkissen so ballonartig hoch, dass Jelena mal wieder Söris Pullover als Kopfkissen umfunktionieren musste - die beste Rettung für unbequeme Kopfkissen auf Reisen.
Trotz des Regens ließen wir uns nicht davon abhalten, ein paar Ausflüge zu machen. Wir liefen zu Fuß nach Weligama und zurück. Der Ort selbst hatte zwar nicht besonders viel zu bieten außer einem ebenfalls rauen Strand und einem großen Eisbecher für uns, aber immerhin fanden wir dort Schutz vor dem Regen und genossen später noch einen leckeren Kaffee, wo wir anfingen unsere Reiseroute umzuplanen - denn eigentlich wollten wir Strand und baden, keinen Regen und knöcheltiefe Pfützen.
In Galle machten wir einen Ausflug in die Altstadt, die trotz des Regens wunderschön war. Die alten Mauern und Gebäude ließen uns wie in eine andere Zeit eintauchen, wir genossen es sehr, durch das Galle Fort zu laufen.
Mirissa selbst erkundeten wir natürlich auch, fanden den Ort aber nicht wirklich toll. Eine stark befahrene Hauptstraße ohne Fußweg und ein schöner Strand, der jedoch durch das schlechte Wetter und die hohen Wellen kaum einladend war.
Am letzten Tag liefen wir noch einmal in Mirissa tiefer in den Ort hinein, was zwar an sich schön war (abgesehen von der Sichtung zweier toter Skorpione und eines Warnschilds vor Schlangen, was uns kurz mulmig werden ließ), aber natürlich fing es mitten auf dem Weg wieder an wie aus Eimern zu schütten. Wir wurden ziemlich nass und mussten große Teile des Weges barfuß durch Pfützen bewältigen – immer ein wenig mit der Angst, dass dort etwas Unerwünschtes herumschwimmt.
Ansonsten gingen wir es in Mirissa entspannt an und wagten uns sogar mal wieder in ein Fitnessstudio – aua, der Muskelkater zeigte, wie lange man dann doch offenbar nicht beim Sport war.
Aufgrund des vielen, vielen Regens haben wir beschlossen, den langen Weg an die Ostküste in Kauf zu nehmen, wo gerade keine Regenzeit herrscht. Mal sehen, was uns dort erwartet!Read more
Ein Trip an die Ostküste
Sep 1–8, 2024 in Sri Lanka ⋅ ⛅ 34 °C
Arugam Bay: Von tierischen Straßensperren bis zu klimatischen Herausforderungen
Unser Abenteuer nach Arugam Bay startete mit einer epischen 10-stündigen Fahrt (mit Pausen) von Mirissa – und was für eine Fahrt das war! Wir sahen unterwegs fünf Elefanten, drei davon direkt auf der Straße, die eine kleine "Mautstelle" errichtet hatten, um sich von vorbeifahrenden Autos mit Obst bezahlen zu lassen.
Unterwegs kehrten wir zu einer Frühstückspause in Kirinda in einer altvertrauten Unterkunft ein. Es war ein kulinarisches Highlight: Büffeljoghurt, viiiel Obst, Toast mit Avocado, Marmelade und noch viel mehr – so konnten wir gestärkt weiterfahren!
Arugam Bay entpuppte sich als echtes Surferparadies mit traumhaft langen Wellen und einer gemütlichen Atmosphäre, auch wenn es doch sehr touristisch war – und ja, auch viele oder überwiegend sogar deutsche Touristen! Leider blieb uns nur wenig Zeit, um den Strand richtig zu genießen, da wir hier nur eine Zwischenübernachtung eingeplant hatten. Das Wetter war sehr warm, was draußen am Strand ein Segen war, wurde in unserer Unterkunft schnell zum Problem. Die Klimaanlage funktionierte kaum und das Zimmer glich einer Sauna. Das Badezimmer roch modrig oder beinah nach Fäkalien und das Wasser, das genauso roch, lud auch nicht wirklich ein – wir beschlossen, auf die Dusche zu verzichten.
Das Highlight des Abends war dann aber ein Sri-lankisches Curry-Buffet, so lecker, dass wir uns maßlos überfraßen. Bevor wir schlafen gingen, grinste uns dann noch eine Kakerlake frech vom Vorhang entgegen – der perfekte Abschluss für einen Ort, den wir schnell wieder verlassen wollten. Auch wenn Arugam Bay an sich uns sehr gefiel.
Kalkudah: Ruhe, Kühe und Kotthu
Nach einem morgendlichen Strandspaziergang und einem eher mittelmäßigen Frühstück ging es weiter nach Kalkudah – ja, erneut vier Stunden im Tuk-Tuk! Unsere Unterkunft dort war ruhig, vielleicht sogar zu ruhig, und rundherum gab es... nichts. Nicht einmal einen Supermarkt! Ein Spaziergang führte uns zu einem traumhaften Strand und vorbei an einem verlassenen Luxushotel, das aussah, als sei es einem Horrorfilm entsprungen. Da man den offenen Rezeptionsbereich noch betreten konnte und wir einfach zu neugierig waren, erkundeten wir das doch eher gruselige Gelände, es gab noch viele Möbel wie Tische und Stühle und improvisierten Schlafplätzen aus alten Poolliegen, die mittlerweile von Obdachlosen genutzt wurden.
Hungrig nach unserer Entdeckungstour machten wir uns auf die Suche nach Essen – eine knifflige Aufgabe, da die Auswahl mager war.
Nach unserer Entdeckungstour gingen wir auf Nahrungssuche - das gestaltete sich erst etwas schwieriger denn die Auswahl war nicht groß, sodass es am Ende dann doch irgendwie leicht war, da uns aus Kostenausschlussgründen aus dem ohnehin kleinen Angebot nur noch ein Lokal übrig blieb. Wir aßen in einem kleinen Garten bei einem geschwätzigen Inhaber mal wieder Kotthu (wie mindestens jeden 2. Tag - Manchmal aß einer von uns auch etliche Tage in Folge Kotthu) und zwischendurch kamen 2 Kühe, die auch mal vorbeischauen wollten - weniger aber wegen des Kotthus als wegen der saftig grünen Wiese auf der die Tische und Stühle des Restaurants aufgebaut waren.
