Regentrude und Kashoggi
27. September 2023 in Kenia ⋅ ⛅ 21 °C
Hallo Ihr da draußen an den Weltempfängern, wisst Ihr, was die beiden im Titel gemeinsam haben? Nix.
Den Kashoggi haben sie in den Siebzigern verjagt, die Regentrude wohnt hier.
Alter Elefantenrüssel, das kann aber regnen hier. Die Regenzeit hat ein paar Wochen zu früh angefangen. Aber in Europa kennen wir inzwischen auch Wetterkapriolen. Gut, und wenn man dann durch die Höhenlagen geistert muss man eben damit rechnen. Gestern Abend hat es fast den Hang weggespült und wir wussten erst nicht so recht, wie wir bei diesem Gepladdere unseren Aufstieg machen. Aber irgendwann ging’s dann mit Schirm. Das letzte Licht beschied uns noch einen schönen Anblick des Kandelabers vor der Terrasse. Nur hatte der Fotograf auf dem Weg zum giftigen Wolfsmilchgewächs außer acht gelassen, dass der Boden, na ja sagen wir, etwas aufgeweicht war.
Der Reinigungstrupp hat heute bestimmt noch ein paar Flüche hinterhergeschickt, aber die Schuhe musste Holger selbst schrubben. Und angesichts fehlender Utensilien musste die einzige Bürste herhalten, die man eben in einer Unterkunft zur Hand hat. 🚽 🚽 🧹
So. Dann ging’s über den Äquator. Wir haben es zwar nicht gefeiert wie die Seeleute, aber Beweisfotos und Urkunde müssen sein.
Gleich ums Eck und auch auf der Nullinie checkten wir in Ol Pejeta ein. Hier hatte Lord Delamare seine Hände im Spiel.
Wer ist denn das schon wieder? Nun ja, an den Engländern kommt man eben in Ostafrika schwer vorbei. Der alte Lord - was der 3. war, seineszeichens auch ein Blixen Freund und Filmkomparse, gründete die Ol Pejeta Ranch als Rinderfarm. Klingt doch besser als hier aufzuschreiben, das Kashoggi der Waffenknispel hier auch die Finger im Spiel hatte? Inzwischen haben sich aber alle Übriggebliebenen lieb und üben sich wie im Solio in Nashornschutz und Aufklärung des Nachwuchses.
Wer nun denkt, dass wir den Regen verdient hätten - Wumpe. Die Natur braucht das Wasser und all die beschriebenen Früchtchen. Es donnerte und schüttete aus dem obersten Regal, doch wenn wir vor die Zeltwand mussten, geschah das trockenen Fußes. 🤪
Was wir am Nachmittag geplant hatten, war einer der Wunschhöhepunkte. Besuch der Nashorn - Sanctuary bei den letzten beiden „ Northern white Rhinos“ on Earth.
Die Geschichte von Sudan, dem ich schon vor ein paar Jahren das Betonfell kratzen durfte, kann der Interessierte gern im Netz nachschauen. Zu viele Buchstaben für ein Hippo. ( „ Sudan, Northern White Rhino“) man versucht nun, in Vitro Nachkommen zu ziehen. Na ein Glück komme ICH nicht aus dem Reagenzglas…
Die Bilder sprechen für sich. Kerstin war so aufgeregt, sie merkte bereits wenige Kilometer NACH der Rhinofarm, dass die Kamera dort irgendwo im Gebüsch lag… man braucht ja wohl freie Hände, wenn man ein Nashorn angrapscht…. Wenigstens war keiner der Italiener, Russen oder Japaner an dem Teil interessiert, so dass im Anschluss gleich noch ein paar Elefanten aufgelinst wurden.
Kashoggis Hütte haben wir auch gesehen, heute ist sie das Farmhaus. Doch heutzutage sind alle hier so emanzipiert und Gottseidank freie Menschen, dass sie zwar gegen Kohle die Menschenwäsche waschen ( abzüglich des vergessenen Schlafanzugs im letzten Camp) aber keiner den Schlamm von den Schuhen kratzt. Darum heißt es jetzt…Putz- und Flickstunde, Abendessen, von Nashörnern träumen. Morgen in der Früh gehts zu Jane Godall. Endlich mal eine, die noch lebt, aber wenigstens Engländerin….
Genießt den September und jeden Tag neu, so wie wir.
Lala Salama,
Eure CharlotteWeiterlesen
















Reisender
Mutig, mutig😄
Reisender
Wundetbar deine Kommentare dazu toll.Schòne Aufnahmen weiterso .LG RJB
Reisender
Mein lieber Mann -- Holger ganz schòn mutig ; oder war das Nashorn eine Atrappe ha ha war ein Witz 😃🤣😎👍
Kerstin BuchheimLebendig. Und blind.