• Pula!

    May 19 in Botswana 🌙 21 °C

    Heute wollen wir ein Stück weiterziehen. dafür durften wir voll bummeln heute.
    Geweckt wurden wir von einem bekannten, doch nicht erwartetem Geräusch.
    Regen klopfte aufs Zeltdach. Weich und regelmäßig. Pula. Regen.

    Erst um acht wartete der Koch mit den Frühstückseiern auf uns. Schnell noch ein Check der Umgebung, denn wir hatten den Kudu gestern nicht fotografiert. Dumm nur, dass es eine seltene Sitatunga Antilope war, die ähnlich aussieht und wir nicht kannten. Lehrgeld bezahlt, heute war kein Lämmerschwanz zu sehen. Die Bartvögel stimmten zum Abschiedskonzert an und die Glanzstare hatte ihr schönstes Blau angelegt. Den Poncho als Schutz gegen die Spritzer von vorn machten wir uns auf den Weg zum Airstrip. Und ich sag Euch Leute, redliche Vögel mögen auch keinen Regen. Nur die Fischpiraten, also die Kormorane, flatterten über unseren Köpfen. Na ja, ohne Regen kein Delta. Schließlich kommt ein Drittel doch auch von hier und der größere Rest aus Angola. Am Airstrip angekommen sattelten wir um, jeder in ein Mokoro. Die modernen Einbäume werden nicht mehr aus Ebenholz geschlagen, hat die Regierung verboten. Holzen den ganzen Wald ab, die Leute, das geht ja wohl nicht. Jetzt sitzen wir in einem Bottich aus Fieberglas, wie unsere Anka in Schwaan, und ein Gondoliere balanciert das von hinten aus und stakst uns, auf Wasserlevel, durch die schmalen Wasserwege. Ziel Nummer eins war natürlich, einen der klickenden Frösche zu finden. Wer hats geschafft? Holger.
    Man sitzt ganz brav still, denn es schwankt auch so schon genügend….
    Beide Pooler , so heißen die Jungs, die zwar nicht an der Stange tanzen, sie aber zum Abstoßen nutzen, brachten uns wieder sicher zurück.
    Ein Spaziergang durch ihr Dorf war obligatorisch. Die Frauen hatten ihre Waren ausgelegt und warteten darauf, ob wir uns für eine der Flechtarbeiten entscheiden würden. Erst dann kamen sie zum Verhandeln heran. Keiner drängte sich auf, aber vermarkten konnten sie sich gut. War auch wichtig, denn es war Markttag nebenan und so konnten sie wieder einkaufen gehen. Ökonomischer Kreislauf und wir hatten ein Andenken im Sack 👍🏻
    Zur Verhinderung eines zweiten Fastenintervalls gab es eine Lunchbox und auf die Minute landeten der Flugbus und wir wieder am Airstrip.
    20 min in der Luft und Peng, an einer anderen Ecke des Deltas, diesmal soll es etwas trockener werden unter den Füßchen. Wir lassen uns überraschen!

    Der Flug mit dem Miniflugzeug hat grad mal gereicht, um den Vormittag schriftlich festzuhalten…. Alter Falter… das Flugzeug hat uns nach 20 Minuten ausgespuckt, ohne die Propeller anzuhalten. Kurzer Prozess sozusagen…
    Der Guide kam angebraust und kurz bevor der nachmittägliche Gamedrive startete, hatten wir alle Instruktionen konsumiert. Für uns ist es einfach, Pferd merkt sich die eine Hälfte, ich die andere. Was die hier so bieten, ist mal ziemlich umwerfend und auch bissl unwirklich. Logo, wenn die erst vor einem Jahr eröffnet haben. Da gibt es reichlich Ladestationen für Stecker aller Art, die Dusche ist wie im Fünfsternehotel und überhaupt haben die sich hier echt ins Zaumzeug gelegt. Zusammen mit zwei Reisenden aus Donaldland sind wir nun die kommenden drei Tage auf dem Auto. Unser Guide, ein wenig ungestüm und kein „kabunia kabunia „ Typ ( langsam, langsam) sondern eher Springinsfeld, führte uns zu einer Löwenfamilie und machte uns mit einer neuen Antilopenart, den Tsessebe, bekannt. Grad die Weinkelche für den Sundowner ausgepackt, meinte er einem Ruf folgen zu müssen und wir hopsten alle zurück ins Fahrzeug. Für, na ja , eigentlich nichts. Aber wir sind ja entspannt. Auf der Rückfahrt nach Einbruch der Dunkelheit gab es noch Elefanten, er wollte aber nicht halten. Auch gut, wir werden bald noch viele sehen dürfen.
    Jetzt sitzen wir vier auf unserer Terrasse nach köstlichem Fisch und lauschen den ohrenbetäubenden Fröschlein bei ihrem Nachtkonzert. Das Hippo im Sumpf vor unserem Camp brummelt vor sich hin und ENDLICH meldet sich mal eine Hyäne aus der Ferne. Das wird ein lustiges Einschlafen. Es herrscht wieder Zucht und Ordnung und 5:30 bimmelt der Wecker. Also machts mal gut da im Norden, wir ruckeln uns schon wieder zurecht hier im Delta.
    Gute Nacht wünscht Euch Eure Charlotte mit dem Rest der Bande
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