• Eine Seefahrt, die ist lustig - Tag 3

    3–4 Ogo 2024, Indonesia ⋅ ☀️ 28 °C

    Nach guten 13h Schlaf – den Reisetabletten sei Dank – starten wir dann sehr erholt in den neuen Tag. Glücklicherweise hatte der Wellengang auch nachgelassen und wir waren wieder in der Lage mehr zu tun als nur im Bett zu vegetieren.

    Der Tag begann dann auch direkt mit einem kleinen Highlight, mit dem kleinen Beiboot ging es raus auf die kleine paradiesische Insel „Pantai Taka Makasar“ – bzw. eigentlich ließ man uns auf dem Meer absteigen und den Rest bis zur Insel schnorcheln. Schöne intakte Korallen und überall schöne kleine bunte Fische. Auf der Insel angekommen ringsherum türkisblaues Meer, weißer feiner Sand und einfach genau das Bild, was man ansonsten nur aus Zeitschriften oder von Postkarten kennt. Genau da waren wir plötzlich. Einfach nur unendlich schön. Wir genossen dort eine Weile und waren sehr froh, dass man dort von uns tolle Erinnerungsfotos machte, die mal nicht die typischen „Selfies“ sind, die wir ansonsten meist nur machen, weil’s einfach am schnellsten geht.

    Dieser Tag war ganz im Gegensatz zu den vorherigen beiden Tagen voller Aktivitäten. Bald darauf sollte auch das vermeintliche Highlight der Tour stattfinden, der Besuch von „Komodo Island“ und damit das aller erste Mal im Leben diese riesigen drachenartigen Wesen live sehen.
    Für diejenigen, die es nicht wissen, noch ein paar wissenswerte Fakten: Der Komodowaran ist der König der Echsen: Er wird bis zu 3 Meter lang, wiegt so viel wie ein Kühlschrank (70-90kg) und jagt mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h. Diese Killer-Echsen sind nicht nur stark, sondern auch giftig. Sie haben keine Hemmungen, sich ein Wasserbüffel-Steak zu gönnen. Familienidylle ist nicht ihr Ding – sie sind dafür bekannt, auch mal ihre eigenen Kinder zu fressen. Ein echtes Allround-Talent in Sachen Survival, aber definitiv keine Vorzeigemutter!
    Mit diesem Vorwissen freuten wir uns ehrlichgesagt ziemlich auf das Erlebnis. Das wurde allerdings recht schnell von den unglaublichen Menschenmassen, die sich dort rumtrieben überschattet. Wir hatten noch die Hoffnung, dass wir lediglich mit den Rangern und unserer Gruppe vom Boot durch den Nationalpark laufen würden, was wir grundsätzlich zwar auch taten, aber sobald ein Komodowaran gesichtet wurde, stand man im Prinzip recht schnell mit 50 Personen um ein einzelnes Tier herum, was ehrlicherweise auch mal schnell gefährlich werden kann, wenn sich dieses Exemplar dann bedroht fühlt. Es gab tatsächlich auch schon Unfälle dort. Hinzu kam dann auch noch, dass die „Wanderung“ durch den Nationalpark auch gerade mal 30 bis maximal 40 Minuten andauerte. Echt schade, wenn man bedenkt, dass diese Tour Namensgeber und Highlight der kompletten Bootstour sein sollte.

    Unsere Trauer wurde dann aber schnell vom nächsten Tagesausflug beseitigt. Wir legten am Pink Beach an. Dieser Strand wurde tatsächlich aufgrund seiner wunderschönen leicht pinken Sandfarbe so benannt. Diese außergewöhnlichen rosa Sandfarbe entsteht durch eine Mischung aus weißem Sand und winzigen, zermahlenen roten Korallenstückchen. Die roten Korallenfragmente stammen von Foraminiferen, winzigen Meerestieren, deren Schalen eine rötliche Farbe haben. Überall am Strand findet man auch noch größere Teilchen dieser besagten Korallen. Wir genossen die Zeit dort und spazierten den Strand entlang und entdeckten sogar noch einen Waran – wir sind uns bis heute unsicher, ob es nicht vielleicht sogar ein Baby-Komodowaran war.

    Zum Sonnenuntergang legten wir an der wunderschönen Insel Padar Island an. Eigentlich besteht diese Insel hauptsächlich aus einem Viewpoint, der über sehr sehr viele Treppen erreicht werden kann. Besonders zum Sonnenuntergang ist dieser Aussichtspunkt unglaublich schön. Die Lichtverhältnisse und der Ausblick über die Insel mit den vielen vielen Hügeln – wir waren ein bisschen sprachlos.
    Am Ende des Tages konnten wir schon sagen, dass dieser Tag wahnsinnig toll war und dass diese Mini-Reise, die wir in unsere Reise eingebettet haben, uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. All die schönen Momentaufnahmen und traumhaft schönen Destinationen, die wir ohne dieses Boot wahrscheinlich niemals erreicht hätten. Da kann man auch mal ein bisschen Übelkeit in Kauf nehmen.
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