• Khat und Katzen

    29. September 2023 in Kenia ⋅ ☀️ 17 °C

    Kalter Ostwind drang durch alle Ritzen des Zeltes und die Wärmflaschen vom Vorabend lagen in den letzten Zügen. Das hatten wir so nicht erwartet und erstmals fröstelten wir zum Hahnenschrei. Die Hyäne hatte sich ab drei Uhr einen Spaß gemacht, ihr Repertoire auszuschöpfen und verstummte erst, als die Sonne hinter dem Mount Kenia Massiv hervorschaute.
    Wie in alten Zeiten zum Morgenappell krabbelten wir aus der Doppeldeckenschlafstatt und hielten den Sonnenaufgang auf dem Zelluloid fest. Eine heisse Dusche später und nach reichlich Kaffee und brutzeligem Spiegelei, aber ohne die süße Zimtmarmelade die an Weihnachten erinnert, machten wir uns auf den Nordradius unserer Reise. Eine Löwin am Wegesrand wünschte eine gute Reise, einige andere trotteten mit vollen Bäuchen ins Gebüsch. Wieder einmal querten wir den Äquator und bereiteten uns und das Auto auf den langen Trip zum Meru vor.
    Der Mount Kenia hatte heute Feiertagsstimmung und bot feine Fotomotive für Schnappschüsse. Vom Level des Ol Pejeta bei 1800 Höhenmetern schraubten wir uns hoch und runter durch die Berge. Zwischenzeitlich 2569 m, die Ohren summten… etwas höher als die Östliche Karwendelspitze und dann wieder in die Ebene, wo wir uns auf 800 Höhenmetern einpendelten. Vier Tage Hochplateautraining, wir sind eigentlich gerüstet für den Marathon..
    Klar haben wir uns auch mental auf den zweiten Teil der Reise eingestimmt und haben Für und Wider des Khat - Konsums mit Paul diskutiert. Die Somalis funken als Zwischenhändler ins Geschäft und der kleine Mann baut im Prinzip hinter jeder Hausecke legal diese Bäumchen an. Nur die Engländer ( da waren sie wieder) haben den Konsum inzwischen verboten und damit einen starken Exportstrang lahmgelegt. Dann kauen es eben andere. Und ehrlich, da wo das Zeug Mode ist, sollte der Straßenkehrer doppelt Lohn beziehen. Inzwischen im Camp, was wir vier mit Paul heute alleine bewohnen, haben wir unser eigenes Khat geerntet und Selbstversuche gemacht. Ich sag mal so, schmeckt nicht und wirkt sicher nicht beim ersten Mal. Holger sagt ja auch sonst und nicht nur heute „ iss mal Dein Snickers „ zu Kerstin……
    Der Tag war dem Transport gewidmet, so dass Zeit blieb, den campeigenen Gemüsegarten zu inspizieren und eben das Khat- Geschäft zu unterwandern. Brokkoli wird übrigens nur für die Touristen angebaut, Yamswurzeln wachsen unter Monsterblättern, nur wo der ganze Kohl hinkommt, bleibt uns Gottseidank verborgen.
    Holger hat seit Check in das Asthmaspray im Anschlag, weil die Dame des Hauses, eine ehemalige UNESCO Mitarbeiterin, eine KATZENmutter ist. Wobei beides miteinander sicher nicht im Zusammenhang steht.
    Also….viele Stubentiger wäre untertrieben, so auf den ersten Blick waren es schon mal dreißig. Die, die sich nicht bewegen und im Laub und auf Bänken und eigentlich überall rumlagen, mal nicht erfasst. Erfasst haben wir allerdings den Pool, der - Trommelwirbel - von einem Hippospringbrunnen geziert wird. Wenigstens hier ist man vor diesen haarigen Miezen sicher…..IM Wasser….
    Unser Höhentraining bei kalter Luft und mittleren Temperaturen hatte uns nicht vorbereitet auf die Hitze, die uns wie ein Brett im vollen Lauf bremste. Stehende Glutluft und ein bölkender Bullfrog ( afrikanischer Ochsenfrosch) sind nun unsere Gastgeber. Dafür gab’s schon lecker Avocadosalat und Pestonudeln und Eis und und und….
    Ihr seht, auch ohne Nationalpark gehts den Tieren wie den Menschen ganz gut und allein im Busch ist ja auch mal ganz entspannt.
    So Ihr Khat-Kauer ( das sind echt geschälte Ästchen jüngster Triebe) oder Jenke-Experiment-Gegner,
    Das war’s heute von Eurer Charlotte aus Meru,
    Hatschi, dies Katzenhaare jucken aber auch in der Nase,
    Ha ha hatschi……
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