Trincomalee: Strandwetter & Schuhdrama
Am nächsten Morgen machten wir uns direkt auf den Weg nach Trincomalee. Die Fahrt zog sich wie Kaugummi und kurz vor unserer Ankunft machten wir einen Zwischenstopp in einer Werkstatt, um das Tuk-Tuk "greasen" zu lassen, denn eigentlich muss man alle 1.000km die Reifen des Tuk-Tuks „greasen“ lassen und da wir nun bereits um die 1.400km hinter uns hatten, war es allerhöchste Eisenbahn. Was das genau bedeutet, wissen wir bis heute nicht, aber immerhin war nach Luft nachpumpen, irgendeinen Filter grob reinigen und Ölstand checken alles offenbar wieder im grünen Bereich! Zumindest sind wir ganz deutsch den Anforderungen der Tuk-Tuk-Vermietung nachgegangen.
Trincomalee entpuppte sich definitiv als Genuss für uns: Wunderschöner weitläufiger Strand, gutes Essen und entspannte Tage in einer sauberen, gemütlichen Hütte. Abgesehen von den abendlichen Besuchen riesiger Spinnen im Badezimmer, war der Aufenthalt traumhaft. Der weite Weg hatte sich also gelohnt! Wir genossen den schönen Strand eigentlich jeden Tag, machten es uns auf den Liegen, die sogar mal kostenlos waren, bequem und gingen viel baden (Söris Highlight: wie ich völlig unerwartet von hinten von einer Welle umgeklatscht wurde, obwohl ich davor die ganze Zeit erfolgreich bemüht war meine Haare nicht nass werden zu lassen).
Abgesehen vom Strand besuchten wir eine abendliche Zeremonie im Hindutempel im Fort Frederick. Die Zeremonie versprach ein spirituelles Erlebnis, so dachten wir zumindest - letztendlich verlief es aber doch ganz anders als erwartet.
Wie bei jedem Tempel, zog man auch dort seine am Eingang Schuhe aus. Da wir keine Lust hatten unsere Schuhe vorne abzugeben (typisch deutsche Angst, die mitschwingt, dass sie vielleicht danach weg wären - aber ich sag mal so… jeder der die klauen würde, wäre schon ein bisschen ekelhaft, denn mit den Schuhen haben wir schon einige Kilometer in der Hitze runter gelaufen und das ist auch an den Schuhen nicht spurlos vorbei gegangen). Jedenfalls steckten wir die Schuhe in eine Tasche, die nach oben hin geöffnet war und besuchten den Tempel. Es war schon eine ziemlich mystische Atmosphäre mit den Glocken-, Trommel- und Gebetsklängen sowie dem Duft von Räucherstäbchen. Den Anfang der Zeremonie bekamen wir mit bis plötzlich einer der Mitarbeiter an Söris Arm zog und erschrocken oder verängstigt stöhnte - wir waren völlig verwirrt und wussten erst nicht was los ist bis er uns unmissverständlich mit seinen wilden Armbewegungen nach draußen wies. Vor der Tür kam dann ein anderer Mitarbeiter zu uns und klärte uns auf, dass man die Schuhe absolut nicht mit reinnehmen darf - auch nicht in der Tasche. Nagut, hatten dann auch genug von der Zeremonie gesehen, da wir uns nicht die Blöße geben wollten die Schuhe nochmal vorne abzugeben und wieder reinzugehen.
Abschließend kann man sagen, dass wir alles (naja, bis auf das mit den Schuhen) richtig gemacht haben, denn wir hatten ein paar sehr schöne und entspannte Tage und nun geht es mit einem Zwischenstopp im Landesinneren zurück nach Negombo, wo wir unser lieb gewonnenes Tuktuk „Abu“ abgeben werden.Read more

TravelerEs bringt immer wieder Spass euren Reisbericht zu lesen.es tut bestimmt weh euren treuen und liebgewonnenen Weggefährten abzugeben
Saigon aka Ho Chi Minh City
September 10, 2024 in Vietnam ⋅ 🌩️ 28 °C
Noch nichts spannendes zu erzählen, das folgt alles noch. Was wir jedoch schon sagen können, die Anreise war eine Nervenprobe und erinnerte und kurzzeitig sehr sehr stark an Istanbul im November 2023. Wer damals schon aufmerksam mitgelesen hat, kann sich eventuell schon denken was passiert sein könnte. Seid gespannt.
Ps: Wer beim Titel nicht weiß wo wir sind, dem sei nicht mehr zu helfen 😘Read more





























































































































































































































































































































Möbelhändler? Junge, von dem was da bei deinem An- und Verkauf den Besitzer gewechselt hat Träumen die meisten Groß-Basare! :D Wieso hat das Abenteuer der Müsli-Mäuse denn ein offenes Ende? Danke für die Berichte und Fotos =) [Fabi]
TravelerNa weil wir doch nicht wissen, wo und wann wir zuletzt in Südostasien sein werden. Das steht alles in den Sternen. Fakt ist nur, dass wir spätestens im Januar in Kanada sein werden. Aber freut uns, das du uns beobachtest :)