• Samstag geht es in den Club…

    20. September 2025 in Kenia ⋅ ⛅ 21 °C

    Hallo Ihr Stubenhocker und Clubgänger, hier bin ich wieder . Eure Charlotte!
    Der Sturm zottelte wieder am Zeltdach, als wir vier am Aufwachen waren. Wenn man von einem zum anderen Camp wechselt heisst dass meistens „Ausschlafen“. Also verhältnismäßig. Also bis 06 Uhr 30. Luxus pur am Wochenende!
    Wir nahmen sehnsüchtig Abschied vom Terrassenblick, schärften der Belegschaft ein, nicht zu vergessen, an welch‘ tollem Ort sie arbeiten und bewegten uns zu unserem Mobil. Ihr glaubt es nicht!? Deutsch - Östereichische Wertarbeit :PINZGAUER 712, Bj ‚73, direkt den österreichischen Gebirgsbrigaden abgeknöpft. Europäische Militärtechnik goes Africa. Wir fühlten uns sicher aufgehoben auf unserer „Downhill- Abfahrt“ mit dem „Klettermax“, wie Kerstin die Karre kurz taufte, wie Ihr dem Video entnehmen könnt. Da kam noch keinerlei Clubgefühl, doch es sollte nicht lang dauern. Obwooohl…Kerstin fand ihrerseits Opfer in eben diesem Vehikel, zwei junge Engländer und Africa-Erstfahrer. Die mussten sich ganz schön was anhören… Fragt sich, ob es pädagogisch und tourismusplanerisch klug ist, die Leute gleich am Anfang ihrer Touristenkarriere an den schönsten (Safari-) Platz der Welt zuschicken. Das hat Kerstin ja nicht mal mit Holger gemacht! Was soll denn da noch kommen, wenn gleich am Anfang das Füllhorn alles preisgibt? Nicht unser Bier. Bier-bringt uns der Clubnacht direkt näher. Wusstet Ihr, dass man in Kenia das Oktoberfest auch kennt? John erzählt uns, dass man in Restaurants mit Garten auch so etwas feiert. Na ja, wenn man das schon in Rostock macht, warum nicht in Nairobi? Wenn wir einen Afrikaner sehen, der uns in Lederhosen begegnet, machen wir direkt ein Selfie. Versprochen!
    Wir verließen das Mara - Triangel (namensgebenden Titel unserer Reise. Swaheli für DREIECK. So , Geheimnis von Pembetatu gelüftet) und bewegten uns Richtung Norden. Die grossen Flächen der Mara boten sich uns dar mit grünen Flächen, Akazien a den Flussniederungen und ab und an auch einer Euphobia. Der Schwiegermutterbaum mit der giftigen Milch…
    Ein Oribi, Miniantilope, stand Spalier und während einer vegetarischen Zone analysierte Holger mit John via Aufnahmen und App-Verzeichnissen die Vogelgeräusche seit gestern Abend. Wer kennt schon den Tropical Booboo oder hat Hartlaub‘s Turaco schon mal gesehen? WIR!

    Vielleicht denkt Ihr, Charlotte hat Sauerstoffmangel bei der Findung der Kapitelnamen, aber Ihr werdet schon sehen!! Als erstes begegneten wir einer Ansammlung alter Büffelbullen. Wenn die sich von ihren Herden absondern, nennt man sie „Old Boy‘s Club“. Wenig später, an weiten, gelbgefärbten Gräserflächen vorbei, sortierten sich Schwarzfersenantilopen ins Bild. Kennt kein Hippo. Aber Impala ist allen geläufig. Es gibt die Herden mit großer Zahl Weibchen und einem Chef ABER auch die unbeachteten jungen Kerle. Die schließen sich zusammen, um die Zeit zu überdauern, bis sie auch mal ran dürfen. Und DIE nennt der Kenner „Bachelor Club“. Kein Joke. Und dann kam mir eben die Idee und gleichzeitig die Suche auf mehr Sachen, die ins Club - Bild passen. Leider Leider hab ich einen Club verzeichnen müssen, der mir so gar nicht gefiel: ein Automobilclub sondergleichen. Es gibt ja die Regel in der Mara, nicht mehr als fünf Autos an einem Spot. Aber wenn wir hier schon sauberen Journalismus praktizieren, gehört die ganze Wahrheit auf den Tisch. Grad auch am Wochenende kommen Besucher aus den Städten Kenias zu den Touristen hinzu. Das ist nicht immer schön und zwei mal sind wir auch aus der Szene geflüchtet. egal um welchen Preis (etwas nicht gesehen zu haben…)
    Nach dem Autoclub ging es zu unserem nächsten Camp. Ein kleines Domizil am Talek River, die Selbstbeschreibung als Boutique Hotel ist nicht übertrieben. Ich bestellte mir ein Club Sandwich. Hihi. Nee, passt nur gut zum Text.

    Endlich mal Luft holen, den ersten Wäschebeutel für die Waschfrauen packen und hoffen, dass unsere Klamotten nicht neben den Arbeiterhosen am Flusslauf geschrubbt und in den Akazien getrocknet werden…. Der Trip am Nachmittag startete in großer Hitze. Heftiger Wind produzierte Wirbelwinde, die gleich kleinen Tornados alles Lose in die Luft wirbelten und peitschend gegen Hauswände und Autokarossen fegten.
    Wir haben verglichen, ob es in Schwaan mehr Maulwurfshügel gibt als hier die aufgehäuften Erdmassen der Termiten. In schlechten Zeiten verliert Africa vielleicht.
    Wir hakten zum vorletzten mal die Hoffnung ab, den Marafluss MIT Gnus zu sehen, Handtaschenlieferanten (Krokodile) gab es allerdings zuhauf. Die warten auf die Rückkehr der Gnuherden geduldig, können schließlich ein Jahr ohne Fressen aushalten. Grund gütiger, haben die es einfach!!

    Ob der Leopard, den wir wegwackeln sahen, in den Club ging, bleibt offen. Könnte aber sein, ist ja permanent Single… und dann, Spoileralarm… der Lions-Club .. as it‘s best. Eine Truppe junger Wilder hing im Busch ab und die vier Boys in Papas Begleitung (die Mutter hatte sich grad genervt unter einen anderen Busch geschlagen) boten einen entspannten Anblick. Anders der Frauenclub der Löwinnen. Sie hatten nach der großen Hitze entschieden, sich langsam auf die Jagd zu begeben. Drei prächtige Lioness‘ Prides hatten sich mit Blick auf kleine niedliche Warzenschweinferkelchen in Position gebracht und mit ihren vier jugendlichen Töchtern, die noch etwas zappelig waren und damit das Wild verscheuchten, den Abend eingeläutet. Was gibt es Besseres als Löwen bei Sonnenuntergang? Maximal ein kühles Clubgetränk am Lagerfeuer. Und genau das wartete auf uns. Angenehmes Dinner , verrückte Tschechinnen, die zu Hakuna Matata ums Feuer tanzten und ein Gin Tonic, wie er sich gehört. Wir sind mit Pferd jetzt schon mal vorgehoppelt, die Menschen chillen trotz dem Barden, der sämtliche Welthits mit Keniatexten versieht und suchen ihr Heil an der Bar. Lange wird die Clubnacht nicht mehr dauern, denn der Wecker schellt 05:30 Uhr. Und das auf‘n Sonntag. Na mal sehen, ab wann Kerstin ihre Sprache wiederfindet. Bleibt mal schön gechillt Ihr Fans der afrikanischen Mitleserwelt und Lala Salama!
    Eure Charlotte
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