• HURR(I)A

    26. September 2023 in Kenia ⋅ ☁️ 23 °C

    Strääääääääß. Und ich dachte, wir machen Safariurlaub. Und das Lavendelspray hat Holger weggeschlossen. Echt mal jetzt, wir machen uns ja kirre hier mit diesem Netz.
    Und das mitten in KENIA!?
    Die kennen sogar schon Chat GPT hier…. Na wundert mich nicht. Kenia hatte ja auch Mpesa zehn Jahre vor Paypal und seit sieben Jahren die Plastetüten im ganzen Land verboten. Unterschätzt die Leute hier nicht, wenn sie nur den Chinesen nicht so auf den Sojaschleim gehen würden….
    Wir sind hier im DelMonte - Land. Auf fruchtbarem Boden gedeihen Ananas bis zum Horizont, Kohlköpfe, Bananen, dazwischen Mango- und Papayabäume. Die Bauern sind hier zwar schwarz aber nicht dumm, gehen mit der Zeit…. Der neue Trend sind Avocados! Freut Euch nicht zu früh, alles was wir daheim kaufen und dann auch hoffentlich verzehren kommt aus Südamerika. Das hier ist Chinesenfutter. Mao und Kenyatta allein wissen, wie lange die Eisenbahnlinien und Schnellstraßen damit abgezahlt werden müssen……
    Auf nach Solio.
    Hier ist ja alles Kikuyuland..und im Solio und Drumherum trifft man diese Jungs die eben keine Massai sind. Es sind jene, die bei Karen Blixen den Kaffee geerntet haben. Da war er wieder, der Traum aus „Jenseits von Africa“, der kein Traum sondern ECHT war. Und wie komme ich grad JETZT drauf? Die Cineasten erinnern sich vielleicht, der Finch -Hatton ( also der echte, nicht der Redford, Robert) hatte einen richtig guten Freund. Berkley Cole. Das war der mit der Somalifrau, der an Schwarzwasserfieber starb. Und der Glückliche, der mit seinem Kumpel Denys der Meryl Streep zu Füßen Geschichten hören durfte.
    Oh je, ich schweife ab.
    Also Leute, angeschnallt für Solio: der Berley Cole hat die Range gegründet und die ist das weltweit wichtigste Reservat zum Schutz und der Nachzucht von Rhinozerossen. Es gibt einige Hundert hier, so dass sie in andere Regionen und auch Staaten ausgewildert werden. Und weil wir ja alle Fans der Tagesschau sind, haben wir letzte Woche gelernt, dass erstmals seit zehn Jahren der Bestand der Nashörner um 5% gestiegen ist.
    Den Jungs kann man nur Respekt zollen und gratulieren. Despektierliche Nebenwirkung ist, dass ab Rhino Nummer 50 das Auto nicht mehr anhält. Was für eine Arroganz….in anderen Parks steigt das Adrenalin bei einem Horn… hier zählt man mit dem Finger locker durch. Und ist doch überwältigt von den stolzen Hornträgern mit vielen kleinen Rackern an ihrer Seite. Die Breitmauldinger sind die Überzahl, von denen mit spitzem Kussmund hatten wir drei erspäht, um von einem Ranger zu erfahren, dass es auch nicht mehr davon zu kieken gäbe. Auch gelernt haben wir, dass nach dem Präsidenten das Spitzmaulsnashorn VIP Nummer II ist für alle Kenianer.
    Die Giraffen hier im Reservat hatten eine besonders grazile Zeichnung und das einzige Raubtier, was gesichtet wurde, war eine Hyäne. Eine tote. Aber wenigstens eine gestreifte. Die sind selten….
    Wir surften zwischen hohem Gras an einem Fluss entlang, saugten das Fluidum ein und genossen die Natur in der schattigen Wärme. Denn die Aberdare - Wolken reichten bis hierher. Der Donner auch, doch nur wenige Tröpfchen störten meinen Hippotrip und den Nashornwahnsinn.
    Das Feuer brutzelt inzwischen aromatisch im Kamin, der Barkeeper hat sich heut für Countrymusic entschieden, das entspannt. Die Menschen dinieren und Pferd und ich haben den Swimmingpool aufgesucht, den haben noch nicht mal die Menschen gefunden…. Hauptsache wir schaffen den Absprung, bevor sie von ihrem Rotweingesäusel zurückkehren. Also, Freunde der Sanctuaries und Reservate, morgen gehts weiter über den Äquator auf die Nordhalbkugel. Da läuft das Wasser wieder rechtsrum ab….
    Tschö mit Ö, Eure Charlotte

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