Lombok
16.–31. jul. 2024, Indonesien ⋅ ⛅ 23 °C
Für uns geht es nach Lombok, und zwar mit dem Schnellboot. Na, das kann ja was werden. Wer unseren Beitrag von Nusa Lembongan gelesen hat, wird sich schon denken können, wieso das nicht unbedingt die beste Idee ist. Vor allem dann nicht, wenn die angegebene Fahrzeit ca. 2,5 Stunden beträgt und die letzten Überbleibsel des Dengue-Fiebers mitfahren.
Fliegen wäre zwar möglich gewesen, sprengt aber das Budget, und wir waren ohnehin schon glücklich, dass aufgrund der vorhandenen Dengue-Fieber-Problematik die Fahrt um ein paar Tage nach hinten verschoben werden konnte, und zwar ohne Aufpreis. Ein gebuchter Flug verzeiht einem so etwas nicht. Die Notfalllösung musste also her – Reisetabletten. Damit war das alles kein Problem mehr, und die paar Wellen waren uns so ziemlich schnuppe. Offensichtlich aber auch kein unbekanntes Problem an Bord, da kurz nach der Abfahrt das Personal mit einer Schale Reisetabletten durch die Gänge lief und jedem eine anbot. Am Ende war es sogar eine echt angenehme Fahrt dadurch, denn ein positiver Nebeneffekt: Die Tabletten machen so müde, dass man auch ganz gut nochmal ein Auge zumachen kann.
Kurz vor dem Ziel ging es dann auch schon los. Man fragte uns, wo wir denn auf Lombok unterkämen und ob wir denn auch schon einen Fahrer hätten, der uns dorthin bringt. Die Preise waren selbstverständlich viel zu hoch angesetzt, und als wir dann direkt sagten, dass ein Pärchen, welches wir auf Lembongan kennengelernt haben, nur 300k für den Transfer vom Hafen aus gezahlt habe, kam vorerst nur ein „Okay, good Luck“. Es dauerte dann nicht lange, und schon kam die besagte Person wieder und bot 350k für den Transfer an. Wir lehnten dankend ab und bereiteten uns auf eine nervige Ansammlung von Taxifahrern vor, die natürlich alle einen „good price“ haben. Am Hafen wurde uns dann direkt klar, wie gut vernetzt die Fahrer untereinander sind. Kaum vom Boot runter, war der Preis bereits genau auf unser angesagtes Preisniveau angesetzt, anstatt der üblichen 500-600k. Der gute Mann vom Boot hat sehr offensichtlich seine Gruppe über WhatsApp informiert, denn anders konnten wir uns das nicht mehr erklären – auch merkwürdig, dass sie alle schon direkt wussten, wo wir hinwollen.
Ein paar hundert Meter aus dem Hafen raus bestellten wir uns dann einen Fahrer über InDrive, welcher kurz vorher auf unsere Handys starrte und dann selbst sein Handy rausnahm, um sich als Fahrer anzubieten. Eine wilde Fahrt mit waghalsigen Überholmanövern und stetigem Drängeln führte uns nach Kuta, in die kleine Küstenstadt im Süden der Insel. Kaum waren wir angekommen und gaben dem Fahrer den vereinbarten Preis, forderte er kurzerhand 10k on top. Auf die Frage, wieso dieser Aufpreis zustande käme, stammelte er nur irgendwas von „parking“ – man merkte aber schnell, dass er eigentlich keine Argumente hatte, denn es war für jedermann und -frau ersichtlich, dass dieser Parkplatz (eigentlich hielt er nur am Straßenrand an) definitiv kein kostenpflichtiger war. Auf Sörens selbstsichere Aussage, dass wir nur den vereinbarten Preis zahlen, da es keinen Grund für einen Aufpreis gibt, wusste der gute Mann dann auch nichts mehr zu sagen und winkte dann kleinlaut ab.
Kuta ist ein Ort, der touristisch bereits sehr erschlossen ist, mit vielen kleinen Cafés, Restaurants und Supermärkten. Hier sollten wir nun also für die nächsten 15 Tage bleiben. Scooter gemietet, und dann ging die Entdeckungstour auch los. Wir genossen die Fahrt auf leeren Straßen, vorbei an malerischen Kulissen, sodass wir richtig Spaß hatten, immer wieder neue Teile der Insel zu sehen.
Von wunderschönen Buchten über wellenreiche Strände, kleine einheimische Ortschaften und Bergpanoramen am Horizont.
