• In den wilden Süden & nassen Westen

    Aug 25–Sep 1, 2024 in Sri Lanka ⋅ ⛅ 30 °C

    Ein Abenteuer zwischen Safari, Strandspaziergängen und Schokoladenmilchshake.

    Unsere Reise führte uns weiter vom Hochland an die Südküste nach Kirinda, wo wir bei einem wirklich herzlichen Ehepaar unterkamen – einer ausgewanderten Deutschen und ihrem sri-lankischen Mann, der zu unserer Überraschung perfekt Deutsch sprach. Ihr Zuhause war eine wahre Oase im Grünen, und wir waren begeistert von der Ruhe und Natur um uns herum. Der große See und deren Oase im Garten zog allerdings nicht nur uns, diverse Pfauen und Vögel an, sondern auch Krokodile. Auf meine Frage, ob sie keine Angst vor den Tieren hätten, meinte der Gastgeber ganz entspannt: „Nein, die tun nichts. Ich füttere sie sogar aus der Hand.“ Ähm, ja… das würden wir wahrscheinlich nicht ganz so entspannt sehen!

    Kirinda selbst ist ein kleines, verschlafenes Örtchen ohne Supermarkt oder ATM, aber dafür mit einem traumhaften Strand, an dem wir lange spazieren gingen.

    Unsere Gastgeber organisierten uns für den nächsten Morgen eine Safari im Yala Nationalpark.
    Früh um 05:30 Uhr ging es los, und wir hatten Glück, denn wir waren ganz allein im Jeep, was uns maximale Flexibilität beim Tiere beobachten gab. Und Tiere gab es wirklich viele! Elefanten - sogar mit Baby, viiiiiele Pfauen und noch mehr Wasserbüffel, mehrere Herden von Wildschweinen, Rehe, Papageien und andere kunterbunte Vögel, ein Adler, der gerade eine zappelnde Schlange verschlang, Krokodile in allen Größen, Affen, Pillendreher, die gemütlich Tierkot rollten, sowie Echsen und Warane.
    Die Safari war einfach unglaublich! Nur einen Leoparden bekamen wir leider nicht zu Gesicht – bei einer 30%igen Chance aber auch nicht verwunderlich. Der Yala-Nationalpark ist riesig, und die Leoparden haben hier dementsprechend viele Verstecke.

    Nach diesem aufregenden Morgen verbrachten wir den Rest des Tages entspannt bei gutem Kaffee, planten unsere Weiterreise und spazierten im Nachbarort, wo es endlich mal Supermärkte und andere Annehmlichkeiten gab.

    Tangalle:
    Nach zwei Nächten ging es weiter nach Tangalle, ein Ort an der Südküste, der für seine wunderschönen Strände und die vielen Meeresschildkröten bekannt ist. Doch aufgrund der Regenzeit und Nebensaison wirkte der Ort wie ausgestorben. Viele Hotels und Resorts standen leer wie in einem Horrorfilm, und die meisten Restaurants hatten gar nicht erst geöffnet.

    Wir beschlossen, einfach am Strand entlang zu spazieren. Irgendwann bekamen wir richtig Hunger und Durst. Die Suche nach einem Restaurant gestaltete sich dann aufgrund der vielen geschlossenen Restaurants gar nicht so einfach… Nach mehreren Versuchen fanden wir endlich ein geöffnetes Restaurant. Allerdings konnte man dort nur mit Bargeld bezahlen und da wir nur sehr wenig dabei hatten, konnten wir uns lediglich zwei Flaschen Wasser leisten. Die Besitzerin war so lieb und bot uns sogar an, dort zu essen und das Geld später vorbeizubringen. Aber da wir keine Lust hatten, später noch einmal 1,5 Stunden zurückzulaufen, lehnten wir dankend ab. Als wir bezahlen wollten, verschwand sie plötzlich in der Küche. Wir waren verwirrt und ein wenig genervt, da wir schließlich nur bezahlen und weiterlaufen wollten. Die Aufregung war sofort verschwunden als sie mit zwei Schokoladenmilchshakes und Keksen wieder auftauchte – einfach so, als Geschenk! ….Wahrscheinlich hatte sie Mitleid mit uns. Wir waren unendlich dankbar und konnten unseren Spaziergang gestärkt fortsetzen. Das wird wohl unsere schönste Erinnerung an Tangalle bleiben.

    Mirissa & Umgebung

    Regen, Regen, Regen – so könnte man unseren Aufenthalt in Mirissa und Umgebung kurz zusammenfassen. Zum Glück hatten wir eine wirklich gute Unterkunft, die einem Tiny House ähnelte: mit kleiner Küche, Sitzecke, Sofa, Bad und einer Treppe nach oben, wo unser Bett (eine Matratze auf dem Boden mit Insektennetz) lag. Leider waren die Kopfkissen so ballonartig hoch, dass Jelena mal wieder Söris Pullover als Kopfkissen umfunktionieren musste - die beste Rettung für unbequeme Kopfkissen auf Reisen.

    Trotz des Regens ließen wir uns nicht davon abhalten, ein paar Ausflüge zu machen. Wir liefen zu Fuß nach Weligama und zurück. Der Ort selbst hatte zwar nicht besonders viel zu bieten außer einem ebenfalls rauen Strand und einem großen Eisbecher für uns, aber immerhin fanden wir dort Schutz vor dem Regen und genossen später noch einen leckeren Kaffee, wo wir anfingen unsere Reiseroute umzuplanen - denn eigentlich wollten wir Strand und baden, keinen Regen und knöcheltiefe Pfützen.

    In Galle machten wir einen Ausflug in die Altstadt, die trotz des Regens wunderschön war. Die alten Mauern und Gebäude ließen uns wie in eine andere Zeit eintauchen, wir genossen es sehr, durch das Galle Fort zu laufen.
    Mirissa selbst erkundeten wir natürlich auch, fanden den Ort aber nicht wirklich toll. Eine stark befahrene Hauptstraße ohne Fußweg und ein schöner Strand, der jedoch durch das schlechte Wetter und die hohen Wellen kaum einladend war.

    Am letzten Tag liefen wir noch einmal in Mirissa tiefer in den Ort hinein, was zwar an sich schön war (abgesehen von der Sichtung zweier toter Skorpione und eines Warnschilds vor Schlangen, was uns kurz mulmig werden ließ), aber natürlich fing es mitten auf dem Weg wieder an wie aus Eimern zu schütten. Wir wurden ziemlich nass und mussten große Teile des Weges barfuß durch Pfützen bewältigen – immer ein wenig mit der Angst, dass dort etwas Unerwünschtes herumschwimmt.

    Ansonsten gingen wir es in Mirissa entspannt an und wagten uns sogar mal wieder in ein Fitnessstudio – aua, der Muskelkater zeigte, wie lange man dann doch offenbar nicht beim Sport war.

    Aufgrund des vielen, vielen Regens haben wir beschlossen, den langen Weg an die Ostküste in Kauf zu nehmen, wo gerade keine Regenzeit herrscht. Mal sehen, was uns dort erwartet!
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