• Nusa Lembongan

    Jul 8–16, 2024 in Indonesia ⋅ ⛅ 26 °C

    Nusa Lembongan, ein Inselparadies vor Balis Küste, lockt mit türkisfarbenem Wasser, weißen Sandstränden und einer faszinierenden Unterwasserwelt. Korallenriffe laden zum Schnorcheln und Tauchen ein, während Mangrovenwälder und Palmen eine exotische Kulisse bieten. Surfer reiten die Wellen, Abenteurer erkunden die Küste und die Mangrovenwälder per Kajak, und Wanderer genießen atemberaubende Ausblicke von den Klippen. Wir sind natürlich die fußtauglichen Wanderer, die die Insel zu Fuß und auch ein bisschen mit dem Roller erkunden. Jelena ist sogar so verrückt und läuft um die benachbarte Insel Nusa Ceningan, welche über eine kleine Brücke verbunden ist.
    Sagen wir mal so, auch kleine Inseln können ordentliche Steigungen mit sich bringen.

    Eine kurze Fahrt mit dem Speedboot von Bali brachte uns direkt an einen der vielen kleinen, schönen Strände auf Nusa Lembongan. Auf dem Boot fix die Schlappen in die Tasche gesteckt und direkt ins Wasser gesprungen. Ja, hier wird man am Strand rausgelassen, und es gibt keinen Steg. Also rein ins türkisblaue Nass. Das Gepäck wird vom Personal an den Strand getragen, ansonsten würde der ein oder andere hier sicherlich rückwärts ins Wasser fallen und sich damit gehörig den Urlaub versauen. Nach längerer Wartezeit auf unseren Fahrer, der uns zum Hotel bringt, kamen wir letztendlich auch dort an. Wir verstehen bis heute nicht, wie schwer man sich dabei tun kann, zwei freundliche Personen, wie wir es sind, gezielt abzuholen und zum Wunschort zu fahren. Ein einfaches Schild mit unseren Namen hätte gereicht. Stattdessen versuchte man es umständlich über WhatsApp und den übersetzten Worten "Ich stehe hier" zu regeln. Stellt euch das so vor, ihr ruft jemanden an, fragt, wo diese Person gerade ist, und als Antwort kommt nur "hier". Wer die Person dann nicht sofort findet, ist geografisch ganz, ganz schwach. Merkt man selbst.

    Unsere Unterkunft ließ dies aber schnell vergessen. Schöne kleine Holz-Chalets mit Außenbadezimmer, Thron in der prallen Sonne (fühlt sich bei optimalem Sonnenstand am Himmel wie eine Sitzung auf dem Dixie an. Jeder, der das schon einmal erlebt hat, weiß, wie warm und nett das ist.), Moskitonetz über dem Bett und zu unserer Freude mit eigenem Kühlschrank. Den haben wir uns erfragt und gehörte nicht mehr zur Standardausrüstung. Die ruhige Lage und ein kleiner, netter Pool rundeten die Sache ab.

    Obwohl die Insel doch recht klein ist, gab es einiges zu erkunden und zu tun. Neben der klassischen Erkundung der Insel zu Fuß und mit dem Roller besuchten wir auch einen indonesischen Kochkurs. Ein privater Kochkurs, nur für uns beide, in dem uns gezeigt wurde, wie wir Spring Rolls (Lumpia), gedämpftes Huhn mit Basilikum im Bananenblatt (Pepes Ayam Dengan Kemangi) und gerollte grüne Pfannkuchen mit Kokosnussfüllung (Dadar Gulung) zubereiten, was dann auch gleichzeitig unser Abendessen war. Ein super cooler Kurs, welcher von einer sehr liebevollen Person geführt wurde. Hier blieben keine Fragen offen, und wir hatten super viel Spaß. Hungrig ging man hier definitiv nicht raus. Wären wir nicht mit dem Roller angereist, hätten wir auch einfach so zurückrollen können. Der Unterschied wäre nicht groß gewesen.