Auch wenn die Fahrten, die auf der weitläufigen Insel auch gerne mal 1-1,5 Stunden dauerten, dermaßen für den Arsch waren. Im wahrsten Sinne des Wortes – denn bequem & komfortabel ist ein Roller so nach den ersten 20 Minuten absolut nicht, aber es lohnt sich. Denn wie schon erwähnt, hat Lombok einiges zu bieten: traumhafte Strände mit weichem Sand, türkisblaues Wasser, Spots zum Surfen, kleine Berge mit wunderschönen Ausblicken über das Meer und die Insel, einen riesigen Vulkan mit 3700 Metern Höhe, Wasserfälle und und und. Hier ist eigentlich für jeden was dabei. So verbrachten wir unsere Tage mit Surfstunden, Sonnenbaden, einem entspannten Spaziergang durch den Monkey Forest, besuchten die Stadt Mataram, arbeiteten etwas, machten Sport und gingen einige Male in das gleiche Frühstückslokal – das beste, was wir bisher in zwei Monaten kennengelernt hatten. Hier stellte man sich seine eigene Frühstücksplatte aus einer großen Auswahl selbst zusammen. Da gab es außerdem leckeren Kaffee und Sauerteigbrot! Sehr, sehr geilen Apple Crumble Pie (wirklich unendlich lecker – den bestellten wir auch jedes Mal) und Früchte. Jedes Mal rollten wir förmlich raus, was aber auch ganz gut war, denn das Frühstück hielt so immer sehr lange vor.
Das war so unser kleines kulinarisches Highlight am frühen Morgen. Brot ist und bleibt einfach eine Liebe. Besonders zum Frühstück.
Zwischenzeitig wechselten wir übrigens noch die Unterkunft – vom Hotel in eine Airbnb-Wohnung. Besonderheit war dabei, dass wir das Gepäck selbst hin und her transportieren mussten. Der Roller wurde kurzerhand unser Gepäckesel und fuhr in drei Touren alles von A nach B. In der neuen Unterkunft hatten wir eine Küche, kein warmes Wasser, und das Wasser, das wir hatten, roch ziemlich modrig. Ein weiteres Ausstattungsmerkmal: eine laute Partybar direkt nebenan, die bis spät in die Nacht völlig bassüberladene und viel zu laute Hits abspielte. Perfekt also! Ganz so schlimm war es dann aber tatsächlich nicht. Klar, warmes Wasser ist zwar besser, geht hier aber auch ganz gut ohne und war auch nicht das erste Mal. Trinken sollte man es hier ohnehin nicht. Bei dem Geruch sind wir uns noch uneinig, wie gut das ist. Zumindest rochen wir nach dem Duschen glücklicherweise nicht nach verfaulten Eiern… glauben wir zumindest – vielleicht ist es aber auch ein bisschen wie mit Knoblauch, sodass man es bei sich selbst einfach nicht bemerkt.
Jelena war auch der Meinung, man müsse die Bude nochmal auf Vordermann bringen und griff kurzerhand selbst zum Mopp. Danach hatten wir das sauberste Zimmer von allen, und alles blitzte.
Die „Big Party“, so stand es auf dem Schild von der Bar, begleitete uns aber trotzdem täglich. Es gab keine Nacht, in der wir nicht die Musik von nebenan hörten. Erst war es eine Liveband, später umschwenkte es auf Disco-Party-Mukke. Mit aus Deutschland eingeflogenen Ohropax (1.000 Dank nochmal) und einem „scheiß egal, ich will schlafen“-Mindset ging aber auch das klar.
Ebenso schön war die Tatsache, dass es hier gratis Trinkwasser gab. Nicht selbstverständlich und bei diesen Temperaturen definitiv ein lobenswerter Punkt. Der Besitzer war auch immer sehr zügig, wenn die große Flasche leer war, eine neue bereitzustellen. Im Großen und Ganzen also für indonesische Verhältnisse eine gute Unterkunft, in der wir die Woche sehr gut aushalten konnten.
Die zwei Wochen vergingen wie im Fluge. Es tat richtig gut, mal wieder länger an einem Ort zu bleiben und so jeden Tag entspannt und ohne jeglichen Zeitdruck genießen zu können. Wir haben die Insel sehr geliebt und es dort genossen, aber auch der schönste Aufenthalt geht leider irgendwann zu Ende, und es heißt für uns: Wir ziehen weiter. Ein kleiner Spoiler vorweg: Die Bootsfahrt hat uns offensichtlich nicht abgeschreckt, sodass wir auch weiterhin auf Boote steigen. Ob das so gut ist, weiß man nicht.Læs mere

Schönes Foto....👋😄 [Sigrid]


















