Dhoruba, Joto na Kuruka
19. September 2025 in Kenia ⋅ ☁️ 16 °C
Sturm, Hitze und Fliegen… so die Überschrift, die unseren Tag beschreibt. Jambo Ihr Vielflieger und Fliegenklatschenbesitzer, hier ist wieder Charlotte.
Menno, kurze Nacht nach der Session gestern…Sechse ging der Wecker hoch, das Frühstücksei wollte noch nicht so recht rutschen und der Kaffee aus der Stempelkanne war sogar Holger zu dünn. Und DAS will was heißen…. Der Blick ins Tal entschädigt für ALLES was an so einem Tag passieren kann. Mehr als zehn Heißluftballons stiegen am Horizont in den Himmel. Allerdings hatte es bereits die Nacht in sich. Ein deftiger Sturm fegte über die Hänge und schüttelte das Zeltdach samt der obenauf sitzenden Affen. Da ja alles ganz gut durchlässig ist, waren wir gut belüftet nach dem Zähneputzen und fröstelten durchaus. Ich hatte mein Pelzchen, Pferd die Massaidecke und die Menschen aktivierten das Zwiebelprinzip für den Start in den Safaritag. Wieder den Hang runter, wobei man sich an eine wilde Fahrt mit der Achterbahn erinnerte, so wie wir gegen die Vordersitze gedrückt wurden. Am Hang grasten die Elefanten, nah unter unserer Zeltbehausung. Geier starteten ihren Patrouillienflug über die endlose Ebene. Unten angekommen, das Frühstück war glücklicherweise dringeblieben, kletterten wir in das neue Fahrzeug von Abercrombie & Kent und schlenzten Richtung Marafluss. Für die 30km brauchten wir dann doch drei, vier Stunden. Bei den hunderten Starts und Stops muss so ein Anlasser ganz schön was aushalten. Da hat der Japaner mal ordentlich geliefert! Vor allem an den Wasserflächen ließen wir uns Zeit, die Fauna zu beobachten. Zwischen lila strahlenden Wasser - Lillies trippelten Blatthühnchen wie Jesus übers Wasser, Mohrenrallen ließen ihr Gackern in den Himmel steigen und ein Habichtadler beobachtete das Ganze von einer schmächtigen Akazie herab. Holger hatte nach dem gestrigen lustigen Abend noch einen Schalk im Nacken und forderte (verbotenerweise) per Bluetooth-Lautsprecher eine Hyäne heraus. Dass dem Ruf gleich mehrere aus der Versenkung folgten, war eine Überraschung. Ein Wackelohr entdeckt, zehn tauchten auf. So viel zum Thema: “eine” Hyäne…
Ein einsames Gnu unter Elefanten und Zebras suchte Anschluss mit wehem Rufen, der kleine Dumbo wollte uns Angst einjagen und die Giraffenkids waren brav alle in ihrer Kindergartengruppe unterwegs. Mamas gehen fressen (oder paaren sich ungesehen von den Kleinen) und die Krümel werden zentral beaufsichtigt.
Die Mittagssonne stieg hoch und während die Hippos am Mara-Knie im kühlen Nass grunzten, suche ich mir ein schattiges Plätzchen unter einem Feigenbaum. Streitig gemacht wurde uns der Schatten von einem Neuzeitphänomen. Der Guide hatte sein’ Wagen vollgeladen, voll mit Jungen Asia-Damen… Altaaaaa… Pferd wurde ganz duselig vom Hingucken. Sechs Madamsen in Gucci, Dolce, Prada. Vor allem die hohen Reitstiefel fanden wir passend für so einen Trip, gleich nach dem rückenfreien Teil der Pickeligen. Die hatten die Weibsen bestimmt nur mitgenommen als hässliches Quotenentlein…. Früher die Russenweiber, heute junge Japanerinnen, die auf ihrem Wohnort in Korea bestanden. Klar. In Ländern, wo zwei Stunden für das Morgen make up normal sind, fühlen die sich wohl. Egal. Ich habe gemodelt und ein wenig Werbung fürs Reisebüro gemacht. John hat gleich mal den Putzlappen unten am Auto hängen lassen…. Die Fliegen, jaaaa, durch die Wärme auferstanden und den erregenden Geruch der großen Herden aufgestachelt, machen sie sich überall breit , wo es ihnen gefiel. Auf meiner Nase, Pferds Schwänzchen, den Krokodilen am Mara-Ufer, meinen Hippoverwandten im Brackwasser und auch den Geparden, denen wir auf die Spur gekommen waren.
Da wir über Tag auf Achse waren und John ja auch nicht endlos arbeiten kann, kehrten wir am späten Nachmittag zurück. Die Ausruhzeit ging fürs Schreiben und Downloaden drauf, so dass die Menschen gut beschäftigt waren bis zum Dinner. Lecker Kenia - Buffett mit Ugali (Maisbrei wie Polenta), gehäckseltem Gemüse (wie Grünkohl) und ordentlichem Hühnchen. Der Bringer war ein toller Moscow Mule vom Barkeeper mit frischem Ingwer - Kerstin hat ihn dafür gefeiert. Und dann ging es auch schon gen Zelt Nummer 4 mit dem tollen Ausblick. Mara Engai - ein unvergesslicher Aufenthalt neigt sich dem Ende.
Lala Salama,
Eure CharlotteWeiterlesen

















ReisenderDas war wieder für euch ein toller Tag mit sooooo vielen Tieren. Und dann abends krönender Abschluss mit einem schönen Essen und Kerstins Moscow Mule👍😄
ReisenderKerstin, du musst mal ein Buch schreiben 📙
ReisenderIch würde das Buch sofort kaufen, die Texte von Charlotte sind wunderbar geschrieben und es macht Spaß sie zu lesen. Man hat das Gefühl, dass man dabei wäre. 👍
Kerstin BuchheimHey Onkel Bernd, das freut mich. Pferd inspiriert mich aber auch! Mal sehen, was wir heute noch so erleben!?