    Am Folgetag, was zwei Tage vor Abreise war, haben wir uns eine Schnorcheltour gebucht. Eine Tour, auf der man Mantas sehen kann und auch eine große Wahrscheinlichkeit der Sichtung von Meeresschildkröten besteht. Letzteres haben wir nun bereits schon häufiger gesehen und ist auch immer wieder eine große Freude. In ihrer natürlichen Umgebung diese Lebewesen zu sehen, ist schon sehr beeindruckend und faszinierend. Wir machten uns frühmorgens auf zum Treffpunkt und ahnten nichts Schlimmes. Alle bisherigen Schnorcheltouren waren entspannt, nicht zu sehr überlaufen, und die See ruhig. Mal ehrlich, irgendwie auch schon langweilig, wenn alles immer klappt, oder?
    Die Tour ging los, und bereits der erste Schnorchelpunkt war anders. Rein ins Wasser, und die Strömung trieb uns sehr schnell vom Boot weg. Keine Chance, wieder zurückzuschwimmen. Dazu war die See schon etwas rauer. Für alle, die keine geübten Schwimmer sind oder eine Pferdelunge haben, kann dies schnell anstrengend werden. Für uns war es soweit noch okay. Die Fahrt zum nächsten Punkt, der Punkt mit den Mantas, hat einem dann jegliche Freude genommen. Die Wellen wurden höher und höher, das mit 24 Leuten vollgepackte Boot wurde ruhiger und ruhiger, sodass das Motorengeräusch und die klatschenden Wellen die primäre Geräuschkulisse bildeten. Kreidebleich und ein tolles, unwohles Gefühl waren dann der Ausgangspunkt für den nächsten Wassergang. Scheiß drauf! Wir haben den Bums gebucht, dann wollen wir auch Mantas sehen. Ein Glück war die Strömung nicht mehr so stark. Dafür waren die Wellen saftiger. Kurz einen Manta gesehen und dann bloß zurück zum Boot. Niemand hätte gerne seine Maske auswaschen wollen. Auf dem Boot hieß es dann, klarzukommen. Spaß hatten wir schon lange nicht mehr. Ein weiterer Punkt erwartete uns jedoch noch, und die See änderte sich nicht so einfach von jetzt auf gleich. Dennoch war der Rückweg etwas angenehmer. Wir schafften es bis zum Ende der Tour ohne weitere große Probleme und Unannehmlichkeiten.
    Am Land stärkten wir uns zusammen mit einem Paar, welches wir in unserem Hotel kennengelernt hatten, mit einer leckeren Smoothie Bowl.
    Als wäre die Tortur auf dem Wasser nicht schon genug gewesen, meinte Jelena noch eine Schippe draufzulegen. Anfänglich noch gedacht, die Seekrankheit begleitet sie auch an Land noch etwas, wurde es zum Abend immer schlimmer. Symptome: Fieber, Übelkeit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen - das volle Programm. Dengue-Fieber hat sie erwischt, und das nicht zu knapp. Die Abreise stand an, was unter diesen Umständen unmöglich war. Somit neue Herausforderungen. Was machen wir mit dem bereits gebuchten Hotel? Was passiert mit unserem Fährenticket? Können wir hier verlängern?
    Kurzform: Wir haben alles gemeistert. Das aktuelle Hotel konnte zu einem guten Preis verlängert werden, und man bot uns kostenlos einen Arzt an, sollte es nicht besser werden. Das Fährenticket konnte ohne Probleme verlegt werden, und unser bereits gebuchtes Hotel wurde angepasst. Glück im Unglück. So waren die letzten Tage dann doch etwas uncool und anders als erwartet, aber auch das gehört zu solchen Reisen dazu. Wir sind zum Glück flexibel in der Gestaltung. Wäre das im Urlaub passiert, wäre es schon sehr, sehr ärgerlich.

    PS: Jelena ist selbstverständlich wieder fit und hat alles gut überstanden. 3 Tage ordentliche Bettruhe waren sehr hilfreich.
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